Samstag, 27. Mai 2017

Zuletzt Kattowitz



Zuletzt erwartet mich leider Regen, sodass ich von Kattowitz nicht besonders viel zu sehen bekommen. Da ich sowieso ein bisschen Angst habe, mich in dieser großen Stadt zu verirren, bleibe ich in Hotelnähe, in der sich auch das Liceum befindet. Abends treibt dann eine Mail des Leiters vom Goetheinstitut in Krakau meinen Blutdruck in die Höhe. Zu der Lesung werden ca. 100 Schüler aus verschiedenen Schulen in der Aula erwartet. 100 Schüler? Das ist der Wahnsinn.  Aber ich versuche mich zu beruhigen: Oberschlesien, da sprechen die meisten Schüler doch sicherlich Deutsch als Zweitsprache. Als ich am nächsten Morgen in der Schule ankomme, kriege ich den zweiten Schock: Die Schüler, so erfahre ich, haben alle Deutsch als Fremdsprache, viele sind auf dem Niveau A1 oder A 2, aber „Sie schaffen das schon. Sie müssen nur ganz langsam sprechen.“ Und dann baut mir der Hausmeister auch noch ein Mikrofon auf der Bühne auf.
Es sind dann doch „nur“ 80 Schüler, die gekommen sind. Und es geht tatsächlich alles gut. Ganz ohne Bühne und Mikrofon. Ich stelle mich vor die Bühne und erzähle und zeige und lese sehr sehr langsam aus „Merkt doch keiner, wenn ich schwänze.“ Ich sehe den Schülern an, dass sie die Geschichte verstehen. Jetzt zahlt es sich aus, dass ich keinen Dialekt spreche. Die Lehrer melden mir zurück, dass ich so ganz einfach und klar geredet habe.
Zum Abschluss gibt es sogar noch Fragen der Schüler, auf Deutsch und durch ein Mikrofon, das die Lehrerin herumreicht. Ich bin danach total erleichtert und ein bisschen euphorisch…


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