Dienstag, 22. September 2020

Filmdebut

 

Wieder fällt eine Buchmesse zu Ungunsten einer Online-Buchmesse aus. Als wenn wir nicht alle schon viel zu lange vor dem Computer abhängen.

Diesmal ist es der Südpol-Verlag, der mich bittet, bei der Online-Vorstellung meines Pferdebuches mitzumachen. Klar bin ich dabei … leider bin ich nur in Sachen Video und Video-Schnitt eine absolute Nullnummer. Das fängt schon damit an, dass ich gar kein Stativ besitze, geht weiter damit, dass ich immer wieder vergesse, wie man ein Video dreht und endet damit, dass ich dieses Video auch noch schneiden muss.
Ich gucke mich durch die Youtube-Tutorials mit all diesen Erklär-Bären, lade mir schließlich eine App runter, die irgendwie erscheint und gerate dann nach vielen ungeschickten Versuchen an ein erträgliches Video, sogar mit Text, Ton und Überleitungen.
Zuletzt muss ich es dann auch noch per We-Trasfer abschicken, doch das ist nach der Digitalerfahrung nur noch ein Kinderspiel.

Wenn es online geht, lasse ich euch einen Link da.




Dienstag, 15. September 2020

Jenseits der Digitalisierung



Ich habe mir immer vorgenommen, nicht zu sagen, dass früher alles besser war. Manchmal aber … so ganz ganz manchmal … denke ich verzückt an das Leben zurück, als es noch Karteikarten gab, auf denen man sein Leben ordnete. Dieses digitale Leben treibt mich an vielen Stellen meines Lebens schlichtweg in die Verzweiflung.

Da ist zum Beispiel die Uhr an meinem Backofen. Sie funktioniert immer dann nicht mehr, wenn mal für eine Sekunde – und das scheint einmal im Monat vorzukommen – der Strom ausfällt. Eigentlich ist das ja überhaupt kein Problem. Wozu braucht man so eine bescheuerte Backofenuhr? Ich bin eh meistens zeitlos glücklich, und wenn ich doch mal eine Uhrzeit brauche, habe ich mein Handy.

Das Schlimme ist nur, dass diese blöde Backofenuhr an meinen Backofen gekoppelt ist, weil sich irgendein digitalgläubiger Ingenieur einbildete, ich würde so viel Vertrauen in seine bescheuerte Technik haben, dass ich mir mein Essen mit dieser Uhr programmiere. Darum ist es nur möglich, den Backofen zu benutzen, wenn die Uhr wieder läuft. Doch genau das bekomme ich nun seit zwei Tagen nicht hin – auch nicht mit Hilfe von Youtube-Tutorials. Das Problem ist nämlich leider auch, dass die kleinen Gummitasten wegen Nichtbenutzens völlig verklebt sind.

Bleibt mir da wirklich nur der Weg, einen Elektriker zu rufen? Wie sieht das denn aus?
Schrecklicher Weise fallen mir im Moment zum Kochen immer nur leckere Sachen ein, für die man den Backofen braucht… 

Samstag, 12. September 2020

Kulturschock

 

Vier Monate Bandenburg, und ich stehe unter Kulturschock, als ich durch die Straßen NRWs fahre. Es gibt hier so viele Autos, und sie fahren hin und her, halten an roten Ampeln, suchen Parklücken. Dazwischen Busse, richtig große Doppelbusse in quietschgrün, die mir entgegen kommen, sich dick und raumgreifend an mir vorbeischlängeln. Dazwischen laufen Menschen durch die Straßen, huschen sogar über die Fahrbahn, echte Menschen, freilaufend mit zwei Beinen und winkenden Armen.

Und nein, ich bin weder in Köln, noch in Dortmund, ich bin in Bad Lippspringe. Und doch bilde ich mir ein, schon lange nicht mehr so viele Menschen, Autos und Busse auf einmal gesehen zu haben.

Aber es holt mich auch diese Krankheit wieder ein, diese „lebensgefährliche Pandemie“, die in einer zweiten Welle auf uns lauern könnte. Während man in Brandenburg schon ein ganzes Stück wieder zur Normalität zurück gekehrt war, sehe ich nun diese Busse mit Maskenmenschen, die einen apokalyptischen Eindruck machen. Masken, soweit das Auge reicht, in Geschäften natürlich, aber auch beim Bummel durch die Fußgängerzone, sogar wenn die Menschen allein sind oder auf dem Fahrrad sitzen. Sie scheinen nicht mehr wahrzunehmen, ob sie frei atmen oder die Luft durch ein Tuch wahrnehmen. Das finde ich wirklich unheimlich!  

Montag, 7. September 2020

Rückblick auf die Sommerzeit



Diejenigen von euch, die diesen Blog schon länger lesen, wissen sicherlich, dass ich im Sommer auf dem Campingplatz meines Sohnes mithelfe. Ihr wisst ja, Familienmitglieder sind immer die zuverlässigste und auch die preiswerteste Unterstützung, die man sich denken kann. Und hier auf dem Campingplatz wurde jede Hilfe dringend gebraucht.

Nach dem Lockdown über Ostern standen wir alle noch erschüttert und geschockt vor dem Telefon, in dem eine Urlaubsstornierung die nächste ablöste.

Dann aber wurde der Urlaub auf Campingplätzen wieder gestattet, sogar sehr propagiert, und danach brach bei uns die Arbeit so schnell los, dass wir kaum aus den Augen gucken konnten. Sozusagen von null auf hundert.  An Personal fehlte es natürlich an allen Ecken.

So war ich voll in die Arbeit integriert. Morgens Brötchenverkauf, anschließend Gästeshuttle, dann die Kreativwerkstatt für Kinder leiten. Ich war so eingespannt, dass ich mir die Schreibzeiten mühsam freihalten musste.

Aber Spaß hat es auch gemacht. Besonders die Kreativwerkstatt fand großen Anklang, und ich hatte so viele kreative Kinder zu Gast, wie schon lange nicht mehr.

Da wir unser Abendprogramm auf dem Campingplatz ganz zurückgefahren hatten und Bands und DJs abgesagt hatte, stemmten wir ein schönes Unterhaltungsprogramm aus eigenen Kräften.

Ich bot einmal in der Woche eine Sagenwanderung für die Gäste an, ging mit Kindern und Erwachsenen durch den Wald und erzählte ihnen einige Sagen des Spreewaldes. Die Wanderung endete am See in Groß Leuthen, wo wir uns mit Schnitzmessern, Holz, Farbe und Wackelaugen niederließen, um die Sagengestalt des „Lutki“ zu schnitzen.

Tolle Gestalten sind dabei entstanden.

Für mich war es eine schöne Möglichkeit, meine verschiedenen Berufe als Kunstlehrerin, Autorin und Gästebetreuerin unter einen Hut zu bringen.


Sonntag, 6. September 2020

Wieder da



Immer wenn ich meinen Blog für eine lange Zeit unterbreche, schiebe ich den Neuanfang vor mir her und es beschäftigt mich die Frage, mit dem Blogschreiben aufzuhören.  Mein Blog ist mittlerweile 10 Jahre alt, alles was ich sagen wollte, ist gesagt, und  in dieser schwierigen Zeit, in der immer mehr Menschen ihre Gesichter ängstlich hinter Tücher stecken, fehlen mir sowieso die Worte. Ich fühle mich ein wenig müde, Nachwirkungen der anstrengenden, kreativen und kontaktreichen Sommerarbeit auf dem Campingplatz meines Sohnes im Spreewald.

Aber einen Blog gibt man nicht so einfach auf – jedenfalls bin ich eine treue Seele, die an Freundschaften und Dingen hängt -  und zehn Jahre sind eine verdammt lange Zeit.

Also habe ich beschlossen, dass es hier wieder losgeht.

Würde mich freuen, wenn der eine oder andere Leser noch da ist!