Freitag, 10. April 2020

Verfluchte Langsamkeit



Haben wir uns nicht häufig danach gesehnt, mal etwas reduzierter zu leben, in einem Tiny-Haus mitten im Wald vielleicht, mit Ruhe und Sternenhimmel, kein Stress, kein Shopping, mal keine Veranstaltungen. Na und nun? Jetzt haben wir den Salat.
Am Anfang dachte ich noch: Naja, hat auch mal sein Gutes. Endlich mal Zeit, ein Buch zu lesen und spazieren zu gehen. Aber seien wir doch mal ehrlich. Allmählich reicht es! Ich habe das Gefühl, zu veröden. All meine Fitness ist am Ende, die Muskeln auf Tennisballgröße zusammengefallen, ich brauchte mal wieder eine neue Jeans, und vor allem würde ich mal gerne wieder in einer Buchhandlung herumstöbern oder mit den Kiddys auf Spielplätzen rumhängen.
Langsamkeit und Achtsamkeit sind ziemlich große und bedeutungsvolle Worte, aber wenn man so isoliert abhängen muss, merkt man doch, dass wir Menschen Rudeltiere sind. Ich vermisse euch da draußen. Diese kleine überschaubare Welt reicht mir nicht. Es ist so absehbar, was passieren wird, jeder Tag verläuft ähnlich langweilig und langsam. Und die virtuelle Welt – ja, die ist riesengroß geworden. Tolle Live-Konzerte, schöne Webinare, netter Austausch über Mails. Aber das ist nicht so meins. Ich habe lieber analoge Kontakte.
Hoffentlich hat das alles bald ein Ende. Sonst muss ich mir einen Fluchthelfer suchen, der mich über die grüne Grenze nach Schweden bringt!

Sonntag, 5. April 2020

Kriminelle Lesespuren



Kennt ihr diese wunderschönen „Lesespuren-Geschichten“, bei denen Kinder sich auf die Suche nach einem Schatz machen oder ganz einfach einen aufregenden Tag erleben? Sie werden mit einem kleinen Text von Bild zu Bild über eine Karte gejagt, und wenn sie nicht gewissenhaft gelesen haben, geraten sie in die Irre.
Schülern machen diese Geschichten großen Spaß und sicherlich denken sie nicht die Bohne daran, wer solche Geschichten schreibt und wie es den Autoren dabei geht.
Ich zum Beispiel gehöre seit kurzer Zeit zu diesen Autoren. Ich habe für mein neues Manuskript wilde Spuren gelegt und Zeichnungen dazu angefertigt. Problematisch wurde es nur, als ich meine eigenen Aufgaben lösen musste. Da habe ich mich selbst mehr als einmal in die Irre katapultiert, musste die Zeichnung erneuern, musste Aufgaben modifizieren, die Zeichnungen noch mal neu machen und die Aufgaben erneut anpassen. Es war eine unendliche Geschichte und eine Herausforderung, bei der ich geflucht habe, wie ein Droschkenkutscher. (Obwohl ich nicht genau weiß, wie der flucht, aber schlimmer kann es nicht sein.)
Hoffentlich ist nun alles in trocknen Tüchern, und die Lektorin kommt nicht noch mal vorsichtig mit dem Kommentar um die Ecke: Diese Aufgabenstellung führte ins Nichts…..Könnten Sie sich die vielleicht noch einmal anschauen?
Arrrrgggg.

Dienstag, 31. März 2020

Digitale Abwechslung


In Zeiten des reduzierten Lebens muss man sich was einfallen lassen, um den gleichmäßigen Alltag zu unterbrechen und trotzdem nicht analog mit zu vielen Menschen in Kontakt zu treten. Ich besuchte ein Webinar und traf mich dort digital mit 9000 Menschen zum Zeichnen. Dabei habe ich als Nichtkünstler gelernt, wie man Gegenstände, Buchstaben und Menschen mit einfachen Grundformen erstellt.
Hat Spaß gemacht und war irgendwie … erfrischend einfach.
Danke an Simone Abelmann.

Sonntag, 22. März 2020

Das Leben danach



Ich bin oft in Gefängnissen zu Besuch, manchmal zu Schreibwerkstätten, manchmal zu Lesungen, und einmal auch über einen längeren Zeitraum, in dem ich mit Jugendlichen zusammen an einem Buch gearbeitet habe. Die Gefängnisse, in denen ich war, waren sehr unterschiedlich. Manchmal war ich im offenen Vollzug, wo die Gefangenen tagsüber arbeiten oder zur Schule konnten, häufiger aber war ich im geschlossenen Vollzug, wo nichts mehr nach draußen möglich war. Die Gefangenen waren dort auf ihre Zellengenossen oder auf die Gruppe angewiesen, auf die sie stundenweise trafen, wenn sie auf dem Flur Freizeit hatten oder nach draußen auf den Hof durften.  
Auch die Gefängnisse waren sehr unterschiedlich, vom echten mittelalterlichen Backsteinknast bis hin zum modernen videoüberwachten Betonklotz. Überall bemühte man sich um gemütliche Ecken mit Bildern, Blumen und Sofas, doch sie konnten nicht über die deprimierende und aggressive Stimmung hinwegtäuschen, die überall herrschte. Es war, als wenn man versuchte, einen Kellerraum gemütlich zu machen. 
Wenn ich nach so einem Tag wieder durch die Schleuse durfte, vorbei an den Polizisten und dem Wachpersonal bis zum Pförtner, meinen Pass und mein Handy wieder ausgehändigt bekam und auf die Straße trat, hatte ich immer das Gefühl, dass die Sonne heller, der Himmel blauer und die Blumen bunter leuchteten. Dann wurde mir immer klar, dass das höchste Gut des Menschen die Freiheit ist.

Sonntag, 15. März 2020

Vertrauen



 
Sie hat einige wilde Stunts auf der Schaukel ausprobiert. Plötzlich macht sie einen Salto kopfüber und knallt auf den harten Boden. Einen atemlosen Moment liegt sie da und schaut in den Himmel.
„Hast du dir weh getan?“, rufe ich erschrocken.
Sie springt auf und schüttelt sich. „Nein“, sagt sie. „Die Erde hat mich aufgefangen.“

Montag, 9. März 2020

Wie die Lektüre „Ben bei den Piraten“ entstand



 
Vor zwei Jahren ist meine dreistufige Lektüre „Ben bei den Piraten“ erschienen, und weil sich die Schüler immer so für die Entstehungsgeschichten meiner Bücher interessieren, will ich mal erzählen, wie ich dazu gekommen bin, sie zu schreiben.
Bücher brauchen oft ein Jahr, bis sie erscheinen, und so habe ich diese Lektüre 2017 geschrieben. In diesem Jahr war ich in der Stadt Gotha „Stadtschreiberin“. Ich habe ein halbes Jahr lang in der Stadt gewohnt und bin natürlich sehr oft und gerne durch die Stadt gebummelt.
Gotha hat ein schönes Schloss, in dem ich oft gewesen bin. Wenn man das Schloss besichtigen wollte, musste man sich dicken braunen Filzpantoffeln anziehen, damit man das gute Parkett nicht beschädigte.  Diese dicken Puschen gibt es ja in jedem Schloss, und sie retten sich durch alle Generationen.
Als ich auf den Pantoffeln durch die Räume schlitterte, vorbei an den Gemälden aller wichtigen Könige und Königinnen, die im Schloss Gotha gelebt haben, flog mich eine Idee an. Wie ist es wohl, wenn ein Kind durch die Räume rutscht, verliert die Kontrolle über seinen Körper und landet direkt in einem Bild? Und in welchem Bild könnte es landen, um etwas ganz spannendes zu erleben? Natürlich mitten unter den Piraten.
Der Junge in meiner Geschichte sollte zunächst Paul heißen, aber der Titel „Paul bei den Piraten“ gab es schon. So habe ich ihn Ben genannt, nach meinem jüngsten Sohn, der ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Ben in diesem Buch hat.
Es hat mir großen Spaß gemacht, die Lektüre zu schreiben, und ich hoffe, du merkst es, wenn du es liest.




Mittwoch, 4. März 2020

Corona und ich



Ich bin erst mal aus NRW nach Brandenburg geflüchtet. Hier wohnen ja nur wenige Menschen, vor allem keine Italiener und Chinesen. Ich wasche mir stündlich viermal die Hände, desinfiziere sie dann und binde mir meinen Mundschutz um. Sollte ich hier in meiner Isolation doch mal jemanden sehen, winkte ich ihm von weitem zu und deute damit an, dass wir uns auch nahe sein können, wenn er Abstand hält.
Am Montag war ich einkaufen. Das war eine kluge Entscheidung, denn die Hamsterkäufe fanden am Wochenende statt. Montag waren die Regale wieder voll, aber es gab keine Schlangen an den Kassen.
So richtig gut geht es mir nicht. Ich habe ein bisschen Kopfschmerzen, aber ich will jetzt nicht den einzigen Arzt, der hier weit und breit durchhält, auch noch belästigen. Das Wartezimmer ist sicherlich überlaufen, und nachher hole ich mir neben Corona auch noch eine Grippe oder eine Magen- und Darminfektion.
Ansonsten ist alles schick.
Ich bin allerdings traurig, dass die Leipziger Buchmesse ausfällt, und das ist diesmal nicht ironisch gemeint.

Donnerstag, 27. Februar 2020

Vergessen



Wenn jemand nach einem Besuch etwas bei mir vergisst, hat es den Vorteil, dass man sich noch lange an den Tag erinnert.


Sonntag, 23. Februar 2020

Sonntagsregen

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Heute liebe ich dieses wunderbare Bindfadenregenwetter, kein Stress mit irgendwelchen Ausflügen in die Botanik, einfach nur schreiben und lesen oder lesen und schreiben. Nur das Biotop hinter unserem Haus entwickelt sich zu einem großen See. Bis zum Herbst wuchsen hier wilde Sträucher und große Bäume, ein Wassergraben und ein kleiner Tümpel bildeten sich, wenn es längere Zeit regnete. Aber im Herbst machten die Stadtgärtner mit diesem Biotop kurzen Prozess, fällten alle Bäume und rissen die Sträucher heraus. Vogelnester und Igelverstecke werden ja sowieso überbewertet. Nun hat das Biotop die Romantik eines Braunkohlefeldes der Lausitz. Der Kommentar der Stadtgärtner: Wächst doch wieder.
Gefallene Bäume wachsen? Da habe ich wohl im Biounterricht geschlafen.
Immerhin wurde ich heute Morgen durch lautes Entengeschnatter geweckt. Irgendjemandem scheint es doch zu gefallen.   

Sonntag, 16. Februar 2020

Amazon-Rezensionen



Damals, als Marcel Reich-Ranicki eine Monopolstellung in Sachen Literaturkritik hatte, war die Welt noch in Ordnung. Er war geliebt und gefürchtet, in Sachen Frauen als Autoren fast immer vernichtend, es sei denn, sie schrieben komplizierte Lyrik. Okay, Journalisten mussten einen halben Meter zurück treten, wenn sie ihn um seine Kompetenz befragten, denn seine Aussprache war mehr als feucht, und doch wurde seine Literaturkritik respektiert und hatte einen gewissen Unterhaltungswert.
Heute ist jeder zum Literaturkritiker geworden, darf alles bewerten und sein Urteil veröffentlichen. Das ist durchaus demokratisch gedacht, es wirft jedoch auch einige Probleme auf.  Hin und wieder kommen solche Kritiken zustande wie „Der schrieftstella konnte garnich rechtschreipen“, dem man eine gewisse Unkenntnis der Sachlage unterstellen könnte. Oder es werden solche Dinge veröffentlicht wie: „Am Ende stellt sich heraus, dass der Gärtner der Mörder war und da er auch noch der uneheliche Bruder des verstorbenen Vaters war …“  und man wünscht sich, der Kritiker hätte einfach rechtzeitig die Klappe gehalten. Und wenn jemand schreibt „Tolles Buch“ – Fünf Sterne, weiß man, der Autor hat sich bei seinen 1469 Fünf-Sterne-Rezis höchstpersönlich eine große Tüte Sterne gekauft.
Neuerdings aber sind immer weniger Leser bereit, eine lange Bewertung abzugeben. Da amazon jedoch auf solche Urteile setzt und sie das Geschäft ankurbeln, ist der Verkaufsriese nun dazu übergegangen, dass man ein Buch einfach anonym und ohne Rezi bewerten kann. Man muss noch nicht mal „Alles Scheiße, deine Elli“, schreiben. Damit hat man die Türen für Fakes weit geöffnet. Ist ja immer so einfach, jemandem vor die Füße zu spucken, ohne sich dabei sichtbar zu machen.
By the way, wehren kann man sich natürlich auch nicht. Es gibt ja keine Rezi, die man beanstanden kann.


Dienstag, 11. Februar 2020

Lesetexte für Könner




Heute stelle ich euch ein neues Buch von mir vor, das die Könner unter den Lesern fördert. Dass niemand in der Schule zurückbleiben sollte, sind gute Gedanken. Und dass man Schülern mit einfachen Texten die Schwelle zu Büchern niedrig machen sollte, ist ebenfalls wichtig. Aber man kommt auch nicht umhin, zu sehen, dass Lesen eine wichtige Schlüsselqualifikation ist. Ein Schüler muss am Ende des 4. Schuljahres in der Lage sein, auch mal einen schwierigeren Sachtext zu lesen und den Inhalt zu verstehen, wenn er eine gute weiterführende Schule besuchen will. Und zwar nicht mit dem Finger unter der Linie, sondern still und nur mit den Augen.
Und was das für das Leben bedeutet, wenn man schwierige Inhalte schnell lesen und erfassen kann, wissen wir sicherlich alle.
Hier in diesem Buch gibt es eine große Auswahl an Texten – von leichteren persönlicheren Texten bis hin zu richtig schweren Drei-Sternchen-Sachtexten. Zu allen Texten gibt es kleine Aufgaben, die sich auf das Verständnis des Inhalts beziehen.
Wer das hinkriegt, ist auf alle Fälle gymnasialreif, wer es noch nicht schafft, hat die Chance, es zu werden. 

Freitag, 7. Februar 2020

Rollenspiele


Im Kindergarten hat sie gelernt, nicht mit Fremden zu reden und nicht mit ihnen mitzugehen.
„Na, reden musst du schon mit Fremden“, erkläre ich ihr. „Nur mitgehen darfst du natürlich nicht.“
Wir reden über Fremde im allgemeinen und besonderen, und plötzlich sind wir mitten in einem Rollenspiel. Was sagst du wenn… und dann sagt er, und dann sage ich.
„Was sagst du, wenn er sagt: Ich habe einen ganz süßen Hund. Willst du ihn dir nicht mal angucken?“, frage ich.
Darauf sie: „Ich habe auch einen Hund.“
Ich: „Wie heißt er denn?“
Sie: „Bello.“
Ich: „Aber ich habe eine sehr süße Katze.“
Sie: „Ich habe auch eine Katze.“
Ich: „Meine heißt Kitty, und deine?“
Sie: „Mietzie.“
Ich: „Aber ich habe einen süßen Kanarienvogel. Den hast du bestimmt nicht.“
Jetzt zögert sie. Kanarienvögel kennt sie nicht.
Sie: „Doch, ich habe auch einen Kanarienvogel.“
Ich: „Meiner ist gelb, und deiner?“
Sie (vorsichtig): „Meiner ist auch gelb.“
Ich: „Meiner kann sehr schön singen.“
Sie: „Meiner singt auch sehr schön.“
Ich: „Was singt er denn?“
Sie: „Hänschen klein!“

Sonntag, 2. Februar 2020

Ab jetzt mit Agentur



Lange Jahre war ich überzeugter Nicht-Agentur-Autor. Wenn man als Autor für die Schulbranche schreibt, ergeben sich die Kontakte und Schreibaufträge von ganz allein. So jedenfalls sah ich die Dinge viele Jahre lang und bin mit dieser Einstellung gut zurechtgekommen.
Schwierig wird es nur, wenn man seine Schreibgenre erweitern will, mal für Kinderbuchverlage schreiben möchte, mal ein Jugendbuch konzipiert und mal damit liebäugelt, für Erwachsene zu schreiben. Dann läuft man bei Verlagen schnell gegen volle Briefkästen. „Für welche Agentur arbeiten Sie?“, wird man gefragt (wenn man das Glück hat, gefragt zu werden… meist schafft man noch nicht mal das!) Tja, das ist dann die Gretchenfrage, und mit dem Satz: „Ich bin agenturlos“ kommt man nicht weit.
Genervt von diesen Rückmeldungen ruderte ich zurück und überlegte, mich an eine Agentur zu wenden … da gab es eine unerwartete Schicksalsfügung. Carsten Polzin, langjähriger Programmleiter des Piper- Verlages, den ich von einer tollen Zusammenarbeit kannte, machte sich mit einer Agentur selbstständig. Ihr könnt euch sicherlich denken, dass ich da nicht lange gefackelt habe.
Seit Februar geht die Agentur Textbaby an den Start und ich bin als zu vermittelnde Autorin mit dabei. Alles noch ganz frisch und aufregend … aber es fühlt sich gut an. Und zu meiner Überraschung ist eine Agentur auch bei Schulverlagen sehr hilfreich. Es ist nämlich ein gutes Gefühl, wenn man bei den Verträgen einen langjährigen Profi an seiner Seite hat, der mal darüber guckt…
Wer noch mehr nachlesen möchte: Hier.


Freitag, 31. Januar 2020

Lesung in Bünde



Mit meiner Überlegung, in Zukunft weniger Lesungen zu machen, werde ich mir selbst untreu. Es macht einfach zu viel Spaß, und es gibt immer sooooo freundliche Schüler, Lehrer und Schulen. In diesem Monat war ich jedenfalls nun schon zum zweiten Mal unterwegs, gestern an der Realschule in Bünde. Hier war ich schon häufiger eingeladen, und es ist immer so nett.
Diesmal warteten Neuntklässler auf mich. Vor neunten Klassen lese ich eher selten, und ich bin immer überrascht, wie groß die Schüler sind und wie erwachsen sie wirken.
Ich las aus dem Roman „Online war er noch so süß“ und aus dem Buch „Abgemixt“, das ich mit dem Jugendlichen Hasan Tas geschrieben habe, der einige Jahre in einer JVA eingesessen hat. Leider gibt es das Buch „Abgemixt“ nicht mehr zu kaufen, was so schade ist, denn es kommt bei Schülern immer so gut an. Auch jetzt drehten sich die meisten Fragen um Hasan und sein Schicksal.
Es hat Spaß gemacht, hier in Bünde zu sein, und ich habe es genossen, dass die Schüler so gut vorbereitet waren und so gut zugehört haben.

Dienstag, 28. Januar 2020

Lesung in Zossen



Zossen ist eine kleine Stadt im Landkreis Teltow-Fläming, nicht weit von Berlin entfernt. Hier hatten mich die Lehrerinnen und Schüler der Goetheschule zu einer Lesung eingeladen.

Da es zum Lehrplan der Klasse 6 gehört, sich mit dem Thema Gefahren im Netz auseinander zu setzen, hatten sie mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ gelesen und wollten wissen, wie es weiter geht. Also hatten sie mich gebeten, Ausschnitte aus dem 2. Band vorzulesen. Die Schüler hörten gespannt zu, meinten sogar, der 2. Band sei noch spannender als der erste. Auch wollten sie wissen, wie die Protagonisten aussahen, und ich zeigten ihnen die Figuren und die Häuser und Stadtpläne, die ich in meine „Protagonisten-to-go-Kladde“ eingeklebt hatte.


Auch eine weitere Zuhörerin hatte sich am Rande des Geschehens eingefunden, die eifrig mit protokollierte:  Emma Grzanna aus der Klasse 9 des Gymnasiums, die eine Facharbeit über das Thema schreiben wollte.
Es war ein schöner Vormittag, und ich danke euch ganz herzlich für eure nette Einladung.

Mittwoch, 22. Januar 2020

Kleiner Nachmittagsausflug



Aufbruch ins All, so heißt eine spannende Ausstellung, die schon seit einiger Zeit im Heinz-Nixdorf-Museum in Paderborn zu sehen ist. Mondgestein zum Anfassen, Raumfahreranzüge zum Reinschlüpfen, Marsfahrzeuge für die Expedition. Die Ausstellung ist informativ und interaktiv.



Schon allein die schwarz gehaltenen Räume strahlen eine große Faszination aus. Man kann in der Landefähre von Apollo 11 stehen – ich wusste gar nicht, dass die Astronauten die Landung im Stehen geflogen sind – man kann seinen Fuß in den Sand der Mondoberfläche drücken, und man kann sich über die Zukunft im All informieren. Also, wenn ich mal ein Häuschen sucht … auf dem Mars gibt es einige interessante Quartiere.


Ich bin begeistert, wie Museen heutzutage aussehen. So kann man tatsächlich die Raumfahrt ganz persönlich erleben.
Und solltet ihr keine Zeit haben, nach Paderborn zu kommen, gibt es sogar einen virtuellen Rundgang.  



Montag, 20. Januar 2020

Gespensterpost



Manchmal tut es mir wirklich leid, nicht mehr im Schuldienst zu sein (ganz ganz manchmal!), denn diese süße Idee hätte ich sofort abgekupfert.  Beim Öffnen des Briefes fielen mir nämlich zwölf Gespenster entgegen. Schüler der Klasse 3 a aus Bremen schrieben mir, wie ihnen mein Buch „Das Gespenst am Kleiderhaken“ gefallen hatte.  Ich habe mich riesig gefreut … und war natürlich froh, dass ich 1. nicht so schnell zu erschrecken bin, und 2. die Gespenster so niedlich aussahen. Heute ging der Antwortbrief zur Post – ich hoffe, ihr freut euch.

Freitag, 17. Januar 2020

Sommersonne und mehr



So schön wie schönes Wetter auch ist, es hat doch den riesigen Nachteil, dass man immer wieder sehnsüchtige Blicke aus dem Fenster wirft. Im Feng Shui wird ja geraten, den Schreibtisch zur Wand zu drehen, damit die Seele nicht immer nach draußen will, aber das bringe ich nicht über`s Herz. Dann beschaffe ich lieber meinen Protagonisten einen schönen Sommer-Sonnentag.

Sonntag, 12. Januar 2020

Das Eigenleben der Protas



Bei meinem Schreiben läuft nichts ohne Plot, doch beim Plotten gehe ich unterschiedlich gelassen vor – mal plotte ich kleinlich und arbeite die Sequenzen streng nach Plan ab, mal notiere ich mir auch nur ein paar Stichworte und überlasse es den Protas, sich in der Szene relativ frei zu entfalten. Aber das kann auch ganz schön in die Hose gehen. Diesmal haben sie nämlich prompt ein Eigenleben entwickelt, haben die zugestandene Freiheit genutzt und sich lässig vom Plot emanzipiert. Es hat mich einige schlaflose Nächte gekostet, bis ich sie wieder eingefangen hatte.  


Dienstag, 7. Januar 2020

Mein Job als Zimmermädchen



Als Autor sollte man möglichst viele Erfahrungen mitnehmen, die das Leben zu bieten hat. Ich verdinge mich im Moment als Zimmermädchen. Auf unserem Campingplatz sind im Winter durch die Saisonarbeit nur wenige Arbeitskräfte da, und so bot ich mich an, bei der Reinigung der Mobilheime mitzuhelfen. Betten beziehen, saugen, wischen, das alles habe ich in meinem Leben schon mehr als Millionen Mal gemacht, also dürfte in der Beziehung auch nichts schief gehen – dachte ich. Doch da hatte ich mich ziemlich geirrt. Betten für Gäste zu beziehen, erfordert eine ganz andere Professionalität, als wenn man es für sich zu Hause macht. Gäste geben sich nicht mit einem aufgeschüttelten Kissen und einer zusammengeschlagenen Decke zufrieden. Alles muss perfekt glatt gezogen sein, und was noch komplizierter ist: Die Kopfkissen müssen schön adrett mit diesem bewährten fröhlichen Knick in der Mitte auf dem Bett bereit liegen … d.h. liegen ist schon das falsche Wort. Sie sitzen geradezu da und lachen einen an.
Allerdings hatte ich keine Ahnung, wie ich das hinkriegen sollte. Meine schwäbische Schwiegertochter bemühte sich redlich mit mir: „Da fasst du diese Bobbelsche an, fährst mit deinen Händen hier hinein… jetzt schüttle …“ Dann folgte ein mitleidiger Blick. „Sieht noch ziemlich kruschelig aus.“ Und das tat es auch. Kruschelig bis zum Abwinken, würde ich sagen. Aber ich versuche es heute noch einmal, und vielleicht sind die Gäste ja nicht ganz so streng, wenn sie wissen, dass ich es war…  

Freitag, 3. Januar 2020

Ein guter Anfang



Kaum hat das neue Jahr angefangen, füllen sich bereits die ersten Termine auf dem noch so jungfräulichen Terminkalender. In diesem Jahr werde ich nicht mehr so viel zu Lesungen unterwegs sein, aber meine Lesungen nach Österreich sind schon bis ins Jahr 2021 geplant.  Vom 20. - 24. 4. 2020 kurve ich wieder quer durch das Land, außerdem haben wir den Zeitpunkt vom 19.-23.4. 2021 für eine Lesereise fixiert. Wer mich in dieser Zeit buchen möchte, wendet sich bitte an die Kulturagentur Eibl&Eibl.
Außerdem werden natürlich auch im kommenden Jahr einige Bücher von mir erscheinen. Eins davon bereits Ende Februar, nämlich „Die Hufeisenranch – Band 3“. Meine liebe Kollegin Anne Scheller hatte die beiden ersten Bände übernommen, der dritte Band dieser Serie ist nun von mir. Es ist ein Buch über das Mädchen Polly, ihr Pferd Smoky und ganz viel Natural Horsemanship. Wen es interessiert, der kann sich hier noch mehr Informationen holen.
Ansonsten bin ich zwar arbeitsreich, aber doch ganz lustig ins Neue Jahr gekommen. Auf dem Campingplatz meines Sohnes im Spreewald war ich zum Arbeiten verplant, musste Enkelkinder hüten, Getränke ausschenken, Saunaaufgüsse vorbereiten, Sektgläser verteilen – und mich ein paar Tage später sogar als Zimmermädchen beim Mobilheimeputzen bewähren. Aber gefeiert habe ich auch – und Spaß gemacht hat es ebenfalls!