Donnerstag, 19. September 2019

Nur drei Worte



Frage: Welches sind die schönsten drei Worte der Welt, wenn nach einer ziemlich kühlen Nacht die Heizung ausgefallen ist?
Antwort: „Kriegen wir hin.“
(Worte des Heizungsinstallateurs)


Sonntag, 15. September 2019

Kriminell gute Logicals



 
Großes Ganoventreffen im Hotel. Wer ist gekommen?
Inspektor Bruno Bärenklau schleicht auf dem Parkplatz auf und ab und betrachtet die Limousinen:
Karoline Kluge steht eigentlich auf rote Autos, aber diesmal ist sie auf einen schwarzen Pickup umgestiegen.
Willi kommt mit seinem dicken BMW nie in die Parklücke und steht ganz am Ende, direkt neben der Hecke.
Susi Schlaumeier und Benno Blomberg mögen sich gerne und stehen auch nebeneinander.
Susis Mann ist Vertreter für Maserati, darum fährt auch seine Frau einen goldenen.
Bennos Käfer steht ganz vorne am Eingang.
Willi und Benno fahren einen grünen Wagen.

Zugegeben, als ich den Auftrag zu diesen Logicals vom Auer-Verlag bekam, hätte ich beinahe abgewinkt. Ich bin nämlich überhaupt nicht gut darin, solche Sachen zu lösen. Wie soll ich dann so etwas schreiben? Aber die Lektorin machte mir Mut und gab mir ein paar gute Tipps an die Hand, wie man erstens so etwas löst und zweitens so etwas schreibt. Und wenn man einmal kapiert hat, wie es geht, macht es riesigen Spaß.
Aber es ist natürlich auch eine große Lesemotivation für Schüler, weil die Leseleistung nicht so groß sein muss und man trotzdem schnelle Erfolge hat. Um aber für gute und schwächere Schüler zu differenzieren, gibt es in diesem Buch auch einfachere und schwierigere Fälle zu lösen. Viel Spaß also bei den steinreichen Ladys, die ihre Diamanten verstecken, bei den Gangstern, die versuchen, sich ein Alibi zu verschaffen oder bei der Verfolgungsjagd über die Autobahn.

Dienstag, 10. September 2019

Der Lehrermangel und ich



Nun ist es raus. 26 000 Lehrer fehlen an deutschen Grundschulen. Um dem Lehrermangel Herr zu werden, werden auch Dachdecker und Reisekauffrauen eingestellt, so die Nachrichten. Hauptsache, vorne vor der Klasse steht jemand.
„Es hilft nichts“, sage ich zu meiner Freundin Rita. „Unser Land braucht uns jetzt. Wir müssen wieder zurück an die Kreide!“
„Jau“, sagt Rita und lacht schallend. „Das wär`s wohl noch!“
Rita und mich verbinden einige gemeinsames Schicksale: Wir haben den Referendardienst zusammen gemacht, eine harte Zeit, in der wir damals immer wieder zu spüren bekamen, dass nur die besten von uns in den Schuldienst kommen würden. Und tatsächlich wurde nach uns eine ganze Generation an Lehrern einfach vergessen und umgeschult.
Wir hatten das riesige Glück, bei dem Einstellungsschwung dabei zu sein, hatten aber keine Wahl und trafen uns an einer Brennpunktschule im Duisburger Norden wieder. Auf unsere persönlichen Wünsche, in der Nähe von Familie und Freunden zu leben, wurde keine Rücksicht genommen. So genau nimmt der Staat dann die Fürsorgepflicht doch nicht.
Aber alles ist ja bekanntlich zu etwas gut, und so haben wir natürlich aus dieser Zeit viel mitgenommen, vor allem aber, dass es Situationen, Familien und Kinder gibt, die wir uns vorher in unserem gut behüteten Leben nicht vorstellen konnten.
Das Unterrichten und das Arbeiten mit den Kindern hat uns immer Spaß gemacht, aber der Druck und die Kontrolle waren ständige Begleiter des Schuldienstes. Dazu kamen ständig wechselnde Programme und Projekte, mit denen wir zu beweisen hatten, dass wir Lehrer keine faulen Säcke sind, die nur auf die Ferien warteten. Unpädagogische Vergleichsarbeiten, stetige Mehrbelastungen und ewige Kontrolle konnten einem jede Freude an der Arbeit nehmen – ach ja, ich habe vergessen zu erwähnen, dass das Gehalt natürlich nie gestiegen ist, obwohl wir noch zusätzlich den Job der Förderlehrer übernehmen mussten.
Nun denn, das war sicherlich nicht der Grund für mich, aus dem Beruf auszusteigen, vielmehr war es eher die Feststellung, dass der Beruf als Autor der Schönere und vor allem Freiere war.
Wenn ich mal einen Tipp zur Beseitigung des Lehrermangels abgeben darf: Angemessene Bezahlung und Gleichstellung der Lehrer aller Bundesländer wäre schon mal ein guter Anfang. Und ein bisschen mehr Respekt auf der einen und Fürsorge auf der anderen Seite können auch nicht schaden.

Samstag, 7. September 2019

Foto-Shoppen in Lemgo



Lemgo ist der Ort, der in meinem Personalausweis als Geburtsort angegeben wird, und so wird er mir auch als Heimat zugerechnet. Tatsächlich aber habe ich hier nur wenige Jahre gelebt, bis zu meinem dritten Lebensjahr -  und an diese Zeit erinnere ich mich nicht wirklich - und die Zeit um mein Abitur herum, die nicht besonders einfach war. Lemgo ist aber die Heimat meiner Eltern, die hier aufwuchsen und hier auch beerdigt wurden. Ganz besonders aber ist sie die Heimat meines Vaters, der hier so gerne lebte.




Lemgo ist schön, und obwohl die Stadt klein und übersichtlich ist, ist sie lebendig mit hübschen Geschäften, alten Fachwerkhäusern und kleinen Gassen. Ich habe wenig Zeit, und doch lasse ich es mir nicht nehmen, durch die vertrauten Straßen der Innenstadt zu spazieren und aus neuen Perspektiven zu fotografieren. Nur das Rathaus kenne ich aus allem möglichen Postkarten und Bildbänden genau so, wie es auf meinem Foto ist. Das ist das Schöne an historischen Gebäuden: Sie ändern sich nicht – werden nur hin und wieder verschönert. 

Donnerstag, 5. September 2019

Recherche



Es gibt ihn tatsächlich, diesen klitzekleinen Ort, in dem meine neuste Geschichte spielt: Hohensonne, ein Ort im Nord-Osten Lippes an der Grenze zu Niedersachsen. Ich gehe ein kleines Stück spazieren und ernte freundlich verwunderte Blicke der Dorfbewohner. Gäste sind hier nicht unerwünscht, aber selten. Trotzdem hat man für Besucher, aber auch für sich selbst, ganz besondere Bänke aufgestellt, die einen wunderschönen Ausblick ermöglichen. 

Montag, 2. September 2019

Ein neues Familienmitglied



Unsere Familie ist um einen Erdenbürger reicher geworden. Emil Theodor Weber erblickte am 31.August gegen 6.00 Uhr im Geburtssaal in Witten-Herdecke das Licht der Welt. Wie alle unsere Kinder und Enkelkinder ließ er sich Zeit. Eine Woche länger als die Ärzte für ihn errechnet hatten, ließ er sich im Bauch seiner Mutter herum tragen, bis er sich dann doch entschied, sich der Welt zu zeigen.
Ich habe ihn noch nicht persönlich kennen gelernt. Noch brauchen er und die Familie Ruhe, bis sie sich meinen dicken Omi-Schmatzern stellen können. Ich nehme es seufzend hin, dass das Leben mal wieder hart ist. 

Samstag, 31. August 2019

Wieder da



Nach zwei Monaten Blog-Abstinenz melde ich mich zurück. Ich hatte einen langen und arbeitsreichen Sommer. Wie die regelmäßigen Blogleser von euch vielleicht wissen, verbringe ich eine Zeit meines Lebens, besonders aber den Sommer, auf dem Campingplatz meines Sohnes im Spreewald. (Hier, wer mal googlen möchte). Weil im Sommer jede Arbeitskraft gebraucht wird, helfe ich morgens beim Brötchen- und Zeitungsverkauf, übernehme dann die Kinderanimation, kümmere mich um die Enkel, Shuttle die Gäste zu den Spreewaldorten und helfe bei Events. „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“, heißt die Devise, und das bedeutet letztendlich, von morgens bis abends in Action zu sein. So ein Campingplatz entwickelt sich schnell zur Insel, und da das Internet in Brandenburg überwiegend aus Funklöchern besteht, hat man auch schnell das Gefühl, von der Welt abgeschnitten zu sein.
Aber ich hatte viel Spaß in der Kinderanimation und sehr tolle viele kreative Kinder zu Gast. Meine Ideen bezog ich, wie so oft, von Pinterest, eine Goldgrube für alle kreativen Menschen dieser Welt. Ich bin immer so dankbar, dass es Menschen gibt, die solche Tipps zur Verfügung stellen.
Als Namensammlerin fiel mir in diesem Jahr besonders auf, dass der Buchstabe L im Trend lag. Mädchen hießen (mit wenigen Ausnahmen) Lena, Lina, Lea, Leonie und vor allem Luise. Bei den Jungs waren es Luca, Leon, Lennert oder Lennox.
Beim Brötchen holen dominierten die Männer, und wenn Männer wählen durften, (meist sagen Sie: „Ich frage mal meine Frau!“) entschieden sie sich für die normalen Brötchen, während Frauen eher die Tendenz hatten, zwei Körner, zwei Vollkorn-, ein Mohn-, ….  also die ganze komplizierte Mischung zu nehmen.
Neben der Saisonarbeit habe ich auch noch geschrieben, und zwar meist in den frühen Morgenstunde ab 5. Außerdem gab es Korrektur-Schleifen zu bearbeiten und Endfassungen abzuwinken. Nur zu Lesungen war ich nicht. Aber das lag eben auch an meiner Insellage.
Nun bin ich wieder zu Hause. Ab jetzt wird wieder gependelt.
Und ihr so? Ich würde mich freuen, euch wieder als Leser begrüßen zu können. 

Montag, 1. Juli 2019

Sommerferien



Das Klima hat sich tatsächlich verändert, überlegt mein Sohn. Diese brennend heißen Sommer kennt er nicht aus seiner Kindheit. Da hat es selten in den Sommerferien schönes Wetter gegeben, und regelmäßig sind wir den deutschen Sommern nach Italien oder Südfrankreich entkommen, um Sonne zu tanken.
Meine Kindheitserinnerungen sind anders, sind tatsächlich diese heißen Sommer, wie wir sie jetzt haben, meine Mutter, die sich ins Haus zurückzog, weil sie die Hitze nicht ertragen konnte – ich barfuß bis in den späten Abend hinein im Garten, Federballspielend mit meiner Schwester.
Erinnerungen verschieben sich – schwer zu sagen, wie es wirklich war.
Ich habe in dieser heißen Nacht wenig geschlafen, habe schon wieder einen Sonnenbrand im Gesicht, weil ich es nicht für nötig gehalten habe, mich einzucremen. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, würde ich es mir ein wenig kühler wünschen – und endlich auch mal Regen – aber nur nachts zwischen 23 und 5.00 Uhr. Aber eigentlich mag ich diese heißen Sommer … nur eben nicht soooooo heiß!
Ich verabschiede mich mit diesem Post in die Sommerferien, wünsche allen Schülern und Lehrern, die noch zur Schule müssen, dass sie das Schuljahr bald geschafft haben, und allen anderen Lesern einen schönen Sommer. Ich melde mich Ende August wieder bei euch.

Montag, 24. Juni 2019

Beim Anblick eines Dinos




Ich bin gezwungen, den Samstagabend in der Notaufnahme zu verbringen. Sohn Nils hat sich bei einem Familienbesuch das Hoverboard seines Neffen ausgeliehen und einen beeindruckenden Stunt gedreht. Nun sitzen wir zwischen seufzenden und stöhnenden Menschen mit dicken Armen, aufgeschlitzten Knien und fiebrigen Stirnen. Durch das lange Warten und die Sorgen um die Wunden bilden wir eine gemeinsame Gruppe. Jeder Neuzugang wird aufmerksam angeschaut.
Zu später Stunde kommt eine junge Mutter mit einem kleinen Jungen auf dem Arm. Er trägt keine Schuhe und alle Blicke richten sich entsetzt auf den großen Zeh, der blutig und zerquetscht aussieht. Der Zehnagel befindet sich an einer Stelle, an der er nicht sein dürfte. Der Junge versucht, die aufsteigende Panik immer wieder zu unterdrücken.
„Nicht hingucken, nicht hingucken“, murmelt er wie ein Mantra. Gleichzeitig hält er die Hand vor die Augen, spreizt die Finger und blinzelt verzweifelt zu uns hinüber. Die Mutter drückt ihn an sich. 
„Es gibt hier ein paar schöne Bücher“, sage ich zu dem Jungen. Ich bin schließlich schon zwei Stunden hier und kenne mich aus.
Die Mutter ist erleichtert, geht in die Kinderecke und kommt mit einem Dinobuch zurück. Dann beginnt sie zu lesen. Wir sehen, wie sich die Aufmerksamkeit des Jungen gespannt auf das Buch richtet. Auch wir lauschen der Geschichte. Was ist denn schon ein lächerlicher Schmerz, wenn man direkt in das aufgerissene Maul eines Dinos blickt. 

Dienstag, 18. Juni 2019

Weizensommer


Wir haben in einer Vorstellungsrunde die Aufgabe, den Weizen zu nehmen und zu sagen, woran er uns erinnert. Die Runde soll kurz sein. Wir haben schließlich Hunger, und das Essen riecht gut.
Doch da ist dieser eine, der sich an einen ganz besonderen Sommer erinnert. Es war das Jahr 1949. Seine Eltern – selbstständige Landwirte der DDR– werden immer wieder bedrängt, in die LPG einzutreten. Sie weigern sich standhaft, auch als die Propagandisten immer radikaler werden. Mit Lautsprechern werden sie bedrängt, zur Kollektivierung der Landwirtschaft beizutragen. Zunächst werden die Namen derer lobend erwähnt, die sich solidarisch zeigen. Dann werden die Namen genannt, die sich immer noch weigern. Zuletzt ist es nur noch ihr Name, der gezielt gerufen wird. Es ist ihr Name. Irgendwann sind sie mürbe und geben auf.
Ihr Land wird in die LPG eingeführt, ebenso die Tiere. Die Pferde werden zur Schlachtbank geführt. Pferde braucht man nicht mehr, denn die neuen Landmaschinen aus der Sowjetunion werden in den nächsten Tagen kommen. Die Familie weint. Die Pferde sind ihnen ans Herz gewachsen.
Dann kommt der Sommer. Das Getreide ist reif. Nur die Maschinen sind nicht da. Das ist der Sommer, in dem er zum ersten Mal in seinem Leben das Getreide mit der Hand sensen muss. Er, seine Eltern, das ganze Dorf. Er ist 10 Jahre alt. Der Sommer bleibt unvergessen.

Sonntag, 16. Juni 2019

Ein Tag in der Natur



„Weißt du was? Ich habe gestern einen Schachbrettfalter gesehen.“
„Tatsächlich? Das gibt es doch gar nicht.“
Die Augen der beiden Männer leuchten, wie bei einem Kind, das unter dem Weihnachtsbaum steht. Ich weiß mittlerweile, dass sie über Schmetterlinge reden, denn sie streifen durch die Natur, bestimmen Pflanzen und Schmetterlinge und achten auf die Vogelstimmen. Und ich bin mittendrin – ich, die ein bisschen Mühe hat, ein Rotkehlchen von einem Rotschwänzchen zu unterscheiden, die gerade mal einen Zitronenfalter erkennt und die noch nie so wirklich eine Fledermaus gesehen hat. Aber das will ich endlich ändern. Darum habe ich mich beim Tag der Natur angemeldet und lande in diesem wunderschönen Haus der Naju, dem Naturschutzhaus der Jugend Brandenburgs, mitten in der Wildnis des Spreewaldes. 

Das Haus der Naju ist wunderschön

Mittags ist der Tisch toll gedeckt

Viel Wald umgibt das Haus, aber auch die Spree und ein See sind in der Nähe. Mit kleinen Gruppen geht es immer wieder an verschiedene Stellen der Gegend, an Feuchtgebiete, trockne Landstriche, aber auch auf das Wasser. Natur zum Anfassen eben. 
Ein Fledermauspuzzle wird gelegt
Im Fledermauskasten gibt es Junge

Vorsichtiger Kontakt mit einer Fledermaus

Schöllkraut ist gut gegen Warzen

Wer mag, darf die Natur auf dem Wasser erkunden

Ein Perlmuttfalter glänzt an der Unterseite wunderschön

Ich bin beeindruckt von dem großen Wissen der anderen, und ich lerne so unendlich viel. Sogar eine Fledermaus darf ich streicheln. Gleichzeitig aber wird mir bewusst, wie viel ich nicht weiß, und wie unendlich groß und beeindruckend die Natur ist.  
Den Tag werde ich sicherlich nicht so schnell vergessen.


Freitag, 14. Juni 2019

Adresse verbummelt



Meine Schülerpost ist mir wichtig, und ich beantworte nach wie vor jeden Brief. Zu diesen Briefen auf dem Foto ist mir allerdings etwas sehr unangenehmes passiert. Ich habe den Briefumschlag versehentlich verbummelt. Im Brief gibt es leider keinerlei Hinweis auf einen Ort oder eine Schule, sodass ich keinen Ansatzpunkt habe, die Adresse heraus zu finden. Ich kann nur sagen, dass die Schüler „Ben bei den Piraten“ gelesen haben, und die Kinder so schöne Namen wie Hanna, Elias, Amares oder Noelie haben. Wenn ihr zufällig diesen Post lest, bitte meldet euch doch noch mal bei mir. Ich antworte auch sofort!

Dienstag, 11. Juni 2019

Geburtstag



Am 9. Juni hatte ich Geburtstag. An diesem Tag war es wieder mal unglaublich heiß, wie auch gefühlt an sehr vielen meiner Geburtstage. Ich hoffe nicht, dass sich das im Alter mit diesem Gefühl von „Früher war alles besser und schöner“ verschoben hat, aber ich erinnere mich nur an Feiern bei schönem Wetter. Außerdem bilde ich mir ein, dass dieser Tag besonders häufig auf ein Wochenende oder einen Feiertag fällt, aber das ist sicherlich eine Erinnerungsschwäche. Statistisch gesehen kann es ja nicht stimmen. In diesem Jahr aber traf es gleich doppelt zu. Ich hatte an einem Sonntag Geburtstag, und es war auch noch Pfingsten.
Leider war dieses Zusammentreffen von Sonn- und Feiertag für mich das Geburtstags-Out, denn die Pfingsttage gehören zu den arbeitsintensivsten Tagen auf einem Campingplatz. Ich hatte unendlich viel zu tun – und das, obwohl ich keine Silbe geschrieben hatte
Ein nettes Kompliment kriegte ich abends am Telefon von Sohn 2. „Ich war mir etwas unsicher, ob du heute oder morgen Geburtstag hast“, meinte er. „Aber ich habe es bei Wikipedia nachgeschlagen.“
Haaaa, das ist doch mal eine Ansage!  

Donnerstag, 6. Juni 2019

Keine Alternative



„Muddi, willst du nicht am Donnerstag mal so richtig schick shoppen gehen?“
Wenn Söhne so was fragen, ist Misstrauen angesagt. Ich erfahre schnell den eigentlichen Grund. Ich soll nämlich den Shuttle zum Polenmarkt fahren.
Hier auf unserem Campingplatz bieten wir den Gästen einen Shuttle zu verschiedenen Orten an. Oft übernehme ich diese Fahrten. Den Polenmarkt fahre ich allerdings nicht sehr gerne an. Das liegt daran, dass diese Entfernung zu groß ist, um in der Zwischenzeit wieder zurück zu fahren und man darum gezwungen ist, bis nachmittags auf dem Markt abzuhängen.
Sohnemann hat „leider“ keine Zeit für den Shuttle, und ich erfahre kurze Zeit später auch den Grund dafür: Robert Habeck kommt nämlich in das kleine brandenburgische Dörfchen, an den der Campingplatz grenzt, um sich über die strukturschwachen Gebiete Brandenburgs zu informieren. Ja, ihr habt richtig gelesen: Robert Habeck, der George Cloony unter den Politikern, kommt zu uns! Jetzt drehe ich echt am Rad. Warum kann ich nicht mit diesem Mann durch das Dorf spazieren? Ich hätte auch eine Menge zu erzählen. Aber nein! Wenn es hart auf hart kommt, werde ich zum Shuttle auf den Polenmarkt verdammt.
Ich drohe Sohnemann an, dass ich mich dort mit einem Elektroschocker und diversen anderen Waffen eindecken werde. Er nimmt es billigend in Kauf.
Auf dem Polenmarkt fällt mir ein, dass ich ja ein friedlicher Mensch bin und dass Gewalt ja auch keine Lösung ist, seufz, kaufe ein paar T-Shirts und ertrage es, dass das Leben wieder mal ungerecht ist!

Montag, 3. Juni 2019

Lesen, lesen


Ich habe abends Babysitterdienst. Nach einem langen Tag am See hängen die Enkelkinder nun müde vor der Glotze ab. Erleichtert öffne ich meinen E-Book-Reader und lese.
„Was machst du?“, fragt mich Clara.
„Ich lese ein Buch“, erkläre ich.
Sie beobachtet mich kritisch. „Und warum bewegen sich dann deine Lippen nicht?“, fragt sie. 

Mittwoch, 29. Mai 2019

Beschämende Werbung


 
Zu meinen Facebookfreunden gehört Eugen Drewermann. Er gehört nicht wirklich zu meinen Freunden, denn er ist gar nicht auf Facebook – sicherlich hat er noch nicht mal einen Computer, aber er lässt sich von jemandem vertreten, der über seine Veranstaltungen berichtet.
Wenn man in Paderborn lebt, ist man irgendwann auch gezwungen, sich mit der katholischen Kirche auseinander zu setzen, denn die ist dort immer noch allgegenwärtig. Und wenn man das tut, begegnet man irgendwann auch Eugen Drewermann. Er gehört zu diesen Menschen, die ohne Zettel in der Hand zu einem Vortrag nach vorne treten, und klug und besonnen im prall gefüllten Saal ihre Gedanken in Worte fassen. Dabei ist er nie gehässig, nie ausschweifend, manchmal humorvoll, und so voller Wissen, dass man meinen könnte, er habe Wikipedia selbst verfasst.
Jetzt lese ich ein angekündigtes Interview von ihm. Es ist offensichtlich im Stern erschienen, wird aber über Facebook präsentiert. Und noch während ich es lese, gleitet die Werbung parallel zu dem Text zu beiden Seiten an mir vorbei. Es sind bewegende und blinkende Bilder, die sowas von überhaupt nicht zu dem besonnenen Text passen: Ein Sportwagen, verschiedene Internetplattformen, sogar Werbung für Bier. Das ist so richtig schräg und sogar peinlich und beschämend. Da ist facebook angeblich in der Lage, jedem Leser eine ganz spezielle Werbung auf den Leib zu schneidern, kann aber nicht berücksichtigen, dass die Hintergrundwerbung zu dem Vordergrundtext passen sollte. Im Gegenteil – sie verhöhnt ihn auch noch.
Das Interview ist trotzdem schön.

Sonntag, 26. Mai 2019

Als Blogger unterwegs


Ich schreibe – das habe ich schon einige Male erzählt -  zwei sehr unterschiedliche Blogs. Der eine Blog ist dieser hier, in dem ich über mich und mein Schreiben berichte. Der andere Blog befindet sich hier, ein Blog, auf dem ich über das Leben auf dem Campingplatz meines ältesten Sohnes berichte. Dort erzähle ich über die Arbeit und die Geschehnisse auf dem Platz, aber auch über die Camper. Auf Campingplätzen sind immer spannende Menschen anzutreffen, die interessante Hobbys und ganz eigene Geschichten mitbringen.
Zu meinen Interviewpartnern gehörten schon Gäste, die von ganz weit angereist sind (Australien), aber auch Menschen auf dem Jacobsweg, Drachenbootfahrer, junge Zelter mitten im Winter bei Eis und Schnee, Cheerleader im Sommercamp, Oldie-Wohnwagenbesitzer oder einfach nur Camper, die gerade gemütlich beim Frühstück sitzen.
Es kostet mich immer ein bisschen Überwindung, mit meinem Notizblock und dem Fotoapparat zu ihnen zu gehen, um sie zu fragen, ob ich in meinem Blog von ihnen berichten darf. Aber zu meiner freudigen Überraschung muss ich feststellen, dass sich die Mehrheit der Menschen darüber freut. Sie fühlen sich gesehen und es macht sie stolz, dass sich jemand für sie interessiert. Und ich bin glücklich, dass es so leicht ist, an interessante Geschichten und tolle Fotos zu kommen.



Dienstag, 21. Mai 2019

Ein Schmetterling im Himmel



Auf einem Ausflug mit Hoverboards entdecken Tim und Clara eine kleine Raupe. Sie hat es eilig, die Straße zu überqueren. Auf und ab windet sie ihren kleinen Körper. Die Kids bekommen Angst um sie. Was, wenn sie ein Auto überfährt? Ich versuche, sie zu beruhigen. Wir sind auf einer Nebenstraße unterwegs. Der Verkehr ist eher übersichtlich. Die Chance, dass das Tier den Straßengraben erreicht, stehen gut. Und doch geraten die Kinder in große Panik. Diese Raupe muss gerettet werden, und zwar sofort. Clara umkreist die Raupe aufgeregt mit dem Hoverboard, während Tim versucht, sie auf seinen Finger zu schieben. Da passiert es. Clara macht eine ungeschickte Drehbewegung – und überrollt die Raupe. Platt und bewegungslos klebt sie zum Entsetzen aller auf dem Pflaster. Clara weint bitterlich. Alles ihre Schuld, wirft sie sich vor. Wenn sie nicht so unruhig gewesen wäre… andererseits habe sie es doch nicht mit Absicht gemacht.
Wir trösten so gut wir können. Bestimmt wird die Raupe im Himmel weiter leben und als wunderschöner Schmetterling am Abendhimmel zu sehen sein.
Für mich noch mal ein Hinweis darauf, dass die Natur besser zurecht kommt, wenn wir Menschen nicht ständig eingreifen würden – auch wenn wir es noch so gut meinen.

Sonntag, 19. Mai 2019

1. Liga



Paderborn ist wieder mal in der 1. Liga – jedenfalls fußballtechnisch. Nicht das beste Spiel, schon gar nicht ein herausragender Gewinn, aber manchmal kommt man auch als Verlierer weiter.
Helden geben eben nie auf!

Mittwoch, 15. Mai 2019

Der Schatz in der Tüte



Unser jüngstes Familienmitglied (4) zeigt mir bei meinem Besuch voller Stolz sein Sparschwein. Es ist gelb und klimpert so schön. Das bringt ihn auf die Idee, es mit weiterem Geld zu füllen. Damit ich mein Portemonnaie nicht plündern muss, greift die Mutter in ein Küchenregal. Da steht eine braune Papiertüte, in der Münzen gesammelt werden, die niemand braucht. Wir leeren die Tüte, um das Schwein zu füllen. Centstücke sind dabei, aber auch schwedische Kronen und einige Örestücke mit diesen Loch in der Mitte. Und dann… blinkt mir eine Münze entgegen, die mir bekannt vorkommt. Sie sieht so unglaublich golden aus. Und dieser Kopf darauf, ist das nicht Kaiser Wilhelm? Tatsächlich! Eine Kaiser-Wilhelm II-Goldmünze ist aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen in der Tüte gelandet. Der Wert ist schnell per Smartphone ermittelt: 318,- €. 
(Das Foto ist übrigens die erste Rose aus unserem Garten)

Samstag, 11. Mai 2019

Zurück nach Hause



Die Neue Mittelschule Schardenberg war noch einmal eine ganz besonders gastfreundliche Schule mit supernetten und schlauen Schülern, sodass meine Lesereise einen richtig schönen Abschluss fand. Dann ging es zurück nach Hause.

Ich habe außer schönen Eindrücken sogar noch ein paar liebe und persönliche Dinge mitbekommen: Eine selbstgenähte Tasche von einer Lehrerin aus Wien, dazu diese Manner-Waffeln, eine Wiener Spezialität.


Und wie immer lasse ich auch auf der Reise etwas zurück. Bei diesem Stecker, mit dem ich immer mein Handy und das E-Book aufladen kann, löste sich die Steckverbindung und blieb in der Steckdose, ohne dass ich es bemerkte. Naja, ein bisschen Verlust hat man immer.


Auf der Rückfahrt passierte mir das, was mir immer passiert, wenn ich an der Raststätte mal eine Pause machen will. Ich kapiere diese Schilder nie und fahre immer an den PKW-Parkplätzen vorbei. Dann muss ich mein kleines Auto zwischen den LKWs parken.
Die Fahrt war weit, und wie ich schon geahnt hatte, kam ich zur Rush hour in Kassel an. Das bedeutete, dass es eine Stunde vor dem Ziel nur noch im Stop und Go weiterging.
Immerhin… geschafft!

Freitag, 10. Mai 2019

Nette Schüler ringsherum



Meine Lesereise durch Österreich neigt sich dem Ende. Heute habe ich einen letzten Lesetermin in Schardenberg, einem Ort, der schon ziemlich nah an der deutschen Grenze liegt. Dann geht es zurück.
Was mir in Österreich immer wieder auffällt, ist die große Freundlichkeit, mit der ich überall empfangen werde. Auch die Schüler sind supernett und aufmerksam und höflich – Pubertät ist kein Argument für schlechtes Benehmen.

An der Neuen Mittelschule in Kalsdorf gab es viele Schüler, die verschiedene Bücher von mir gelesen hatten – jeder ein anderes, und die mir Briefe dazu geschrieben hatten. Die gilt es noch zu beantworten, wenn ich zu Hause bin.



Auch an der PTS in Schwanenstadt traf ich auf Schülerinnen, die alle meine Bücher kannten. Das hat mich sehr gerührt.
Unterwegs sah ich dann auch das echte Klischee-Österreich mit schneebedeckten Bergen, auf denen die Sonnenstrahlen glitzerten.

Dienstag, 7. Mai 2019

Österreichisch für Anfänger



Österreichisch, so denkt man als Deutscher ja gerne, ist deutsch, nur dass die Sprache ein bisschen mehr gesungen wird. Aber wenn man von Geburt an Mozart im Blut hat, ist das auch verständlich.
Und doch gibt es diese feinen Unterschiede … und dann sogar diese ziemlich ganz anderen Unterschiede…
Spital – das kann man einordnen, das sagten wir früher auch zu Krankenhaus. Und ein Knoten auf der Autobahn ist ein Autobahnkreuz, aber angesichts der Brücken und Tunnel kann man das Wort „Knoten“ nachvollziehen. Schwieriger wird es bei der Formulierung: „Das geht sich aus.“ Da denke ich zunächst: Wer geht da mit wem aus? Und ich brauche eine Weile, bis ich verstanden habe, dass es das ist, was die Bayern. „Passt scho“ nennen.
Für manche Worte allerdings brauchte ich eine Definition. So fragte mich die Frau vom Schwimmbad: „Brauchen Sie a Käschtl?“ „Ein Kästchen? Was ist das?“, frage ich irritiert und erfahre, dass es ein Schrank ist, in dem ich meine Sachen aufbewahren kann.
Und heute in der Schule in Wien gab es eine Vokabel, die ich noch nie gehört hatte. „Welches Heferl möchten Sie?“ Ein… bitte was?
Ich durfte mir eine Tasse für meinen Kaffee aussuchen.
Apropos Kaffee: Kaffee ist hier in Österreich ein kleiner Schluck superstarker Mokka, zu dem ein Glas Wasser gereicht wird – nix mit  einem Becher Kaffeemaschinen-Mix, der weder warm noch kalt so wirklich nach Kaffee schmeckt, aber mit dem man mehrere Stunden über die Runden kommt.
Und gerade beim Frühstück im Hotel habe ich noch eine Vokabel gelernt: Ein Nudelwoigen. Das ist ein Nudelholz!

Montag, 6. Mai 2019

Der erste Tag – Korneuburg


 
Nun hat sich der Regen abgeregnet, und ich kann erkennen, in was für einer hübschen Stadt ich gelandet bin. Korneuburg hat eine schicke Innenstadt mit einem beeindruckenden Rathaus und schönen Gassen.


Besonders bemerkenswert sind aber die Schülerinnen und Schüler der Musikmittelschule Korneuburg. Schon beim Eintreffen nehmen mich ein paar nette Mädels unter ihre Fittiche und bringen mich genau dahin, wo ich erwartet werde.
Ich lese für die 3.Klässler aus dem Buch „See you, ich sehe dich“ und für die 4.Klässler aus „Online war er noch so süß.“ Immer ist es unglaublich aufmerksam und still.
Liebe Grüße an euch alle und danke für den schönen ersten Tag. Wenn das so weitergeht…

Sonntag, 5. Mai 2019

Lesereise durch Österreich



Österreich – war das nicht das Land der Berge, Seen und grünen Wiesen? Und sogar die Alpen soll es da geben, oder? Leider offenbart sich dieser Blick kein einziges Mal, während ich zwei Tage lang unterwegs bin. Im Erzgebirge, im Vogtland und in Bayern hatte ich Schneeregen, in Österreich schließlich Regen. Immer ist mal ein kleiner heller Schein am Horizont zu sehen, und damit verbunden die Hoffnung, dass es da hinten besser wird, aber das tut es nicht. Im Gegenteil – es regnet sich ein.
Die erste Station meiner Lesereise ist Korneuburg, eine kleine Stadt in Niederösterreich vor den Toren Wiens. Leider kann ich euch nichts über die Stadt erzählen, denn ich habe es nicht über mich gebracht, einen Spaziergang zu machen – und das will was heißen. Hier darum ein Blick in mein Hotelzimmer. Wenigstens das ist hübsch.

Freitag, 3. Mai 2019

Cover verändert



Zufällig entdecke ich bei amazon, dass mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ ein Relaunch des Covers erfahren hat. Schade, dass ich darüber nicht informiert wurde, und noch blöder, dass niemand auf die Idee gekommen ist, mir das neue Buch zuzuschicken, denn ich starte morgen zu einer längeren Lesereise nach Österreich, und da wäre es doch schön und werbewirksam gewesen, wenn ich das neue Buch dabei gehabt hätte. Aber … nicht zu ändern, und bestimmt gibt es wieder viele Gründe, warum Verlage dazu keine Zeit haben…
Das Buch „Im Chat war er noch so süß“ ist 2006 erschienen und hat nun zum 3. Mal eine Aktualisierung des Covers erfahren. Ich finde dieses neue Cover besonders gut gelungen. 
Hier noch mal das alte ... und von dem ersten finde ich gar kein Foto mehr. 


Montag, 29. April 2019

Die Jugend heutzutage



Bei einem Spaziergang treffe ich einen älteren Mann, der mit seinem Hund unterwegs ist. Er hat ein großes Mitteilungsbedürfnis, erzählt aus seinem Leben, von der Jagd, vom Krieg, vom Tod, dem er so nahe war. „Die Jugend“, sagt er, „die weiß das alles gar nicht mehr.“
Ich bin mir etwas unsicher, ob er mich damit meint.
Dann berichtet er von der Wildschweinjagd und von den Wölfen, die hier manchmal durch den Wald streifen, und dass auch das die Jugend heutzutage falsch einschätzt, weil sie nichts mehr von der Natur versteht.
„Hier“, sagt er zu mir und zeigt auf ein Kraut am Wegrand. „Wissen Sie, was das ist?“
Okay, ich gebe zu, von Botanik verstehe ich so wenig wie vom Kochen.
„Sumpfdotterblume“, sagte ich auf Verdacht. Ich weiß zwar nicht, wie die genau aussieht, aber ich mag den Namen.
Er schnaubt verächtlich. Es ist, so erfahre ich nun, Schöllkraut. Und natürlich muss ich mir nun auch wieder anhören, dass die Jugend noch nicht mal das weiß. Aber nun weiß ich definitiv, dass er mich zu dieser Altersgruppe zählt. Das verbuche ich unter „schmeichelhaft“.
„Und was ist das hier?“, fragt er weiter und deutet auf eine andere Pflanze. Er scheint in seinem ersten Leben Biologielehrer gewesen zu sein.
Jetzt ziehe ich mein Smartphone und öffne die App „Was ist das für eine Blume“, klicke auf weiß, fünfblättrig und Waldgebiet, schaue mir ein paar Fotos an und bestimme „Weißdorn“.
Jetzt ist er sauer. „Ich weiß das aber, ohne nachzugucken“, sagt er verärgert.
„Dafür weiß ich, wie man eine App installiert“, antworte ich. 

Freitag, 26. April 2019

Julia und die Freundschaftssteine



Gestern bekam ich wieder einen dicken Brief mit Schülerpost vom Verlag. Diesmal waren viele Briefe von Grundschülern dabei. In einem der Briefe berichteten Schüler der Grundschule Söcking bei Starnberg, dass sich ihr Literaturkurs mit dem Thema Mobbing beschäftigt hatte. Aus dem Grund hatten sie mein Buch „Warum seid ihr so gemein zu dem?“ gelesen. Außerdem hatten sie einen Film zu dem Thema gedreht, und den Trailer auf Youtube gestellt. Er sieht richtig professionell und beeindruckend aus, und ich möchte ihn unbedingt als guten Tipp zu dem Thema an euch weitergeben.


Montag, 22. April 2019

Wenn hat Annette Weber gestorben?



In meinem Blog kann man in einer Statistik erkennen, unter welchen Stichworten die Leser auf meinen Blog zugreifen. Diesmal war ich einigermaßen überrascht. Ein Satz, unter dem mich jemand gesucht hatte, lautete nämlich „Wenn hat Annette Weber gestorben?“
Ich hatte sofort große Sympathien für den, der die Frage gestellt hatte.
„Hat gestorben“ ist ein Fehler, den ich absolut nachvollziehen kann. Sein in Zusammenhang mit einem Perfekt wird nur gebildet, wenn es sich bei dem Verb um ein Verb der Bewegung handelt. „Ich bin gelaufen“, „Ich bin zurückgekommen.“ Sterben dagegen ist ja nicht unbedingt ein Bewegungsprozess. Meist liegt man im Bett, manchmal auch auf dem Sofa, und selbst wenn man vorher noch gefahren oder gerannt ist, ist man doch beim Sterben eher ruhig und lässt die Dinge auf sich zukommen. Die Zeitform „hat gestorben“ ist also im Prinzip richtiger als „ist gestorben“.
Außerdem freute es mich irgendwie, dass der Rechercheur davon ausging, dass ich tot bin. Denn seien wir doch mal ehrlich: Richtig berühmt wird man - wenn überhaupt - erst nach seinem Tod.