Montag, 1. Juli 2019

Sommerferien



Das Klima hat sich tatsächlich verändert, überlegt mein Sohn. Diese brennend heißen Sommer kennt er nicht aus seiner Kindheit. Da hat es selten in den Sommerferien schönes Wetter gegeben, und regelmäßig sind wir den deutschen Sommern nach Italien oder Südfrankreich entkommen, um Sonne zu tanken.
Meine Kindheitserinnerungen sind anders, sind tatsächlich diese heißen Sommer, wie wir sie jetzt haben, meine Mutter, die sich ins Haus zurückzog, weil sie die Hitze nicht ertragen konnte – ich barfuß bis in den späten Abend hinein im Garten, Federballspielend mit meiner Schwester.
Erinnerungen verschieben sich – schwer zu sagen, wie es wirklich war.
Ich habe in dieser heißen Nacht wenig geschlafen, habe schon wieder einen Sonnenbrand im Gesicht, weil ich es nicht für nötig gehalten habe, mich einzucremen. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, würde ich es mir ein wenig kühler wünschen – und endlich auch mal Regen – aber nur nachts zwischen 23 und 5.00 Uhr. Aber eigentlich mag ich diese heißen Sommer … nur eben nicht soooooo heiß!
Ich verabschiede mich mit diesem Post in die Sommerferien, wünsche allen Schülern und Lehrern, die noch zur Schule müssen, dass sie das Schuljahr bald geschafft haben, und allen anderen Lesern einen schönen Sommer. Ich melde mich Ende August wieder bei euch.

Montag, 24. Juni 2019

Beim Anblick eines Dinos




Ich bin gezwungen, den Samstagabend in der Notaufnahme zu verbringen. Sohn Nils hat sich bei einem Familienbesuch das Hoverboard seines Neffen ausgeliehen und einen beeindruckenden Stunt gedreht. Nun sitzen wir zwischen seufzenden und stöhnenden Menschen mit dicken Armen, aufgeschlitzten Knien und fiebrigen Stirnen. Durch das lange Warten und die Sorgen um die Wunden bilden wir eine gemeinsame Gruppe. Jeder Neuzugang wird aufmerksam angeschaut.
Zu später Stunde kommt eine junge Mutter mit einem kleinen Jungen auf dem Arm. Er trägt keine Schuhe und alle Blicke richten sich entsetzt auf den großen Zeh, der blutig und zerquetscht aussieht. Der Zehnagel befindet sich an einer Stelle, an der er nicht sein dürfte. Der Junge versucht, die aufsteigende Panik immer wieder zu unterdrücken.
„Nicht hingucken, nicht hingucken“, murmelt er wie ein Mantra. Gleichzeitig hält er die Hand vor die Augen, spreizt die Finger und blinzelt verzweifelt zu uns hinüber. Die Mutter drückt ihn an sich. 
„Es gibt hier ein paar schöne Bücher“, sage ich zu dem Jungen. Ich bin schließlich schon zwei Stunden hier und kenne mich aus.
Die Mutter ist erleichtert, geht in die Kinderecke und kommt mit einem Dinobuch zurück. Dann beginnt sie zu lesen. Wir sehen, wie sich die Aufmerksamkeit des Jungen gespannt auf das Buch richtet. Auch wir lauschen der Geschichte. Was ist denn schon ein lächerlicher Schmerz, wenn man direkt in das aufgerissene Maul eines Dinos blickt. 

Dienstag, 18. Juni 2019

Weizensommer


Wir haben in einer Vorstellungsrunde die Aufgabe, den Weizen zu nehmen und zu sagen, woran er uns erinnert. Die Runde soll kurz sein. Wir haben schließlich Hunger, und das Essen riecht gut.
Doch da ist dieser eine, der sich an einen ganz besonderen Sommer erinnert. Es war das Jahr 1949. Seine Eltern – selbstständige Landwirte der DDR– werden immer wieder bedrängt, in die LPG einzutreten. Sie weigern sich standhaft, auch als die Propagandisten immer radikaler werden. Mit Lautsprechern werden sie bedrängt, zur Kollektivierung der Landwirtschaft beizutragen. Zunächst werden die Namen derer lobend erwähnt, die sich solidarisch zeigen. Dann werden die Namen genannt, die sich immer noch weigern. Zuletzt ist es nur noch ihr Name, der gezielt gerufen wird. Es ist ihr Name. Irgendwann sind sie mürbe und geben auf.
Ihr Land wird in die LPG eingeführt, ebenso die Tiere. Die Pferde werden zur Schlachtbank geführt. Pferde braucht man nicht mehr, denn die neuen Landmaschinen aus der Sowjetunion werden in den nächsten Tagen kommen. Die Familie weint. Die Pferde sind ihnen ans Herz gewachsen.
Dann kommt der Sommer. Das Getreide ist reif. Nur die Maschinen sind nicht da. Das ist der Sommer, in dem er zum ersten Mal in seinem Leben das Getreide mit der Hand sensen muss. Er, seine Eltern, das ganze Dorf. Er ist 10 Jahre alt. Der Sommer bleibt unvergessen.

Sonntag, 16. Juni 2019

Ein Tag in der Natur



„Weißt du was? Ich habe gestern einen Schachbrettfalter gesehen.“
„Tatsächlich? Das gibt es doch gar nicht.“
Die Augen der beiden Männer leuchten, wie bei einem Kind, das unter dem Weihnachtsbaum steht. Ich weiß mittlerweile, dass sie über Schmetterlinge reden, denn sie streifen durch die Natur, bestimmen Pflanzen und Schmetterlinge und achten auf die Vogelstimmen. Und ich bin mittendrin – ich, die ein bisschen Mühe hat, ein Rotkehlchen von einem Rotschwänzchen zu unterscheiden, die gerade mal einen Zitronenfalter erkennt und die noch nie so wirklich eine Fledermaus gesehen hat. Aber das will ich endlich ändern. Darum habe ich mich beim Tag der Natur angemeldet und lande in diesem wunderschönen Haus der Naju, dem Naturschutzhaus der Jugend Brandenburgs, mitten in der Wildnis des Spreewaldes. 

Das Haus der Naju ist wunderschön

Mittags ist der Tisch toll gedeckt

Viel Wald umgibt das Haus, aber auch die Spree und ein See sind in der Nähe. Mit kleinen Gruppen geht es immer wieder an verschiedene Stellen der Gegend, an Feuchtgebiete, trockne Landstriche, aber auch auf das Wasser. Natur zum Anfassen eben. 
Ein Fledermauspuzzle wird gelegt
Im Fledermauskasten gibt es Junge

Vorsichtiger Kontakt mit einer Fledermaus

Schöllkraut ist gut gegen Warzen

Wer mag, darf die Natur auf dem Wasser erkunden

Ein Perlmuttfalter glänzt an der Unterseite wunderschön

Ich bin beeindruckt von dem großen Wissen der anderen, und ich lerne so unendlich viel. Sogar eine Fledermaus darf ich streicheln. Gleichzeitig aber wird mir bewusst, wie viel ich nicht weiß, und wie unendlich groß und beeindruckend die Natur ist.  
Den Tag werde ich sicherlich nicht so schnell vergessen.


Freitag, 14. Juni 2019

Adresse verbummelt



Meine Schülerpost ist mir wichtig, und ich beantworte nach wie vor jeden Brief. Zu diesen Briefen auf dem Foto ist mir allerdings etwas sehr unangenehmes passiert. Ich habe den Briefumschlag versehentlich verbummelt. Im Brief gibt es leider keinerlei Hinweis auf einen Ort oder eine Schule, sodass ich keinen Ansatzpunkt habe, die Adresse heraus zu finden. Ich kann nur sagen, dass die Schüler „Ben bei den Piraten“ gelesen haben, und die Kinder so schöne Namen wie Hanna, Elias, Amares oder Noelie haben. Wenn ihr zufällig diesen Post lest, bitte meldet euch doch noch mal bei mir. Ich antworte auch sofort!

Dienstag, 11. Juni 2019

Geburtstag



Am 9. Juni hatte ich Geburtstag. An diesem Tag war es wieder mal unglaublich heiß, wie auch gefühlt an sehr vielen meiner Geburtstage. Ich hoffe nicht, dass sich das im Alter mit diesem Gefühl von „Früher war alles besser und schöner“ verschoben hat, aber ich erinnere mich nur an Feiern bei schönem Wetter. Außerdem bilde ich mir ein, dass dieser Tag besonders häufig auf ein Wochenende oder einen Feiertag fällt, aber das ist sicherlich eine Erinnerungsschwäche. Statistisch gesehen kann es ja nicht stimmen. In diesem Jahr aber traf es gleich doppelt zu. Ich hatte an einem Sonntag Geburtstag, und es war auch noch Pfingsten.
Leider war dieses Zusammentreffen von Sonn- und Feiertag für mich das Geburtstags-Out, denn die Pfingsttage gehören zu den arbeitsintensivsten Tagen auf einem Campingplatz. Ich hatte unendlich viel zu tun – und das, obwohl ich keine Silbe geschrieben hatte
Ein nettes Kompliment kriegte ich abends am Telefon von Sohn 2. „Ich war mir etwas unsicher, ob du heute oder morgen Geburtstag hast“, meinte er. „Aber ich habe es bei Wikipedia nachgeschlagen.“
Haaaa, das ist doch mal eine Ansage!  

Donnerstag, 6. Juni 2019

Keine Alternative



„Muddi, willst du nicht am Donnerstag mal so richtig schick shoppen gehen?“
Wenn Söhne so was fragen, ist Misstrauen angesagt. Ich erfahre schnell den eigentlichen Grund. Ich soll nämlich den Shuttle zum Polenmarkt fahren.
Hier auf unserem Campingplatz bieten wir den Gästen einen Shuttle zu verschiedenen Orten an. Oft übernehme ich diese Fahrten. Den Polenmarkt fahre ich allerdings nicht sehr gerne an. Das liegt daran, dass diese Entfernung zu groß ist, um in der Zwischenzeit wieder zurück zu fahren und man darum gezwungen ist, bis nachmittags auf dem Markt abzuhängen.
Sohnemann hat „leider“ keine Zeit für den Shuttle, und ich erfahre kurze Zeit später auch den Grund dafür: Robert Habeck kommt nämlich in das kleine brandenburgische Dörfchen, an den der Campingplatz grenzt, um sich über die strukturschwachen Gebiete Brandenburgs zu informieren. Ja, ihr habt richtig gelesen: Robert Habeck, der George Cloony unter den Politikern, kommt zu uns! Jetzt drehe ich echt am Rad. Warum kann ich nicht mit diesem Mann durch das Dorf spazieren? Ich hätte auch eine Menge zu erzählen. Aber nein! Wenn es hart auf hart kommt, werde ich zum Shuttle auf den Polenmarkt verdammt.
Ich drohe Sohnemann an, dass ich mich dort mit einem Elektroschocker und diversen anderen Waffen eindecken werde. Er nimmt es billigend in Kauf.
Auf dem Polenmarkt fällt mir ein, dass ich ja ein friedlicher Mensch bin und dass Gewalt ja auch keine Lösung ist, seufz, kaufe ein paar T-Shirts und ertrage es, dass das Leben wieder mal ungerecht ist!

Montag, 3. Juni 2019

Lesen, lesen


Ich habe abends Babysitterdienst. Nach einem langen Tag am See hängen die Enkelkinder nun müde vor der Glotze ab. Erleichtert öffne ich meinen E-Book-Reader und lese.
„Was machst du?“, fragt mich Clara.
„Ich lese ein Buch“, erkläre ich.
Sie beobachtet mich kritisch. „Und warum bewegen sich dann deine Lippen nicht?“, fragt sie. 

Mittwoch, 29. Mai 2019

Beschämende Werbung


 
Zu meinen Facebookfreunden gehört Eugen Drewermann. Er gehört nicht wirklich zu meinen Freunden, denn er ist gar nicht auf Facebook – sicherlich hat er noch nicht mal einen Computer, aber er lässt sich von jemandem vertreten, der über seine Veranstaltungen berichtet.
Wenn man in Paderborn lebt, ist man irgendwann auch gezwungen, sich mit der katholischen Kirche auseinander zu setzen, denn die ist dort immer noch allgegenwärtig. Und wenn man das tut, begegnet man irgendwann auch Eugen Drewermann. Er gehört zu diesen Menschen, die ohne Zettel in der Hand zu einem Vortrag nach vorne treten, und klug und besonnen im prall gefüllten Saal ihre Gedanken in Worte fassen. Dabei ist er nie gehässig, nie ausschweifend, manchmal humorvoll, und so voller Wissen, dass man meinen könnte, er habe Wikipedia selbst verfasst.
Jetzt lese ich ein angekündigtes Interview von ihm. Es ist offensichtlich im Stern erschienen, wird aber über Facebook präsentiert. Und noch während ich es lese, gleitet die Werbung parallel zu dem Text zu beiden Seiten an mir vorbei. Es sind bewegende und blinkende Bilder, die sowas von überhaupt nicht zu dem besonnenen Text passen: Ein Sportwagen, verschiedene Internetplattformen, sogar Werbung für Bier. Das ist so richtig schräg und sogar peinlich und beschämend. Da ist facebook angeblich in der Lage, jedem Leser eine ganz spezielle Werbung auf den Leib zu schneidern, kann aber nicht berücksichtigen, dass die Hintergrundwerbung zu dem Vordergrundtext passen sollte. Im Gegenteil – sie verhöhnt ihn auch noch.
Das Interview ist trotzdem schön.

Sonntag, 26. Mai 2019

Als Blogger unterwegs


Ich schreibe – das habe ich schon einige Male erzählt -  zwei sehr unterschiedliche Blogs. Der eine Blog ist dieser hier, in dem ich über mich und mein Schreiben berichte. Der andere Blog befindet sich hier, ein Blog, auf dem ich über das Leben auf dem Campingplatz meines ältesten Sohnes berichte. Dort erzähle ich über die Arbeit und die Geschehnisse auf dem Platz, aber auch über die Camper. Auf Campingplätzen sind immer spannende Menschen anzutreffen, die interessante Hobbys und ganz eigene Geschichten mitbringen.
Zu meinen Interviewpartnern gehörten schon Gäste, die von ganz weit angereist sind (Australien), aber auch Menschen auf dem Jacobsweg, Drachenbootfahrer, junge Zelter mitten im Winter bei Eis und Schnee, Cheerleader im Sommercamp, Oldie-Wohnwagenbesitzer oder einfach nur Camper, die gerade gemütlich beim Frühstück sitzen.
Es kostet mich immer ein bisschen Überwindung, mit meinem Notizblock und dem Fotoapparat zu ihnen zu gehen, um sie zu fragen, ob ich in meinem Blog von ihnen berichten darf. Aber zu meiner freudigen Überraschung muss ich feststellen, dass sich die Mehrheit der Menschen darüber freut. Sie fühlen sich gesehen und es macht sie stolz, dass sich jemand für sie interessiert. Und ich bin glücklich, dass es so leicht ist, an interessante Geschichten und tolle Fotos zu kommen.



Dienstag, 21. Mai 2019

Ein Schmetterling im Himmel



Auf einem Ausflug mit Hoverboards entdecken Tim und Clara eine kleine Raupe. Sie hat es eilig, die Straße zu überqueren. Auf und ab windet sie ihren kleinen Körper. Die Kids bekommen Angst um sie. Was, wenn sie ein Auto überfährt? Ich versuche, sie zu beruhigen. Wir sind auf einer Nebenstraße unterwegs. Der Verkehr ist eher übersichtlich. Die Chance, dass das Tier den Straßengraben erreicht, stehen gut. Und doch geraten die Kinder in große Panik. Diese Raupe muss gerettet werden, und zwar sofort. Clara umkreist die Raupe aufgeregt mit dem Hoverboard, während Tim versucht, sie auf seinen Finger zu schieben. Da passiert es. Clara macht eine ungeschickte Drehbewegung – und überrollt die Raupe. Platt und bewegungslos klebt sie zum Entsetzen aller auf dem Pflaster. Clara weint bitterlich. Alles ihre Schuld, wirft sie sich vor. Wenn sie nicht so unruhig gewesen wäre… andererseits habe sie es doch nicht mit Absicht gemacht.
Wir trösten so gut wir können. Bestimmt wird die Raupe im Himmel weiter leben und als wunderschöner Schmetterling am Abendhimmel zu sehen sein.
Für mich noch mal ein Hinweis darauf, dass die Natur besser zurecht kommt, wenn wir Menschen nicht ständig eingreifen würden – auch wenn wir es noch so gut meinen.

Sonntag, 19. Mai 2019

1. Liga



Paderborn ist wieder mal in der 1. Liga – jedenfalls fußballtechnisch. Nicht das beste Spiel, schon gar nicht ein herausragender Gewinn, aber manchmal kommt man auch als Verlierer weiter.
Helden geben eben nie auf!

Mittwoch, 15. Mai 2019

Der Schatz in der Tüte



Unser jüngstes Familienmitglied (4) zeigt mir bei meinem Besuch voller Stolz sein Sparschwein. Es ist gelb und klimpert so schön. Das bringt ihn auf die Idee, es mit weiterem Geld zu füllen. Damit ich mein Portemonnaie nicht plündern muss, greift die Mutter in ein Küchenregal. Da steht eine braune Papiertüte, in der Münzen gesammelt werden, die niemand braucht. Wir leeren die Tüte, um das Schwein zu füllen. Centstücke sind dabei, aber auch schwedische Kronen und einige Örestücke mit diesen Loch in der Mitte. Und dann… blinkt mir eine Münze entgegen, die mir bekannt vorkommt. Sie sieht so unglaublich golden aus. Und dieser Kopf darauf, ist das nicht Kaiser Wilhelm? Tatsächlich! Eine Kaiser-Wilhelm II-Goldmünze ist aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen in der Tüte gelandet. Der Wert ist schnell per Smartphone ermittelt: 318,- €. 
(Das Foto ist übrigens die erste Rose aus unserem Garten)

Samstag, 11. Mai 2019

Zurück nach Hause



Die Neue Mittelschule Schardenberg war noch einmal eine ganz besonders gastfreundliche Schule mit supernetten und schlauen Schülern, sodass meine Lesereise einen richtig schönen Abschluss fand. Dann ging es zurück nach Hause.

Ich habe außer schönen Eindrücken sogar noch ein paar liebe und persönliche Dinge mitbekommen: Eine selbstgenähte Tasche von einer Lehrerin aus Wien, dazu diese Manner-Waffeln, eine Wiener Spezialität.


Und wie immer lasse ich auch auf der Reise etwas zurück. Bei diesem Stecker, mit dem ich immer mein Handy und das E-Book aufladen kann, löste sich die Steckverbindung und blieb in der Steckdose, ohne dass ich es bemerkte. Naja, ein bisschen Verlust hat man immer.


Auf der Rückfahrt passierte mir das, was mir immer passiert, wenn ich an der Raststätte mal eine Pause machen will. Ich kapiere diese Schilder nie und fahre immer an den PKW-Parkplätzen vorbei. Dann muss ich mein kleines Auto zwischen den LKWs parken.
Die Fahrt war weit, und wie ich schon geahnt hatte, kam ich zur Rush hour in Kassel an. Das bedeutete, dass es eine Stunde vor dem Ziel nur noch im Stop und Go weiterging.
Immerhin… geschafft!

Freitag, 10. Mai 2019

Nette Schüler ringsherum



Meine Lesereise durch Österreich neigt sich dem Ende. Heute habe ich einen letzten Lesetermin in Schardenberg, einem Ort, der schon ziemlich nah an der deutschen Grenze liegt. Dann geht es zurück.
Was mir in Österreich immer wieder auffällt, ist die große Freundlichkeit, mit der ich überall empfangen werde. Auch die Schüler sind supernett und aufmerksam und höflich – Pubertät ist kein Argument für schlechtes Benehmen.

An der Neuen Mittelschule in Kalsdorf gab es viele Schüler, die verschiedene Bücher von mir gelesen hatten – jeder ein anderes, und die mir Briefe dazu geschrieben hatten. Die gilt es noch zu beantworten, wenn ich zu Hause bin.



Auch an der PTS in Schwanenstadt traf ich auf Schülerinnen, die alle meine Bücher kannten. Das hat mich sehr gerührt.
Unterwegs sah ich dann auch das echte Klischee-Österreich mit schneebedeckten Bergen, auf denen die Sonnenstrahlen glitzerten.

Dienstag, 7. Mai 2019

Österreichisch für Anfänger



Österreichisch, so denkt man als Deutscher ja gerne, ist deutsch, nur dass die Sprache ein bisschen mehr gesungen wird. Aber wenn man von Geburt an Mozart im Blut hat, ist das auch verständlich.
Und doch gibt es diese feinen Unterschiede … und dann sogar diese ziemlich ganz anderen Unterschiede…
Spital – das kann man einordnen, das sagten wir früher auch zu Krankenhaus. Und ein Knoten auf der Autobahn ist ein Autobahnkreuz, aber angesichts der Brücken und Tunnel kann man das Wort „Knoten“ nachvollziehen. Schwieriger wird es bei der Formulierung: „Das geht sich aus.“ Da denke ich zunächst: Wer geht da mit wem aus? Und ich brauche eine Weile, bis ich verstanden habe, dass es das ist, was die Bayern. „Passt scho“ nennen.
Für manche Worte allerdings brauchte ich eine Definition. So fragte mich die Frau vom Schwimmbad: „Brauchen Sie a Käschtl?“ „Ein Kästchen? Was ist das?“, frage ich irritiert und erfahre, dass es ein Schrank ist, in dem ich meine Sachen aufbewahren kann.
Und heute in der Schule in Wien gab es eine Vokabel, die ich noch nie gehört hatte. „Welches Heferl möchten Sie?“ Ein… bitte was?
Ich durfte mir eine Tasse für meinen Kaffee aussuchen.
Apropos Kaffee: Kaffee ist hier in Österreich ein kleiner Schluck superstarker Mokka, zu dem ein Glas Wasser gereicht wird – nix mit  einem Becher Kaffeemaschinen-Mix, der weder warm noch kalt so wirklich nach Kaffee schmeckt, aber mit dem man mehrere Stunden über die Runden kommt.
Und gerade beim Frühstück im Hotel habe ich noch eine Vokabel gelernt: Ein Nudelwoigen. Das ist ein Nudelholz!

Montag, 6. Mai 2019

Der erste Tag – Korneuburg


 
Nun hat sich der Regen abgeregnet, und ich kann erkennen, in was für einer hübschen Stadt ich gelandet bin. Korneuburg hat eine schicke Innenstadt mit einem beeindruckenden Rathaus und schönen Gassen.


Besonders bemerkenswert sind aber die Schülerinnen und Schüler der Musikmittelschule Korneuburg. Schon beim Eintreffen nehmen mich ein paar nette Mädels unter ihre Fittiche und bringen mich genau dahin, wo ich erwartet werde.
Ich lese für die 3.Klässler aus dem Buch „See you, ich sehe dich“ und für die 4.Klässler aus „Online war er noch so süß.“ Immer ist es unglaublich aufmerksam und still.
Liebe Grüße an euch alle und danke für den schönen ersten Tag. Wenn das so weitergeht…

Sonntag, 5. Mai 2019

Lesereise durch Österreich



Österreich – war das nicht das Land der Berge, Seen und grünen Wiesen? Und sogar die Alpen soll es da geben, oder? Leider offenbart sich dieser Blick kein einziges Mal, während ich zwei Tage lang unterwegs bin. Im Erzgebirge, im Vogtland und in Bayern hatte ich Schneeregen, in Österreich schließlich Regen. Immer ist mal ein kleiner heller Schein am Horizont zu sehen, und damit verbunden die Hoffnung, dass es da hinten besser wird, aber das tut es nicht. Im Gegenteil – es regnet sich ein.
Die erste Station meiner Lesereise ist Korneuburg, eine kleine Stadt in Niederösterreich vor den Toren Wiens. Leider kann ich euch nichts über die Stadt erzählen, denn ich habe es nicht über mich gebracht, einen Spaziergang zu machen – und das will was heißen. Hier darum ein Blick in mein Hotelzimmer. Wenigstens das ist hübsch.

Freitag, 3. Mai 2019

Cover verändert



Zufällig entdecke ich bei amazon, dass mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ ein Relaunch des Covers erfahren hat. Schade, dass ich darüber nicht informiert wurde, und noch blöder, dass niemand auf die Idee gekommen ist, mir das neue Buch zuzuschicken, denn ich starte morgen zu einer längeren Lesereise nach Österreich, und da wäre es doch schön und werbewirksam gewesen, wenn ich das neue Buch dabei gehabt hätte. Aber … nicht zu ändern, und bestimmt gibt es wieder viele Gründe, warum Verlage dazu keine Zeit haben…
Das Buch „Im Chat war er noch so süß“ ist 2006 erschienen und hat nun zum 3. Mal eine Aktualisierung des Covers erfahren. Ich finde dieses neue Cover besonders gut gelungen. 
Hier noch mal das alte ... und von dem ersten finde ich gar kein Foto mehr. 


Montag, 29. April 2019

Die Jugend heutzutage



Bei einem Spaziergang treffe ich einen älteren Mann, der mit seinem Hund unterwegs ist. Er hat ein großes Mitteilungsbedürfnis, erzählt aus seinem Leben, von der Jagd, vom Krieg, vom Tod, dem er so nahe war. „Die Jugend“, sagt er, „die weiß das alles gar nicht mehr.“
Ich bin mir etwas unsicher, ob er mich damit meint.
Dann berichtet er von der Wildschweinjagd und von den Wölfen, die hier manchmal durch den Wald streifen, und dass auch das die Jugend heutzutage falsch einschätzt, weil sie nichts mehr von der Natur versteht.
„Hier“, sagt er zu mir und zeigt auf ein Kraut am Wegrand. „Wissen Sie, was das ist?“
Okay, ich gebe zu, von Botanik verstehe ich so wenig wie vom Kochen.
„Sumpfdotterblume“, sagte ich auf Verdacht. Ich weiß zwar nicht, wie die genau aussieht, aber ich mag den Namen.
Er schnaubt verächtlich. Es ist, so erfahre ich nun, Schöllkraut. Und natürlich muss ich mir nun auch wieder anhören, dass die Jugend noch nicht mal das weiß. Aber nun weiß ich definitiv, dass er mich zu dieser Altersgruppe zählt. Das verbuche ich unter „schmeichelhaft“.
„Und was ist das hier?“, fragt er weiter und deutet auf eine andere Pflanze. Er scheint in seinem ersten Leben Biologielehrer gewesen zu sein.
Jetzt ziehe ich mein Smartphone und öffne die App „Was ist das für eine Blume“, klicke auf weiß, fünfblättrig und Waldgebiet, schaue mir ein paar Fotos an und bestimme „Weißdorn“.
Jetzt ist er sauer. „Ich weiß das aber, ohne nachzugucken“, sagt er verärgert.
„Dafür weiß ich, wie man eine App installiert“, antworte ich. 

Freitag, 26. April 2019

Julia und die Freundschaftssteine



Gestern bekam ich wieder einen dicken Brief mit Schülerpost vom Verlag. Diesmal waren viele Briefe von Grundschülern dabei. In einem der Briefe berichteten Schüler der Grundschule Söcking bei Starnberg, dass sich ihr Literaturkurs mit dem Thema Mobbing beschäftigt hatte. Aus dem Grund hatten sie mein Buch „Warum seid ihr so gemein zu dem?“ gelesen. Außerdem hatten sie einen Film zu dem Thema gedreht, und den Trailer auf Youtube gestellt. Er sieht richtig professionell und beeindruckend aus, und ich möchte ihn unbedingt als guten Tipp zu dem Thema an euch weitergeben.


Montag, 22. April 2019

Wenn hat Annette Weber gestorben?



In meinem Blog kann man in einer Statistik erkennen, unter welchen Stichworten die Leser auf meinen Blog zugreifen. Diesmal war ich einigermaßen überrascht. Ein Satz, unter dem mich jemand gesucht hatte, lautete nämlich „Wenn hat Annette Weber gestorben?“
Ich hatte sofort große Sympathien für den, der die Frage gestellt hatte.
„Hat gestorben“ ist ein Fehler, den ich absolut nachvollziehen kann. Sein in Zusammenhang mit einem Perfekt wird nur gebildet, wenn es sich bei dem Verb um ein Verb der Bewegung handelt. „Ich bin gelaufen“, „Ich bin zurückgekommen.“ Sterben dagegen ist ja nicht unbedingt ein Bewegungsprozess. Meist liegt man im Bett, manchmal auch auf dem Sofa, und selbst wenn man vorher noch gefahren oder gerannt ist, ist man doch beim Sterben eher ruhig und lässt die Dinge auf sich zukommen. Die Zeitform „hat gestorben“ ist also im Prinzip richtiger als „ist gestorben“.
Außerdem freute es mich irgendwie, dass der Rechercheur davon ausging, dass ich tot bin. Denn seien wir doch mal ehrlich: Richtig berühmt wird man - wenn überhaupt - erst nach seinem Tod. 

Donnerstag, 18. April 2019

Ich als Osterhase



Ich habe mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut und mich für euch in dieses braun-glänzende Osterhasenkostüm geworfen. Es ist aus reinem Polyacryl und klebt gruselig auf der Haut, besonders bei diesem warmen Wetter. Aber für ein Foto habe ich es tapfer ausgehalten – bin aber froh, dass ich nicht als Osterhase herumlaufen muss.
Ich wünsche euch ein schönes Osterfest. Genießt die freien Tage, das wunderschöne Wetter, vielleicht ein schönes Familientreffen … und strengt euch nicht zu sehr beim Eiersuchen an. Im Sommer freut man sich viel mehr, wenn man noch ein ein paar Eier im Garten findet.

Sonntag, 14. April 2019

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?



Nach wie vor erreichen mich viele Schülerbriefe, und seit ich auch für die Grundschule schreibe, haben sich die Briefe auch zugunsten von schönen Bildern und Tonpapierbasteleien verändert. Hier mal einen Blick auf hübsche Bilder zu dem Buch "Das Gespenst am Kleiderhaken" der Grundschule Neunkirchen im Saarland.
Die Fragen allerdings ähneln sich, egal ob Kinder oder Jugendliche die Briefe schreiben. Eine Frage, die sehr oft gestellt wird, lautet: Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen?
Nicht immer kann ich genau sagen, wie ich auf das eine oder andere Thema gekommen bin. Mal habe ich es mir aufwändiger erarbeitet, mal bin ich darüber gestolpert. In dem Fall des Gespenstes am Kleiderhaken kann ich allerdings sagen: Das habe ich erlebt. Jetzt fahrt ihr euch wahrscheinlich abwinkend über die Augen und denkt: Oh Mann, nun ist es soweit. Im Alter wird man schon ein wenig wunderlich, und die realen und fantastischen Erlebnisse gleiten unscharf ineinander über.
Darum ist es mir wichtig, dass ich das genauer erkläre:
In meinem Berufsleben als Lehrerin war ich an einer Schule tätig, die in einem älteren Gebäude untergebracht war. Sie hatte durch viele An- und Umbauten einige dunkle Ecken und vor allem einen düsteren Dachboden. Hier waren alte Schulmöbel untergestellt, alte Dachpfannen lagerten hier, und hin und wieder stieß man sogar auf alte Schulhefte. Auf diesem Dachboden gab es auch einen alten Kleiderschrank, ganz klassisch mit einer knarzenden Tür, in dem Verkleidungsstücke untergebracht waren, die man zu Schultheaterzwecken benötigte. Zugegeben, ein Gespensterkostüm war nicht dabei, aber es hätte gut dazwischen hängen können.
Wenn ich mit meinen Schülern in der 3. Klasse Gruselgeschichten schrieb, hockten wir oft auf diesem Boden und fingen die Stimmung ein. Das muss wohl auch auf mich übergeschwappt sein.

Donnerstag, 11. April 2019

Multi-Kulti am See


Ich wohne in Bad Lippspringe in der Nähe eines Sees. Hier gibt es einige Schwäne und vor allem viele Enten, hin und wieder steht auch mal ein Fischreiher am Ufer. Die Anwohner nehmen in der Regel Anteil am Leben der Tiere – es sind gute Nachbarn, die man kennt und deren Leben man im Blick hat. Wenn die Schwäne brüten, wird es interessiert zur Kenntnis genommen, und an dem Tag, an dem die Schwanenmutter ihren ersten Ausflug mit ihrer Kindeschar macht, wird ihr freundlich zugegrüßt und gratuliert.
Nun aber ereignete sich am See eine ganz besondere Liebesbeziehung. Ein Kanadagans-Männchen verliebte sich in eine Schwänin und umgekehrt. Die beiden drehen seitdem gemeinsam ihre Kreise über den See und sind auch an Land ständig gemeinsam anzufinden. Dass sich Schwäne in Tretboote verlieben können, ist ja bereits durch alle Medien gegangen. Diese Gans-Schwan-Beziehung ist zwar nicht ganz so spektakulär, aber nicht weniger liebenswert, zeigt es doch, wie aufgeschlossen und tolerant sogar die Tiere in Lippspringe sind.  
Die Fotos hat meine Nachbarin und Freundin Ute Bergmann gemacht. Danke dafür!  

Sonntag, 7. April 2019

Veränderungen einer Stadt



Wenn man, wie meine Schwester und ich, in regelmäßigen Abständen in einer mittelgroßen Stadt zusammentreffen, um einen gemütlichen Schwesterntag zu verbringen, kann man die Veränderungen einer Stadt besonders deutlich wahrnehmen. Im Falle dieser Stadt sind sie schmerzlich. In der Innenstand reiht sich Leerstand an Leerstand, auch das Café, in dem wir uns früher getroffen haben, existiert nicht mehr. Immer müssen wir umdisponieren, der Shoppingbummel hat sich inzwischen auf zwei schöne Geschäfte reduziert. Wir haben bereits versucht, unsere Treffen an andere größere Orte zu verlagern, aber das ist nicht das Gleiche. Was uns hält, sind die Erinnerungen und die Weser, wie sie gleichmäßig dahin fließt, an dieser Stelle nicht besonders schön, aber immerhin…

Dienstag, 2. April 2019

Schreiben für Ausländer



Schon seit einigen Jahren gehört das Schreiben für Ausländer, die deutsch lernen möchten, zu meinem Arbeits- und Schreibrepertoire. Diese Lektüren für den Hueber-Verlag habe ich in Zusammenarbeit mit der Lektorin entwickelt. Sie beinhalten eine kleine Geschichte, die sich am A1- bzw. A2-Wortschatz des Goetheinstituts orientiert, die wörtliche Rede ist durch Sprechblasen dargestellt. Außerdem gibt es zahlreiche schöne Illustrationen, die die Vokabeln vorstellen.
Nun sind wieder zwei Lektüren erschienen. Die Geschichte „Wie Hund und Katze“ spielt in Waren an der Müritz, die Fahrradgeschichte „Durch den Wind“ ist in Bensersiel an der Nordsee angesiedelt. Die Geschichten sind für Jugendliche gedacht.
Seit ich diese Geschichten schreibe, ist die Zugriffszahl aus dem Ausland auf meine Homepage bunter geworden. In Süd Korea, Mexiko, Thailand, Brasilien, um nur einige Länder zu nennen, scheinen diese Bücher gelesen zu werden. Ehrlich gesagt, wenn mich jemand zu einer Lesung einladen würde… ich wäre bereit!

Mittwoch, 27. März 2019

Gedanken zum Urheberrecht


Eine klitzekleine Reform ist auf den Weg gebracht, ein vorsichtiger erster Versuch, die Giganten des Internets wie Google, Youtube, Facebook, Instagram und wie sie alle heißen in die Schranken zu weisen. Diese Plattformen, die ungefragt Daten von Nutzern sammeln und zusammenführen und mit ihnen reich und reicher werden, kümmern sich nicht um geistiges Eigentum, schon gar nicht um eine angemessene Honorierung eines Künstlers, wenn sein Werk zitiert oder präsentiert wird.
Nun endlich versucht ein Gesetz, ihnen diesen Weg zu erschweren. Doch sofort wird das Geschrei laut. Das Ende der Demokratie wird vorausgesagt, der Niedergang der Meinungsfreiheit beklagt, ja, sogar der Tod des Internets vorhergesagt.
Als Künstler frage ich mich plötzlich: Habe ich da etwas falsch verstanden? Demokratie und Meinungsfreiheit, das waren doch meine Worte.
Verwundert höre ich genauer hin. Angeblich geht die Angst um, dass diese böse Abmahnindustrie der Anwälte sich eine goldene Nase verdiene. Diese Angst kann ich verstehen. Aber warum demonstriert man dann nicht gegen die Anwälte und ihre Praktiken?
Eine weitere angebliche Angst ist, dass die Medien-Giganten einen Uploadfilter einsetzen, und wenn Roboter den Download analysieren, könnten sie eventuell zu Fehleinschätzungen kommen. Auch das kann ich verstehen, aber warum demonstriert man dann nicht gegen die Giganten und ihre Praktiken?
Das dreisteste Argument allerdings lautet, dass wir Künstler nicht so rumjammern sollen. Das Geld, das uns zusteht, würde sowieso letztendlich nicht bei uns ankommen. Dazu kann ich nur sagen: Das sind wir gewöhnt. Die Raubindustrie ist riesig. Darum sollte man doch trotzdem nicht seine Musik, die Geschichten, die Bilder, Filme und Fotos an die Welt verschenken.
Meiner Meinung nach jammern die besonders laut, die sich gerne und bedenkenlos bedienen. Die, die Youtube-Channels mit Musik unterlegen wollen, die, die ihre Medien mit Filmen und Bildern anderer schmücken wollen, die, die gerne die Worte anderer benutzen, wenn die eigenen Worte zu dürftig sind. Da ist es doch gut, wenn man mal lernt, es selbst machen zu müssen. Nur wenn man in den Schuhen des anderen geht, entwickelt man Achtung und Respekt vor seiner Arbeit!

Sonntag, 24. März 2019

Buchmesse Leipzig



Zum zweiten Mal in meinem Leben bin ich auf der Leipziger Buchmesse. Schon die Fahrt dahin, vom Spreewald aus zwei Stunden Landstraße durch romantische Teile von Sachsen, war entspannend und stand ganz im Gegensatz zu meinen sonstigen Rennpisten über die Autobahn.
Mit dem Auto anzukommen hatte den Vorteil, mal hinter die Kulissen zu gucken, wie sich die Cosplayer an den Autos umzogen und schminkten und dann mit Highheels, Boots oder Riesenpuschen zur Buchmesse latschten beziehungsweise trippelten.
Im Gegensatz zur Buchmesse Frankfurt geht es in Leipzig gemütlich zu, und man sieht mal richtig echte Leser. In Frankfurt hat man immer das Gefühl, unter Bankern und Businessmenschen zu sein.
Für mich ist die Buchmesse immer eine Chance, die Lektoren und Programmleiter kennen zu lernen. Es ist spannend zu sehen, wie derjenige aussieht, mit dem man schon so viele Mails ausgetauscht hat.
Hinterher im Auto kommt aber immer der Buchmesse-Blues. Soooooo viele Bücher, soooo viele schöne neue Ideen.
Wer bin ich denn eigentlich?
Und wenn ja, warum?  
Und überhaupt.