Dienstag, 17. Oktober 2017

Sehenswürdigkeiten in Thüringen


 


Das Ende der Stadtschreiberzeit rückt in Sicht. Ich habe schon so viel hier gesehen und erlebt, aber es gibt genauso viele Dinge, die ich noch nicht gesehen und erlebt habe. Ich erstelle mir eine „Must -See-Liste“ und notiere Sehenswürdigkeiten, die ich unbedingt noch besichtigen muss. 



Das Schloss Molsdorf gehört dazu. Es liegt in der Nähe von Erfurt und ist gerade jetzt in der Herbstzeit wunderschön.



Auch der Baumkronenpfad des Nationalpfades Hainich gehört zu den „Must- see“ auf meiner Liste. Da ich in meiner Familie nur von Höhenpanikern umgeben bin, mache ich mich ganz in Ruhe allein auf Klettertour. Es ist überhaupt nicht gefährlich, man muss sich nur immer wieder sagen, dass ja nichts passieren kann.
Herbst im Hainich ist ein unglaubliches Erlebnis.
 

Sonntag, 15. Oktober 2017

Die Buchmesse am Samstag


Es gibt Dinge, die man sich in diesem Leben nicht so oft antun sollte. Eines davon ist die Buchmesse in Frankfurt an einem Samstag. Menschenmassen stolpern durch die Gänge, immer wieder bilden sich endlose Schlangen vor einem Stand, weil dort jemand signiert oder ein Interview gibt. Es ist zwar bunt und lustig mit den interessanten Cosplayern in ihren tollen Gewändern, aber das Gedränge und die Hitze in den Hallen ist unbeschreiblich … und dann diese Schlangen vor dem Klo…
Aber so ist sie eben, die Buchmesse an einem Samstag, und wer Massen nicht mag, der sollte sich einen Platz in der Sonne im schönen Außenbereich des Messegeländes suchen.
Ich habe einen spannenden Termin mit einem spannenden Verlag zu einem ultraspannenden Projekt, der nur an diesem Samstag möglich war, und nur darum nehme ich diese Chaos auf mich. Gesehen habe ich nicht wirklich viel.
Aber Frankfurt, der Bleistiftturm, die Cosplayer, der Geruch von Döner und Kaffee, die Seifenblasenherzen vor der Messeskyline und die unendliche Schlange für Flake von Rammstein sind eigentlich auch unvergessene Eindrücke. Bücher? Ach so, die soll es da wohl auch geben … irgendwo zwischen dem Gewühle.


Dienstag, 10. Oktober 2017

Kleine Gesten


 

Es ist einer dieser unglaublich stürmischen Herbsttage. Die Menschen haben sich in ihre Wohnungen zurückgezogen. Der Marktplatz ist fast leergeräumt. Nur ein Blumenhändler versucht, seine Blumen und Gestecke vor dem Wind in Sicherheit zu bringen. Hektisches Kramen ist aus dem Lieferwagen zu hören.
Ich eile über den Marktplatz, die Kapuze ins Gesicht gezogen. Vor mir geht ein Jugendlicher mit schnellen Schritten. Er sieht noch jung aus, 16 vielleicht, hat dunkle Haut, die schwarzen Locken zu kleinen Rasterzöpfen gefilzt. Vielleicht ist er einer dieser unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge, fällt mir ein.
Jetzt weht ein kleiner Blumentopf über den Platz. Es ist ein Plastiktopf, wie man ihn für Setzlinge benötigt, unnütz – Müll eigentlich. Der Jugendliche jagt dem Plastiktopf nach, hält ihn auf und trägt ihn zum Blumenstand zurück. Er steckt ihn zwischen zwei Gestecke, damit er nicht wieder wegwehen kann.
Der Blumenhändler ist in seinem Lieferwagen mit dem Einräumen beschäftigt und nicht zu sehen. So bleibt diese kleine Hilfsbereitschaft unbemerkt.
Aber warum hat er sie trotzdem gemacht? Warum hat er Energie in diesen Blumentopf gesteckt, ist ihm hinterhergejagt, hat sich danach gebückt, hat ihn auch noch zurückgetragen? Wollte er nicht, dass Müll auf dem Marktplatz herumliegt? Wusste er den Topf nicht als Müll einzuschätzen? Wollte er einfach jemanden das zurückgeben, was ihm gehört?
Die kleine Geste rührt mich irgendwie. Ich denke an Schwellenländer, in denen der Müll einen ganz anderen Wert hat. Ich denke daran, dass der Junge so spontan und selbstverständlich handelte. Und ich denke auch daran, dass ich nicht hinter dem Blumentopf hergelaufen wäre. Wie lieb, dass er es getan hat. 

Freitag, 6. Oktober 2017

Die Gothaer Tagespost

 


Es ist auch mal nett, wenn man nicht immer selbst schreiben muss, sondern wenn mal ein anderer etwas über einen schreibt.
Gestern, bevor die Schreibwerkstatt in der Heinrich-Heine-Bibliothek in Gotha begann, kam der Redaktionsleiter der Gothaer Tagespost Wieland Fischer vorbei, um mir einige Fragen über mein Schreiben und über meine Eindrücke von Gotha zu stellen. Aber wie immer, wenn man mit Kollegen zusammensitzt, auch wenn man aus ganz verschiedenen Bereichen kommt, hat die Liebe zum Schreiben sofort etwas Verbindendes, und so hatten wir uns einfach auch so ganz viel zu erzählen.
Die Schreibgruppe, die anschließend kam, war diesmal nur ein kleines Grüppchen, dafür aber umso gemütlicher.




Donnerstag, 5. Oktober 2017

Und noch ein Besuch


 
„Hast du einen großen Koffer dabei? Es ist nämlich einfacher, dich zu Fuß vom Bahnhof abzuholen“, sage ich, als sich meine Freundin Angelika über die Brücken- und Feiertage zu Besuch ankündigt.
„Nur einen kleinen Rollkoffer“, sagt sie.
Dann aber ist der Rollkoffer doch sehr groß, und es kostet verdammt viel Kraft und Mühe, ihn über das Kopfsteinpflaster zu ziehen.

Überhaupt, so toll wie das Pflaster aussieht, es ist leider überhaupt nicht Rollator- und noch weniger Rollstuhltauglich – da ist ein Rollkoffer noch das kleinere Problem. Ich frage mich, wie die vielen alten Menschen in dieser Stadt zurechtkommen. Gehbehindert darf man jedenfalls möglichst nicht werden…

Aber nachdem wir den Riesenkoffer auch noch ins 3. Stockwerk der Stadtschreiberwohnung gehievt haben, kann uns nichts mehr erschüttern.
Leider ist die Stadt am Feiertag ziemlich ausgestorben, aber Angelika bekommt doch einen guten Eindruck von Gotha, besonders vom Schlossgarten und vom Schloss.
Nur der Bahnhof… aber davon wollte ich ja nichts schreiben. Das ist ja ein Dauerbrenner unter den Reisenden.
An dieser Stelle zitiere ich einen Satz des Oberbürgermeisters Kurt Kreuch: „Wenn man den Bahnhof hinter sich gelassen hat, hat man das Schlimmste geschafft!“

Freitag, 29. September 2017

Ja sind Sie nicht…



Ich bummele durch die Stadt, genau genommen über den Buttermarkt. Auf hölzernen Thron des „Liebeskusses“ sitzt eine ältere Frau, ein Mann versucht, sie mit seinem Handy zu fotografieren.
„Wollen Sie sich nicht dazu setzen? Dann fotografiere ich Sie beide“, schlage ich vor.
Der Mann freut sich, kuschelt sich neben seine Frau, die beiden lächeln einander an. Ich knipse.
Als ich mich umdrehe, habe ich die Aufmerksamkeit einiger Menschen auf mich gezogen. Eine Frau kommt zu mir.
„Ja sagen Sie, sind Sie nicht die, wo immer in der Zeitung steht“, fragt sie im typisch Thüringer Slang.
„Genau“, sage ich.
„Das ist ja toll, dass ich Sie mal in Echt erlebe“, fährt sie fort. „Ich lese das nämlich immer alles ganz genau, was Sie schreiben.“
„Und wie gefällt es Ihnen?“, frage ich.
„Ich sehe das immer ganz genau wie Sie“, sagt sie.

Donnerstag, 28. September 2017

Gutes Teamwork


Erinnert ihr euch noch an meinen Blogpost über mein Treffen mit Mohannad Raslan im Verlag an der Ruhr. Mohannad wollte gerne mit mir zusammen einen Klar-Reality-Roman über seine Flucht aus Syrien und sein Leben in Deutschland schreiben, und sowohl ich, als auch der Verlag hatten Lust, das zu begleiten.
Mohannad ist ein zuverlässiger Mensch, und da er mit einem wahnsinnigen Ehrgeiz und Willen Deutsch gelernt hatte, war es ihm möglich, tatsächlich einen sehr bewegenden Roman zu schreiben. Jetzt war es meine Aufgabe, den Text zu überarbeiten, hier und da den Spannungsaufbau zu erweitern oder wörtliche Reden hinzufügen.
Die korrigierten Texte wanderten täglich mehrfach hin und her.
In den letzten Tagen war Mohannad von einem Virus in die Knie gedrängt worden und konnte nicht zur Schule gehen. Das war unsere Chance, so richtig ranzuklotzen.
Morgens um sieben die erste Mail: „Hier ist wieder ein Kapitel“… und eine Stunde später die Antwort: „Schon zurück.“ Dann die nächste Mail: „Kannst du noch? Dann habe ich noch ein Kapitel für dich.“ Und die Antwort nach einer Stunde: „Fertig. : )))“  Nachmittags haben wir dann echt noch ein Kapitel durchgearbeitet.
Stress pur – aber guter Stress!
Bisher habe ich mit allen Klar-Reality-Autoren immer life gearbeitet, darum war ich mir ein bisschen unsicher, ob es auch virtuell klappt. Gott sei Dank ist Mohannad ein verantwortungsvoller Typ, der ganz eigenständig arbeitet und nicht ständig motiviert werden muss. So haben wir heute den ersten Durchgang des kompletten Buches geschafft. Jetzt noch ein zweiter Durchgang, dann geht das Manuskript an Caroline Köhne vom Verlag.
Eins kann ich euch Lesern schon mal versprechen: Es ist eine berührende Geschichte geworden.


Mittwoch, 27. September 2017

Unter Zeugen



So, meine Lieben. Jetzt mache ich euch direkt zu meinen Zeugen. Hier nämlich in dieser dicken Bücherkiste sind die Belegexemplare zu dem Roman „See you – ich sehe dich“, den ich in meiner Stadtschreiberzeit in Gotha geschrieben habe und der auch in Gotha spielt. Gestern und heute habe ich einige Bücher mit Signaturen versehen und an verschiedene liebe Menschen der Stadt verteilt (und meine Verschenkaktion ist noch nicht beendet!).
Auf dem Foto oben seht ihr Herrn Märtin, den Pressesprecher der Stadt, der in Gotha für alle Stadtschreiberprobleme zuständig ist. Selbstverständlich hat auch er ein signiertes Exemplar erhalten.

Dienstag, 26. September 2017

Neo-Luther

 
Die Stadtbibliothek Gotha ist ein Ort, an dem ich immer ganz besonders gerne verweile, und an der ich auch schon viele schöne Veranstaltungen gegeben und noch viel schönere besucht habe. (Und jetzt winke ich mal schnell zu Nicole, Ronny, Ute und all den anderen netten Mitarbeitern rüber.)


Am Montag gab es eine witzige Veranstaltung zum Lutherjahr, ein intergeneratives Kunstprojekt. Nach einem Vortrag über Graffiti wurden wir eingeladen, uns selbst im Sprayen zu versuchen. Okay, okay, für uns Anfänger war das natürlich so ein bisschen „Malen nach Zahlen“, aber wer weiß, welche herausragenden Kräfte sich daraus noch entfalten werden. Zumindest kriegten wir ein Gefühl davon, in welche Richtung wir sprühen mussten und wie dick die Farbe zu sein hatte, damit sie nicht wegfließt.
Ich zumindest hatte eine sehr inspirierende Aufgabe: Ich durfte nämlich Martin-Luthers Mund in Quietschorange sprühen. 



Außerdem gab es noch eine weitere gute Aktion. Es wurde ein „Thesenanschlag“ durchgeführt – jede These ein Wunsch an die Stadt.
Viel Publikum war gekommen, und so kann man hoffen, dass der eine oder andere Wunsch weitergetragen wird. 
Hier übrigens die drei kreativen Grafffiti-Künstler und Initiatoren.




Montag, 25. September 2017

Deutschland nach der Wahl



An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an alle Wahlhelfer, die sich den Sonntag um die Ohren schlagen und manchmal bis kurz vor Mitternacht die Stimmen zählen müssen. Allein eineinhalb Stunden benötigt man oft, um die Briefe der Briefwahl zu öffnen, berichtete mir ein Bekannter, der als städtischer Angestellter bei jeder Wahl dienstverpflichtet wird.
„Wenn du mal eine gute Tat tun willst, melde dich freiwillig. Einer wird es dir danken“, sagt er oft.
Also beschloss ich, mich an diesem Sonntag in Gotha als Wahlhelferin zu melden und einem dienstverpflichteten Helfer einen freien Sonntag zu schenken. Aber was soll ich euch sagen? In Gotha brauchte man mich nicht. Es hatten sich genügend Helfer eingefunden.
So hatte ich tatsächlich einen ungeplanten freien Tag.
Vielleicht wäre die Wahl aber etwas besser verlaufen, wenn ich schon bei der Ausgabe der Stimmzettel ein paar Sätze zur AFD gesagt hätte… Es entsetzt mich und macht mich richtig unglücklich, dass sie hier im Osten so hohe Ergebnisse erzielen. Die wenigen Ausländer, die es hier gibt, wirken oft völlig verfroren, verloren und heimatlos. Vor denen muss man doch nicht solche Geschütze auffahren! 

Donnerstag, 21. September 2017

Freundinnenbesuch


 

„Wie schön das hier ist!“, rufen meine Freundinnen begeistert, als sie mich in meiner Stadtschreiberwohnung im Brühl besuchen. Interessiert gehen sie von Zimmer zu Zimmer, bestaunen schließlich den Blick aus dem Fenster auf die Altstadt.
Meine Freundinnen Ulla und Maria aus Paderborn haben sich im Augustinerkloster einquartiert und sind ganz erfüllt von der Ruhe und der ungewöhnlichen Stimmung, die diese Unterkunft bietet.


Wir starten einen Bummel durch Gotha. Ich führe sie die Erfurter Straße entlang, dann über den Ekhofplatz bis zur Friedrichstraße, weiter durch den Park der Orangerie. Dann geht es unterhalb des Schlosses durch den Englischen Garten auf den Hauptmarkt zurück, einen Schlenker über den Buttermarkt und zurück über die Erfurter Straße zum Brühl. Meine Freundinnen sind begeistert. Sie haben den Eindruck, dass Gotha ziemlich groß ist und dass man schnell die Orientierung verlieren kann.
Abends bei Sekt und schönem Essen besprechen wir all die spannenden Dinge, die nur Freundinnen miteinander besprechen können. Es wird spät und als ich sie abends durch das Treppenhaus zur großen Holztür begleite, ist allen ein bisschen unheimlich zumute.

Am nächsten Tag wünschen sie sich einen schönen Spaziergang, möglichst ohne Auto zu fahren, aber mit Ausblick auf Gotha.  Wir wandern zum Kranberg hinauf und besichtigen Gotha vom Bürgerturm aus, lassen uns dann im Berggarten auf einen Kaffee nieder. Das Wetter ist auf unserer Seite. Die Sonne scheint uns liebevoll ins Gesicht. Auf dem Rückweg ist besonders Ulla als leidenschaftliche Walnussesserin überwältigt von den vielen Walnussbäumen, die den Weg zieren. Wir brauchen für den Abstieg fast zwei Stunden…

Mir hat es Spaß gemacht, meine Heimat auf Zeit zeigen zu können und mich daran zu erfreuen, dass sie auch anderen gefällt.  

Montag, 18. September 2017

Und wieder eine Gestalttagung

 

Alle zwei Jahre steht sie wieder an, die Tagung für Gestaltpädagogik. Da ich eine lange Ausbildung in Gestaltpädagogik gemacht habe, fühle ich mich dieser Gruppe noch immer ganz stark verbunden, auch wenn ich schon so lange nicht mehr in der Schule bin. Darum mache ich mich auch diesmal wieder auf den Weg zur Tagung, die in Weilburg stattfindet.
Es ist nicht zu übersehen: Auch die Gestaltpädagogik ist ein kleiner Kreis geworden, wie vielen Gruppen und Vereinen fehlt der Nachwuchs. Für mich ist das immer sehr traurig zu sehen, weil die Ausbildung zu den wichtigsten Dingen gehörte, die ich in meinem Leben gemacht habe, und ich ihr irgendwie zu verdanken habe, dass ich mein Leben recht gut auf die Reihe kriege.
Nun sind wir ein kleiner Kreis von 40 Teilnehmern, und trotzdem ist da diese Intensität, einander zuzuhören und aufeinander einzugehen. 




Viele tolle Workshops stehen an, ein interessanter Büchertisch vom Verlag Andreas Kohlhage ist aufgebaut, es gibt viele tiefe Gespräche, nebenbei leckeres Essen und abends ein lustiges und wildes Fest. Gestalt eben…
In einem Workshop über „Gestalt und das Lesen von Romanen“ finde ich mich plötzlich als Katniss Everdeen (Tribute von Panem) wieder. Das ist ein eindringliches Erlebnis.
Leider geben diese schlechten Handyfotos nichts von dem wieder, was man auf dieser Tagung erlebt, aber sie hatte zur Folge, dass ich die Rückfahrt behutsam antrat und den Abend nachdenklich bei einem Tee auf dem Sofa verbrachte.

Freitag, 15. September 2017

Und plötzlich rast die Zeit


„Alles wird kostbar durch seine Begrenzung“, pflegte ein lieber Freund immer zu sagen. Das spüre ich im Moment sehr. Am 12. November endet meine Stadtschreiberzeit in Gotha. Bis zum 12. November sind es noch fast zwei Monate, also länger, als die Sommerferien sind, versuche ich mir immer zu sagen. Aber es ist das typische Sommerferien-Phänomen. Am Anfang denkt man sich noch: Ist doch eine lange Zeit, und wenn die Hälfte erst mal rum ist, überschlagen sich die Ereignisse und das Ende rückt schmerzlich in Sicht.
Ich habe unendlich viele Termine, die auch so schön und spannend sind, dass ich ihnen nicht gerecht werde, wenn ich sie „Termine“ nenne. Es gibt so vieles zu sehen, so vieles, über das ich noch schreiben kann, viele Veranstaltungen, an denen ich teilnehme… und dann ist ja auch noch meine Premierelesung, bei der ich hier in Gotha mein Buch vorstelle.
Manchmal betrachte ich meine Wohnung und denke daran, dass ich das eine oder andere schon mal packen könnte – die Sommersachen, Bücher, die gelesen sind, Krimskrams, der sich angesammelt hat - nur für den Fall, dass ich in der nächsten Zeit noch mal nach Hause fahre… Das ist ein seltsames Gefühl.




Mittwoch, 13. September 2017

Zu Besuch bei den Rotariern


Den Rotary Club kenne ich auch aus meiner Heimatstadt von verschiedenen sozialen Projekten. Unter anderem verhalfen sie zwei netten Schülern aus meinem Sprachkurs portugiesisch zu einem Schüleraustauschjahr in Brasilien, was die beiden überglücklich machte. Schon das allein hat mich immer positiv für sie eingenommen.
An diesem Abend bin ich bei den Rotariern in Gotha eingeladen.
Zu meiner Verwunderung erwartet mich eine reine Männergruppe. Rotary sei aber schon lange keine Männerorganisation mehr, erklärte mir Sven Hertzschuch, der den Rotary Club in Gotha leitet. Aber überwiegend würden nach wie vor Männer zu den Treffen kommen.
Für mich ist das kein Problem. Im Gegenteil. Ich finde die Gruppe auf Anhieb interessant und klug.
Nach einem leckeren Abendessen erzähle ich ein bisschen von meinem Leben als Stadtschreiberin in Gotha, berichte vom Schreiben und meinen Büchern und schildere dann den Eindruck, den ich ganz subjektiv von Gotha habe, was schön ist, was mir aufgefallen ist, und was vielleicht noch zu verbessern ist.
Ein lebendiges Gespräch entsteht und setzt sich auch noch nach dem Treff für eine Weile fort. 


Dienstag, 12. September 2017

Wahlkampf

 
Als ich am Samstag vom Bahnhof in Mülheim an der Ruhr zum Verlag gehe, gerate ich mitten in den Wahlkampf. Die Parteien haben ihre Stände rund um den Platz gestellt, verteilen Flyer, Argumente und Werbegeschenke. Ich habe mich für euch ins Getümmel gestürzt und mal geguckt, was die Parteien so zu bieten haben.
Zuerst schaue ich bei der SPD vorbei. Hier bekomme ich einen roten Kugelschreiber.

Okay, seien wir ehrlich, so ganz einfallsreich ist es nicht, aber es gibt auch noch selbstgebackenen Kuchen, der ziemlich lecker aussieht und eine Kindermalaktion. Alles in allem sieht es am Stand aktiv und kreativ aus.
Gegenüber steht der Stand der AFD. Mutig schaue ich auch dort vorbei und entdecke einen pinkfarbigen Sticker, doch als ich die Hand danach ausstrecke, werde ich gleich in eine Diskussion verwickelt und mache mich hastig und ohne Sticker aus dem Staub.

Weiter geht es zur CDU. Die lassen sich nicht lumpen. Auch hier gibt es einen Kuli, diesmal in wildem Orange, außerdem einen Einkaufschip. Das sind alles ganz praktische und alltagstaugliche Dinge, und mit dem Chip gelingt es der CDU ja vielleicht sogar, die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Bei dem Keks überkommt mich allerdings die Sorge, dass ich ihn schon vor vier Jahren einmal bekommen habe. Aber abends muss ich dann feststellen, dass er gut schmeckt und frisch ist. Es ist offenbar eine Neuauflage von 2013.

Weiter geht es zu den Grünen. Ihre Wahlgeschenke sprechen mich am meisten an. Die Windmühle ist fröhlich, und ich beschließe, sie meinen Enkeln mitzubringen. Ist ja immer wichtig, dass man die Kinder frühzeitig für Politik interessiert. Außerdem gibt es hier eine Einkaufstasche aus grünem Stoff, auch das ist eine gute Idee. Ich nehme sie aber nicht mit, weil ich sie definitiv nicht brauche.
Gerne wäre ich auch noch zur FDP gegangen, aber sie glänzte durch Abwesenheit. Auch die Linken waren erst gerade damit beschäftigt, ihren Stand aufzubauen – verständlich, es war ja gerade erst 14.00 Uhr, und warum sollte man immer so früh aufstehen, um den Wurm zu fangen.
Gerade will ich weitergehen, da setzt ein wahnsinniger Regenschauer ein. Ich flüchte unter das Dach eines Einkaufszentrums und muss von dort zusehen, wie auch die Parteien fluchtartig ihre Sonnenschirme zusammenklappen und die Prospekte retten. Nur das Zelt der SPD ist regensicher, und die Kindermalaktion kann weitergehen.
Wenigstens einer, der in Krisenzeiten dem Wetter etwas entgegenzuhalten hat.


Sonntag, 10. September 2017

Autorentreffen beim Verlag an der Ruhr


Acht Jahre ist es nun her, seitdem wir Klar-Autoren uns gemeinsam am Verlag an der Ruhr kennen gelernt haben. Jetzt wurde es Zeit für ein Wiedersehen. Caroline Köhne, Jennifer Weingartz und Lisa Hartmann vom Verlag hatten ein schönes Programm zusammengestellt, und wir KLAR-Autoren Petra Bartoldi y Eckert, Florian Buschendorff, Armin Kaster, Kurt Wasserfall und ich waren aus verschiedenen Orten Deutschland zu diesem Treffen angereist.

Es gab eine nette Zeit für Gespräche am leckeren Fingerfood-Buffet, aber auch informative Rückblicke und Ausblicke auf gemeinsame Projekte, die sehr interessant waren, außerdem eine kreative Ideenschmiede, bei der wir unterschiedliche Meinungen und Ideen zusammentrugen. Besonders gemütlich war auch der schöne Abend bei mediterranem Essen in einem schicken Mülheimer Restaurant.


Ich hatte auch noch ein nettes nächtliches Plauderstündchen (oder auch zwei) mit Petra Bartoli in einer kleinen Kneipe an der Ruhr bei einem weiteren Gläschen Riesling.
Schön war`s, und ich danke euch allen für den schönen Tag, der noch einmal zeigte, wie gut und harmonisch die Zusammenarbeit zwischen uns ist.