Donnerstag, 19. September 2019

Nur drei Worte



Frage: Welches sind die schönsten drei Worte der Welt, wenn nach einer ziemlich kühlen Nacht die Heizung ausgefallen ist?
Antwort: „Kriegen wir hin.“
(Worte des Heizungsinstallateurs)


Sonntag, 15. September 2019

Kriminell gute Logicals



 
Großes Ganoventreffen im Hotel. Wer ist gekommen?
Inspektor Bruno Bärenklau schleicht auf dem Parkplatz auf und ab und betrachtet die Limousinen:
Karoline Kluge steht eigentlich auf rote Autos, aber diesmal ist sie auf einen schwarzen Pickup umgestiegen.
Willi kommt mit seinem dicken BMW nie in die Parklücke und steht ganz am Ende, direkt neben der Hecke.
Susi Schlaumeier und Benno Blomberg mögen sich gerne und stehen auch nebeneinander.
Susis Mann ist Vertreter für Maserati, darum fährt auch seine Frau einen goldenen.
Bennos Käfer steht ganz vorne am Eingang.
Willi und Benno fahren einen grünen Wagen.

Zugegeben, als ich den Auftrag zu diesen Logicals vom Auer-Verlag bekam, hätte ich beinahe abgewinkt. Ich bin nämlich überhaupt nicht gut darin, solche Sachen zu lösen. Wie soll ich dann so etwas schreiben? Aber die Lektorin machte mir Mut und gab mir ein paar gute Tipps an die Hand, wie man erstens so etwas löst und zweitens so etwas schreibt. Und wenn man einmal kapiert hat, wie es geht, macht es riesigen Spaß.
Aber es ist natürlich auch eine große Lesemotivation für Schüler, weil die Leseleistung nicht so groß sein muss und man trotzdem schnelle Erfolge hat. Um aber für gute und schwächere Schüler zu differenzieren, gibt es in diesem Buch auch einfachere und schwierigere Fälle zu lösen. Viel Spaß also bei den steinreichen Ladys, die ihre Diamanten verstecken, bei den Gangstern, die versuchen, sich ein Alibi zu verschaffen oder bei der Verfolgungsjagd über die Autobahn.

Dienstag, 10. September 2019

Der Lehrermangel und ich



Nun ist es raus. 26 000 Lehrer fehlen an deutschen Grundschulen. Um dem Lehrermangel Herr zu werden, werden auch Dachdecker und Reisekauffrauen eingestellt, so die Nachrichten. Hauptsache, vorne vor der Klasse steht jemand.
„Es hilft nichts“, sage ich zu meiner Freundin Rita. „Unser Land braucht uns jetzt. Wir müssen wieder zurück an die Kreide!“
„Jau“, sagt Rita und lacht schallend. „Das wär`s wohl noch!“
Rita und mich verbinden einige gemeinsames Schicksale: Wir haben den Referendardienst zusammen gemacht, eine harte Zeit, in der wir damals immer wieder zu spüren bekamen, dass nur die besten von uns in den Schuldienst kommen würden. Und tatsächlich wurde nach uns eine ganze Generation an Lehrern einfach vergessen und umgeschult.
Wir hatten das riesige Glück, bei dem Einstellungsschwung dabei zu sein, hatten aber keine Wahl und trafen uns an einer Brennpunktschule im Duisburger Norden wieder. Auf unsere persönlichen Wünsche, in der Nähe von Familie und Freunden zu leben, wurde keine Rücksicht genommen. So genau nimmt der Staat dann die Fürsorgepflicht doch nicht.
Aber alles ist ja bekanntlich zu etwas gut, und so haben wir natürlich aus dieser Zeit viel mitgenommen, vor allem aber, dass es Situationen, Familien und Kinder gibt, die wir uns vorher in unserem gut behüteten Leben nicht vorstellen konnten.
Das Unterrichten und das Arbeiten mit den Kindern hat uns immer Spaß gemacht, aber der Druck und die Kontrolle waren ständige Begleiter des Schuldienstes. Dazu kamen ständig wechselnde Programme und Projekte, mit denen wir zu beweisen hatten, dass wir Lehrer keine faulen Säcke sind, die nur auf die Ferien warteten. Unpädagogische Vergleichsarbeiten, stetige Mehrbelastungen und ewige Kontrolle konnten einem jede Freude an der Arbeit nehmen – ach ja, ich habe vergessen zu erwähnen, dass das Gehalt natürlich nie gestiegen ist, obwohl wir noch zusätzlich den Job der Förderlehrer übernehmen mussten.
Nun denn, das war sicherlich nicht der Grund für mich, aus dem Beruf auszusteigen, vielmehr war es eher die Feststellung, dass der Beruf als Autor der Schönere und vor allem Freiere war.
Wenn ich mal einen Tipp zur Beseitigung des Lehrermangels abgeben darf: Angemessene Bezahlung und Gleichstellung der Lehrer aller Bundesländer wäre schon mal ein guter Anfang. Und ein bisschen mehr Respekt auf der einen und Fürsorge auf der anderen Seite können auch nicht schaden.

Samstag, 7. September 2019

Foto-Shoppen in Lemgo



Lemgo ist der Ort, der in meinem Personalausweis als Geburtsort angegeben wird, und so wird er mir auch als Heimat zugerechnet. Tatsächlich aber habe ich hier nur wenige Jahre gelebt, bis zu meinem dritten Lebensjahr -  und an diese Zeit erinnere ich mich nicht wirklich - und die Zeit um mein Abitur herum, die nicht besonders einfach war. Lemgo ist aber die Heimat meiner Eltern, die hier aufwuchsen und hier auch beerdigt wurden. Ganz besonders aber ist sie die Heimat meines Vaters, der hier so gerne lebte.




Lemgo ist schön, und obwohl die Stadt klein und übersichtlich ist, ist sie lebendig mit hübschen Geschäften, alten Fachwerkhäusern und kleinen Gassen. Ich habe wenig Zeit, und doch lasse ich es mir nicht nehmen, durch die vertrauten Straßen der Innenstadt zu spazieren und aus neuen Perspektiven zu fotografieren. Nur das Rathaus kenne ich aus allem möglichen Postkarten und Bildbänden genau so, wie es auf meinem Foto ist. Das ist das Schöne an historischen Gebäuden: Sie ändern sich nicht – werden nur hin und wieder verschönert. 

Donnerstag, 5. September 2019

Recherche



Es gibt ihn tatsächlich, diesen klitzekleinen Ort, in dem meine neuste Geschichte spielt: Hohensonne, ein Ort im Nord-Osten Lippes an der Grenze zu Niedersachsen. Ich gehe ein kleines Stück spazieren und ernte freundlich verwunderte Blicke der Dorfbewohner. Gäste sind hier nicht unerwünscht, aber selten. Trotzdem hat man für Besucher, aber auch für sich selbst, ganz besondere Bänke aufgestellt, die einen wunderschönen Ausblick ermöglichen. 

Montag, 2. September 2019

Ein neues Familienmitglied



Unsere Familie ist um einen Erdenbürger reicher geworden. Emil Theodor Weber erblickte am 31.August gegen 6.00 Uhr im Geburtssaal in Witten-Herdecke das Licht der Welt. Wie alle unsere Kinder und Enkelkinder ließ er sich Zeit. Eine Woche länger als die Ärzte für ihn errechnet hatten, ließ er sich im Bauch seiner Mutter herum tragen, bis er sich dann doch entschied, sich der Welt zu zeigen.
Ich habe ihn noch nicht persönlich kennen gelernt. Noch brauchen er und die Familie Ruhe, bis sie sich meinen dicken Omi-Schmatzern stellen können. Ich nehme es seufzend hin, dass das Leben mal wieder hart ist. 

Samstag, 31. August 2019

Wieder da



Nach zwei Monaten Blog-Abstinenz melde ich mich zurück. Ich hatte einen langen und arbeitsreichen Sommer. Wie die regelmäßigen Blogleser von euch vielleicht wissen, verbringe ich eine Zeit meines Lebens, besonders aber den Sommer, auf dem Campingplatz meines Sohnes im Spreewald. (Hier, wer mal googlen möchte). Weil im Sommer jede Arbeitskraft gebraucht wird, helfe ich morgens beim Brötchen- und Zeitungsverkauf, übernehme dann die Kinderanimation, kümmere mich um die Enkel, Shuttle die Gäste zu den Spreewaldorten und helfe bei Events. „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“, heißt die Devise, und das bedeutet letztendlich, von morgens bis abends in Action zu sein. So ein Campingplatz entwickelt sich schnell zur Insel, und da das Internet in Brandenburg überwiegend aus Funklöchern besteht, hat man auch schnell das Gefühl, von der Welt abgeschnitten zu sein.
Aber ich hatte viel Spaß in der Kinderanimation und sehr tolle viele kreative Kinder zu Gast. Meine Ideen bezog ich, wie so oft, von Pinterest, eine Goldgrube für alle kreativen Menschen dieser Welt. Ich bin immer so dankbar, dass es Menschen gibt, die solche Tipps zur Verfügung stellen.
Als Namensammlerin fiel mir in diesem Jahr besonders auf, dass der Buchstabe L im Trend lag. Mädchen hießen (mit wenigen Ausnahmen) Lena, Lina, Lea, Leonie und vor allem Luise. Bei den Jungs waren es Luca, Leon, Lennert oder Lennox.
Beim Brötchen holen dominierten die Männer, und wenn Männer wählen durften, (meist sagen Sie: „Ich frage mal meine Frau!“) entschieden sie sich für die normalen Brötchen, während Frauen eher die Tendenz hatten, zwei Körner, zwei Vollkorn-, ein Mohn-, ….  also die ganze komplizierte Mischung zu nehmen.
Neben der Saisonarbeit habe ich auch noch geschrieben, und zwar meist in den frühen Morgenstunde ab 5. Außerdem gab es Korrektur-Schleifen zu bearbeiten und Endfassungen abzuwinken. Nur zu Lesungen war ich nicht. Aber das lag eben auch an meiner Insellage.
Nun bin ich wieder zu Hause. Ab jetzt wird wieder gependelt.
Und ihr so? Ich würde mich freuen, euch wieder als Leser begrüßen zu können. 

Montag, 1. Juli 2019

Sommerferien



Das Klima hat sich tatsächlich verändert, überlegt mein Sohn. Diese brennend heißen Sommer kennt er nicht aus seiner Kindheit. Da hat es selten in den Sommerferien schönes Wetter gegeben, und regelmäßig sind wir den deutschen Sommern nach Italien oder Südfrankreich entkommen, um Sonne zu tanken.
Meine Kindheitserinnerungen sind anders, sind tatsächlich diese heißen Sommer, wie wir sie jetzt haben, meine Mutter, die sich ins Haus zurückzog, weil sie die Hitze nicht ertragen konnte – ich barfuß bis in den späten Abend hinein im Garten, Federballspielend mit meiner Schwester.
Erinnerungen verschieben sich – schwer zu sagen, wie es wirklich war.
Ich habe in dieser heißen Nacht wenig geschlafen, habe schon wieder einen Sonnenbrand im Gesicht, weil ich es nicht für nötig gehalten habe, mich einzucremen. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, würde ich es mir ein wenig kühler wünschen – und endlich auch mal Regen – aber nur nachts zwischen 23 und 5.00 Uhr. Aber eigentlich mag ich diese heißen Sommer … nur eben nicht soooooo heiß!
Ich verabschiede mich mit diesem Post in die Sommerferien, wünsche allen Schülern und Lehrern, die noch zur Schule müssen, dass sie das Schuljahr bald geschafft haben, und allen anderen Lesern einen schönen Sommer. Ich melde mich Ende August wieder bei euch.