Freitag, 6. Juli 2018

Sommerferien



Mit vielen lieben Grüßen verabschiede ich mich jetzt bis Ende August in die Sommerferien. Habt eine gute Zeit, lasst euch die Sonne auf den Bauch scheinen, esst soviel Eis, wie ihr könnt und sucht euch hin und wieder ein schattiges Plätzchen, um über diese verrückte Zeit nachzudenken.
Bis bald, tschüss, eure Annette

Dienstag, 3. Juli 2018

Fußball



Irgendwie ist es süß. Da leben wir in einer digitalen Welt voller Überwachungskameras, digitalen Konten und sozialen Netzen. Man kann mit einer Kreditkarte rund um die Welt fahren, und sogar für ein Fußballfoul wird (endlich) der Videobeweis herangezogen. Aber dann wird für die Auslosung des Anpfiffes eine Münze geworfen? Kopf oder Zahl? Das ist so unglaublich altmodisch, dass es schon richtig rührend ist. Wie in der Schule. Fehlte nur noch, dass die Fußballer vor dem Mannschaftsaufbau Tip-Top spielen. 

Donnerstag, 28. Juni 2018

Kreative Füße



 
Bevor die Saison auf dem Campingplatz beginnt, will ich schnell noch die Geräte auf dem Spielplatz neu streichen. Den Arm voller Acryllackdosen, Pinseln, Schmirgelpapier, Wasser und Lappen will ich mich auf den Weg machen. „Oh nein!“, schreit mein Mann. „Fass aber nachher nichts an, wenn du ins Haus kommst. Und zieh die Schuhe aus.“ Die Panik steht ihm ins Gesicht geschrieben. Und leider kann ich ihn verstehen. Denn wenn ich etwas anmale, kann man anhand der Farbkleckse nachverfolgen, wo ich überall gewesen bin.
Aber ich schwöre, ich gebe diesmal alles, um keine wenige Spuren zu hinterlassen. Ich ziehe Gummihandschuhe an, ich passe auf, dass der Farbtopf weit genug von mir entfernt ist, ich streife den Pinsel ab, bevor ich male… Aber dann gerate ich doch in diesen Kreativitätsschub, und dann geht mir alles viel zu langsam, und die Handschuhe sind viel zu warm, und das Farbtöpfchen steht auch viel zu weit weg…
Resultat: gelbe Farbe auf dem linken Arm, rote und blaue auf dem rechten, bunte Hände, ein roter Kleckser unter dem Auge, verschiedene auf den Füßen, einer sogar am Bein (trotz Hose), ein kleiner an der Tür, ein anderer in der Dusche, ein bunter Wasserhahn, und die Seife vielfarbig.
Da ist mein Mann irgendwie froh, dass ich nicht Maler geworden bin.


Montag, 25. Juni 2018

Freelancer – superReal


Seit einiger Zeit habe ich mich bei einer Unternehmensbörse registrieren lassen und bekomme die neusten Jobs für Autoren und Redakteure. Sie werden gegen Mitternacht per Mail verschickt. Wenn ich schlecht schlafe, lese ich sie nachts, und immer häufiger lässt mich das Lesen der Anzeigen ratlos auf mein Kopfkissen zurücksinken. Ich fühle mich müde, alt und irgendwie absolut inkompetent.
„Freelance Texter Digital -superReal“, damit geht es schon los. Was so lässig und modern daherkommt, ist eigentlich nichts weiter als ein Freier Mitarbeiter, versuche ich mich zu beruhigen. Aber was bedeutet superReal? Gehen die davon aus, dass ich vielleicht eine Fantasy-Figur sein könnte.
„Du verfasst user-zentrierte Texte für Fashion- und Lifestyle-Brands“, heißt es weiterhin.
Diese Anglizismen strengen mich an und nerven. Sie klingen so gewollt jugendlich. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ein Brand ist, ich kenne nur einen Feuerbrand, und der ist sicherlich nicht damit gemeint.
Weiterhin erfahre ich, dass ich Landingspages und Teaser texten soll, Content-Strategien entwickeln soll und gemeinsam mit einem Team aus UX und UI-Designern hochwertige Assets verfassen soll.
Okayyyyy? Content-Strategien sagen mir was, aber was ist ein Asset und was eine Landingpage? Klar, ich könnte das jetzt nachschlagen, aber ich merke, dass ich noch nicht mal Lust dazu habe, diese Energie aufzubringen. Denn wenn ich ganz ehrlich bin, stört es mich vor allem, dass ich in der Anzeige geduzt werde. Für mich hört sich das so an, als wenn man mich sowieso nicht besonders wertschätzt und vor allem, dass man mich schlecht bezahlen will.

Freitag, 22. Juni 2018

Mitten drin statt nur dabei



Ich gehöre zu den Autoren, die am liebsten über das schreiben, was sie selbst kennen und beurteilen können. Jede Begegnung, jede Arbeit und jede neue Gegend interessieren mich und bereichern mein Schreiben. Darum ist es mir auch immer wichtig, so viele Dinge wie möglich auszuprobieren, und wenn ich selbst keine Gelegenheit dazu habe, Menschen genau zu befragen, die sich damit auskennen.
Hier helfe ich zum Beispiel beim Schwimmbadbau. Das mache ich freiwillig, und ehrlich gesagt sogar richtig gerne. Okay, die Blasen an den Fingern sind ein bisschen lästig, aber die Stimmung ist gut. Jeder ist verschwitzt und staubig, und das schweißt irgendwie nicht nur symbolisch zusammen.
Die anderen witzeln schon, das nächste Buch könnte „Bibi und Tina auf dem Bau“ heißen. Wäre ja mal eine Alternative zum Bauernhof.

Mittwoch, 20. Juni 2018

Kabelsalat



Ladekabel und –geräte sehen in der Regel klein und unbedeutend aus, erst wenn man ohne sie unterwegs ist, erschließt sich einem ihre ganze Wichtigkeit. Ich brauche ein Ladekabel für mein Handy und ein anderes für mein E-Book, ich brauche ein Ladegerät für meinen Fotoapparat und eins für meinen Laptop, außerdem benötige ich ein Lesegerät für mein Homebanking und einen Extraadapter für meine Speicherkarte. Alle Ladegeräte sind zweckgebunden, keins ist kompatibel.
„Das ändert sich“, versichert mir mein Mann. „Eines Tages einigt man sich mit der Schnittstelle, und dann brauchst du nur noch ein einziges.“
Das halte ich für die genialste Erfindung der Welt.
Und dann gibt es tatsächlich diesen Zeitraum, in dem ich nur ein einziges Ladekabel benötige, das für mein Handy und meinen E-Book-Reader passt. Das lässt mich auf die Zukunft hoffen. Leider dauert meine Begeisterung nur kurz. Als ich ein neues Handy bekomme, haben sie das Ladekabel „weiterentwickelt“. Die Schnittstelle sieht jetzt etwas anders aus. Aber eben nur etwas. Dass ich das falsche Ladekabel eingesteckt habe, merke ich leider erst, als es den Praxistest nicht besteht. Da bleibt mal wieder nur der Gang ins nächste Elektronikgeschäft. So bleibt das Kabelwirrwarr unübersichtlich.

Sonntag, 17. Juni 2018

Soziale Netze



Wenn man so wenig zu Hause ist wie ich, ist immer die Angst da, dass das soziale Netz Löcher bekommt. Beziehungen zu Freunden und Nachbarn, erst recht zu der Familie sind für mich lebenswichtig. Daneben sind die sozialen Netze im Netz eine konstruierte Farce. Ich liebe den Kaffeeplausch mit der Familie im Garten, das Schwesterntreffen in meiner Heimatstadt, der gemeinsame Gang zum Friedhof, die langen Spaziergänge auf alten Wegen mit Freundinnen, der gemütliche Wein am Abend mit den Nachbarn. Auch bei diesem Treffen zu Hause bin ich wieder voll auf meine Kosten gekommen und fühle mich reich beschenkt dafür, dass sie alle noch da sind und sich Zeit für mich nehmen.  

Dienstag, 12. Juni 2018

Perspektivenwechsel



Wenn meine Männer aufeinander treffen, kommt eigentlich immer jemand mit einer neuen technischen Errungenschaft um die Ecke. Diesmal war es Nils mit seiner Drohne. Es ist schon beeindruckend, welche gestochen scharfe Bilder sie produziert, und genial ist auch, dass man die persönliche Welt mal aus einer anderen Perspektive sehen kann. Etwas mulmig wird mir allerdings, als die Drohne den Befehl erhält: „Umkreise diese Person“, und plötzlich wird man brummend von einer Drohne verfolgt. Wenn ich mir vorstelle, dass nun nur noch der Befehl folgen kann: „Und jetzt Schuss!“ …. Aber nein, ich schreibe ja keine Krimis. Noch nicht! Ideen dazu hätte ich.