Montag, 21. August 2017

Wieder da für die 2. Halbzeit


Nun melde ich mich erst mal blogmäßig zurück, auch wenn ich immer noch im „Urlaub“ bin. Urlaub, das Wort ist verdammt übertrieben für das, was im Moment mit mir passiert. Im Urlaub sind nämlich die anderen, ich bin hier auf dem Campingplatz meines Sohnes Alexander ziemlich in die Saison eingespannt. Das Schreiben muss ich mir mühevoll erkämpfen, und oft stehe ich dafür um 5.00 Uhr morgens auf. Aber was tut man nicht alles für seine Kinder.
Alternativen gab es nur von Sohn Benny, nämlich bei der Renovierung seines Hauses zu helfen, und auch das habe ich für einige Tage getan. Ehrlich: Echter Urlaub sieht anders aus.
Aber alles gut, ich bin zufrieden. Als Lehrerin waren mir Ferien und Urlaub viel wichtiger, als es heutzutage ist. Ich habe ja als Autorin einfach die Möglichkeit, mich an die Nordsee zu schreiben, oder nach Frankreich, oder nach Montana.
Ein bisschen Freiraum habe ich mir hier im Spreewald aber doch erkämpft. Ich habe mich für zwei Monate in der Mukkibude angemeldet. Außerdem habe ich mir ein schickes Fahrrad gekauft. Meine Abendrunden über die Dörfer hat mir niemand streitig gemacht. 

Montag, 17. Juli 2017

Sommerpause


Hiermit verabschiede ich mich bis Ende August in die Sommerpause.
Ich wünsche allen Lesern eine erholsame Urlaubszeit.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Letzte Lesungen


In NRW stehen an diesem Wochenende endlich auch die heißersehnten Sommerferien vor der Tür. Zum Schluss bin ich noch von zwei Schulen zu Lesungen eingeladen.
Am Montag hat mich die Realschule Mitte in Bünde zu zwei Lesungen eingeladen. Da ich schon im vergangenen Jahr dort war und die Lesung in schöner Erinnerung habe, freue ich mich sehr über die Einladung und werde nicht enttäuscht. Die Schüler verfolgen die Lesung mit großem Interesse und stellen kluge Fragen.

Einen Tag später bin ich noch mal in Westfalen unterwegs, zum Kolping-Berufsbildungswerk, wo junge Erwachsene auf mich warten. Diese Lesegruppe ist eher ungewohnt für mich, was ich bei den ersten Lachern merke – tiefe, überwiegend männliche Stimmen. Auch diese Lesung ist richtig schön.
Ich wünsche allen Schülern und Lehrern wohlverdiente Sommerferien.


 

Sonntag, 9. Juli 2017

Fanbesuch



Wenn man seit 35 Jahren als Autorin tätig ist, hat man wirklich schon viel erlebt. Keine Schülerfrage kann einen mehr verblüffen, kein Arbeitsauftrag überraschen, kein Honorar verwundern. Aber es gibt tatsächlich Dinge, die erlebt man das erste Mal. Wie ich zum Beispiel heute. Ich bekam nämlich Besuch von zwei Durch-und-durch-Fans aus Wesel am Niederrhein. 200 Kilometer waren sie gefahren, um mich persönlich kennenzulernen.
Philipp Hegmann ist 23 Jahre alt und hauptberuflich als Rechtsanwaltsfachangestellter tätig. In den Sommerferien leitet er seit vielen Jahren eine Kinder- und Jugendfreizeit des katholischen Ferienwerks Wesel. Es geht mit 44 Kindern und Jugendlichen immer wieder auf den Bacherhof nach Südtirol. Zu den Unternehmungen der Jugendfreizeit gehören wandern, klettern, schwimmen, Lagerfeuerromantik, aber auch das Vorlesen vor dem Einschlafen.
Zu dem Zweck ließ sich Philipp vor einigen Jahren von der Bücherei eine Bücherkiste zusammenstellen, die er mit in die Freizeit nahm. Auf die Weise geriet er an das Buch „Aber ich bin doch selbst noch ein Kind“, das den älteren Jugendlichen vorgelesen wurde und alle in den Bann zog. Weitere Bücher von mir auf weiteren Freizeiten folgten, und da viele Jugendliche in jedem Jahr bei der Freizeit dabei sind, entwickelte sich ein ganzer „Annette-Weber-Fanclub“, der sogar eine eigene Whatsapp-Gruppe gründete.
Auch Miriam Schnitzler gehört diesem Fanclub an. Sie war heute ebenfalls bei dem Besuch dabei. Miriam ist Schülerin der Klasse 10 und seit ihrem 9. Lebensjahr mit auf der Jugendfreizeit. Sie erinnert sich noch ganz lebhaft an den einen Abend, an dem der Zuhörerkreis beim abendlichen Lesen auf 25 angewachsen war, weil alle wissen wollten, ob Laura das Kind bekommt oder die Schwangerschaft abbricht.
Ich bin total gerührt über den netten Besuch, den schönen Blumenstrauß, die liebe Karte und das nette Geschenk. Besonders begeistert bin ich aber von dieser Fanclub-Whatsapp. Das muss ich doch direkt fotografieren – sonst glaube ich es nachher selbst nicht… 



Mittwoch, 5. Juli 2017

Ausflugstipps


 
An diesem Tag übernehme ich den Shuttleservice zum Markt nach Slubice in Polen. Sechs Personen fahren vom Campingplatz aus mit mir. Unter ihnen sind einige Niederländer.
Ein älterer Herr sitzt neben mir. Er spricht sehr gut Deutsch, und so unterhalten wir uns. Vom Spreewald ist er ein bisschen enttäuscht. Er hat einiges gelesen über diese schönen Spreearme und die kleinen Brücken, die über die Spree gehen, aber im Grunde hat er nur Wasser gesehen „Und das haben wir in den Amsterdamer Grachten auch“, sagt er.
Ich erkläre ihm, dass das Wasser im Spreewald eine ganz andere Geschichte hat, als das in den Amsterdamer Grachten, berichte von den Endmoränen der Eiszeit und vom Schmelzwasser. Anschließend gebe ich ihm den Tipp, doch mal mit dem Rad oder mit dem Kahn von Lübbenau nach Lehde zu schippern. Er hört gespannt zu.
Ob ich auch einen guten Tipp für ihn in Sachen Thüringen habe, will er dann wissen. In den nächsten Tagen will er weiterreisen – auf Luthers Spuren nach Erfurt und Weimar und auf die Wartburg. Ich rate ihm, unbedingt einen Abstecher nach Gotha zu machen, erzähle ihm von der hübschen Altstadt, dem Rathaus und dem Schloss.
Als ich zwei Tage später in die Rezeption kommen, hat mir der Niederländer Grüße dagelassen. Lübbenau und Lehde wären fantastische Ausflugstipps gewesen, und darum sei er jetzt auf dem Weg nach Gotha.
Na bitte – geht doch!   

Mittwoch, 28. Juni 2017

Treffen mit Mohannad

Mohannad Raslan und Carolin Köhne

Kennt ihr solche Momente? Ihr wartet auf jemanden, ihr wisst nicht, wie er/sie aussieht, ihr wisst nicht, ob er/sie sympathisch ist, ihr habt einige Male miteinander gemailt und jetzt müsst ihr euch eine Zeitlang miteinander arrangieren?
Ich sitze beim Verlag an der Ruhr, neben mir Carolin Köhne, Leiterin der Redaktion Sekundarstufe. Gemeinsam warten wir auf Mohannad Raslan, einen syrischen Jugendlichen, der nach Deutschland geflohen ist und nun mit seiner Mutter in der Nähe von Stuttgart lebt. Er hatte mich angeschrieben und gefragt, ob ich Interesse an seiner bewegten Biografie hätte – er würde nämlich so gerne einen Klar-Reality-Roman schreiben.
Einige Mails wechselten zwischen Mohannad und mir, ich las ein paar Kapitel von ihm und wusste gleich, dass er richtig gut schreiben kann. Jetzt treffen wir uns das erste Mal.
Die Tür öffnet sich und ein junger Mann tritt in den Raum, freundlich, vorsichtig, aufmerksam und mit einem Strahlen im Gesicht, sodass man ihn sofort gerne mögen muss.
Wir essen Brötchen und Kuchen, trinken Kaffee, reden, schauen uns aufmerksam an, lesen, gliedern, überarbeiten.
Und als der Nachmittag vorbei ist und wir uns alle voneinander verabschieden, weiß jetzt genau: Dieser neue Klar-Reality-Roman wird gut, er wird authentisch, er wird ehrlich, und er wird ganz sicherlich berührend sein.

Immer wieder liebenswürdig:
Die Begrüßungstafel im Verlag

Sonntag, 25. Juni 2017

Mein neues Fahrrad


Überkommt euch manchmal auch so eine Verzagtheit, wenn ihr euch etwas Neues kaufen wollt, ihr aber keine Ahnung von der Technik habt. Ihr wollt aber auch nicht wie Heinchen Blöd im Geschäft herumstehen und den Fragen des Verkäufers nicht gewachsen sein? Ich jedenfalls wollte mir so gerne ein neues Fahrrad kaufen, aber ich ertrank in den Infos der Fahrradfreaks im Internet und den Testberichten der Zeitschriften. So stand ich zwar einige Male schüchtern in einem Fahrradladen und wanderte zwischen den Fahrrädern hin und her, das war es dann aber. Ein lieber Freund und Nachbar nahm sich schließlich meines Problems an und erklärte mir am Beispiel seiner Räder ganz anschaulich, worauf es wann ankommt, und was sich für wen eignet und was nicht.

Mit neuem Mut zog ich los, probierte aus, schlief eine Nacht darüber, zog weiter und probierte neu. Nun habe ich zugeschlagen und mir ein schönes neues Bike zugelegt. Heute ging es auf eine 30-Kilometer-Teststrecke durch Brandenburg, vorbei an kleinen Dörfern, der Spree und immer wieder Storchennestern. Es war wundervoll!!!
(Und Udo, falls du den Blog liest, hab Dank für deine gute Beratung.)
Wie findet ihr es???)



Dienstag, 20. Juni 2017

Schutzengel



489 Kilometer Autobahnfahrt liegen vor mir. Nach hundert Kilometern Fahrt gibt mein Auto plötzlich seltsame Geräusche von sich. Es klingt zunächst, als wenn man über eine provisorische Fahrbahndecke fährt, ein dumpfes gleichmäßiges Brummen. So bleibt es lange Zeit, dann wird es allmählich lauter. Ich beobachte die Anzeigen – kein Lämpchen leuchtet irgendwo auf. Auch die Motorkühlung ist gleichbleibend. Mutig beschließe ich, weiter zu fahren. Es ist Sonntag, und ich habe keine Lust, auf irgendeinem Autohof stundenlang auf den ADAC zu warten.
Zuletzt ist das Auto total laut – aber ich komme auf dem Campingplatz meines Sohnes an, wenn auch schweißgebadet. Unser Platzarbeiter Florian übernimmt den Wagen, (perfekt, wenn man seine Angestellten hat), machte eine Probefahrt und untersucht die Räder. Dabei stellt er fest, dass am linken Vorderrad eine Radmutter fehlt und sich durch das Rütteln alle anderen Muttern auch gelockert haben.
In der vergangenen Woche hatte ich meine Reifen wechseln lassen. Da hat der KFZ-Meister wohl eine Schraube übergehabt.
Naja … kann ja passieren…