Mittwoch, 16. Januar 2019

Heute mal Wetter



„Es regnet wenn es regnen will, und regnet seinen Lauf, und wenn`s genug geregnet hat, so hört es wiiiiiiiieeeder auf!“
Meine Enkelin Clara singt aus vollem Hals und schaut immer wieder sehnsüchtig aus dem Fenster. Aber so schön sie auch singen mag, es regnet weiter seinen Lauf. Ich habe das Gefühl, dass es schon 14 Tage durchregnet.
Im Prinzip kann ich auch dem Regen positive Seiten abgewinnen – immerhin kann man bei dem Wetter neidlos schreiben und so gemütlich lesen, aber ich gehe nun eben auch mal gerne durch den Wald spazieren. Und ich mag Schirme nicht. Aber nass zu werden mag ich auch nicht.
Eigentlich gibt es immer Stunden am Tag, an denen es nicht regnet, auch wenn man das Gefühl hat, es war ein Regentag. Doch in diesem Jahr gab es tatsächlich Tage, in denen es von morgens bis abends und sogar die Nacht hindurch regnete. Ich merke, mich nervt es furchtbar. Ich beneide zwar die Bayern nicht um die Schneemassen, aber dieses Wasser ist auch auf Dauer kein Zustand. Und was noch schlimmer ist … man kann es nicht ändern. Depressive Regengrüße!

Donnerstag, 10. Januar 2019

Wer, wenn nicht ich?



Eigentlich wollte ich – so mein Vorsatz für das Jahr 2019 -  mit den Lesungen kürzer treten, egal welche, egal wo … Und so hatte ich das neue Jahr standhaft angetreten. Die folgenden Leseangebote schlug ich tapfer aus. Die Organisation hatte mich schon häufig eingeladen, dementsprechend unglücklich war sie bei meiner Absage. Nun kam eine ratlose Nachfrage. „Darf ich Sie noch einmal stören? Können Sie mir nicht vielleicht wenigstens zu einer Alternative verhelfen? Auf meine Nachfrage bekomme ich immer nur Autoren vorgeschlagen, die Tierbücher oder Krimis verfassen. Aber Ihre Themen waren immer so interessant, da ist es so schwierig einen Ersatz zu finden.“
Oh Mann, das haut rein, oder? Jeder Mensch ist letztendlich an seiner Eitelkeit zu packen, sagte schon mein Großvater. Wen soll es denn als Ersatz für mich geben? Das kann doch eigentlich nur ich selbst sein, oder?
Also habe ich mal wieder meine Vorsätze über den Haufen geworfen… Ist ja eigentlich auch kein Problem.

Montag, 7. Januar 2019

Endlich wieder Alltag

Ob es wohl auch anderen so geht wie mir? Als Autor hat man ja feiertags wie sonntags wie alltags die gleiche Arbeit. Man sitzt am Computer und arbeitet an seinen Sachen. Ausnahmen sind natürlich die Lesungen, aber wenn die nicht sind, sehen Alltag und Sonntag ziemlich gleich aus. Der Unterschied zeigt sich eigentlich nur in der Kommunikation mit der Außenwelt. Alltags häufen sich die Mails oder Telefonate, auch die Post ist hin und wieder noch interessant. Am Wochenende ist es eher still. Da dominiert dann das private Familienleben.
In dieser Zeit zwischen den Jahren allerdings gaben sich die Feiertage und Wochenenden die Klinke in die Hand, die Mailbox war leer, das Telefon schwieg – Post gab es nur um Weihnachten herum. Das fand ich erst ganz nett, zuletzt aber richtig öde. Darum – puh – wir haben es geschafft. Die Heiligen drei Könige sind endlich eingetroffen, und jetzt kann das Alltagsleben wieder losgehen. Ich freue mich drauf!.

Donnerstag, 3. Januar 2019

Rückfahrt



„Hi Siri!“, sagt mein Mann zu seinem Phone. „Nach Hause.“
„Ich kenne dein Zuhause nicht“, antwortet eine sympathische Frauenstimme. „Ich weiß gar nichts über dich“, fügt sie hinzu.
Mein Mann sieht einen Moment lang überrascht aus. Dann lächelt er glücklich. „Sie interessiert sich für mich“, sagt er.

Sonntag, 30. Dezember 2018

Rückblick auf das Jahr 2018



Silvester steht an, und da ist es ja nie verkehrt, inne zu halten und zurückzuschauen.
2018 wird mir sicherlich immer als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem der Sommer einfach nicht endete. Eine lange Zeit verbrachte ich darum auf dem Campingplatz meines Sohnes in der Lausitz, half beim Bauen, verkaufte Brötchen und Zeitungen, übernahm die Kinderanimation, nahm zahlreichen Kindern die Prüfung für den Kettcar-Führerschein ab und shuttelte die Gäste von A nach B. Unzählig viele Stunden verbrachte ich aber auch mit meinen Enkeln Tim und Clara am Groß Leuthener See oder auf Fahrradtouren durch den Wald.
Trotzdem habe ich eine ganze Reihe von Büchern geschrieben, wie ihr auf dem Foto erkennen könnt.

In diesem Jahr hatte ich mir vorgenommen, nicht mehr so viel auf Lesungen zu sein. So ganz geklappt hat das nicht. Ich hatte zwar tatsächlich weniger Lesungen, dafür aber bin ich kilometermäßig viel weiter gefahren als sonst und war dementsprechend auch lange unterwegs. Zu den Lesereisen gehört eine längere Reise durch Österreich und mehrere schöne Reisen durch Polen. Bei all den vielen langen Fahrten stand ich zwar in zahlreichen Staus, aber ich war in keinen Unfall verwickelt –*schnellaufholzgeklopft – und musste auch nirgendwo Erste Hilfe leisten. Dafür bin ich sehr dankbar.  
Außerdem haben wir uns in diesem Jahr endlich mal wieder einige schöne Reisen gegönnt. So waren wir an der polnischen Ostsee, in England und Wales und zuletzt in Namibia. Das waren unvergessliche Eindrücke.
Meine kreativen Schreibphasen halten an und dehnen sich immer dann besonders aus, wenn meine Arbeitskraft auf dem Campingplatz nicht mehr gebraucht wird und ich mich auf das Schreiben konzentrieren kann. Immer noch kriege ich zahlreiche spannende Schreibaufträge, und immer noch habe ich unendlich viele Ideen. Das ist ein großes Geschenk.

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Schwesterntreffen



Bevor mein Vater starb, war die Weihnachtszeit auch verbunden mit der Sorge um ihn. Meine beiden Schwestern und ich hatten uns die Feiertage genau aufgeteilt, damit man ihn zu sich nach Hause holte oder zu ihm fuhr. Immer war wichtig, dass er an diesen Feiertagen nicht allein war.
Nach seinem Tod ist dieser Zusammenhalt an den Weihnachtstagen zwischen meinen Schwestern und mir geblieben, und wir haben seitdem einen Feiertag zu einem Schwesterntreffen umfunktioniert. Mit oder ohne Partner bzw. mit und ohne Kinder – das kann sich jeder selbst aussuchen, wichtig ist auf alle Fälle, dass wir uns begegnen. Die Pflicht, sich um meinen Vater kümmern zu müssen, ist zu einem lustigen Treffen geworden, das uns allen lieb und wichtig ist.
Die Einladungen gehen reihum – in diesem Jahr war ich an der Reihe und habe es sehr genossen, auch diesen Teil meiner Familie bei uns zu haben.

Samstag, 22. Dezember 2018

Weihnachten steht an



Es ist schwer, bei diesem Dauerregen in Weihnachtsstimmung zu kommen. Ich verspüre nicht die geringste Lust auf Weihnachtsmarkt und Innenstadt. Da wir viel Besuch bekommen, sind aber die Einkaufslisten lang. Gestern blieb uns nichts anderes übrig, als die Supermärkte zu stürmen – und mit uns viele andere. Doch obwohl es so voll war, war eine freundliche und geduldige Atmosphäre spürbar. Es war eben Weihnachten. Jeder hatte viel zu tun und wusste, wie es dem anderen ging. Besonders hilfsbereit zeigte sich ein junger Mann, der auf Grund seiner Arbeitskleidung von vielen Menschen angesprochen wurde, beim Suchen von Waren half und bereitwillig Auskunft gab, wenn er gefragt wurde. Irgendwann outete er sich dann. Nein, er sei gar kein Mitarbeiter des Lidl. Er würde nur seine Einkäufe machen, wie wir alle. Da hatte er die Lacher auf seiner Seite – und die guten Wünsche für ein schönes Weihnachtsfest noch dazu.

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Schuluntersuchungen und ihre Tests



Eine liebe Freundin von mir muss mit ihren Zwillingen zur Schuleingangsuntersuchung. Ihre Kinder kommen im Sommer in die Schule. Sie soll eine Begleitperson mitbringen, damit ein Kind nicht allein vor der Tür warten muss, erzählt sie mir, und ich komme gerne mit.
Schon im Vorfeld hat es eine ausführliche Befragung zu den Kindern gegeben, die die junge Mutter sorgfältig, wenn auch ein bisschen unwillig ausgefüllt hat. „Haben Sie Ihr Kind gestillt“, lautet eine Frage, und eine andere „Konnte Ihr Kind krabbeln, bevor es laufen lernte?“ Über eine Frage aber machen wir uns besonders lustig: „Wie lange sitzt Ihr Kind vor dem Computer oder Fernseher?“, lautet sie. Und dazu gibt es noch ein Multiple Choise-Verfahren zum Ankreuzen: Ein bis zwei Stunden, drei bis fünf Stunden oder mehr als fünf Stunden. Selbst schuld, wenn man das Kreuzchen am letzten Satz macht. Doch über allem schwebt die Sorge: Welche Schlüsse zieht man in der Schule aus einer Antwort? Hat man gleich die Vermutung, wenn ein Kind nicht gestillt wird, wurde es vernachlässigt? Und wenn es nicht krabbeln konnte, haben sich dann vielleicht die Synapsen im Kopf nicht verbunden? Und wehe, wenn das Kind lange vor dem Computer hängt. Dann ist es doch grundsätzlich ADHS-gestört.
Ich frage mich, ob es überhaupt erlaubt ist, solche privaten Antworten zu verlangen, und das ausgerechnet zu Zeiten, in der immer wieder nach der Einhaltung des Datenschutzes gefragt wird. „Ich hätte den Zettel nicht ausgefüllt“, sage ich. „Aber dann ist dein Kind ja gleich unten durch“, befürchtet die Freundin.