Sonntag, 16. Dezember 2018

Trautes Heim und so…


 
Nun hat auch Sohn Nils mit seiner Julia den Schritt ins eigene Haus geschafft. Sie haben sich Zeit mit dem Suchen gelassen und nach einigen verzweifelten Anläufen tatsächlich ein richtig schickes Haus gefunden. Das Beste daran: Es ist in meiner Nähe … nicht unbedingt fußläufig zu erreichen, aber ich muss auch nicht weit fahren. Nun stand der Umzug an, und natürlich bot ich meine tatkräftige Hilfe an. Einen Abend vorher stählte ich meine Muskeln noch durch Body-Pump, doch direkt danach kam der Rückruf. Man brauchte meine Hilfe gar nicht, es gäbe genug junge Menschen, die mit anpacken würden. So what? Ich war nicht böse drum, wenn ich ehrlich bin. Mit 62 kommt man langsam in das Alter, wo man es gerne der Jugend überlässt, den Kühlschrank die Treppe runterzutragen.

Immerhin habe ich nachmittags (passend zur letzten Springer-Fuhre) vorbeigeschaut und zum Einzug gratuliert. Und tatsächlich waren tatkräftige Helfer im ganzen Haus verteilt, die einen beim Schleppen, die anderen beim verzweifelten Versuch, eine Ikea-Anleitung zu lesen.


Donnerstag, 13. Dezember 2018

Weihnachtshaus



Zugegeben, das Buch sah ziemlich unattraktiv aus, als es bei meiner Tante Hanna auf dem Wohnzimmertisch lag. Ockergelb, mit einem Bild, das über den grauen Rand hinausragte. Weihnachtshaus hieß es – von Zsuzsa Bánk. Den Namen der Autorin hatte ich schon mal gehört – aber das war es auch schon. Der Titel riss mich so wenig vom Hocker wie die Farbe des Buches. Ich habe es sowieso nicht so mit Weihnachten, und ich war froh, gerade alle Geschenke besorgt zu haben und den ganzen Trubel und dieses Stille-Nacht-Gesäusel für einen Moment beiseite schieben zu können.
„Ich habe es für dich bereitgelegt“, sagte meine Tante Hanna. „Ich weiß ja nicht … also mir hat es gut gefallen. Dabei ist eigentlich gar nichts in dem Buch passiert.“
Das hört sich nicht sehr spektakulär an. Immerhin sind Tante Hannas Literaturempfehlungen aber immer interessant. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich auch ein bisschen Mitleid mit diesem Büchlein.
Zu Hause liegt es auch auf meinem Wohnzimmertisch eine Weile herum, bis ich etwas ziellos danach greife, weil ich eigentlich darauf warte, dass das Abendessen fertig wird. Und dann lese ich und lese, strecke mich auf dem Sofa aus, lese weiter und weiter. Die kleine Geschichte ist unglaublich still und ein bisschen traurig, aber auch einfühlsam, und so wundervoll formuliert.
Ich esse zwischendurch, lese dann weiter und weiter – auch am nächsten Tag noch mal. Und als ich das Buch durchgelesen habe, fühle ich mich irgendwie getröstet, obwohl alles doch ein wenig traurig war.
Ein so wundervolles Buch mitten in der Weihnachtszeit ist irgendwie ein großartiges Geschenk.    

Montag, 10. Dezember 2018

Ein Schülerstipendium für Seif


Ach Kinder, heute habe ich mal eine ganz wunderschöne Nachricht für euch. Mein „Schützling“ Seif Arsalan, mit dem ich gemeinsam das Buch „Aus Syrien geflüchtet“ geschrieben habe, hat aus dem Stipendienprogramm „Talent im Land“ ein Schülerstipendium bekommen. Seif Arsalan heißt eigentlich Mohannad und kommt aus der Provinz Duma in Syrien. Seit seiner Flucht aus dem Kriegsgebiet lebt er nach langer und gefährlicher Irrfahrt in Winterbach bei Stuttgart und schlägt sich dort nicht nur tapfer durch das Gymnasium, er bewältigt auch den schwäbischen Alltag und meistert alles mit gutem Selbstbewusstsein, Fleiß und einem hohen Engagement.  
Eine große Hilfe bei der Bewerbung um das Stipendium war ihm das Buch, das wir zusammen geschrieben haben, und so bin ich stolz, gerührt und erfreut, dass ich an seiner tollen Schulkarriere ebenfalls einen kleinen Anteil hatte.
Lieber Mohannad, Wahnsinn, ich freue mich und wünsche dir weiterhin alles Gute!
Und für alle, die noch mehr über ihn nachlesen wollen, gibt es hier und hier interessante Links.




Donnerstag, 6. Dezember 2018

Wunderbare Weihnachtswerbezeit



Weihnachten, das ist die Zeit, in der im Radio nur noch White christmas, Last christmas und Driving home for christmas kommt – eingerahmt von Werbespots, die länger sind als die ganze Sendung. Die Werbung hat die Kreativität eines Betonklotzes – jeder klaut bei jedem, und die Gags sind so unglaublich schlecht, dass sie jeden Klein-Fritzchen-Witz meines früheren Erdkundelehrers in den Schatten stellen.
Ein Beispiel:
Sie: Schaaatz! Ich will … (Achtung! Gag!) … eine Küche mit dir.
Er: Waaaas?
Sie: Ja. Mit Topsowieso und Topsowieso und Topsowieso  (hab ich jetzt gerade vergessen, was es war).
Er: Aber das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal. Das geht ja gar nicht.
Und jetzt kommt es! Zieht euch warm an und haltet euch den Bauch!
Sie: DOCH!
Für alle, die immer noch fassungslos auf meinen Blog starren und sich nicht trauen, wegzuklicken: Leute, das war es schon. Mehr Gag kommt nicht. Huahuahua – selten so gelacht, oder? Und für so was hat jemand Geld ausgegeben.

Montag, 3. Dezember 2018

Namen sammeln



Wie einige von euch Lesern sicherlich wissen, sammele ich Namen: Städtenamen die seltsam sind oder klangvoll klingen, Menschennamen, die schräg sind oder aufregend klingen, außerdem Straßennamen oder Namen von Gebirgen. Immer wenn ich auf solche besonderen Namen stoße, notiere ich sie mir im Notizblock meines Handys.
Gestern auf der Autobahn begegnete mir der Ortsname „Vlotho“, den ich eigentlich schon lange kenne, aber gestern wurde mir erst bewusst, wie seltsam er aussieht mit diesem V und dem th. Ein weiterer seltsamer Name ist – und jetzt muss ich ihn kurz googeln, weil ich ihn sonst wieder falsch schreibe - „Friesoythe“, eine Rechtschreibfalle sogar noch für Abiturienten. Mit ie, oy und th – da kann man doch nur Fehler machen.
Mein Lieblingsort aber heißt „Byhleguhre“, ein kleiner Ort im Spreewald, vor dessen Namensschild ich jedes Mal andächtig stehenbleibe und gar nicht so sicher bin, wie man ihn ausspricht.
Auch bei Menschennamen habe ich in diesem Jahr einen besonderen Lieblingsnamen. Er lautet „Erasmus Thaddäus.“ Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich ihn jemals als Romanfigur verwenden werde. Ich muss nämlich auch „Thaddäus“ immer wieder nachschlagen.