Dienstag, 18. Februar 2014

Die grüne Gardinenhose




Wie oft passiert es mir, dass ich eine Schlagzeile lese und hängen bleibe und denke: Häää? Was soll das denn? Dann lese ich noch einmal gründlich und merke, dass ich mich schlichtweg verlesen und mein Gehirn den Satz schon in eine ganz andere Richtung interpretiert hat.  
Als Kind passierte mir das noch viel häufiger, eben auch, weil ich viele Worte nicht kannte oder nicht in den richtigen Zusammenhang brachte. Besonders gut erinnere ich mich an eine Fehlinterpretation aus dem Buch „Kalle Blomquist lebt gefährlich“, das zu meinen Lieblingsbüchern gehörte und ich es darum hundertmal gelesen hatte. Eva-Lotte hatte einen Mörder auf der Flucht gesehen und versuchte, ihn zu beschreiben. „Er trug eine grüne Gabardinehose“, sagte sie aus. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, was Gabardine war, und so interpretierte mein Verstand sofort „Gardine“. Immer wieder fragte ich mich dann, wie diese grüne Gardinenhose wohl ausgesehen haben könnte.
Das fiel mir in der letzten Woche wieder ein, als ich bei Woolworth war und an einem Ständer mit grünen Hosen vorbei kam. Sie hatten einen Gummizug, und der Stoff war glatt, glänzte und roch nach Plastik. Ja, so musste die Gardinenhose ausgesehen haben, die der Mörder getragen hat. Und eigentlich hätte man ihn schon wegen dieser Hose auf der Stelle festnehmen und entlarven können…  

Montag, 17. Februar 2014

Blogstöckchen




Andrea Behnke, vom Blog andreabehnke.de, das ist immer so gerne lese, hat mir einen Award verliehen und mir ein Blogstöckchen zugeworfen. Danke, das hat mich riesig gefreut.
Die Fragen fand ich sehr spannend, liebe Andrea, und ich möchte sie gerne beantworten:
  1. Was hat dich bewogen zu bloggen?
Ich glaube, es war in erster Linie, weil ich ein Ventil für meine riesengroße Schreiblust brauchte.
  1. Wie kommst du auf deine Themen?
Ich nehme mir gar kein Thema vor. Ich lasse meine Gedanken schweifen und schreibe einfach das auf, das mich gerade beschäftigt oder was ich erlebt habe.
  1. Welcher Blogbeitrag hat dir bisher am meisten Spaß gemacht?
Ich schreibe besonders gerne etwas liebevoll-ironisches über meine Familie.
  1. Hast du das Gefühl, dass Blogs etwas bewegen können?
Wenn sie in einem bestimmten Zeitraum und an einem Ort eine persönlich-politische Lage wiederspiegeln schon, ansonsten eher weniger.
  1. Was ist das Internet für dich?
Eine riesige Goldgrube der Recherche.
  1. Zwei Wochen ohne Internet – geht das?
Wenn ich nicht gerade an einem Buch sitze (was so gut wie nie vorkommt), kann ich es ohne Internet aushalten.  Beim Schreiben aber brauche ich es immer, um verschiedene Dinge nachzuschlagen.
  1. Was schreibst du am liebsten (nicht nur in deinem Blog, sondern generell)?
Am allerliebsten schreibe ich Jugendbücher.
  1. Was ist deine liebste Offline-Beschäftigung?
Ich gehe gerne in die Mukkibude, ich singe gerne und ich lerne gerne Sprachen.
  1. Welches Buch hat dich in der letzten Zeit besonders beeindruckt?
Meist beschäftigt mich das Buch besonders, das ich gerade lese. Im Moment ist es „Ayla und der Clan des Bären“. Das Buch habe ich vor vielen Jahren mal gelesen und es nun wieder entdeckt.
  1. Was inspiriert dich?
Inspirieren ist immer so ein großes Wort. Aber meine besten Ideen kriege ich eigentlich beim Putzen, und dabei ganz besonders häufig beim Badezimmer putzen.  Trotzdem gehört das Putzen nicht zu den Dingen, die ich besonders gerne mache.
  1. Welchen Blogbeitrag wolltest du immer schreiben und hast es dann doch nicht getan?
Manchmal habe ich Lust, etwas mehr politische Posts zu schreiben, aber ich fühle mich dann ganz schnell so sprachlos. Gerne lese ich den Bloggesang.de und beneide die Autoren um ihre klare Sprachkraft.

Nun wäre es meine Aufgabe, weitere Blogs zu nominieren. Das möchte ich nicht so gerne tun, denn ich lese viele Blogs gerne und wäre unpassend, einige als besonders hervor zu heben. Und nicht immer haben Autoren Zeit oder Lust, ein Stöckchen aufzufangen und dazu zu schreiben.
So möchte ich meine Fragen zur freiwilligen Beantwortung stellen und würde mich sehr freuen, wenn ihr mein Stöckchen aufgreift.

1. Was gab dir den Anstoß, zu bloggen?
2. Welche Themen überwiegen in deinem Blog?
3. Gibt es Momente, in denen du besonders gerne bloggst?
4. Gibt es Momente, in denen du das Bloggen verfluchst?
5. Wie viel Persönliches verträgt ein Blog?
6. Gehört das Schreiben auch außerhalb deines Blogs zu deinem Leben?
7. Was bedeutet dir das Internet?
8. Kommst du zwei Wochen lang ohne Internet aus?
9. Welcher deiner Blogeinträge gefällt dir besonders?
10. Was machst du Offline besonders gerne?

Und hier ist der Award – solltet ihr Lust haben, ihn an eure Lieblingsblogs zu verleihen.



Sonntag, 16. Februar 2014

Abspannen




Ein gemütliches Wochenende liegt hinter mir. Ein bisschen abspannen, wandern, Sauna, schwimmen, und  über eine Geschichte nachdenken, die nicht so richtig rund ist.
Jetzt habe ich sie verändert und in zwei Versionen fertig gestellt. Nun muss sie erst mal ruhen, bis ich ein bisschen Distanz zu ihr habe. Mal schauen, welche Version mir dann besser gefällt. Oder ob ich vielleicht noch eine Dritte…. Hoffentlich nicht. Im Moment macht mein Handgelenk echten Zickenterror…

Donnerstag, 13. Februar 2014

Frechheit siegt!




Der Schreck steckt ihr immer noch in allen Gliedern, und wieder und wieder erzählt sie mir die Geschichte, die ich nun schon lange auswendig kenne. Wie es bei ihr geklingelt hat, wie sie aber nur das Fenster aufgemacht hat, weil sie ja grundsätzlich nie die Haustür aufmacht, wenn dort ein Fremder steht. Wie er nach Einmachgläsern gefragt hat („Einmachgläser! Zu dieser Jahreszeit!“, sagt sie noch.) Wie er auch gerne Altkleider und Besteck mitnehmen wollte. Sie hat ihn abgewiesen, und so setzte er seinen Weg fort, über die Straße zum Nachbarhaus, zielgerichtet zur nächsten alten Frau. Die hatte weniger Glück, wartete sie doch auf jemanden von der Caritas und glaubte, ihn in dem Mann vor sich zu haben. Wieder fragte er nach Gläsern, Kleidern und Besteck. Als sie ihn abweisen wollte, stieß er sie zur Seite und marschierte schnurstracks die Treppe hinauf. Sie war so geistesgegenwärtig, die Polizei zu rufen. Da machte er sich schnell aus dem Staub – allerdings mit ihrem Schmuckkästchen.
Dass sie so gezielt arbeiten, wusste ich, nicht aber, dass sie so dreist und leichtsinnig sind, und schon gar nicht glaubte ich, dass es auch bei uns um die Ecke passieren kann. Und bevor alle realisierten, was hier am helllichten  Tag vor sich ging, war er schon über alle Berge.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Abgabetermine




Ich bin nun 57 Jahre alt, alt genug, um auf ein längeres Leben zurück zu schauen und aus einigen immer wiederkehrenden Ereignissen Vertrauen und Ruhe gewinnen zu können.
So habe ich zum Beispiel noch nie in meinem Leben einen Abgabetermin versäumt.
Meine 1. Staatsarbeit hatte ich lange vor Abgabetermin fertiggestellt. Auch meine 2. Staatsexamensarbeit war so früh fertig, dass ich in den extra dafür zur Verfügung gestellten Tippferien in den Urlaub fahren konnte. Genauso erging es mir mit anderen Leistungsarbeiten, für die es manchmal noch nicht mal einen festen Abgabetermin gab.
Auch bei den Manuskripten musste ich noch nie eine Extrazeit in Anspruch nehmen. Ich trage mir meine Abgabetermine immer mit zwei Vorwarnstufen „Jetzt in die Füße kommen“, „Jetzt überarbeiten“, „Jetzt abgeben“ in mein Outlookprogramm. Das ist eigentlich idiotensicher – und ich bin ja sowieso in der Regel lange vor dem Abgabetermin fertig.
Und trotzdem machen sie mich nervös, diese Termine. Da ich ja immer viele Sachen gleichzeitig schreibe, überkommt mich regelmäßig die Panik, ich könnte etwas übersehen haben.
Für diese Unruhe gibt keine objektive Erklärung, zumal die Verlage ja auch immer Verhandlungsspielraum haben und sicherlich immer bereit wären, noch vier Wochen Zeit draufzupacken.
Trotzdem!