Dienstag, 15. September 2020

Jenseits der Digitalisierung



Ich habe mir immer vorgenommen, nicht zu sagen, dass früher alles besser war. Manchmal aber … so ganz ganz manchmal … denke ich verzückt an das Leben zurück, als es noch Karteikarten gab, auf denen man sein Leben ordnete. Dieses digitale Leben treibt mich an vielen Stellen meines Lebens schlichtweg in die Verzweiflung.

Da ist zum Beispiel die Uhr an meinem Backofen. Sie funktioniert immer dann nicht mehr, wenn mal für eine Sekunde – und das scheint einmal im Monat vorzukommen – der Strom ausfällt. Eigentlich ist das ja überhaupt kein Problem. Wozu braucht man so eine bescheuerte Backofenuhr? Ich bin eh meistens zeitlos glücklich, und wenn ich doch mal eine Uhrzeit brauche, habe ich mein Handy.

Das Schlimme ist nur, dass diese blöde Backofenuhr an meinen Backofen gekoppelt ist, weil sich irgendein digitalgläubiger Ingenieur einbildete, ich würde so viel Vertrauen in seine bescheuerte Technik haben, dass ich mir mein Essen mit dieser Uhr programmiere. Darum ist es nur möglich, den Backofen zu benutzen, wenn die Uhr wieder läuft. Doch genau das bekomme ich nun seit zwei Tagen nicht hin – auch nicht mit Hilfe von Youtube-Tutorials. Das Problem ist nämlich leider auch, dass die kleinen Gummitasten wegen Nichtbenutzens völlig verklebt sind.

Bleibt mir da wirklich nur der Weg, einen Elektriker zu rufen? Wie sieht das denn aus?
Schrecklicher Weise fallen mir im Moment zum Kochen immer nur leckere Sachen ein, für die man den Backofen braucht… 

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