Freitag, 4. Januar 2013

Klar-Roman zum Thema Alkohol




Ein neuer Klar-Roman hat die zweite Bearbeitungsschleife durchlaufen und liegt nun bei Inga (vom Verlag an der Ruhr) auf dem Schreibtisch. Thematik des Romans ist der Alkohol. Doch im Unterschied zu dem Buch „Sauf ruhig weiter, wenn du meinst“  geht es diesmal nicht um das Trinken in die Abhängigkeit. In dem neuen Roman geht es um das Vorglühen vor der Fete, dem gemütlichen Trinken in geselliger Runde. 
Es geht um das Alkoholtrinken eines eher unerfahrenen Jugendlichen, der nicht nein sagen möchte, der lockerer ist, wenn ein bisschen Wodka durch seine Adern fließt, der mutiger und großspuriger wird, wenn er in der Gruppe mit alkoholisierten Freunden auftritt.
Das Thema ist mir nicht so leicht gefallen. Dabei habe ich doch als Mutter von drei Söhnen ziemliche Erfahrungen vorzuweisen. Denn natürlich fanden auch in unserem Haus wilde Feten statt, wenn mein Mann und ich im Urlaub waren. Auch gab es Vollräusche unter unseren Kindern. Es gab Nächte, in denen sie den Bus verpassten und angetrunken einen langen und nicht gerade ungefährlichen Weg durch die Dunkelheit nach Hause nahmen. Und es gab Nächte, in denen sie volltrunkene Freude nach Hause schafften und dafür die Wut der Eltern einkassierten (denn die eigenen Kinder sind ja immer unschuldig in diese Sache hinein geraten!).  
Mein Roman hat mir selbst diese Zeit wieder lebendig vor Augen geführt, und ich konnte noch einmal spüren, wie dicht sich die Jugendlichen oft am Abgrund bewegen.
Ich bin einfach nur froh, dass unsere Kinder aus dieser Zeit heraus gewachsen sind. Allen Eltern, die das noch vor sich haben oder die mitten drin stecken, wünsche ich ganz viel Kraft!
Und euch Jugendlichen wünsche ich den Mut, euch gegen diese Gruppentrinker zu stellen und den Weg zu gehen, den ihr wirklich richtig findet. Außerdem wünsche ich euch einen starken Schutzengel an eurer Seite. 

(Foto: Avignon)

Donnerstag, 3. Januar 2013

Wie kommt man zum Schreiben?




„Wie kamen Sie eigentlich zum Schreiben?“, fragen Schüler oft. Diese Frage macht mich immer etwas ratlos. Wie kommt man zum Schreiben? 
Bei uns Zuhause wurde natürlich geschrieben: Einkaufslisten zum Beispiel, oder auch mal einen Vortrag. Aber schon da werde ich nachdenklich. Denn wenn mein Vater einen Vortrag halten musste (was Gott sei Dank nicht oft vorkam), war das gleich ein Familiendrama, an das ich mich sogar heute noch lebhaft erinnere. Mein Vater war Mathe- und Physiklehrer, und so lag ihm das Reden und Schreiben nicht. Darum besprach er sich vorher lange mit meiner Mutter, hielt ihr den Vortrag in der Küche und sie verbesserte vieles. Er korrigierte seine Rede, hielt sie ihr noch einmal, übte sie dann lange im Wohnzimmer, indem er unruhig auf und ab wanderte. Wir Kinder litten ein bisschen mit ihm, machten uns aber auch über ihn lustig.
Meine Mutter, sicherlich wortgewandter als mein Vater, hielt nie eine Rede. Sie ließ stets anderen (vor allem ihrem wortgewaltigen Bruder) den Vortritt. So kann ich gar nicht sagen, ob sie es besser gemacht hätte.
Das Schreiben stand also in meinem Elternhaus nie im Mittelpunkt. Aber vielleicht war es gerade diese tägliche Dramatik, die mich zum Schreiben inspirierte. Die Tatsache, dass aus jeder Kleinigkeit ein großer Aufstand gemacht wurde, an dem wir alle teilhatten, machte den Alltag lebendig. Außenstehende empfanden das stets als anstrengend, aber ich kannte es nicht anders.  
Meine Mutter liebte es, die Dinge übertrieben darzustellen, mein Vater redete sie herunter, meine Schwestern und ich wurden zur Wahrheitsfindung heran gezogen. Schnell entwickelte sich ein Elefant aus einer Mücke.

Ich erinnere mich, dass ich einmal einen Schulaufsatz schreiben musste: Ein Streitgespräch. Das fiel mir leicht. Ich notierte einfach nur ein ganz normales Familiengespräch beim Mittagessen und las es einen Tag später in der Schule vor. Meine Klassenkameraden und meine Deutschlehrerin wischten sich vor Lachen die Tränen aus den Augen.
Als ich den Aufsatz einen Tag später zu Hause vorlas, wunderten sich alle über meinen Schulerfolg.
„Was soll denn daran witzig sein?“, fragte meine Schwester.
  

(Foto: Nagold)

Mittwoch, 2. Januar 2013

Zurück zum Alltag




Heute fliegt er endlich raus, der Weihnachtsbaum, und mit ihm zusammen all das Grünzeug, die Sterne und der Adventskranz. Ehrlich gesagt habe ich es noch nie bis zum 6. Januar mit dem Weihnachtsgedönse ausgehalten. Warum mussten die Heiligen drei Könige auch so auf ihrem Weg klüngeln! Ich freue mich einfach, wenn das Sofa wieder an seinem alten Platz steht, wenn das Nadeln der Tannen ein Ende hat und wenn wieder der ganz normale Alltag beginnt.
Hier liegt auch der Unterschied zu meinem früheren Job als Lehrerin. Während ich die letzten Ferientage immer halb im Faulenzermodus und halb zwischen den Korrekturen und Planungen für das anstehende Schuljahr verbrachte und seufzend auf das Ferienende schaute, kann ich es jetzt kaum erwarten, mich wieder in die Arbeit zu stürzen. Um die Wahrheit zu sagen: Ich habe auch an den Weihnachtstagen ein bisschen geschrieben.
Jetzt gilt es, meinem Klar-Roman den letzten Schliff zu geben, ein neues Exposé zu schreiben, Kurzgeschichten zu überarbeiten und Arbeitsmaterialien zu entwickeln.
Hach, Alltag, ich liebe dich!  

(Foto: Museum, Mormonische Siedler in Utah, USA)

Dienstag, 1. Januar 2013

Auf ein neues…




Gequatscht, gelacht, getanzt, gegessen, getrunken, laute Musik um die Ohren dröhnen lassen, in der Kälte gestanden und dem Feuerwerk zugeschaut.
Das war ein lustiger Jahresauftakt.
Jetzt bin ich geschafft. Schnell noch einen Kaffee, dann geht es wieder ins Bett.
Morgen wird aber endlich wieder ernsthaft gearbeitet!