Barbiepuppen sind eine
Erfindung des 20. Jahrhunderts. Für mich gehören sie ebenso zu meiner Kindheit,
wie für meine Enkelin Clara. Die Barbie ist immer noch superdünn, hat einen riesigen
Busen und ist ansonsten geschlechtslos. Es gibt sie in zahlreichen Variationen,
und doch besteht die Hauptexistenz der Barbie darin, frisiert und schick
angezogen zu werden. Oder eben auch ausgezogen. Ich habe nämlich das Gefühl,
dass die Kinder heutzutage die Barbies nur noch ausziehen. Claras Barbie ist
jedenfalls eigentlich immer nackig, auch wenn sie Auto fährt oder mit ihrem Baby
einkaufen geht – das im Übrigen auch meistens nackt ist. Auch andere Kinder
bevorzugen es, die Barbie auszuziehen, statt sie als Model zu benutzen. Vielleicht
liegt es daran, dass Puppen schneller ausgezogen als angezogen sind. Vielleicht
haben die Kinder aber auch heutzutage das Gefühl, dass diese glänzenden Barbie-Kleidchen
oder Kostümchen in der Regel kratzen, kleben oder die Bewegungsfreiheit
einschränken.
Freitag, 5. Oktober 2018
Dienstag, 2. Oktober 2018
Einfach schön
Wenn ich im Spreewald
bin, unternehme ich oft ganz viel mit meinen Enkelkindern. Indoorparks, Museen,
Spielplätze, Feste … ich sage euch: wir kennen sie alle. Doch immer wieder muss
ich feststellen, dass das Einfachste oft das Schönste ist, nämlich einen
Spaziergang durch den Wald. Während ich mich in diesen Parks immer zu Tode
langweile und mir das Kindergeschrei inclusive Elterngeschrei ziemlich auf die Nerven
geht, sind wir im Wald alle vergnügt und entspannt. Und was es hier nicht alles
zu entdecken gibt…
Samstag, 29. September 2018
Letzte Lesungen
So langsam lasse ich
die Zeit der Lesungen für mich ausklingen. Natürlich wird es immer noch Schulen
geben, denen ich mich besonders verbunden fühle oder Orte, an denen ich
besonders gerne bin, aber prinzipiell habe ich mir vorgenommen, die Lesungen
mehr und mehr einzuschränken.
Eine der letzten Lesungen führte mich an die Grundschule in Leopoldshöhe Nord im Kreis Lippe – da hatte ich es nicht so weit zu fahren, und ich genieße es, mal wieder an der Grundschule zu sein. Aber die Einladung für das kommende Jahr schlage ich schon mal aus.
Eine der letzten Lesungen führte mich an die Grundschule in Leopoldshöhe Nord im Kreis Lippe – da hatte ich es nicht so weit zu fahren, und ich genieße es, mal wieder an der Grundschule zu sein. Aber die Einladung für das kommende Jahr schlage ich schon mal aus.
Die aktive Zeit der
Lesungen ist eine tolle und bereichernde Zeit gewesen, aber sie ist eben auch sehr
unruhig und oft mit weiten Fahrten, manchmal auch mit mehreren Übernachtungen
verbunden. Jetzt trete ich in der Hinsicht kürzer.
Geblieben ist mein
Schreiben. Da das der schönste und wichtigste Teil meines beruflichen Lebens
ist, wird das auch immer bleiben, ist sogar mehr und abwechslungsreicher
geworden. Für diesen Bereich möchte ich in Zukunft noch mehr Zeit investieren.
Mittwoch, 26. September 2018
Schreiben für Ausländer
Seit einiger Zeit bekomme
ich immer mal wieder Anfragen des Hueber-Verlages, Lektüren für jugendliche
Ausländer, die deutsch lernen möchten, zu schreiben. Diese Arbeit ist eine echte Herausforderung.
Eigentlich bin ich es ja gewöhnt, einfach zu schreiben. Aber diese Lektüren für
Ausländer sind auf ein bestimmtes Sprachniveau festgelegt, das das
Goetheinstitut mit A 1, A 2 oder B1 und B 2 definiert. A 1 beinhaltet beispielsweise
einen Wortschatz von 650 Wörtern, auf den ich zurückgreifen muss. Ok, ich darf in
Ausnahmefällen auch mal ein Wort verwenden, das nicht in der Liste steht, aber
ich muss es dann mit diesem 650-Wörter-Wortschatz erklären. Das Schreiben mutiert
damit zu einer Scrabble-Leistung. Mit einer Wortschatzliste an meiner Seite
ringe ich um jeden Satz.
„Lotte sitzt in der
hinteren Reihe und lässt Lasse nicht aus den Augen“, will ich zum Beispiel
schreiben. Aber „hinteren“ ist nicht in der Liste. Ich verwende schließlich „letzten“.
„Reihe“ ist natürlich auch nicht drin – das werde ich erklären müssen. Auch „aus
den Augen lassen“ befindet sich nicht im A1-Wortschatz. Nach langem Suchen
entscheide ich mich für „beobachten.“ So wird aus meinem Satz „Lotte sitzt in
der letzten Reihe und beobachtet Lasse.“ Seien
wir ehrlich – kreatives Schreiben sieht anders aus. Aber ich gehöre ja auch zu den
Menschen, die gerne Sprachen lernen, und ich weiß, wie viel Spaß es macht, mal
eine kleine Lektüre und nicht immer ein stures Arbeitsbuch zu lesen. Und ich
weiß darum auch, wie schnell man auch gefrustet ist, wenn man zu viele Vokabeln
nachschlagen muss.
Es gibt übrigens auch etwas
Spannendes an meiner Arbeit. Seit ich diese Lektüren schreibe, ist der Zugriff auf
meine Homepage international geworden – von Argentinien über Japan bis Uruguay
ist alles vertreten!
Montag, 24. September 2018
Ich kann`s noch
Heute gibt es mal ein Selfie –
ein Halbselfie, genau genommen. Ich ungeschminkt, mit feuchten Haaren und
nassem Halsausschnitt. Seid froh, dass ihr mich nicht riechen könnt. Ich
muffele nämlich ziemlich nach Schweiß. Ich komme gerade aus der Mukkibude, wo
ich sonntags immer besonders gerne den Spinning 3-Kurs besuche. Spinning ist
schon verdammt anstrengend, aber Spinning 3 ist etwas für total Durchgeknallte.
Dazu gehöre ich nicht unbedingt, schließlich bin ich ein sehr strukturierter
und vernünftiger Mensch, aber der Kurs versetzt mich immer für kurze Zeit in
einen Rauschzustand, und danach weiß ich: Mannohmann, ich kann`s noch! In dem
Alter und nach der langen Pause, und wo ich doch eigentlich nie in meinem Leben
besonders sportlich war. Und wisst ihr, woran das liegt? In dem Kurs gibt es so
viel zu tun – Geschwindigkeit erhöhen, setzen, aufstehen, erhöhen, faster,
runterfahren, racing, erhöhen, raus aus dem Sattel, faster, faster … setzen,
recover (2 Sekunden) und wieder raus aus dem Sattel, faster, setzen, racing…
Ich habe gar keine Zeit zu überlegen, ob mir das alles zu anstrengend ist.
Freitag, 21. September 2018
Die Neue Rechte
Der Maaßen hat ziemlich
fragwürdige Äußerungen zu den Vorfällen in Chemnitz gemacht, und dafür muss er
gehen. Seehofer verhindert das und befördert ihn sogar, klar dass er nun auch
seinen Stuhl nehmen muss. Die Nahles versucht, den Kopf aus der Schlinge zu
ziehen und Merkel die Verantwortung in die Schuhe zu schieben. Klarer Fall:
Dafür muss sie ebenfalls gehen. Und die Merkel – die haben wir uns sowieso
schon lange satt gesehen. Sie ist prinzipiell an allem schuld, denn sie trägt
ja die Regierungsverantwortung. Weg! Weg! Weg! ist die Devise. Diese alten
Gesichter haben wir schon viel zu lange gesehen. Es muss Platz geschaffen
werden für neue, damit wir auch da die Möglichkeit haben, an ihrem Sockel zu sägen.
Schon lange sind wir
mit den etablierten Parteien durch. Sie verschwimmen mit ihren Parteiprogrammen
in Grauzonen und verlieren immer mehr an Kontur. Nur die Rechten stehen da,
aufrecht und klar, mit geballten ausgestreckten Armen. Aber die wollen wir ja
auch nicht. Da sind wir uns alle einig. Und wir kommen uns so mutig und wichtig
vor, wenn wir „Stop dem Rassismus“ rufen.
Dabei übersehen wir
vielleicht, dass die Rechten längst nicht mehr aus dem schreienden „Ausländer
raus“- Mob bestehen. Auch unter ihnen gibt es kluge Köpfe, die leise im
Hintergrund die Strippen ziehen. Erinnern wir uns: In Sachen Manipulation waren
die Rechten immer verdammt gut.
Und während wir uns
noch gegen alles stellen, und die Rücktritte von allen fordern, merken wir gar
nicht, wie uns die Neue Rechte händereibend und leise in die Arme der AfD
treibt.
Dienstag, 18. September 2018
Weiterentwicklung
Manchmal, wenn eine
Sache ganz gut läuft, informiert man sich gar nicht über die Weiterentwicklungen.
So habe ich mich als Kontaktlinsenträger immer damit abgefunden, die Tageslinsen
abends aus den Augen zu nehmen und danach mit Brille herumzulaufen. Durch
Zufall – ein Zufallsgespräch im Fahrstuhl – erfuhr ich, dass es Linsen gibt,
die man monate- oder auch jahrelang nicht herausnehmen muss und nachts einfach weiterträgt.
Unglaublich, wie ich fand. Und jetzt sagt bitte nicht, dass ihr das schon ganz
lange wisst…
Ich habe ein bisschen
nachgeforscht und sie nun für mich bestellt. Erst war es ein bisschen ungewohnt,
doch jetzt tragen sie sich, als wenn sie zu mir gehören. Und wenn ich jetzt nachts
aufwache und kurzsichtig wie ich bin aus dem Fenster schaue, kann ich die
Sterne sehen!
Freitag, 14. September 2018
Was, wenn sie ginge…
Sie sitzen einander gegenüber an
einem Zweiertisch des Restaurants: Er die grauen Haare ein bisschen schludrig zu
einem Zopf zusammengebunden, sie fein zurechtgemacht mit Bluse und Rock und
kleinen Kreolen im Ohr. Während sie immer mal wieder irritiert zu ihm
hinüberlächelt, blickt er die ganze Zeit auf sein Smartphone, scrollt sich
durch die Seiten, schreibt mit beiden Daumen. Manchmal sagt sie etwas, und er antwortet, den Blick unverwandt auf das Display gerichtet.
„Das wird sich aber doch ändern, wenn das Essen kommt“, versuche ich, eine Erklärung zu finden. „Vielleicht hat er etwas Wichtiges zu erledigen. Ausgerechnet jetzt.“
Das scheint sie auch zu denken, denn sie lächelt nachsichtig.
Dann kommt das Essen, und es sieht toll aus, total lecker und so dekorativ zurechtgemacht. Sie wünscht guten Appetit. Und dann essen sie, sie mit Blick auf das Essen, er mit Blick auf das Display. Jetzt schreibt er nicht mehr, er liest.
Wenn sie jetzt ginge, denke ich, wäre das eine große Chance für Veränderung. Sie müsste nur ihre Tasche nehmen, schweigend vielleicht, vielleicht auch mit einer kleinen Notlüge, um ihn nicht zu beunruhigen. Dass sie nicht zurückkommt, würde ihm erst auffallen, wenn er sein Essen längst fertig gegessen hat, wenn er vielleicht ein weiteres Bier bestellen möchte oder um die Rechnung bittet. Dann würde er sich vielleicht fragen, ob da nicht jemand gesessen hätte. Und wo der wäre? Und ob dem etwas passiert wäre.
Und wenn sie ihn nicht beunruhigen wollte, könnte sie ihm einfach eine Whats-App schreiben. „Bin noch schön essen gegangen. Dir noch einen schönen Abend.“
„Das wird sich aber doch ändern, wenn das Essen kommt“, versuche ich, eine Erklärung zu finden. „Vielleicht hat er etwas Wichtiges zu erledigen. Ausgerechnet jetzt.“
Das scheint sie auch zu denken, denn sie lächelt nachsichtig.
Dann kommt das Essen, und es sieht toll aus, total lecker und so dekorativ zurechtgemacht. Sie wünscht guten Appetit. Und dann essen sie, sie mit Blick auf das Essen, er mit Blick auf das Display. Jetzt schreibt er nicht mehr, er liest.
Wenn sie jetzt ginge, denke ich, wäre das eine große Chance für Veränderung. Sie müsste nur ihre Tasche nehmen, schweigend vielleicht, vielleicht auch mit einer kleinen Notlüge, um ihn nicht zu beunruhigen. Dass sie nicht zurückkommt, würde ihm erst auffallen, wenn er sein Essen längst fertig gegessen hat, wenn er vielleicht ein weiteres Bier bestellen möchte oder um die Rechnung bittet. Dann würde er sich vielleicht fragen, ob da nicht jemand gesessen hätte. Und wo der wäre? Und ob dem etwas passiert wäre.
Und wenn sie ihn nicht beunruhigen wollte, könnte sie ihm einfach eine Whats-App schreiben. „Bin noch schön essen gegangen. Dir noch einen schönen Abend.“
Vielleicht wäre er dann erleichtert.
Vielleicht auch nicht. Auf alle Fälle würde er beim nächsten Essengehen – mit wem
auch immer – gelernt haben, das Smartphone in der Tasche zu lassen.
Dienstag, 11. September 2018
Platz für Science Fiction
Es ist nicht
verwunderlich, wenn ein Land, in dem die Küsten rauer, die Luft nebeliger und
die Landschaft einsamer ist, die Menschen auch ihrer Fantasie freien Lauf
ließen. Sie erbauten trutzige Burgen und Schlösser, kämpften erbitterte Kriege
und erschufen seltsame skurrile Geschichten.
In einem kleinen Ort
bei Cardiff wurde Roald Dahl geboren, einer der schrägsten, gruselig-witzigsten
Autoren seiner Zeit.
Auch viele Science-Fiktion
Filme spielten in Cardiff. Am Berühmtesten ist Torchwood, in dem diese seltsame
Säule das Tor zum Torchwood-Institut bildete, in der die Zeitreisenden Jack Harkness
und Ianto Jones die Erde vor Außerirdischen beschützen. Als Inato Jones
irgendwann nach der 3. Staffel stirbt, bekommt er sogar in Cardiff eine eigene
Erinnerungsstätte.
Samstag, 8. September 2018
Wales und die Royals
Mein Mann und ich verbringen
nun ein paar Urlaubstage in Wales. Wales ist ein sehr abwechslungsreicher Teil
Groß Britanniens, der aus grünen Bergen, der Küste, vielen Schafen, Burgen und
den Royals besteht, jedenfalls wenn man, wie ich, Vereinfachungen mag.
Wir sind mit dem Leihwagen
unterwegs. Mein Mann schlängelt sich tapfer durch den Linksverkehr, ich bemühe
mich, nicht an jeder Ecke zu schreien. Besonders gruselig sind die „Rundabouts“,
der Kreisverkehr, den es alle gefühlten 100 Meter gibt. So nach und nach wird
es besser – und das ist auch gut so, denn auch die Straßen werden enger, und
als Herausforderung sind sie auch noch mit großen Steinmauern begrenzt.
Wales ist ohne die Royals
nicht denkbar. An dem imposanten Castle Caernarfon halten wir an und
besichtigen es. Hier fanden jede Menge Krönungen und Kriege statt. Auch Prinz
Charles wurde hier Prince of Wales. Ein Video zeigt ihn, wie er von seiner
Mutter gekrönt wurde. Er sieht ziemlich verschüchtert unter seiner schweren
Krone auf, und die weiße Stola, die er trägt, erinnert mich an die Häkelstola
meiner Schwiegermutter. Erst später sehe ich auf einem Foto, dass seine Stola
ein Zobel ist – es sind die Anfänge des Farbfernsehens, darum kann man das so
undeutlich erkennen.
Hier noch mal ein paar
schöne Fotos von Wales. Es ist ein tolles Land – nur die Sprache ist ein
bisschen abenteuerlich. Aber okay, es ist ja auch das Land der Drachen.
Abonnieren
Posts (Atom)




