Sonntag, 18. Mai 2014

Natur



 

Ein Wochenende im Spreewald.
An vielen Stellen fallen mir seltsame Stahlkonstruktionen auf. Mit diesen Masten will man Störche dazu animieren, hier ihre Nester zu bauen.
Aber dann nisten sie doch wo sie wollen…


Mittwoch, 14. Mai 2014

Lesungen in Kassel




Es ist frühmorgens. Etwas müde düse ich über die A 44. Der Regen peitscht gegen die Frontscheibe, mein Bein schmerzt immer noch, im Radio diese blöde Lied „One day baby, we`ll be old, oh baby…“!
Alles egal! Ich habe die beste Laune der Welt und nichts kann sie mir vermiesen. Denn ich bin wieder einmal auf der Fahrt nach Kassel, wo ich zwei Tage lang in vier verschiedenen Stadtteil- und Schulbüchereien lesen werde.
Ich freue mich total, die Kollegen wieder zusehen, freue mich auf die schönen Schulen, freue mich auf die noch unbekannten Schüler.

 

Wieder bin ich an der Comeniusschule und an der Georg-August-Zinn-Schule, wieder bin ich an der Offenen Schule Waldau, an der ich schon einige Male eine Schreibwerkstatt hatte.
Eine Premiere habe ich diesmal auch im Gepäck. In der Jugendbücherei in der Innenstadt soll ich nämlich für ein 3. Schuljahr lesen und habe mir für sie das Buch „Luca will weg“ ausgesucht.
So eine Premiere ist immer ganz schön aufregend. Ich habe die Passagen angestrichen, die Stellen mehrfach zu Hause geübt und die
Zeit gestoppt. Außerdem habe ich mir Fragen zu Spielen überlegt, damit die Lesung für die Kids auch ein bisschen interaktiv ist.
Buch und Spiele kommen gut an, und ich bin rundum zufrieden.
Danke an alle Beteiligen für die liebe Organisation und Begleitung.

 

Montag, 12. Mai 2014

Heimatgefühle für Paderborn




Vielleicht habt ihr`s gehört, vielleicht interessiert euch Fußball aber auch überhaupt nicht. Der Paderborner SC ist in die 1. Liga aufgestiegen. Ich muss ehrlich sagen, mich begeistert Fußball eigentlich nur zu Weltmeisterschaftszeiten, aber jetzt, als es um die letzten Spiele des SC ging,  habe ich doch ziemlich mitgefiebert. Das liegt natürlich daran, dass Paderborn unsere Kreisstadt ist, und ich seit vielen Jahren Heimatgefühle für sie entwickelt habe.
In den Kreis Paderborn bin ich durch mein Studium geraten. Ich hatte mir die Uni Paderborn – damals noch Gesamthochschule – vor allem deswegen ausgesucht, weil sie so überschaubar war, weil sie nicht so weit von meinen Eltern entfernt war und weil niemand aus meiner Klasse dort hinging. So hatte ich einen ganz neuen Start in einer Stadt, in der ich niemanden kannte. Das war meine ganz persönliche Mutprobe aus einer behüteten Welt.
Nach dem Studium verließ ich Paderborn wieder, kehrte dann aber 1985 zurück – der Liebe wegen. Seitdem leben wir hier mit unserer Familie in Bad Lippspringe, das zum  Kreis Paderborn gehört. Paderborn ist unsere Kultur- und Einkaufsstadt.
Eigentlich ist die Stadt nicht so wirklich schön. Da sie im Krieg zerstört und wie viele Städte lieblos wieder aufgebaut wurde, hat sie wenige historische Ecken, die an ihre Geschichte erinnern. Und auch die hätte man beinahe in den 70ger Jahren noch wegrationalisiert, wenn nicht ein paar mutige Hausbesetzer für den Erhalt gekämpft hätten.
Mittlerweile hat Paderborn auch neue und schöne Ecken zu bieten, so dass es auch außerhalb der Shoppingzeiten Spaß macht, sie sich anzuschauen. Ich liebe an dieser Stadt besonders, dass sie nicht zu klein und nicht zu groß ist. Man hat eine gute kulturelle Vielfalt, und trotzdem trifft man immer Menschen wieder, die einem vertraut sind.
Außenstehenden fällt bei Paderborn sofort das Katholische ein, und auch wenn die Ur-Padis (die Ureinwohner) das immer wieder abstreiten, ist in Paderborn die katholische Religion irgendwie präsenter als in anderen Städten. Hier gibt es so viele katholische Grundschule wie in Bayern, auch gibt es einige Geschäfte, in denen man sich Bischofskleidung, Kreuze und Papstbilder kaufen kann. Aber Paderborn hat eben auch ihren größten Kritiker hervorgebracht: Eugen Drewermann.
Mich, wie viele Zugezogene, beschäftigt diese Kirchendiskussion nur am Rande. Paderborn ist eben mehr als schwarz.

Freitag, 9. Mai 2014

Projekte, die in der Tiefe verschwinden – oder wieder auftauchen



 

Wer kennt sie nicht, die Projekte, die man mit Elan gestartet hat, und die plötzlich in der Versenkung verschwinden. Manche gehen sogar einen ganz besonders geheimnisvollen Weg des Verschwindens. Da war zum Beispiel dieser Auftrag, zwei Fantasybücher für Erstleser zu schreiben. Eine Weile wurde an meinen Entwürfen herum kritisiert, bis sie endlich so waren, wie man sie sich vorgestellt hatte. Die Illustratorin zeichnete unglaublich süße Bilder dazu – richtig knuffig. Ich kriegte mein Geld, Pauschalpreis wie abgesprochen, und dann verschwanden sie in der Versenkung. Am Anfang fragte ich manchmal noch nach. Im nächsten Monat – im halben Jahr – in diesem Jahr nicht mehr, lauteten die Antworten. Das ist nun drei Jahre her. Mittlerweile frage ich nicht mehr. Nur manchmal denke ich an den süßen knuffigen Ork, den ich gerne mal meinem Enkel gezeigt hätte.
Dann ein anderes Projekt, etwas für Vorschüler, ein ziemlich kompliziertes Konzept, zu dem ich einige Entwürfe machen musste. Plötzlich eine Mail des Redakteurs. Der Verlag würde den Standort schließen. Er würde entlassen, das Projekt erst Mal auf Eis gelegt. Ich kriegte ein Honorar für meine Bemühungen und vielleicht würde ja jemand anderes … Ja, natürlich, vielleicht, sagte ich, aber ich glaubte nicht daran. Zwei Jahre ist das nun her, und dieses Projekt hatte ich komplett vergessen. Aber gestern erreichte mich eine Mail. Ob ich mich noch an dieses Projekt mit diesem Redakteur erinnere. Der Verlag hatte die alten Entwürfe ausgegraben und würde es gerne aufleben lassen.
Auch so kann es kommen!


Mittwoch, 7. Mai 2014

Herr XXX bitte an Kasse 4




Wer diesen Blog häufiger liest, erinnert sich vielleicht an den Blogbeitrag, in dem ich über meinen Mann geschrieben habe, der jede Kasse im Supermarkt zum Erliegen bringt.
Gestern war es wieder soweit: Wir waren zusammen einkaufen. Da ich so verdammt lahm auf den Beinen war, beschlossen wir, dass er schon mal zahlt, und ich zum Bäckerstand schleiche, um noch ein Brot zu kaufen. Da stehe ich dann und warte und warte. Plötzlich überkommt mich so eine Vorahnung. Und dann höre ich schon die Stimme aus dem Lautsprecher: „Herr XXX bitte an Kasse 4.“ Ich gehe langsam zu den Kassen zurück und tatsächlich: Da steht mein Mann an der Kasse 4 und hat den Scanner zum Erliegen gebracht.
Mittlerweile können wir nicht mal mehr darüber lachen. Es ist irgendwie nur noch lästig.