Mittwoch, 14. März 2018

Buch oder E-Book



Wenn ich ehrlich bin, liebe ich echte Bücher, so welche die sich blättern lassen und nach Papier riechen, Bücher mit einem bunten Cover, über das ich streichen kann und die mit einem gewissen Gewicht gut in der Hand liegen.
Aber E-Books sind leider so viel praktischer. Man ist auf Reisen und hat eine ganze Bibliothek in der Handtasche, und man kann sogar nachts lesen, ohne den Partner zu stören. So entscheide ich mich immer häufiger für das E-Book, zumal im Alter die Hintergrundbeleuchtung und die Vergrößerung der Schrift zu einem großen Leseargument anwächst.
Bei einem Besuch bringt mir eine liebe Freundin das Buch „Der Distelfink“ von Donna Tartt mit und will unbedingt wissen, wie mir das Buch gefällt. Ein Blick auf dieses dicke Buch und die unbeschreiblich dünnen Seiten und ich winke ab und lade mir das Buch als E-Book herunter. Es ist wundervoll, und die Tatsache, dass mir mein Reader anzeigt, dass ich 17 Stunden an dem Buch lesen werde, lassen mich in eine andere Dimension abtauchen. Ich leide mit dem Protagonisten mit und erfahre so viel über seine Welt der Gemälde und Antiquitäten. Immer noch hoffe ich für ihn und mich auf ein einigermaßen erträgliches Happy-End.
Als es bei dem Buch auf das Ende zugeht, werde ich unruhiger. Noch kann alles passieren, vielleicht sogar ein Happy End. 48 Minuten Lesezeit zeigt mein Reader. Doch in diesem Moment erscheint beim Weiterklicken der Seite das Wort „Danksagung“. Das Buch ist zu Ende. Nix mit 48 Seiten - mein Reader hat mich getäuscht. Dieser plötzliche und unerwartete Abbruch ist ein richtiger Schock. Jetzt stürze ich in eine große Lesekrise.
Das wäre mir mit einem echten Buch sicherlich nicht passiert.

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