Donnerstag, 22. November 2018

NaNoWriMo



 
Im November ist es wieder so weit. Der NaNoWriMo startet. Dieser „National Novel Writing Month“ will Autoren dazu animieren, in einem Monat einen Roman zu schreiben – oder, wenn das nicht so wirklich klappt, sich zumindest an die Grenze von 50 000 Wörtern in 30 Tagen zu schreiben. In diesem besagten November, wenn das Wetter sowieso zum Schreiben einlädt, will der Wettbewerb Motivationshilfe sein. Autoren können sich zusammenschließen und treten dann in Form eines Wettbewerbs gegeneinander an.
Ich habe bei diesem Wettbewerb noch nie mitgemacht, und ich kann nur immer wieder den Kopf über so einen Blödsinn schütteln. Weiß doch jeder, dass zum Schreiben auch die Pausen gehören, und dass man nur noch Mist produziert, wenn man nicht rechtzeitig aufhört. Was hat man also von diesem Wettbewerb, wenn man nachher von 30 Seiten 20 in die Tonne treten kann. Das ist verlorene Energie und demotiviert doch eher, nie wieder zu schreiben, als dass man einen Roman vorlegen kann.
Klar behaupten die Initiatoren des Wettbewerbs, es gäbe berühmte Autoren, die auf die Weise zu einem großartigen Bestseller gekommen wären, aber sie erwähnen die Schreiber nicht, die nach dem Schreibmonat erst mal monatelang keine Silbe mehr produzieren.
Ich gehöre zu den Menschen, die regelmäßig schreiben, aber nach spätestens fünf Seiten am Roman mache ich eine Pause, gehe zum Sport, fahre Einkaufen, koche was – um anschließend an etwas ganz anderem weiter zu arbeiten. Mein Motto lautet: Dranbleiben und rechtzeitig aufhören, um am nächsten Tag mit neuem Flow zu beginnen. Vielleicht sollte ich mal zu einem neuen Wettbewerb aufrufen, dem „FüSeiproTa“ – „Fünf-Seiten-pro-Tag.“ Allerdings bin ich mir sicher, dass mein Modell nicht so erfolgreich sein wird. Kommt ja nur aus Bad Lippspringe und nicht aus den USA.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen