Donnerstag, 15. Oktober 2015

Ode an einen Regentag



Als ich aus der Mukkibude komme, schlägt mir der Regen entgegen. Schon auf dem kurzen Weg zum Auto werde ich ganz nass. Ich bin froh, wieder zu Hause zu sein. Heute -  und überhaupt.
Dass ich heute keine Termine und kein Pflichtprogramm habe, begeistert mich geradezu. Heute gehöre ich nur mir und meiner Tastatur.
Einen kurzen Moment denke ich überglücklich daran, jetzt nicht am Bahnhof stehen zu müssen, um den Zug zur Buchmesse zu nehmen. Es war eine wundervolle Entscheidung, auch in diesem Jahr nicht dorthin zu fahren. Und doch schwingt bei dem Gedanken an die Buchmesse auch eine Traurigkeit mit. Ich hatte immer das Gefühl, dass sich mir diese Messe nicht erschlossen hat. Für mich war sie immer nur das langsame Schleichen durch lange Messehallen, mal hier und mal da schauend, von allem zu viel und letztendlich zu wenig.
Die Buchmesse zeigte sich mir immer erst hinterher, in Zeitungs-, Fernseh- und Blogberichten.  Dann hatte ich umso mehr das Gefühl, nicht dazu gehört zu haben. So liegt in meiner Entscheidung gegen die Buchmesse einfach auch ein großes Stück Resignation.
Aber immerhin stehe ich nun nicht auf dem zugigen Bahnhof in Kassel-Wilhelmshöhe herum und warte auf den Anschlusszug, ich lasse mich nicht diese langen Rolltreppen hinauffahren, ich hetze nicht über die Rollbänder, die Träger meines immer schwerer werdenden Rucksacks drücken mich nicht, ich spüre nicht die immer heißer werdenden Füße. Resignation hat auch seine Vorteile. Und die genieße ich jetzt an meinem Schreibtisch mit dem Blick in den regnerischen Himmel, allein mit mir und meiner Tastatur. 

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