Immer zu Zeiten von
Fußball-WMs oder EMs setzt sie ein, die große Spuckerei in den Schulen. Die Schüler
laufen über den Schulhof und spucken nach links und rechts, sie streiten sich
und hinterlassen nach dem Streit ihre Speichelprobe auf dem Linoleum, sie
spucken einfach nur so aus Spaß das Treppenhaus hinunter auf die Köpfe der
anderen. Und warum? Weil die Fußballspieler die größten Idole sind. Und die
spucken, was das Zeug hält. Immer wenn sich eine Kamera auf sie richtet, rotzen
sie im hohen Bogen ins Gras. Jedes Mal frage ich mich, warum das so ist?
Begünstigt das Laufen mit dem Ball den Speichelfluss? Produziert das Schießen
auf ein Tor vermehrt Sekrete der Speicheldrüse? Oder ist es der Wunsch, eines jeden Fußballers, eine Spur zu
hinterlassen - und sei es nur auf dem Rasen und nur für kurze Zeit.
Schüler finden es cool
und darum spucken sie auch, pädagogischen Interventionen zum Trotz. So sind
alle Schulreinigungskräfte froh, wenn das Endspiel gelaufen ist.
Noch schlimmer aber
ist es, wenn Spieler nicht den
geringsten Respekt für ihre Gegner an den Tag legen. Wenn sie sich zum Beispiel
mit dem Trikot einer gegnerischen Mannschaft den Hintern abwischen und sich
auch noch witzig finden. Was soll man den Schülern denn über Sozialverhalten,
Respekt und Anerkennung der Leistung der anderen erzählen, wenn ihre Idole
nichts davon vorleben.
Soviel zum Fußball!
(Foto: Schwerin)


