Mittwoch, 13. Juni 2012

Fußball und die Spuckerei



Immer zu Zeiten von Fußball-WMs oder EMs setzt sie ein, die große Spuckerei in den Schulen. Die Schüler laufen über den Schulhof und spucken nach links und rechts, sie streiten sich und hinterlassen nach dem Streit ihre Speichelprobe auf dem Linoleum, sie spucken einfach nur so aus Spaß das Treppenhaus hinunter auf die Köpfe der anderen. Und warum? Weil die Fußballspieler die größten Idole sind. Und die spucken, was das Zeug hält. Immer wenn sich eine Kamera auf sie richtet, rotzen sie im hohen Bogen ins Gras. Jedes Mal frage ich mich, warum das so ist? Begünstigt das Laufen mit dem Ball den Speichelfluss? Produziert das Schießen auf ein Tor vermehrt Sekrete der Speicheldrüse? Oder ist es der  Wunsch, eines jeden Fußballers, eine Spur zu hinterlassen - und sei es nur auf dem Rasen und nur für kurze Zeit.
Schüler finden es cool und darum spucken sie auch, pädagogischen Interventionen zum Trotz. So sind alle Schulreinigungskräfte froh, wenn das Endspiel gelaufen ist.
Noch schlimmer aber ist es,  wenn Spieler nicht den geringsten Respekt für ihre Gegner an den Tag legen. Wenn sie sich zum Beispiel mit dem Trikot einer gegnerischen Mannschaft den Hintern abwischen und sich auch noch witzig finden. Was soll man den Schülern denn über Sozialverhalten, Respekt und Anerkennung der Leistung der anderen erzählen, wenn ihre Idole nichts davon vorleben.    
Soviel zum Fußball!  

(Foto: Schwerin)

Kommentare:

  1. Vielleicht sollte man den jungen Herren mal erklären, dass die Fußballer auf den Rasen spucken und (selten) auf die Köpfe anderer. Oder ins Treppenhaus. Oder in die Umkleidekabine.

    Übrigens habe ich gelesen, dass die ukrainischen Polizisten während der EM Spuckverbot haben.

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  2. Kein Witz. Sonnenblumenkerne dürfen sie demnach auch nicht kauen:

    http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1321727

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  3. Ich finde diese Spuckerei auch unglaublich und widerlich. Gerade gestern am Hauptbahnhof habe ich das wieder bei Jugendlichen gesehen.
    Herzliche Grüße, April

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  4. Du sprichst mir aus der Seele, sowohl was den Fußball angeht, aber auch, was das Spucken auf dem Schulhof angeht. Ich weigere mich aber, mit Papiertüchern und Essigreiniger in die Hofaufsicht zu gehen.

    LG Anna-Lena
    die sich zu dem Thema auch äußern musste...

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  5. Einfach nur widerlich dieses Machogehabe. Würde mich interessieren, was diese überbezahlten Fußballer dazu sagen, wenn ihre eigenen Kinder anfangen beim Einkaufsbummel in der Stadt überall rumzurotzen. Man sollte das so wie in Singapur handhaben, da werden solche Möchtegern-Machos zur Kasse gebeten. Schiedsrichter sollten berechtigt sein, jeden der da rumspuckt vom Platz zu weisen.

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