Mittwoch, 8. Juni 2011

Zeit-Djunkie

Ich kann wirklich von mir behaupten, der absolute Zeit-Djunkie zu sein. Wenn ich etwas erledigen muss, plane ich gleich ein, was ich alles noch mit-erledigen kann. Schnell noch bei der Sparkasse reinspringen, schnell noch einkaufen, zur Post, mal eben tanken.

So kam es, dass ich letzte Woche mal eben noch schnell tankte. Billig. Und Super plus. 
Das Problem ist nur: ich habe einen Diesel. 
Gleich beim Anfahren bemerkte ich den Fehler. Der Wagen tuckerte und hopste.
Du hast doch nicht etwa ... dachte ich. Doch. Ich hatte!

"Keinen Meter weiter fahren", riet der Tankwart. Sehr witzig. Da stand ich nun an der Tankstelle mitten in der Pampas und spürte, wie sich mein Zeitlevel von 5 auf 0 senkte. 
Dann ging es nur noch mit einem Leihwagen weiter.
Die Werkstatt um die Ecke freute sich. Sie hatten Zeit, und so ein Zeitdjunkie kam ihnen gerade recht. 
Hat da jemand gesagt, dass Zeit Geld ist? Meine Zeitersparnis hat mich fast 600,- Ocken gekostet!

Dienstag, 7. Juni 2011

Lesung in Cappeln


Heute hatten mich die Klassen R7a und R7b der Haupt- und Realschule Cappeln bei Cloppenburg zu einer Lesung eingeladen.
Intensiv hatten sie sich mit dem Thema Chatten auseinander gesetzt, hatten mein Buch gelesen und Lesetagebücher dazu erstellt, die wunder- wunderschön waren, hatten eine Talkshow inszeniert, Fotos gemacht und Bilder gemalt.
Durch Elternabende und Besuche der Polizei wird das Thema noch vertieft.
Ich war echt beeindruckt, vor allem, als Schüler erzählten, sie hätten sich sogar privat getroffen, um einen Film zu drehen. 
Den Morgen habe ich echt genossen.
Hier sind ein paar Eindrücke:


Montag, 6. Juni 2011

Abgeschoben

"Abgeschoben" heißt der neue und letzte Klar-Reality-Roman, der im September erscheinen wird.
In dieser Biografie habe ich einen jungen Iraner beim Schreiben begleitet, der sich Djamal Samiri nennt.
Djamal hatte lange überlegt, dieses Buch zu schreiben. Er hatte Angst, die Ehre seiner Familie zu beschmutzen. Eine Familie hält zusammen -  die Eltern wollen immer nur das Beste für ihr Kind. Das war das Mantra, das ihm seine Eltern immer und immer wieder eingeimpft hatten.
Die Wirklichkeit aber sah anders aus. Die Eltern zerfleischten sich gegenseitig in einem endlosen Ehekrieg. Als sie sich schließlich trennten, benutzten sie Djamal, ihre Streitigkeiten weiter zu führen. Wie ein Pingpongball wurde er zwischen Vater und Mutter hin und her gespielt. Oft genug landete er auf der Straße oder im Heim.
Als die Eltern ihn endgültig loswerden wollten, brachten sie ihn mit einer Lüge ins Gefängnis. Dann bereitete sein Vater seine Abschiebung in den Iran vor.

Sonntag, 5. Juni 2011

Rückblick auf den Urlaub


Unbedingt muss ich von meiner ersten Fahrt mit einem E-Bike berichten. Bei der Kurverwaltung in Bad Liebenzell konnte man sich Elektroräder ausleihen und damit durch den Schwarzwald gurken. Da wir die immer schon mal ausprobieren wollten, schlugen wir gleich zu.
Es gab so richtige "Klischee-Räder". Für die Frauen gab es Räder mit Vollautomatik. Diese Räder fühlten geradezu, was gut für uns Frauen war und stellten sich darauf ein. Für die Männer gab es dagegen Räder, die vor Elektronik nur so blinkten. Hier ein Lämpchen für das Aufladen, da zum Geschwindigkeit einstellen, hier ein digitales Tachometer und da ein elektronischer Kilometerzähler.
Lustiger Weise waren wir alle total zufrieden mit der Wahl.

E-Bike fahren ist wirklich witzig. Okay, Mountainbikefahrer sahen uns mitleidig an, wenn wir entspannt die Berge hochdüsten. Für sie ist ein E-Bike wahrscheinlich der Vorläufer für ein Gehwägelchen. 
Aber so ein Flachländer wie ich kriegt schon beim Anblick eines Berges Schnappatmung und eine Hitzewallung. Jetzt aber brauchte ich nur auf den Berg zufahren. Die Pedale packte sozusagen unter meine Fußsohle und half beim Treten. 
Irre! 

(Foto: Calw)

Mittwoch, 1. Juni 2011

Männers



Gestern Abend planen wir unseren Kurzurlaub durch den Schwarzwald.
Ich: Und dann müssen wir noch unbedingt nach Calw.
Siggi: ...
Nils: ...
Ich: In Calw hat Hermann Hesse gelebt.
Siggi: ...
Nils: ...
Ich: Vielleicht gibt es ja auch eine Führung durch die Stadt. Auf den Spuren Hermann Hesses.
Siggi: ...
Nils: ...
Ach, wie ich sie liebe, diese Begeisterung meiner Männer für Kultur, und ganz besonders für das Leben von Autoren und deren Literatur...

Dienstag, 31. Mai 2011

Verschnaufpause


Unser Wohnmobil steht frisch gewaschen und gepackt vor der Haustür. Morgen wollen wir für ein paar Tage in einen Kurzurlaub starten. Zwar nicht, wie hier auf dem Foto, nach Lappland, aber in den Schwarzwald. Radlen, Kanu fahren, grillen, sonnen, lesen ... und ein bisschen schreiben muss auch drin sein. Sonst wären es ja keine echten Ferien. 

(Foto: Lappland, Schweden)


Montag, 30. Mai 2011

Gruß nach Schwanewede


Vor einiger Zeit schrieb mir die 7. Klasse der Waldschule Schwanewede und gab mir Rückmeldungen zu dem Buch "Sauf ruhig weiter, wenn du meinst". Sie hatten es im Unterricht gelesen, und es hatte ihnen gut gefallen. Allerdings wünschten sie sich eine Fortsetzung, um zu sehen, ob Richard und Meike noch zusammen kommen. Und sie fanden es besser, wenn das Lesealter auf 14 Jahre raufgesetzt würde. 
Vor allem aber wünschten sie sich, dass ich sie mal in ihrer Schule besuche.

Ein Blick auf die Landkarte zeigte mir, dass Schwanewede nicht gerade um die Ecke liegt, fast 300 km von meinem Wohnort entfernt nördlich von Bremen.
"Natürlich kann ich gerne zu einem Besuch zu euch kommen, aber dann wäre es gut, wenn eure Lehrer das mit mir absprechen", schrieb ich vorsichtig zurück. Eine Lesung kostet natürlich Geld, und wenn die Fahrtkosten auch noch hoch sind und eine Übernachtung eingeplant werden muss, ist das nicht für jede Schule erschwinglich.
Doch kurze Zeit später meldete sich die Klassenlehrerin Frau Chopin bei mir. Sie freute sich ebenfalls, wenn ich zu einer Lesung käme. Der Förderverein der Schule und die Schulbibliothek hatten das Projekt finanziell mit gefördert.
Und so kam es, dass ich die letzten beiden Tage in Schwanewede verbracht habe. 

Die Lesung war liebevoll organisiert. Frau Chopin und ihre Mitarbeiterin Frau Poveleit empfingen mich noch abends und wir hatten Zeit für private Gespräche und einen Bummel durch den Ort (an dieser Stelle muss das leckere Abendessen und ganz besonders diese köstliche Quark-Bananen-Mandel-Eischnee-Kreation von Herrn Chopin erwähnt werden!!!). 
Am nächsten Morgen lernte ich dann die Schule, die Bibliothek und endlich auch die Schüler kennen. Ich las aus "Im Chat war er noch so süß" und aus "Abgemixt", und die Schüler hörten gebannt zu.
Nach den Lesungen saßen wir mit einigen Kollegen noch gemütlich in der Schulmensa, bevor ich mich wieder auf die Piste nach Hause machte.

Diese drei Jungs muss ich doch noch extra erwähnen. Das sind Rinan, Gero und Mahmoud, die eine Präsentation über mich erstellt hatten. FREIWILLIG!!!!!


Euch allen vielen Dank, es war schön bei euch.

Freitag, 27. Mai 2011

Lesung zum Thema Sucht

Eine gelungene Kombination aus Buch und Aktion gab es gestern in der Stadtbibliothek Duisburg. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche "Alkohol? - Weniger ist besser" hatten mich die Fachstelle für Suchtvorbeugung & Jugendsuchtberatung und die Stadtbibliothek zu einer Lesung eingeladen. Ich las aus dem Buch "Sauf ruhig weiter, wenn du meinst."

Anschließend hatte die Suchtberatungsstelle verschiedene Parcoure aufgebaut, in denen man viel über die Wirkung des Alkohols lernen konnte. Hier zum Beispiel lernen die Schüler, erste Hilfe an einem Komatrinker zu leisten. Das machte alle richtig betroffen.

Auch meine Lesung war schön und interessant. Besonders gefreut hat mich, dass eine Klasse eingeladen war, die mir schon einmal geschrieben hatten. Das wusste ich vorher nicht, und so war ich überrascht, als die Schüler in den Vortragsraum stürmten, mir die Hand schüttelten, wie einer alten Bekannten, und sich dann in die erste Reihe setzten. 



Donnerstag, 26. Mai 2011

Wettbewerb ist zu Ende


In diesem Jahr hatte der Verlag an der Ruhr wieder einen Wettbewerb für die Klassen 6-9 ausgeschrieben. Diesmal ging es darum, zu einem Klar-Roman eine Fotostory zu erstellen. 
Der Wettbewerb ist nun beendet. Viele schöne Einsendungen sind im Verlag eingegangen, und Frau Neuhäuser von der Marketingabteilung jammerte schon, es würde sicherlich eine schrecklich schwere Entscheidung werden. 
Bin ich froh, dass ich das nicht mit entscheiden muss. 
Die Sieger gewinnen Bücher, Geld und eine Lesung bei mir. 
Ich bin schon gespannt und drücke euch ganz ganz fest die Daumen.
Allen Teilnehmern wollen wir aber noch einmal ganz ganz herzlich danken, dass sie bei diesem Wettbewerb mitgemacht haben. Noch vor den Sommerferien werdet ihr über einen Gewinn benachrichtigt!  Und vielleicht lerne ich euch dann auch ganz persönlich kennen. 

Mittwoch, 25. Mai 2011

Belegexemplare zu Verheimlicht


Seit ein paar Tagen ist es angekündigt. Heute nun war es soweit: Der Briefträger brachte mir die Belegexemplare des Buches "Verheimlicht". 
Wieder habe ich eine Jugendliche beim Schreiben ihrer Biografie begleitet. Sie nennt sich Jenny Federson. 
Jenny und ihr Mann hatten viele Schulden angehäuft und wussten keinen Ausweg. Da entschied sich Jenny für ein Doppelleben. Tagsüber war sie Mutter und Ehefrau, nachts arbeitete sie in einem Bordell. 


Über mein gemeinsames Schreiben mit Jenny hat es vor einem Jahr auch eine Fernsehsendung im RTL-regional in der Sendung "Guten Abend NRW" gegeben. Auf meiner Homepage habe ich darüber berichtet. 
Hier noch ein paar Fotos von den Dreharbeiten.