Samstag, 25. Oktober 2014

Das Turmzimmer im NIG


Den letzten Tag meiner Bad Harzburger Lesereise verbringe ich im NIG, dem Niedersächsischen Internatsgymnasium. An Gymnasien werde ich eher selten eingeladen, und in einem Internat bin ich noch nie gewesen. Dieses Internat ist atemberaubend schön, und es kommen mir sofort Erinnerungen an die Internatsbücher, die ich in meiner Kinderzeit verschlungen habe. Eins ist klar: In diesem Internat hätten sich Hanni und Nanni sauwohl gefühlt.



„Wenn ich mal eine Internatsgeschichte schreibe, suche ich mir ein Plätzchen an Ihrer Schule“, sage ich dem Schulleiter Herrn Eberts, und der erwidert strahlend: „Ich habe sogar ein Zimmer, in dem Sie sich bestimmt wohl fühlen. Es ist unser Turmzimmer. Man hat hier den absoluten Überblick.“
Das MUSS ich sehen.


Nach meiner Lesung, (die übrigens total schön war!) nimmt sich Herr Eberts Zeit, mir die Schule zu zeigen. Diese Schule ist echt der Hammer. Sie verleitet nicht nur dazu, Internatsgeschichten zu schreiben, man könnte auch gute Gespenstergeschichten erfinden oder Adelsromane entwickeln.






Hier wäre ich total gerne zur Schule gegangen, sowohl als Schüler, als auch als Lehrer. Naja, einen Vormittag als Autorin zu verbringen, ist immerhin auch schon ein Trost…
Übrigens hatte die Schule in all ihren Winkeln und Turmzimmern auch ganz moderne Einrichtungen, wie z.B. ein Fitnessraum und ein Kletterzimmer. 



Kommentare:

  1. Wie wahr, ein tolles Haus.
    Darf man so etwas überhaupt noch als "Haus" betiteln?
    Herzliche Grüsse
    Bea

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  2. Internatsromantik ist (aus meiner Sicht) nur in Büchern spannend. Ich war vier lange Jahre just in diesem Internat, vielleicht lag es an mir, dass ich mich reglementiert und eingeengt fühlte. Voll in der Pubertät und außer dem Klo kein Plätzchen zum Ausheulen und Fürsichsein. Schlafräume mit Stockbetten für acht bis elf Mädchen, der Hocker neben dem Bett der Privatbereich. Der Spind wurde regelmäßig während der Unterrichtszeit kontrolliert, lagen die Sachen nicht ordentlich aufeinander, fand man sie nach der Schule vor dem Schrank. Unmöglich, dort Dinge aufzuheben, die man nicht öffentlich machen wollte. Die hier so schön abgebildeten Räume des reichen alten Kaufmannshauses waren gar nicht für die Schülerinnen bestimmt.

    Heute ist dieses Internat sicher etwas moderner und freier. Aber, glaubt es mir, es riecht dort immer noch nach diesem Bohnerwachs der vergangenen Jahre. Gruß, Kalinka

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    1. Was für ein großer Zufall, dass du ausgerechnet dort warst. Ich weiß natürlich auch, dass das romantische Internatsleben nur in die Schneiderbücher gehört. Ich kann mir gut vorstellen, dass mangelnde Privatsphäre in Internaten ein großes Problem ist.
      Liebe Grüße, Annette

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