Sonntag, 12. Februar 2017

Für meinen Vater


Manchmal ganz plötzlich denke ich: Diese Geschichte würde ihm gefallen. Er würde sie mit großen Augen zur Kenntnis nehmen, und sich dann aufregen oder kaputtlachen oder verwundert den Kopf schütteln … und dann fällt mir auf, wie oft ich mir Geschichten aufgehoben habe, nur für ihn. Ich habe mich zu ihm gesetzt und ihm erzählt, von dieser komischen Welt da draußen, an der er immer weniger Teil haben konnte. Und er hat gelacht oder sich aufgeregt und ganz viel nachgefragt. Und manchmal habe ich sie nochmal erzählt, und manchmal sogar noch ein drittes Mal. Umso mehr tut es so weh, wenn mir bewusst ist, dass er gar nicht mehr da ist, und es keinen Ort mehr gibt, an dem ich ihn treffen kann, um ihm diese Geschichten zu erzählen. Und dann hoffe ich einfach, dass er da irgendwo ist – im Himmel, oder sonstwo – und sich trotzdem daran erfreuen kann. 

1 Kommentar:

  1. Trauer verändert sich,
    liebe Annette,
    wird 'abgerundet' mit der Zeit wie ein Stein im Bachbett,
    Die Sehnsucht nach einem lieben Menschen jedoch 'überfällt' einen plötzlich, unerwartet - wie aus heiterhellem Himmel...
    Das vergeht nie!
    Schön, was und wie du von deinem Vater schreibst: Danke!

    Herzlichen Gruss nordwärts
    HAusfrau Hanna

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