Mittwoch, 8. Februar 2012

Mütterliche Fürsorge

„Kind, setz dir bloß `ne Mütze auf!“, rief mir meine Mutter früher immer nach, wenn ich zur Schule ging und es bitterkalt war.
Aber `ne Mütze? Das war doch völlig indiskutabel. Die war rettungslos out und machte fettige Haare.
Jaja, man kriegt doch alles im Leben irgendwann zurück.
Bei einem Spaziergang durch die sonnige Eislandschaft laufen unsere Söhne neben mir her. Der eine mit dünnem Anorak, ohne Schal und Mütze, der andere mit dünnen Turnschuhen aus Stoff und mit Gummisohle.
„Das ist doch viel zu kalt“, rege ich mich auf.
Die Söhne winken ab.  Alles im grünen Bereich.
Dabei habe ich Sohn 2 einen richtig schicken langen kuscheligen Schal gestrickt. Aber den mochte er nicht. Zu bunt - angeblich. Denkt jetzt nicht, ich hätte ihn in rosa, orange oder giftgrün gestrickt. Der war dunkelblau mit klitzekleinen Anwandlungen von lila. Aber Sohn 2 trägt eben nur schwarz.
Und was die Schuhe von Sohn 3 betrifft, da bin ich extra mit ihm losgezogen und habe schicke warme Winterboots gekauft (by the way: nicht gerade billig.) Aber immer wenn ich ihn sehe, trägt er irgendwelche dünnen Sommerschuhe. Was heißt Schuhe? Puschen würde ich die Dinger nennen.
Heute habe ich es nicht mehr ertragen. Ich bin durch die Geschäfte gezogen, habe VIER Mützen, einen Schal und zwei dicke Pullover gekauft. Aber ich ahne schon, wie die Geschichte ausgeht. Sie werden abwinken. Und zuletzt wird mein Mann sich erbarmen. Damit meine Mühe nicht umsonst war.

 (Foto: Arolsen/ Seoul)

Kommentare:

  1. Liebe Annette, Es hat keinen Zweck. Niemals mehr werde ich auch nur ein einziges Kleidungsstück für meine Söhne nach Hause tragen, nicht mal ein weißes T-Shirt. Ich treffe niemals mehr den Geschmack, nicht mal annähernd.
    Mützen aufsetzen, das leidige Thema, vertane Liebesmüh.
    Aber du hast dir jetzt keine Ballonschirmütze gekauft ? Hi,hi !
    GLG

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  2. Liebe Annette,

    da bräuchte ich meinem Großen (und er ist ja längst nicht so groß und vernünftig wie Deine) gar nicht mit kommen. Eine Mütze ruiniert schließlich die Frisur, und die hat er in stundenlanger Arbeit perfekt gegelt.
    Handschuhe gehen, aber nur solange ein Emblem vom Sportverein drauf ist.
    Ich frage mich immer, ob sie einfach abgehärteter sind, oder ob sie um der 'Schönheit' willen stumm leiden?
    Darf ich Dich trösten?
    Deine Söhne werden es einmal als Väter am eigenen Leib erfahren!;)

    Liebe Grüße
    Nikola

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  3. Liebe Annette,

    meine Jüngste hasst Mützen genauso wie ich (mittlerweile trage ich mal welche, wenn es SEHR kalt ist), also lasse ich sie. Dafür hat sie den totalen Schal- und Tuch-Tick. Das ist natürlich bei dem Wetter prima :-)
    Was Schuhe angeht, ich fürchte, wenn ich das richtig sehe, ist sie bei dem Wetter gerade mit ihren dünnen Turnschuhen im Stadion (Hertha!) und frostet so richtig durch. Ich trug früher auch nur Turnschuhe, aber ich bilde mir ein, damals waren die Sohlen dicker ;-)
    Und ich hab übrigens als Jugendliche nicht stumm gelitten, sondern mir war früher wirklich deutlich weniger kalt als heute. Ich bin auch bei -15°C noch mit Jeans und dickem Pulli quer durch die Stadt Fahrrad gefahren. Wenn ich da heute dran denke ...

    Liebe Grüße
    Petra

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  4. Liebe Annette,
    Mein Töchterchen (auch noch bedeutend kleiner, als die deinigen) braucht jedes Mal eine gewissen Anlauf - und Angewöhnungszeit, bis sie sich meinen Einkäufen erbarmt. Doch dann kann sie sich kaum noch davon trennen. Mein "Grosser" ist dafür bis jetzt (ich hoffe, das hält noch lange an) sehr pflegeleicht.

    Dafür hat dein Mann dann reichlich Auswahl ;)

    Liebe Grüsse,
    Mirjam

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  5. Ach, wie toll, so viele mitleidende Kommentare vorzufinden. Wir sollten eine Selbsthilfegruppe gründen!
    Danke.

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  6. Ja, den Club der Mütter sturer Kinder - CMSK ;-)

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