Montag, 18. Juli 2011

Laufen, laufen, laufen


Pünktlich zweimal die Woche stehen sie zur gleicher Zeit am selben Ort, die Frauen meiner Laufgruppe. Schon seit 18 Jahren sind sie eine feste Gruppe, seit zwei Jahren gehöre ich dazu. 
Das Geheimnis der Gruppendynamik heißt Verbindlichkeit. Wer nicht kommen kann, muss kurz absagen. Es reicht eine Mail, eine SMS, ein kurzer Anruf auf den Anrufbeantworter. Doch diese Absage führt dazu, dass man sich mit der Begründung auseinander setzen muss. Und dann merkt man plötzlich - eigentlich geht es doch. 

Wir laufen immer dieselbe Strecke, einen Laufparcour von sechs Kilometern. 
"Man muss auch mal variieren", sagen die Lauftrainer, die es immer besser wissen. "Man muss sich auch mal steigern, mal bergauf laufen, mal was Neues ausprobieren."
Aber das tut wir nicht. Wir pfeifen auf die Besserwisser. Sechs Kilometer eine einfache Strecke sind nicht die Welt, aber es ist besser, als am Computer zu sitzen. 

Wir laufen so langsam, dass wir uns unterhalten können. Und dann quatschen wir miteinander. So vergeht die Zeit schneller und wir haben uns neben dem Sport auch noch alles Mögliche an Sorgen von der Seele geredet, die neusten Literaturtipps bekommen und das Kulturprogramm der letzten Woche besprochen.
Die Marathonläufer rennen kopfschüttelnd mit langen Beinen an uns vorbei. Wir sind die Bremsen in ihrem Fitnessprogramm. 
Doch dann lächeln wir milde zurück. Wie kann man sich denn in der Freizeit denn so einen Stress machen. 
 (Foto: Darß)

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