Dienstag, 19. Juli 2011

Waldorfschüler


Für ein paar Tage ist mein jüngster Sohn Benny zu Besuch. Wir beschließen, nach Schloss Hamborn zu fahren. Hier in dem anthroposophischen Dorf bei Paderborn sind Alexander und er zur Waldorfschule gegangen. Und obwohl wir mit Anthroposophie und dem selbstgestrickten Teil der Waldorfs nicht so viel am Hut haben, fühlen wir uns alle dieser schönen Schule unheimlich verbunden. 
Natürlich gibt es dort wie überall die einen oder anderen Lehrer, über die sich die Kinder geärgert haben, doch in Erinnerung bleibt der Gedanke an eine erlebnisreiche interessante Schulzeit.

Nun wandern wir durch das kleine Örtchen. Stockrosen überall, Pferde auf den Wiesen, dazwischen die ockergelben Gebäude der Heime und der Schule.
Auf dem Schülerhof hat eine Klasse Unterricht. Zwei Schüler bringen die großen Norweger-Pferde auf die Wiese. Das Mädchen ist forsch, der Junge ängstlicher.
"Du bist ein gutes Pferd", sagt er wieder und läuft im großen Abstand neben dem Pferd her. Vorsichtig, damit ihn die Hufe nicht erwischen. Doch das Pferd ist es gewöhnt, einen ängstlichen Schüler am Strick zu haben. Gelassen führt es den Schüler neben sich her. 
Im Stall versuchen Schüler, zwei Schafe zu melken. Die Schafe blöken. Sie sind genervt von der Aufregung der Schüler. Da, endlich rinnt der erste Milchstahl in den Eimer. Die Schüler jubeln begeistert.
In einem anderen Stall liegt eine riesengroße schwarze Sau auf der Seite. Bestimmt werden in den nächsten Tagen Ferkel geboren. Dann liegt immer ehrfurchtsvolle Stille über den Ställen. Auf den Zäunen sitzen die Kinder dann ganz still und sehen zu, wie der Landwirt ein Ferkel nach dem anderen ins Stroh bettet.
"Bitte denkt daran, dass ich hier im Altenwerk leben möchte, wenn ich es nicht mehr alleine kann", sage ich. 

(Foto: Monbachtal, Bad Liebenzell)

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