Mittwoch, 6. Juni 2012

Die Beziehungsebene



Zu einem neuen Projekt soll ich ein Probekapitel einreichen. Es hört sich alles schwierig an, und ich bin mir nicht sicher, ob ich es überhaupt richtig verstanden habe. Trotzdem probiere ich es. Doch mein Probekapitel ist nicht das, was sich der Verlag vorgestellt hat. Wir reden noch einmal über das Projekt. Jetzt erscheint es mir noch schwieriger.
„Das knicke ich“, denke ich. Warte nur auf den passenden Moment, dem Redakteur zu sagen, dass ich wohl nicht die geeignete Autorin in dieser Angelegenheit bin.
„Regnet es bei Ihnen?“, fragt der Redakteur plötzlich und unvermittelt.
Der Regen schlägt hart gegen die Dachfenster. Das ist sogar durch das Telefon zu hören. Ich erzähle dem Mann von unserem ostwestfälischen Nieselregen. Er kenne die Gegend, sagt er. Seine Oma lebte früher in Paderborn. Und - ach ja - seine Tante sei sogar Lehrerin in Bad Lippspringe gewesen.
Echt? Das ist ja komisch. Ich frage nach, wie seine Tante heißt - und - ich fasse es nicht - kenne sie tatsächlich. Und nicht nur das! Ich bin sogar gut mit ihr befreundet. Das haben weder er noch ich gewusst.
Nun lachen wir beide. Was für ein Zufalle. Wie klein die Welt doch ist.
Dann versucht er noch einmal, mir das Projekt zu erklären. Und jetzt kapiere ich es. War doch eigentlich ganz einfach. 
Es muss eben die Beziehung stimmen! 

 (Foto: Provence)

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