Mittwoch, 5. Februar 2014

An einigen Tagen – spätnachmittags…




… wenn die Auftragsarbeit geschrieben,  die Hausarbeit erledigt und das Pferd im Stall ist, und auch nur dann, wenn es die Zeit wirklich erlaubt, und das ist nicht an jedem Tag, und darum so kostbar, mache ich mich an meinen neuen Roman.
Er hat eine Weile gebraucht, bis er mich gefunden hat. Zu sehr war ich mit Überlegungen beschäftigt, wie sich der Markt entwickeln wird und was wohl gebraucht und gelesen und vor allem von Verlagen gewünscht ist. Doch dann fand er mich – und ich kann gar nicht genau sagen, wo und wie und vor allem warum.
Nun sitze ich an ihm wie vor einem zarten Pflänzchen, schreibe, denke nach, schreibe wieder. Ich ertrage meine hölzerne Unfähigkeit, den Dingen eine Sprache zu geben, hoffe, dass es Tage gibt, an denen es besser gelingt, gebe Zeit, lasse ruhen, freue mich dann, ihm wieder zu begegnen.
Ob er jemals fertig wird, und erst recht, ob er jemals einen Weg in den Verlag schafft? Ich weiß es nicht, und ehrlich gesagt, noch ist es mir ganz egal. Er gehört mir, und ich freue mich an ihm.
Jetzt gleich zum Beispiel schenke ich ihm wieder eine Stunde, und ich schreibe diesen Post voller Vorfreude.

Kommentare:

  1. Liebe Annette, das hört sich einfach wunderbar an! So als hättest du deine schriftstellerische Unschuld wiedergefunden. Es tut doch unheimlich gut, wenn man zum Genuss schreiben kann, ohne an das Später zu denken. An das Veröffentlichen, an die Zielgruppe, an die Erwartungen. So ein heimliches Herzensprojekt, dass ganz langsam wachsen darf, wünsche ich mir auch sehr. Genieße diese kostbare Schreibzeit!

    Liebe Grüße
    Nikola

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  2. Diese kleinen Schreibinseln muss mich man sich bewahren, liebe Annette. Neben all den Aufträgen. Ich mache das auch. Und wer weiß, wo dein Herzensprojekt mal landet. Ganz viel Schreibfreude!

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