Donnerstag, 6. Januar 2011

Die Schreibwerkstatt beginnt

Heute nun beginnt meine Schreibwerkstatt an der Offenen Schule Kassel-Waldau.
In der Stadtteilbücherei in der Schule werde ich nett empfangen. 
Nach und nach treffen 22 Schüler ein. Sie sind zwischen 12 und 13 Jahre alt. Ihre Gesichter sind offen und interessiert.
Wir stellen uns vor, machen dann ein Schreibspiel mit unseren Namen zum Warmwerden.
Danach geht es an die Arbeit.

Ich bitte jeden Schüler, sich ein großes Blatt Papier und Stifte zum Malen oder Schreiben zu nehmen. Dann können sie sich in der schönen Bücherei einen Ort suchen, an dem sie allein sind. Dort sollen sie es sich gemütlich machen.

Einige lümmeln sich auf den Sofas, andere liegen auf dem Boden, wieder andere bauen sich eine Höhle unter dem Stuhl.
Ich erkläre, wie eine Fantasiereise funktioniert.
Die Schüler schließen die Augen.

Ich bitte die Schüler, den Atem fließen zu lassen, sich zu entspannen.
Dann sollen sie sich vor ihrem inneren Auge betrachten, ihr Gesicht ansehen, ihre Haare und ihre Kleidung betrachten. Schließlich einen Ort um sich herum entstehen lassen, einen Raum vielleicht oder die Natur, und sich diesen Ort  genau anschauen.
Und dann sollen sie sich vorstellen, dass etwas geschieht. Etwas Schönes vielleicht. Oder etwas Komisches. Oder auch etwas Unheimliches.
Sie sollen schauen, wie sie sich verhalten. Wie es ihnen dabei geht. Was dann passiert. Und wie alles zu Ende geht.

Ich gebe Zeit.
Es ist ganz ruhig im Raum. Alle liegen mit entspannten Gesichtern.
Anschließend hole ich sie langsam in den Raum zurück, bitte sie, nicht zu sprechen und lasse sie die Fantasie auf das Blatt Papier malen oder schreiben. 
Alle haben etwas gesehen. Alle sind in ihre Geschichte vertieft.
Das ist ein beeindruckender Moment.

Jetzt treffen wir uns im Stuhlkreis.
Einer nach dem anderen legt sein Bild in die Mitte und erzählt sein Erlebnis. 
Die Geschichten sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Von einer Begegnung mit Cristiano Ronaldo bis zu einem Treffen mit einem grünen Wurm mit roten Augen ist alles dabei.

Danach gibt es ein bisschen Stilkunde: Wie fängt man eine Geschichte an?
Und nun geht es an die Schreibarbeit.

Der Vormittag verfliegt. 
Als es Mittag ist, haben alle einen tollen Anfang geschafft.
Morgen geht es weiter! Ich bin gespannt.




Kommentare:

  1. Liebe Annette,
    das klingt so spannend, da wäre ich gerne dabei gewesen!

    Ich freue mich schon auf deine weiteren Berichte!

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  2. Oh ja, das klingt wirklich spannend!
    Nur gefällt dieser Anfang mit der Reise nach innen. Danke fürs Teilen.

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  3. Toll, Annette! Ich bin richtig ein bisschen neidisch auf dich, weil du sicher unheimlich viel Spaß mit deinen schreibwütigen Kindern hast!

    Ich bin gespannt, wie eure Arbeit weitergeht!

    Liebe Grüße und viel Erfolg
    wünscht dir
    Barbara

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  4. Ich finde solche Aktionen wirklich toll! So ein Abenteuer sollten mehrere Schulen in Angriff nehmen. Liebe Grüße, Tanja

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