Samstag, 14. Mai 2011

Freitod

Seit einigen Tagen bin ich sehr bedrückt. Jemand den ich kenne - den ich kannte - hat sich das Leben genommen. Als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, vor drei Wochen etwa, befand er sich in einem psychischen Ausnahmezustand. Er war sehr aufgeregt, zitterte und war schweißgebadet. Ich hätte ihm helfen können, aber er wollte meine Hilfe nicht. Ich bat verschiedene Institutionen um Hilfe für ihn, aber sie waren nicht zuständig.

Nun hat er das Problem aus seine Weise gelöst. Mit dem Motorrad ist er ungebremst in den Gegenverkehr gefahren. Ein schwerer Schock für den LKW-Fahrer. 
Ich bin traurig und ratlos - fühle mich mit verantwortlich. 
Warum ist es für viele Menschen bloß so schwer, um Hilfe zu bitten. Es gibt immer Lösungen für Probleme, nur dass man sie selbst so oft nicht sehen kann. 

(Foto: Friedhof, Cappeln)

Kommentare:

  1. Mein aufrichtiges Beileid. Manchmal erscheint das Leben so schwer, dass sogar Um-Hilfe-Bitten eine nicht zu bewältigende Herausforderung darstellt.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Annette,
    es ist eine sehr schwierige Situation.
    Mein aufrichtiges Beileid.
    Nach dem Freitod des Fußballers Robert Enke,wurde das Thema Depression ausführlich in den Medien diskutiert. Ich glaube, die Kranken Menschen sehen keine Lösung mehr für sich, aus der Dunkelheit heraus zufinden. Sogar die nächsten Angehörigen finden keinen Gesprächszugang mehr zu ihnen.
    Schlimm es es für die Hinterbliebenen. Denn es bleiben so viele Fragen offen...
    Sei lieb gegrüßt von Mon-Re

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Annette,
    Tragisch und sehr traurig. Ich weiss gar nicht, was ich dir sagen soll...
    Ausser, mein Aufrichtiges Beileid und ich bin in Gedanken bei dir.

    mirjam

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Annette,
    Das tut mir unendlich Leid. Ich habe anfang des Jahres selbst mit einem meiner großen Kinder fast diese Situation erlebt. Ich konnte zum Glück dafür sorgen, dass er in eine Klinik gegangen ist, der Kampf geht aber weiter. Im näheren Bekanntenkreis habe ich eine Freundin durch Freitod verloren. Obwohl sie depressiv war und Alkoholkrank, war es vermutlich in dem Moment, doch eine "Kurzschlusshandlung". Es war nicht angekündigt und es gab nachher ein großes Rätselraten,warum sie mitten aus den Essensvorbereitungen auf einmal den Entschluss gefasst und durchgeführt hat. Es hat lange gedauert damit zu leben. Ich wünsche dir viel Kraft dafür und fühl dich umarmt von mir!
    Deine Lisa

    AntwortenLöschen
  5. Ach, danke für eure lieben Worte. Beileidsworte empfinde ich fast als unpassend, weil ich diesen Menschen nicht gut kannte, nur in dieser schwierigen psychischen Situation plötzlich Angst hatte, er könnte ich etwas antun. Umso schrecklicher, dass mein Gefühl richtig war, ich aber nicht so reagiert habe, dass ich ihm helfen konnte.
    Liebe Grüße
    Annette

    AntwortenLöschen