Sonntag, 11. September 2011

120 Freieinheiten


"Annette? Ich habe ein Geschenk für dich."
Meine Schwiegermutter ist am Telefon.
"Ich bin doch im Oktober fast vier Wochen weg. Da kannst du meine Freieinheiten abtelefonieren."
Für einen Moment bin ich echt sprachlos. 
"Wir haben eine Flatrate fürs Telefonieren", sagte ich, aber das versteht sie nicht.
"Doch, doch, das mach mal", fährt sie fort. "Die soll man nicht so einfach verschwenden. Die Telecom schenkt einem schließlich auch nichts."
Meine Schwiegermutter wohnt am anderen Ende der Stadt, und zu ihrer Wohnung im zweiten Stock führt ein superlangsamer Fahrstuhl. Schon die Idee, dass ich in ihre Wohnung fahre, um zu telefonieren, hat eine gewisse Komik. Und dann muss ich wahrscheinlich noch eine Strichliste führen, um die Freieinheiten auszuzählen.
"Ich stell dir meinen bequemen Sessel ans Telefon, dann kannst du es dir gemütlich machen."
"Danke, das ist ganz lieb", sagte ich schließlich. "Aber das mache ich ganz bestimmt nicht. Ich telefoniere gar nicht so viel, und wir kriegen selbst unsere Freieinheiten gar nicht abtelefoniert."
"Ach, nein?" Jetzt ist sie enttäuscht. Gott sei Dank fällt ihr jetzt eine Nachbarin ein. Die hat vielleicht Spaß am Telefonieren. 
Hauptsache, sie hält sich an die Freieinheiten.

(Foto: Belo Horizonte, Brasilien)

Kommentare:

  1. I read your blog with google translate tool, I'm enjoying reading your review/story and will come back later.

    thanks
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  2. Es ist ja der Gedanke, der zählt... ^^

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  3. Ja, auf alle Fälle - und der ist absolut lieb.
    Annette

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