Dienstag, 25. Oktober 2011

Hausputz


Natürlich putze ich nicht gerne. Bügeln ist ja noch halbwegs okay, aber Böden wischen und Teppiche saugen und diese ewige Wäsche - so wirklich spannend ist das nicht. Und doch scheint mich diese geistig unanstrengende Arbeit irgendwie zu inspirieren. Am Anfang denke ich jedes Mal: Mach mal ein bisschen hinne, dann hast du`s schnell hinter dir. Doch während ich so vor mich hin wische, dabei die Blumen an die Seite schiebe und die Stühle wegrücke, gleiten meine Gedanken irgendwie unkoordiniert in der Gegend herum. Manchmal fliegen mich Erinnerungen an, die ich längst vergessen habe, manchmal führe ich einen inneren Dialog mit jemandem, bei dem ich noch eine Rechnung offen habe, manchmal aber kommen mir auch Ideen zum Schreiben, wie ich zum Beispiel meinen Plot verdichten kann, wie eine Szene weiter gehen könnte oder wie ich ein Ende gestalte.
Das Ganze wird dann sozusagen eine Two-in-one-Lösung: die Bude wird sauber und das Buch ist auch ein Stück voran gekommen.
Leider führt der große Vorteil trotzdem nicht dazu, dass ich gerne putze. So bleibt dann auch so manche Schreibarbeit weiterhin Schwerstarbeit. Und das Badezimmer  müsste auch mal wieder gewischt werden.

(Foto: Seoul, Korea)

Kommentare:

  1. Beim Putzen passiert mir das selten - beim Kochen und Backen hingegen andauernd. Und jetzt überlege ich, wie eine perfekt( sauber)e Autoren-WG aussähe... *lol*

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