Montag, 24. Oktober 2011

Lesungen organisieren


Manchmal wünschte ich mir ein Patentrezept für die Organisation von Lesungen. In der Regel ist es so, dass mich eine Schule oder eine Bibliothek anruft, die Konditionen zur Durchführung der Lesung bespricht und mich danach einlädt, oder eben nicht.
Schulen oder Bibliotheken, die sich im Umkreis von 200 Kilometern befinden, sind dabei nicht das Problem. Zu denen fahre ich in der Regel morgens hin und nachmittags zurück.
Das Problem beginnt eigentlich dann, wenn sich die Schulen weiter weg befinden und es für mich nicht möglich ist, an einem Tag hin und auch wieder zurück zu fahren. Diese Schulen müssen neben den schon recht hohen Fahrtkosten auch noch für eine Übernachtung sorgen. Das treibt den Preis ärgerlich in die Höhe. Und für mich ist der Aufwand, für nur eine Lesung eine so weite Fahrt zu machen, ziemlich hoch. Alles wäre viel effektiver und günstiger, wenn eine Schule von der anderen wüsste und sich eventuell an eine Lesung anschließt. Die Schulen würden in dem Fall Fahrtkosten und ich Nerven sparen.
Aber was immer ich schon in dieser Richtung ausprobiert habe, es klappt nicht oder nur ganz ganz selten. In der Regel lädt mich eine Schule im Saarland zum Beispiel Anfang November ein, eine Bibliothek in Nordfriesland einen Tag später und eine Schule in Bayern noch zwei Tag später.
Jetzt habe ich mal eine Initiative ergriffen und Schulen angeschrieben, mit der Mail: Bin dannunddann daundda. Sind Sie vielleicht ebenfalls an einer Lesung interessiert? Die Antwort war eisernes Schweigen. Noch nicht mal eine Absage habe ich bekommen.
Das ist wirklich ein seltsames Phänomen.
In einigen Bundesländern haben Büchereien die Leseorganisation übernommen. Aber das sind Brillanten unter den Glasperlen. In der Regel muss ich die Dinge allein organisieren. Und damit stehe ich immer wieder vor diesem Problem.
Naja, nicht wirklich schlimm. Das ist Jammern auf hohem Niveau. Wenn ich diese Lesungen nicht hätte, wäre ich sicherlich unglücklicher.

Kommentare:

  1. Das ist seltsam... ich hätte gedacht, dass die Schulen froh und dankbar sind, wenn sie den Schülern etwas bieten und auch noch Kosten sparen können. Na ja, manchen Leuten kann man einfach nicht helfen...

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  2. Alles ist wie immer eine Frage der Kommunikation. Aber miteinander reden - igitt! Ein Phänomen, dass ich auch oft beobachte.
    Ich koordiniere hier im Dienst die Einsätze des Personals und muss manchmal Kunden bitten, sich 20 Minuten früher oder später versorgen zu lassen. Das ist oft ein echtes Problem, wobei eine geschlossene Schranke auch schon 15 Minuten Differenz machen würde. Aber da geht es ums Prinzip, nur keine Millisekunde vom angestammten Platz abrücken wollen!
    Vielleicht machst du es einfach mal pragmatisch, wenn du die Einladung hast, dann sagen, dass du da nicht kannst, aber einen Tag später... Was rede ich, hast du sicher auch schon probiert. Die Alternative ist halt wirklich, ganz und gar absagen. Und das will ja nun auch keiner.

    Ich wollte unseren Dienst mal als potentiellen Arbeitgeber in den Fachschulen vorstellen und habe eine KOSTENLOSE Podiumsrunde vorgeschlagen: Ihr könnt mich ALLES fragen ... oder eine Unterrichtsstunde zu einem konkreten Thema, das uns täglich betrifft. Reaktion: Nichts. Nada. Niente. Nothing.

    Tja, was sagt man dazu. Okj, hab ich halt weniger Arbeit. Allerdings ist Personalsuche auch immer wieder spannend.

    Grüße! N.,

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