Mittwoch, 9. Mai 2012

Der Schlüssel zum Erfolg


Man liest diese Geschichten zu gerne, von der Autorin, die ihren ersten Roman in einem Café schrieb, weil die Wohnung zu kalt war, vom Hütejungen, der auf der Alm zwischen den Kühen saß und seinen ersten Roman in ein Schulheft kritzelte, vom Gefangenen, der seine Verse auf die Gefängnismauer schrieb. Diese Geschichten haben etwas von der Romantik des armen Poeten auf dem Dachboden. 
Doch die prozentuale Wahrscheinlichkeit, sich vom Tellerwäscher zum Bestsellerautor zu entwickeln, liegt sicherlich unter der Prozentzahl des Alkoholgehalts eines alkoholfreien Bieres.
Die Realität sieht eher so aus, dass man mit Geschichten in Anthologien angefangen hat, dann irgendwann das erste Buch geschrieben hat, eine Menge Absagen kassierte, weiter geschrieben hat, irgendwann einen kleinen Verlag gefunden hat, weiter geschrieben hat, einen größeren Verlag gefunden hat, weiter geschrieben hat…
Es gibt so viele Tipps über gutes Schreiben. Wie man einen Plot aufbaut zum Beispiel, oder wie man seinem Protagonisten Leben einhaucht oder wie man Spannung erzeugt. Aber das Wichtigste wird oft nicht erwähnt. Das Wichtigste beim Schreiben ist das Durchhalten.
Durchhalten, wenn eine neue Idee durch den Kopf schießt, die viel besser ist als die, für die man sich entschieden hat, durchhalten, wenn es keinen Spaß mehr macht, durchhalten, wenn  Verlage abwinken, wenn Absagen eintrudeln.
Dem Anfang wohnt immer ein Zauber inne. Aber Anfangen ist leicht, Beharren eine Kunst.
Dranbleiben und durchhalten heißt das Schlüsselwort. Unpopulär, leider. Aber wirksam! 
(Foto: Gedenkschlösser in Pecs, Ungarn) 

Kommentare:

  1. Liebe Annette,

    wie wahr! Das Durchhalten ist das Wichtigste. Und an Stelle zwei kommt für mich der nötige Wahnsinn.
    Es ist wie eine Sprache zu lernen. Man übt die Vokabeln, schreibt, trainiert, und wenn man richtig gut werden will, dann hört man das passende Radioprogramm dazu und sieht sich Filme in dieser Sprache an. Dann fährt man dorthin in Urlaub, isst das Essen, singt die Lieder. Solange, bis man ganz darin gefangen ist. Ja, für mich gehört auch eine große Scheibe Leidenschaft und Wahnsinn dazu.:)

    Liebe Grüße
    Nikola

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  2. Das ist auch wahr. Man muss ganz schön aufpassen, nicht völlig abzutauchen.

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  3. Das unterstreiche ich voll und ganz, Annette! Und würde noch hinzufügen: Wenn man nicht ganz und gar abtauchen, verzweifeln oder die Flinte ins Korn werfen will, sollte man sich mit anderen Autore austauschen!:)
    Dazu werde ich bei mir auch noch was schreiben.

    Grüße
    Christa

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  4. Liebe Annette,
    vielen Dank für diese Zeilen!
    Natürlich stehe ich genau wieder einmal an besagtem Punkt. Absagen kassieren und dennoch nicht aufgeben.
    Dein Beitrag hat den nötigen Funke Durchhaltewille in mir entfacht.
    Und deshalb: Danke!

    Ein schönes Wochenende wünsche ich dir!
    Herzlichst,
    Mirjam

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