Dienstag, 1. Mai 2012

Männer und Mysterien


Mein Mann und ich kaufen zusammen ein. Er stellt sich an der Kasse an, ich gehe schon mal zum Bäckerstand hinüber. Kaum bin ich dort angekommen, höre ich den Lautsprecher: „Storno an Kasse 3.“ Ich drehe mich um. Dabei weiß ich genau, was ich jetzt zu sehen kriege. Mit hängenden Schultern steht mein Mann an dieser Kasse. Er hat den Einkauf bereits in den Wagen gepackt, muss nur noch zahlen. Aber immer wieder gelingt es ihm durch geheimnisvolle magische Kräfte, die Computer der Supermarktkassen zum Absturz zu bringen. Und dann ist es vorbei mit dem gut geplanten Einkauf. Dann steht er da und wartet und wartet - und ich mit ihm.
Im Baumarkt zum Beispiel brachte er eine Kassiererin zur Verzweiflung, weil sich die Kasse plötzlich nicht öffnen ließ. Im Lidl zog die Kassiererin den Kaffee über die Scannerkasse… und wutsch, scannte sie ab da nicht mehr. Und vor kurzem brachte mein Mann in einem Gartencenter sogar erst eine Kasse zum Absturz, dann wechselte er an die zweite Kasse und erledigte auch die.
Diese Magie treibt ihn fast in den Wahnsinn. Und mich auch.
Manchmal aber ist es auch gut, dass es so ist.
Samstag zum Beispiel wollten wir uns im Supermarkt treffen.
„Wo er wohl ist?“, dachte ich noch.
Da hörte ich schon die Durchsage: „Ein Abteilungsleiter bitte an Kasse 2“. Ich schaute zur 2. Kasse hinüber. Und tatsächlich stand dort mein Mann und winkte mir zu. 
(Foto: Gartenfest, Kloster Dalheim)

Kommentare:

  1. Das tolle an seiner Gabe ist: Mich hat sie zum Schmunzeln gebracht :) Ich danke Deinem Mann für die Vorlage zu einer tollen Gute-Nacht Geschichte!

    Bei meinem Freund gingen monatelang in allen Geschäften am Eingang die Diebstahlsirenen los... Letztlich lag es an einer Sicherung,die in seiner Schuhsohle eingebaut war :) Das nervige Piepsen hatte ein Ende.
    Ich hoffe deinem Mann widerfährt eine ähnliche Lösung für sein Problem!
    Schönen Gruß, Miriam

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  2. Ich glaube, das ist eine gute Vorlage für mich für eine Geschichte. Oh Mann, wie hat er die Lösung gefunden?
    Gruß Annette

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  3. Hihi, das kenne ich. Einfach ausatmen und einen Meter Sicherheitsabstand zu allen elektronischen Geräten halten.

    Besonders schlimm ist der Pfandautomat.

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  4. Auf die Lösung kamen wir in einem Baumarkt. Wie beim Check-in im Flughafen hatte mein Freund Schlüssel, Gürtel, Portemonnaie etc. abgelegt. Trotzdem ging der Alarm los. Nachdem wir überlegt hatten, welches Kleidungsstück er als letztes gekauft hatte, kamen wir auf die Schuhe... Ein amüsierter Mitarbeiter hat dann die Schuhe an der Kasse entsichert, das war für alle ein Spaß :) Aber erstmal fühlt man sich immer ertappt wie ein Verbrecher, wenn die Sirenen los gehn.

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