Mittwoch, 23. Mai 2012

Vom Kauf eines Badeanzugs


Ich gehöre zu den Frauen, die weder gerne einkaufen, noch einen Schuhtick haben. Das allergrößte Shopping-Übel allerdings ist ein Badeanzug. Den Tag gestern hatte ich dazu ausgesucht.
„Du kannst machen was du willst, du wirst schrecklich in dem Ding aussehen“, sagte ich mir immer wieder, während ich todesmutig mit drei Badeanzügen über dem Arm in die Umkleide stolperte.
Ich hatte mich geirrt. Das Wort schrecklich ist steigerungsfähig. Und ich sah in der Tat monsterschrecklich aus.
Die erste Schwierigkeit war, dieses furchtbare Teil überhaupt über den Bauch zu kriegen. Danach klebte es wie eine Leberwurstpelle an meinem Körper und malte besonders die ungünstigsten meiner Körperrundungen detailgetreu nach. Aus den Bein- und Armausschnitten kroch meine weiße Haut, wellenbewegt wie der Atlantik bei Windstärke 12. Ein einziger Albtraum.
Spontan überlegte ich, den Einkauf auf einen anderen Tag zu verschieben. Aber ich wusste genau: Es wird nicht besser.
Ich hängte die drei Badeanzüge zurück, suchte fünf neue, wählte schließlich sieben weitere. Eigentlich durfte man nur drei Teile mit in die Kabine nehmen, aber die Verkäuferin traute sich nicht, mich darauf hinzuweisen. Sie sah mir bestimmt an, dass ich kurz vor dem Ausbruch einer schweren Depression stand.
Zuletzt habe ich tatsächlich einen gekauft. Aber glaubt mir, er sieht schrecklich aus. Und das liegt wirklich nicht an dem Badeanzug! 

(Foto: Wandbemalung auf einem Campingplatz am Plauer See)

Kommentare:

  1. Liebe Annette,

    lass Dir von einer Leidensgenossin versichern: Das liegt allein an dem fiesen Kabinenlicht! Ehrlich!
    Wenn es nicht so tragisch wäre, hätte ich laut gelacht! Aber ich weiß ja, dieser Einkauf steht mir vor den Ferien auch noch bevor. *grusel*

    Liebe Grüße
    Nikola

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  2. Ich kann das sooo gut nachvollziehen !
    UND ich würde so gerne von mir sagen: "Ich gehe nicht gerne einkaufen !"
    GLG

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