Donnerstag, 8. November 2012

Eine ehrliche Absage




Heute hatte ich einen Termin. Einen Termin, auf den ich mich gefreut hatte, den ich selbst initiiert hatte. Doch dann änderten sich immer wieder die Bedingungen. Erst kam eine Kleinigkeit dazu, und ich sagte noch „Ja, selbstverständlich. Kein Problem.“ Dann  kam noch etwas drauf, und ich begann, mich zu ärgern. Bei einem weiteren Telefonat gab es eine neue Änderung zu meinen Ungunsten, und ich knirschte innerlich mit den Zähnen. Ich versuchte, zurück zu rudern. Alles zu halbherzig.
Der Termin wuchs zu einem Berg, der aus meinem Terminkalender herausragte. Je näher ich auf ihn zuging, umso größer erschien er mir. Dann ein Anruf in Abwesenheit. Eine Stimme auf meinem AB. Wieder waren die Bedingungen anders geworden. Schlechter – jedenfalls für mich. Als ich den Hörer auflegte, war ich sehr niedergeschlagen.
Eine Nacht drüber schlafen, ist meine Devise. Aber so richtig gut schlafen konnte ich nicht.
Ich wägte die Möglichkeiten ab, die ich hatte:
-      Augen zu und durch – da gibt es keine Auseinandersetzung. Aber ich wusste, ich würde mich schon auf der Hinfahrt tierisch ärgern.
-      Neu verhandeln – aber dann würde alles doch nur ein Kompromiss bleiben. Beide Seiten wären unzufrieden – und für mich wäre der Aufwand nach wie vor groß,  das schlechte Gewissen bliebe.
-      Absagen – mit einer Ausrede. Aber dann würden wir vielleicht einen neuen Termin suchen und alles ginge wieder los.
-      Absagen – und die Wahrheit sagen. Dass die ständig wachsenden Bedingungen den Termin zu einem Berg türmen ließen. Und dass ich darum dankend von dem Termin Abstand nehme.
Ich joggte zwei Runden um den See, mailte mit meiner Lieblingsschwester.
Dann sagte ich den Termin ehrlich und kompromisslos ab.
Eine Rückmeldung blieb aus. Das war schon ein bisschen armselig. Aber so geriet ich auch nicht in die Versuchung, meine Meinung zu ändern.
Der freie Tag erscheint mir wie ein Geschenk. 

(Foto: Langeoog)

Kommentare:

  1. ...genieß ihn, liebe Annette,
    den freien Tag,
    ich bewundere deine Entscheidung...viel zu oft machen wir doch die faulen Kompromisse...vielleicht um zu gefallen...aber deine Erleichterung nach der Entscheidung ist spürbar und ermutigt, es auch mal so zu versuchen...

    lieber Gruß von Birgitt

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  2. Hallo Anette,
    ich finde es gut und richtig, wie du damit umgegangen bist. Ich übe noch, aber es gelingt mir immer besser, auch einmal NEIN zu sagen, wenn die Bedingungen einfach nicht stimmen!

    Viele Grüße aus Verl
    Regina

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  3. das hast du gut gemacht, liebe Annette, ich sage schon länger mal NEIN, wenn es mir nicht behagt.
    Liebe Grüße
    Heidi

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  4. Gut gemacht liebe Annette, faule Kompromisse taugen nichts. Geniesse lieber den freien Tag und mach was raus.

    Liebe Grüße
    Angelika

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  5. Liebe Annette,

    eine fehlende Rückmeldung ist natürlich nicht sehr nett, aber sicher eine Bestätigung dafür, dass Du die richtige Entscheidung getroffen hast. Genieße diese kleine Freiheit!

    Liebe Grüße,
    Nikola

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