Donnerstag, 17. März 2011

Eine Lesung vorbereiten

"Ich kann verstehen, dass Sie aus dem Schuldienst ausgestiegen sind", sagte mir ein Schulleiter einmal. "Jetzt können Sie es auch mal ruhig angehen lassen und müssen nicht mehr so pünktlich und organisiert sein."
Hahaha. 
Das sind Vorstellungen von einem freien Künstlerleben, die in den Bereich der Fantasy-Literatur einzuordnen sind. Denn wer sich als Autor nicht organisieren kann, hat schnell verloren.

Morgen bin ich wieder zu einer Lesung unterwegs. 
Lesungen muss man unheimlich gut planen. Es darf einfach nicht passieren, dass man das Buch, aus dem man lesen will, nicht dabei hat. Man muss die Fahrtroute kennen, die Fahrzeit einhalten, und wenn man keine Rechnung mitgebracht hat, kriegt man auch kein Honorar. 
Und letztendlich: Wenn man total chaotisch ist, wird man nieeeee wieder eingeladen.

Ich will euch mal erzählen, wie ich eine Lesung plane:
- Ich überlege, aus welchem Buch ich vorlesen werde und entscheide.
- Ich suche Stellen heraus, die ich lesen werde.
- Ich lese die Stellen laut und stoppe die Zeit.
- Ich markiere die Stellen.
- Ich suche weitere Bücher und Anschauungsmaterialien heraus, die ich den Schülern zeigen möchte.
- Ich bereite Autogramme und Prospekte vor.
- Ich suche den Ort auf der Karte und drucke Kartenmaterial aus.
- Ich berechne die Kilometerzahl.
- Ich schreibe eine Rechnung.
- Ich lade mein Handy und den Fotoapparat auf.
- Ich lege meine Uhr zurecht.
- Ich stelle mein Navi ein.
- Ich trage die Fahrtkosten und Lesekosten in meine Steuerabrechnung ein. 
- Ich packe meinen Rucksack. 
- Ich tanke.

Bei der Fahrt plane ich immer mindestens eine Stunde Puffer ein. Lieber unterwegs noch einen Kaffee trinken, als schweißgebadet auf einem Autobahnkreuz zu stehen.
Naja, und dann kann es losgehen.

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