Dienstag, 14. August 2012

Kinderbücher schreiben



Wie verdammt schwer es doch ist, ein Kinderbuch zu schreiben!
Ich lege mir immer die Fotos meiner Protagonisten vor den Monitor, damit ich vor Augen habe, wie jung die Kinder sind. Da bleibt mir so manche Relativsatzkonstruktion zwischen den Tasten kleben. Aber wie reden Kinder eigentlich? Wie drücken sie ihre Gefühle aus? Wie spüren sie die Welt der anderen? Das zu gegenwärtigen, fällt mir immer wieder schwer.   
Diesmal kämpfe ich auch mit den vorgegebenen Zeichen. Ich als Fachfrau für kurze und einfache Sätze komme diesmal ziemlich an meine Grenzen. Sooooo wenig? Wie soll ich denn da einen vernünftigen Inhalt `rüberbringen?
Ich lese mein erstes Kapitel noch einmal und komme zu der Entscheidung, die Vorgeschichte wegzulassen und praktisch mitten ins Geschehen hinein zu springen. Damit spare ich 5000 Zeichen.
Also beginne ich noch einmal von vorn.
Als das Kapitel steht, wird jeder Satz erbarmungslos auf seine Notwendigkeit geprüft. Zuletzt bleibt ein Gerüst. Aber es hört sich ganz gut an.
Übrigens denke ich beim Lesen dicker Wälzer-Romane oft, der Autor wäre auch mit 200 Seiten ausgekommen, wenn er vielleicht mal zu den Kinderbuchautoren hinüber geschaut hätte… 

(Foto: Buchmesse 2011)

Kommentare:

  1. Liebe Annette
    Kinder denken, fühlen und handeln anders, als wir Erwachsenen. Klare einfach Sätze ist für sie massgebend, doch das wirst Du selber am Besten wissen.

    Ich habe kleine Geschichten Namen bezogen von verschiedenen Ausflügen geschrieben für unsere Enkelkinder und die passenden Illustrationen mit eingefügt.

    Enkelkinder, die auch sonst lesen, waren begeistert, aber, die wo es im Haushalt keine Bücher gibt, haben mir irritiert angeschaut.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg, einen gemütlichen Nachmittag und sende Dir ♥ liche Grüße
    Angelika

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  2. Das erinnert mich doch sofort an Jostein Gaarder (man kennt ihn). Der hat geschrieben für Kinder: Hallo, ist da jemand? Ein überschaubarer Umfang. Und dann, ein Jahr später, erscheint Maya - das Wunder des Lebens. Im Prinzip genau das Gleiche, nur für Erwachsene und in meiner Ausgabe 429 Seiten lang. Tja, der kleine Prinz hatte wohl Recht, man muss Erwachsenen alles immer ganz genau erklären, sonst verstehen sie es nicht.

    Grüße! N.

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  3. Liebe Anette Weber,
    vielen Dank für diesen Blogeintrag. Ich habe gerade begonnen mein erstes Kinderbuch zu schreiben und ja, es ist wirklich manchmal sehr schwierig sich in Kinder hinein zu versetzen. Dabei ist es bei mir noch gar nicht so lange her, als ich noch selbst ein Kind war;)
    Ich habe eine Frage an Sie. Haben sie einen guten Verlag, den Sie empfehlen können? Ich habe mich schon einmal ein wenig im Internet umgeschaut und auf so einige Verlage gestoßen. Da gibt es z.B. den Frieling Verlag in Berlin, der mich persönlich sehr anspricht. http://www.frieling.de
    Über einige Tipps von Ihnen würde ich mich sehr freuen.

    Liebe Grüße
    Juliane

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