Dienstag, 14. Mai 2013

Besuch in Minden




Heute war ich in meiner Semi-Heimatstadt Minden. Hier habe ich den wichtigsten Teil meiner Kindheit (vom 3.-16. Lebensjahr) verbracht.
Der Besuch hatte sich zufällig ergeben. Meine ältere Schwester musste in Minden etwas erledigen und bat mich, mitzukommen. Es blieb Zeit genug, die Orte unserer Kindheit noch einmal aufzusuchen. Mit ihr zusammen war das sehr spannend. Wie unterschiedlich wir oft gleiche Erinnerungen erlebt haben. An dieser Stelle bin ich immer dankbar dafür, Geschwister zu haben. Man kann mit ihnen Kindheitserinnerungen austauschen, und die unterschiedliche Perspektive hilft, die Situationen noch mal in einem anderen Licht zu sehen.
Natürlich fahren wir zuerst an dem Haus vorbei, in dem wir aufgewachsen sind. Es sieht immer noch so aus wie früher, und doch erscheint es mir so klein und unwirklich. Haben wir tatsächlich hier gewohnt? 
Wir fahren die Straße entlang, durch die uns unser täglicher Schulweg führte. An viele Menschen in dieser Straße erinnern wir uns, aber wir wissen, dass kein einziger mehr dort wohnt. Selbst die Schulen haben sich verändert. Aus meiner Schule ist eine Gesamtschule geworden. Sogar ihr Name ist anders. 


Einige Teile der Innenstadt sind schöner geworden. Die Altstadt von Minden, früher eher Brennpunktviertel, ist hübsch saniert. Wir schleichen um die Petrikirche, eine evangelisch-reformierte Kirche, der wir angehörten. Hier ist alles noch so vertraut. 



Dafür erscheint die Fußgängerzone eher klein und armselig, und vom Leerstand bedroht. Wir spazieren wie die Touristen über den Marktplatz, lassen uns in einem Café nieder. Tragen unsere Erinnerungen zusammen. 


Zuletzt gehen wir an der Weser entlang. Sie fließt, wie immer. Gott sei Dank! 


(Fotos: Minden/Westfalen)

Kommentare:

  1. Minden ist ein schönes Städtchen liebe Annette, aber wie überall in den kleinen Städten sind die Fußgängerzonen bedroht. Alles fährt zu den Supermärkten und großen Geschäften, da haben die Einzelhändler keine Chance.
    Es ist doch schön mal in Erinnerungen zu schwelgen.

    Liebe Grüße
    Angelika

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  2. Liebe Annette,
    da hätten wir uns doch fast über den Weg laufen können, ich war nämlich gestern auch in der Stadt.
    Es ist tatsächlich traurig geworden in Mindens Innenstadt. Und jetzt geht auch noch Thallia 'raus. Die werden in den Buchladen des Kaufhauses Hagemeyer ziehen und Weltbild wird Gerüchten zufolge auch schließen. Dann ist es ganz traurig. Was kommt dann in die Läden? Vielleicht noch ein Bäcker und noch ein Handy-Laden?
    Ganz traurig war es, als ich bemerkte, dass Tewes aufgegeben wurde. Tewes war doch irgendwie ein Teil von Minden, habe seit Kindheit an meine Schuhe dort gekauft. Bereits in den letzten Jahren wurde das Geschäft nicht mehr von Tewes geführt, sondern von irgendeinem anderen Geschäftsunternehmen. Das Sortiment war ungenügend und auch die Mitarbeiter waren sehr unzufrieden. Klar, dass dann der Umsatz zurückgeht. Die Mitarbeiter konnten nichts ausrichten. Die Geschäftsleitung war total uneinsichtig. So wurde es mir jedenfalls von einer betroffenen Verkäuferin berichtet.
    Aber trotzdem: Ich liebe mein Minden.
    Liebe Grüße
    Heidi

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  3. Das wäre ja zu witzig gewesen, wenn wir uns getroffen hätten. Schade. Nächstes Mal verabreden wir uns!
    Gruß Annette als Ex-Mindenerin

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