Wie immer kurz vor
Jahresende ein Blick zurück auf die Bücher, die im Jahr 2015 von mir erschienen
sind. Es ist wie immer eine gute Mischung aus Lernmaterial, Kinderbüchern,
Geschichtensammlungen und einem ersten Jugendtheaterstück. Außerdem habe ich im
Jahr 2015 mehr als 50 Lesungen und Schreibwerkstätten gegeben. Es war also für
mich ein verdammt produktives und spannendes Schreibjahr – mal abgesehen davon,
dass ich trotzdem noch viel Zeit für meine Familie und für mich hatte.
Mittwoch, 30. Dezember 2015
Montag, 28. Dezember 2015
Starwars und der ganze Hype
Heiligabend. Sohn
Nils war so nett, mich in die Kirche zu begleiten. Es ist noch Zeit bis zum
Gottesdienst, und wir unterhalten uns leise.
Ich: Sag mal, warst du eigentlich auch schon in diesem neuen Star-Trek-Film?
Nils: Oh Mama, sag das NIEMALS, bitte! Damit verrätst du, dass du überhaupt keine Ahnung hast! Es ist Star-Wars und nicht Star-Trek.
Ich: Naja, so lange wie ich nicht „Raumschiff Enterprise“ sage…
Nils: Bitte Mama! Raumschiff Enterprise IST Star-Trek.
Ich: Oh, tut mir leid. (nach einer Weile) Ist Star-Wars dann dieser Film über die Männer mit den Kreisen auf der Stirn.
Nils: Oh Gott, nein! Das ist Star-Gate.
Ich: Und bei welchem Film fliegt diese Telefonzelle durchs Weltall?
Nils: Das ist Doktor Who. Bitte Mama, lass es einfach. Du hast wirklich keine Ahnung.
Ich: Sag mal, warst du eigentlich auch schon in diesem neuen Star-Trek-Film?
Nils: Oh Mama, sag das NIEMALS, bitte! Damit verrätst du, dass du überhaupt keine Ahnung hast! Es ist Star-Wars und nicht Star-Trek.
Ich: Naja, so lange wie ich nicht „Raumschiff Enterprise“ sage…
Nils: Bitte Mama! Raumschiff Enterprise IST Star-Trek.
Ich: Oh, tut mir leid. (nach einer Weile) Ist Star-Wars dann dieser Film über die Männer mit den Kreisen auf der Stirn.
Nils: Oh Gott, nein! Das ist Star-Gate.
Ich: Und bei welchem Film fliegt diese Telefonzelle durchs Weltall?
Nils: Das ist Doktor Who. Bitte Mama, lass es einfach. Du hast wirklich keine Ahnung.
Okay, ich gebe zu,
ich habe wirklich keine Ahnung. Noch nie ist es mir gelungen, einen dieser
Filme länger als fünf Minuten zu ertragen. Und ehrlich, die Personen darin
erinnerten mich immer an Mutationen aus der Augsburger Puppenkiste. Aber ich will
jetzt auf keinem Fall die Augsburger
Puppenkiste beleidigen…
Dienstag, 22. Dezember 2015
Fröhliche Weihnachten
Noch ist es nicht Weihnachten - auch für mich nicht. Denn morgen muss ich mich noch zu einer ambulanten OP ins Krankenhaus begeben, damit der Knoten in meiner Brust entfernt und untersucht werden kann. Keine Angst, der Termin war keine taktlose Idee der Ärztin. Ich habe ihn selbst gewählt, weil ich dachte, ich kann mich dann in der Weihnachtszeit ein bisschen ausruhen.
Ich wünsche euch allen eine fröhliche oder besinnliche, stille oder lustige
Weihnachten, ganz wie es für euch passt.
Was die Kalorien in den Tagen betrifft, habe ich jetzt einen guten Spruch gehört: Es kommt nicht darauf an, was man in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr isst, sondern in der Zeit zwischen Neujahr und Weihnachten.
In diesem Sinne lasst euch die Plätzchen nicht vermiesen. Alles Gute euch, und fröhliche Weihnachten.
Was die Kalorien in den Tagen betrifft, habe ich jetzt einen guten Spruch gehört: Es kommt nicht darauf an, was man in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr isst, sondern in der Zeit zwischen Neujahr und Weihnachten.
In diesem Sinne lasst euch die Plätzchen nicht vermiesen. Alles Gute euch, und fröhliche Weihnachten.
Montag, 21. Dezember 2015
Ein besonderes Weihnachtsgeschenk
Dieses besondere
Weihnachtsgeschenk bekam ich von meiner Tante Hanna. Sie hatte 1944 – zu Kriegszeiten,
in denen es fast nichts mehr zu kaufen gab – dieses Buch als Weihnachtsgeschenk
für meine Mutter angefertigt. Das Papier hatte mein Großvater aus alten
Kassenbüchern heraus getrennt, der dickere Pappumschlag, fein säuberlich mit Stickerei eingefasst, war die Weiterverwertung
eines alten Haushaltsbuch der Stadt, für die mein Großvater arbeitete.
Meine Tante wählte die Erzählung „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets
Christoph Rilke“ von Rainer Maria Rilke, und schrieb diesen Text fein
säuberlich mit Tinte und schönster Sonntagsschrift ab. „Das einzige, was wir damals hatten, war Zeit“, sagte sie.
Donnerstag, 17. Dezember 2015
Lesung an der Hakemickeschule in Olpe
Wenn jemand von der
Hakemickeschule in Olpe anruft und mich zu einer Lesung einlädt, freue ich mich
immer ganz besonders. Denn hier erwarten mich in der Regel Schüler, die sich
ganz besonders intensiv mit meinen Büchern auseinander gesetzt haben.
Da es in
der Schulbücherei viele unterschiedliche Bücher von mir gibt, werden die
Schüler der Klasse 7 immer aufgefordert, ein Buch von mir zu lesen und sich mit
dem Inhalt unter verschiedenen Gesichtspunkten zu beschäftigen.
Einige der
Siebtklässler lesen die Reality-Bücher, andere wählen einen der Klar-Romane.
Aus der Beschäftigung mit dem Buch entstehen wunderschöne Arbeitsmappen und
tolle Plakate. Kein Wunder, dass danach auch die Lesung spannend und intensiv
verläuft und von vielen interessierten Fragen begleitet wird.
Montag, 14. Dezember 2015
Heidi – Heidi – deine Welt sind die Berge…
Auf dieses Buch habe
ich so lange gewartet, dass ich zwischenzeitlich schon mal dachte, es wäre längst
erschienen, und man hätte mich mit den Belegexemplaren vergessen. Aber manches
braucht eben seine Zeit, und wer sich die schönen Illus genauer anschaut, wird
merken, dass alles mit viel Liebe erstellt wurde.
Meine Aufgabe war es hierbei, den Text nach dem Original nachzuerzählen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Denn natürlich habe ich als Kind auch „Heidi“ gelesen. Das Heidi-Buch meiner Kindheit hatte eine besondere Bedeutung für mich. Ich fand es nämlich wie einen Schatz auf dem Dachboden meines Großvaters. Es gehörte meiner Mutter, die ihren Namen in feinstem Sütterlin auf die erste Seite geschrieben hatte. Da das Buch in Frakturschrift geschrieben war, musste ich mich erst an diese fremden Buchstaben gewöhnen und habe es darum mit besonderer Achtsamkeit gelesen.
Meine Aufgabe war es hierbei, den Text nach dem Original nachzuerzählen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Denn natürlich habe ich als Kind auch „Heidi“ gelesen. Das Heidi-Buch meiner Kindheit hatte eine besondere Bedeutung für mich. Ich fand es nämlich wie einen Schatz auf dem Dachboden meines Großvaters. Es gehörte meiner Mutter, die ihren Namen in feinstem Sütterlin auf die erste Seite geschrieben hatte. Da das Buch in Frakturschrift geschrieben war, musste ich mich erst an diese fremden Buchstaben gewöhnen und habe es darum mit besonderer Achtsamkeit gelesen.
Es nun durch meine
Arbeit wieder zu entdecken und mit eigenen aber nicht verfremdenden Worten nachzuerzählen,
war mir eine liebe Aufgabe.
Donnerstag, 10. Dezember 2015
Nie wieder Prüfungen
Nie wieder Prüfungen
versprach ich mir selbst nach meiner Doktorprüfung, die mich echte Lebenszeiten
gekostet hatte. Irgendwann ist man zu alt dazu, findet es entwürdigend, dass
jemand auf der Gegenseite sitzt, der Stoff
abfragt, ohne durchblicken zu lassen, ob er ihn selbst verstanden
hat.
Dieses Versprechen lag nun fast zehn Jahre zurück, eine Zeit, in der man die
Grenze „nie“ beginnt, aufzuweichen.
Und so beschloss ich auf meine alten Tage, mich doch noch mal einer Prüfung zu stellen, nämlich der zum Personenbeförderungsschein. (Ich habe ja schon erzählt, dass ich auf dem Campingplatz meines Sohnes im Sommer die Gäste geshuttlet habe. Dafür ist im Prinzip kein Personenbeförderungsschein nötig, aber ich fühlte mich irgendwie besser, wenn ich einen in der Brieftasche hatte.)
Mein Mann hängte sich an und wollte mitmachen.
Gemeinsam beantragten wir das polizeiliche Führungszeugnis und die Bestätigung der nichtvorhandenen Punkte in Flensburg. Dann unterzogen wir uns einer ärztlichen und einer augenärztlichen Untersuchung. Die Prüfung aber, vor der wir uns besonders fürchteten, war der Reaktionstest. Mein Mann wusste zu berichten, dass er schon mal bei einem solchen Test bei der Bundeswehr kläglich versagt hatte.
Zu dem Test beim Straßenverkehrsamt gehörte das Ausfüllen eines Fragebogens. Dabei stellte ich erstaunt fest, dass ich ca. 800 000 km in meinem Leben unfallfrei gefahren bin. Das finde ich, sollte ein Grund sein, so einen Personenbeförderungsschein auf der Stelle auszufüllen. Aber die Verordnung sieht etwas anders vor. Wir wurden nun – auf zwei Räume getrennt – vor einen Computer gesetzt, mussten uns in ein Lernprogramm einüben. Und dann ging es los. Roter Punkt, rote Taste drücken, blauer Punkt, blaue Taste drücken, hoher Piepton, graue Taste drücken, Viereck links, Fußpedal links drücken, hoher Brummton, schwarze Taste drücken, gelber Punkt, blauer Punkt, Piepton, Brummton, rechtes Vereck, Brummton, grüner Punkt... – und das alles in immer schnellerem Tempo. Das war nicht der einzige Test, aber der schlimmste.
Als wir später verschwitzt ins Wartezimmer zurückkehrten, mussten wir feststellen, dass einige, die dort saßen, bereits durchgefallen waren. Das verstärkte unsere Sorge noch mehr.
Wir schafften es beide dann doch. Wer von uns beiden besser war, haben wir nicht verglichen. Hauptsache überlebt!
Und so beschloss ich auf meine alten Tage, mich doch noch mal einer Prüfung zu stellen, nämlich der zum Personenbeförderungsschein. (Ich habe ja schon erzählt, dass ich auf dem Campingplatz meines Sohnes im Sommer die Gäste geshuttlet habe. Dafür ist im Prinzip kein Personenbeförderungsschein nötig, aber ich fühlte mich irgendwie besser, wenn ich einen in der Brieftasche hatte.)
Mein Mann hängte sich an und wollte mitmachen.
Gemeinsam beantragten wir das polizeiliche Führungszeugnis und die Bestätigung der nichtvorhandenen Punkte in Flensburg. Dann unterzogen wir uns einer ärztlichen und einer augenärztlichen Untersuchung. Die Prüfung aber, vor der wir uns besonders fürchteten, war der Reaktionstest. Mein Mann wusste zu berichten, dass er schon mal bei einem solchen Test bei der Bundeswehr kläglich versagt hatte.
Zu dem Test beim Straßenverkehrsamt gehörte das Ausfüllen eines Fragebogens. Dabei stellte ich erstaunt fest, dass ich ca. 800 000 km in meinem Leben unfallfrei gefahren bin. Das finde ich, sollte ein Grund sein, so einen Personenbeförderungsschein auf der Stelle auszufüllen. Aber die Verordnung sieht etwas anders vor. Wir wurden nun – auf zwei Räume getrennt – vor einen Computer gesetzt, mussten uns in ein Lernprogramm einüben. Und dann ging es los. Roter Punkt, rote Taste drücken, blauer Punkt, blaue Taste drücken, hoher Piepton, graue Taste drücken, Viereck links, Fußpedal links drücken, hoher Brummton, schwarze Taste drücken, gelber Punkt, blauer Punkt, Piepton, Brummton, rechtes Vereck, Brummton, grüner Punkt... – und das alles in immer schnellerem Tempo. Das war nicht der einzige Test, aber der schlimmste.
Als wir später verschwitzt ins Wartezimmer zurückkehrten, mussten wir feststellen, dass einige, die dort saßen, bereits durchgefallen waren. Das verstärkte unsere Sorge noch mehr.
Wir schafften es beide dann doch. Wer von uns beiden besser war, haben wir nicht verglichen. Hauptsache überlebt!
Samstag, 5. Dezember 2015
Technische Weiterentwicklung
Ich gebe ja zu, ich
gehöre nicht zu den aufgeschlossensten Menschen dieser Welt, was die technische
Weiterentwicklung betrifft. Wenn ich nicht zufällig in diese Familie hineingeraten wäre, säße ich heute wohl noch glücklich zwischen Buntstiften und Karteikarten.
Nun aber zieren drei Monitore meinen Schreibtisch, und Windows 7 ist
Ehrensache.
„Ich habe ja vor kurzem Windows 10 installiert“, beginnt mein Mann vorsichtig
das Gespräch. „Und ich muss sagen, es hat mich total begeistert.“
Er ahnt, dass ich sofort auf der Hut bin.
„Will ich nicht“, sagte ich. „Ich bin voll zufrieden.“
„Aber es hat ein paar Extras, die wirklich innovativ sind“, fährt er fort.
„Ich habe alles, was ich brauche“, winke ich. „So wie es ist, ist es perfekt.“
„Das kannst du doch gar nicht wissen“, sagt er. „Du hättest zum Beispiel bei Windows 10 die Möglichkeit, auf allen drei Monitoren ein unterschiedliches Hintergrundbild einzurichten.“
Öps – ja – das ist wirklich ein Argument…
Er ahnt, dass ich sofort auf der Hut bin.
„Will ich nicht“, sagte ich. „Ich bin voll zufrieden.“
„Aber es hat ein paar Extras, die wirklich innovativ sind“, fährt er fort.
„Ich habe alles, was ich brauche“, winke ich. „So wie es ist, ist es perfekt.“
„Das kannst du doch gar nicht wissen“, sagt er. „Du hättest zum Beispiel bei Windows 10 die Möglichkeit, auf allen drei Monitoren ein unterschiedliches Hintergrundbild einzurichten.“
Öps – ja – das ist wirklich ein Argument…
Dienstag, 1. Dezember 2015
Abklärungsbedarf
„Sehr geehrte Frau
Dr. Weber!
Im Rahmen Ihre Screening-Untersuchung hat sich weiterer Abklärungsbedarf ergeben.“
Im Rahmen Ihre Screening-Untersuchung hat sich weiterer Abklärungsbedarf ergeben.“
Bei dieser Nachricht rauscht
es in meinen Ohren. Abklärungsbedarf hat man nicht so gerne – schon gar nicht
vor dem Wochenende, wenn einem keine Alternative bleibt, als zu warten.
Heute dann der erneute Gang zum Screening-Center. Meine rechte Brust wird auf Papierniveau zusammen gequetscht und in einem Mammografiegerät hin und her gewendet. Es brummt und surrt.
Noch ein paar Minuten – können Sie noch?
Der Arzt ist freundlich und gewissenhaft. Die kleine Veränderung auf dem Bild ist nun auch für mich sichtbar. Jetzt soll sie durch den Ultraschall genauer bestimmt werden. Immer wieder wandert der Arzt mit der Sonde über meine Brust, stundenlang, wie es mir scheint. Sein Gesicht ist ernst, der Blick unverwandt auf den Monitor gerichtet. Als er fertig ist, erwarte ich mein Todesurteil.
„Ich kann es nicht wieder finden“, sagt er. „Es ist besser, Sie gehen in eine Röntgenpraxis ins Krankenhaus.“
Ich weiß nicht, ob das jetzt der Zeitpunkt ist, erleichtert zu sein. Noch ist es nicht vorbei. Aber ein kleiner Stein fällt mir doch vom Herzen.
Heute dann der erneute Gang zum Screening-Center. Meine rechte Brust wird auf Papierniveau zusammen gequetscht und in einem Mammografiegerät hin und her gewendet. Es brummt und surrt.
Noch ein paar Minuten – können Sie noch?
Der Arzt ist freundlich und gewissenhaft. Die kleine Veränderung auf dem Bild ist nun auch für mich sichtbar. Jetzt soll sie durch den Ultraschall genauer bestimmt werden. Immer wieder wandert der Arzt mit der Sonde über meine Brust, stundenlang, wie es mir scheint. Sein Gesicht ist ernst, der Blick unverwandt auf den Monitor gerichtet. Als er fertig ist, erwarte ich mein Todesurteil.
„Ich kann es nicht wieder finden“, sagt er. „Es ist besser, Sie gehen in eine Röntgenpraxis ins Krankenhaus.“
Ich weiß nicht, ob das jetzt der Zeitpunkt ist, erleichtert zu sein. Noch ist es nicht vorbei. Aber ein kleiner Stein fällt mir doch vom Herzen.
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