Dienstag, 22. September 2020

Filmdebut

 

Wieder fällt eine Buchmesse zu Ungunsten einer Online-Buchmesse aus. Als wenn wir nicht alle schon viel zu lange vor dem Computer abhängen.

Diesmal ist es der Südpol-Verlag, der mich bittet, bei der Online-Vorstellung meines Pferdebuches mitzumachen. Klar bin ich dabei … leider bin ich nur in Sachen Video und Video-Schnitt eine absolute Nullnummer. Das fängt schon damit an, dass ich gar kein Stativ besitze, geht weiter damit, dass ich immer wieder vergesse, wie man ein Video dreht und endet damit, dass ich dieses Video auch noch schneiden muss.
Ich gucke mich durch die Youtube-Tutorials mit all diesen Erklär-Bären, lade mir schließlich eine App runter, die irgendwie erscheint und gerate dann nach vielen ungeschickten Versuchen an ein erträgliches Video, sogar mit Text, Ton und Überleitungen.
Zuletzt muss ich es dann auch noch per We-Trasfer abschicken, doch das ist nach der Digitalerfahrung nur noch ein Kinderspiel.

Wenn es online geht, lasse ich euch einen Link da.




Dienstag, 15. September 2020

Jenseits der Digitalisierung



Ich habe mir immer vorgenommen, nicht zu sagen, dass früher alles besser war. Manchmal aber … so ganz ganz manchmal … denke ich verzückt an das Leben zurück, als es noch Karteikarten gab, auf denen man sein Leben ordnete. Dieses digitale Leben treibt mich an vielen Stellen meines Lebens schlichtweg in die Verzweiflung.

Da ist zum Beispiel die Uhr an meinem Backofen. Sie funktioniert immer dann nicht mehr, wenn mal für eine Sekunde – und das scheint einmal im Monat vorzukommen – der Strom ausfällt. Eigentlich ist das ja überhaupt kein Problem. Wozu braucht man so eine bescheuerte Backofenuhr? Ich bin eh meistens zeitlos glücklich, und wenn ich doch mal eine Uhrzeit brauche, habe ich mein Handy.

Das Schlimme ist nur, dass diese blöde Backofenuhr an meinen Backofen gekoppelt ist, weil sich irgendein digitalgläubiger Ingenieur einbildete, ich würde so viel Vertrauen in seine bescheuerte Technik haben, dass ich mir mein Essen mit dieser Uhr programmiere. Darum ist es nur möglich, den Backofen zu benutzen, wenn die Uhr wieder läuft. Doch genau das bekomme ich nun seit zwei Tagen nicht hin – auch nicht mit Hilfe von Youtube-Tutorials. Das Problem ist nämlich leider auch, dass die kleinen Gummitasten wegen Nichtbenutzens völlig verklebt sind.

Bleibt mir da wirklich nur der Weg, einen Elektriker zu rufen? Wie sieht das denn aus?
Schrecklicher Weise fallen mir im Moment zum Kochen immer nur leckere Sachen ein, für die man den Backofen braucht… 

Samstag, 12. September 2020

Kulturschock

 

Vier Monate Bandenburg, und ich stehe unter Kulturschock, als ich durch die Straßen NRWs fahre. Es gibt hier so viele Autos, und sie fahren hin und her, halten an roten Ampeln, suchen Parklücken. Dazwischen Busse, richtig große Doppelbusse in quietschgrün, die mir entgegen kommen, sich dick und raumgreifend an mir vorbeischlängeln. Dazwischen laufen Menschen durch die Straßen, huschen sogar über die Fahrbahn, echte Menschen, freilaufend mit zwei Beinen und winkenden Armen.

Und nein, ich bin weder in Köln, noch in Dortmund, ich bin in Bad Lippspringe. Und doch bilde ich mir ein, schon lange nicht mehr so viele Menschen, Autos und Busse auf einmal gesehen zu haben.

Aber es holt mich auch diese Krankheit wieder ein, diese „lebensgefährliche Pandemie“, die in einer zweiten Welle auf uns lauern könnte. Während man in Brandenburg schon ein ganzes Stück wieder zur Normalität zurück gekehrt war, sehe ich nun diese Busse mit Maskenmenschen, die einen apokalyptischen Eindruck machen. Masken, soweit das Auge reicht, in Geschäften natürlich, aber auch beim Bummel durch die Fußgängerzone, sogar wenn die Menschen allein sind oder auf dem Fahrrad sitzen. Sie scheinen nicht mehr wahrzunehmen, ob sie frei atmen oder die Luft durch ein Tuch wahrnehmen. Das finde ich wirklich unheimlich!  

Montag, 7. September 2020

Rückblick auf die Sommerzeit



Diejenigen von euch, die diesen Blog schon länger lesen, wissen sicherlich, dass ich im Sommer auf dem Campingplatz meines Sohnes mithelfe. Ihr wisst ja, Familienmitglieder sind immer die zuverlässigste und auch die preiswerteste Unterstützung, die man sich denken kann. Und hier auf dem Campingplatz wurde jede Hilfe dringend gebraucht.

Nach dem Lockdown über Ostern standen wir alle noch erschüttert und geschockt vor dem Telefon, in dem eine Urlaubsstornierung die nächste ablöste.

Dann aber wurde der Urlaub auf Campingplätzen wieder gestattet, sogar sehr propagiert, und danach brach bei uns die Arbeit so schnell los, dass wir kaum aus den Augen gucken konnten. Sozusagen von null auf hundert.  An Personal fehlte es natürlich an allen Ecken.

So war ich voll in die Arbeit integriert. Morgens Brötchenverkauf, anschließend Gästeshuttle, dann die Kreativwerkstatt für Kinder leiten. Ich war so eingespannt, dass ich mir die Schreibzeiten mühsam freihalten musste.

Aber Spaß hat es auch gemacht. Besonders die Kreativwerkstatt fand großen Anklang, und ich hatte so viele kreative Kinder zu Gast, wie schon lange nicht mehr.

Da wir unser Abendprogramm auf dem Campingplatz ganz zurückgefahren hatten und Bands und DJs abgesagt hatte, stemmten wir ein schönes Unterhaltungsprogramm aus eigenen Kräften.

Ich bot einmal in der Woche eine Sagenwanderung für die Gäste an, ging mit Kindern und Erwachsenen durch den Wald und erzählte ihnen einige Sagen des Spreewaldes. Die Wanderung endete am See in Groß Leuthen, wo wir uns mit Schnitzmessern, Holz, Farbe und Wackelaugen niederließen, um die Sagengestalt des „Lutki“ zu schnitzen.

Tolle Gestalten sind dabei entstanden.

Für mich war es eine schöne Möglichkeit, meine verschiedenen Berufe als Kunstlehrerin, Autorin und Gästebetreuerin unter einen Hut zu bringen.


Sonntag, 6. September 2020

Wieder da



Immer wenn ich meinen Blog für eine lange Zeit unterbreche, schiebe ich den Neuanfang vor mir her und es beschäftigt mich die Frage, mit dem Blogschreiben aufzuhören.  Mein Blog ist mittlerweile 10 Jahre alt, alles was ich sagen wollte, ist gesagt, und  in dieser schwierigen Zeit, in der immer mehr Menschen ihre Gesichter ängstlich hinter Tücher stecken, fehlen mir sowieso die Worte. Ich fühle mich ein wenig müde, Nachwirkungen der anstrengenden, kreativen und kontaktreichen Sommerarbeit auf dem Campingplatz meines Sohnes im Spreewald.

Aber einen Blog gibt man nicht so einfach auf – jedenfalls bin ich eine treue Seele, die an Freundschaften und Dingen hängt -  und zehn Jahre sind eine verdammt lange Zeit.

Also habe ich beschlossen, dass es hier wieder losgeht.

Würde mich freuen, wenn der eine oder andere Leser noch da ist!

Samstag, 4. Juli 2020

Sommerferien



Bis Ende August verabschiede ich mich erst mal von euch in die Sommerpause. Ich würde mich riesig freuen, euch danach wieder als Leser begrüßen zu können.

Habt eine gute Zeit.


Freitag, 26. Juni 2020

Gespräche zwischendurch



 
„Störe ich?“, fragt sie.
Ich freue mich sehr, dass sie anruft.
„Wie geht es dir?“, frage ich.
Sie erzählt ein bisschen. Ihre Stimme klingt als wenn sie einen Berg hinauf joggt.
„Bist du unterwegs?“, frage ich.
„Ja, mit Hund“, sagt sie. „Und ich bin sauer. So sauer. Ich stapfe so wütend vor mich hin, dass ich kaum Luft kriege.“
Ich warte.
„Ich weiß gar nicht, wie es weitergeht“, sagt sie. „Jeden Tag was anderes. Rund um uns macht schon wieder alles dicht. Wer weiß, was in vierzehn Tagen ist.“
„Sie schreien Black Lives matter und machen Hexenjagd auf die aus Gütersloh und Warendorf“, sage ich.  
„Ich gehe immer noch auf die Demos“, sagt sie. „Zweimal die Woche. Und im August sind wir in Berlin ganz groß. Da gehe ich auch hin.“
„Ich verstehe dich“, sage ich.
„Ich mache jedenfalls keinen Test“, sagt sie. „Und impfen lassen wir uns erst recht nicht.“
„Ich mich auch nicht“, sage ich.
„Du hast es gut“, sagt sie. „Du lebst da auf deiner Insel und erschaffst dir deine Protas selbst.“
„Ganz so ist es nicht“, sage ich. „Ich lese morgens auch die Überschrift der Bildzeitung, während ich die Brötchen verkaufe.“
Sie lacht.
„85 % aller Infizierten haben Corona nicht bemerkt. Wurde die Virus-Gefahr überschätzt?, lautet sie heute“, zitiere ich.
Ihr Lachen klingt entspannter. „Allmählich wird mir die Zeitung sympathischer als die ARD oder der Spiegel“, sagt sie.
„Ich habe mir auch schon überlegt, ob ich sie abonnieren soll“, sage ich.
Jetzt lachen wir beide.
„Was ich sagen will“, sagt sie. „Wir würden alle gerne ein bisschen zu euch rauskommen. Aber ich weiß nicht, ob es klappt.“
„Wir haben Platz für euch“, sage ich. „Kommt, wann immer ihr wollt.“
„Das klingt gut“, sagt sie.
Das Wasser ist wild, die Wellen schaukeln sich hoch.  Es ist die Zeit, in der jeder ein bisschen Insel braucht.
  


Samstag, 20. Juni 2020

Der Klassiker



Kinderanimation auf dem Campingplatz. Ein Mädchen und ein Junge sitzen zusammen in der Puppenecke. Sie ist schwanger und  hat darum eine Puppe unter ihrem T-Shirt.
Plötzlich sie stöhnend: „Oh nein. Die Wehen setzen ein. Das Baby kommt.“
Er starrt sie erschrocken an, springt dann auf. „Ich glaube, ich gehe dann mal angeln.“
Und weg ist er.

Montag, 15. Juni 2020

So bin ich, so bist du



… lautet der Titel einer kindgerechten Broschüre, die ich für die Pro Familia zum Thema Aufklärung und Sexualität für Grundschüler erstellt habe.
Als mich Claudia Camp von der Pro Familia fragte, ob ich Interesse hätte, eine Broschüre für sie zu entwickeln, warnte sie mich gleichzeitig, sie wären eine ziemlich komplizierte Gruppe und es könnte nicht so einfach für mich werden. Ich nahm den Auftrag trotzdem an. In Sachen komplizierten Gruppen bin ich stresserprobt, schließlich habe ich eine große Familie…
Dann aber erwies sich die Zusammenarbeit als absolut konstruktiv. Es kann sein, dass im Hintergrund irgendwelche komplizierten Diskussionen abliefen, ich aber kriegte die Resultate mit, und mit denen konnte ich wunderbar arbeiten.
In der Broschüre geht es um Karla, Timur, Luis und Melina, die aus unterschiedlichen sozialen und familiären Beziehungen kommen und alle vier gute Freunde sind.
Verschiedene Bereiche wie Aussehen, Gefühle, Scham, oder verliebt sein  werden in diesem Heft thematisiert, der Leser außerdem zum kreativen Schreiben und Zeichnen angeregt.
Die Broschüre richtet sich an Kinder der 3. und 4. Klassen und ist bei der Pro Familia kostenlos zu erwerben.


Dienstag, 9. Juni 2020

Geburtstag



Und wieder ist ein Jahr um, mein Geburtstag steht an. Diesmal musste ich tatsächlich nachrechnen, wie alt ich eigentlich werde, und dann war ich ein ganzganzbisschen geschockt, weil ich mich irgendwie jünger in Erinnerung hatte. Aber okay, ich sollte angesichts der Alternativen nicht jammern.
Leider war ich an diesem Tag ziemlich in Arbeit eingespannt, aber am Donnerstag werden wir feiern.
Hier übrigens einen Blick auf eines meiner Geburtstagsgeschenke – Dedoles. Ich liebe diese verrückten Strümpfe, die nicht zusammenpassen und doch irgendwie zusammengehören.

Donnerstag, 4. Juni 2020

Kommentare erwünscht



Immer wieder wundere ich mich, warum zu meinen Posts keine Kommentare kommen, während es in anderen Blogs von Kommentaren nur so wimmelt. Aber ich erklärte es mir damit, dass es nicht so interessant ist, was ich zu berichten hatte.
Blogspot bietet, wie alle soziale Medien, verschiedene Sicherheitseinstellungen an. Ich hatte angeklickt, dass ich den Kommentaren zustimmen möchte, bevor sie veröffentlicht werden. Die Einstellung hatte ich nicht gewählt, weil ich Kritik filtern möchte, sondern weil manche Menschen es nutzen, ihre Werbung dort zu platzieren, so nach dem Motto: „Ruf mich an … 002467834“, oder „guck auf meine Seite www.IchbinderSchönste.de“.
Nun sehe ich ganz zufällig nach einem Klick in das tiefste Innere meines Blogs, dass sich hier seit 2015 Kommentare tummeln, die nicht von mir freigeschaltet wurden. Warum sie sich hier befinden ist mir ein Rätsel. Jemand schreibt dort sogar: Um bei dir kommentieren zu dürfen, bedarf es einer hohen Hürde.
Oh Mann, das wollte ich nicht. Bitte kommentiert weiterhin und entschuldigt meine digitale Unfähigkeit. Ihr als Leser seid mir wichtig, und ich freue mich, von euch zu hören.
Jetzt habe ich alle Kommentare freigeschaltet, und in Zukunft habe ich die Funktion, dass ich sie vorher lesen möchte, außer Kraft gesetzt. Ich hoffe, jetzt läuft es!

Dienstag, 26. Mai 2020

Mutmachkarte


Indirekt bin ich in dieser Corona-Zeit in das Homeschooling-Programm involviert, denn einige Schüler lesen eine Lektüre von mir und haben in ihrem Arbeitsplan vorgeschrieben, mir eine Mail oder einen Brief zu schreiben.
Etwas verwundert bin ich dann aber über eine Mail, die am Wochenende bei mir eintrifft:
„Sehr geehrte Frau Weber, hiermit sende ich Ihnen die Mutmachkarte meines Sohnes…“
Was denn für eine Mutmachkarte?, frage ich mich irritiert. Dann aber sehe ich, dass die Mail mit Anhang an eine Uralt-Mailadresse von mir gegangen ist, die ich inzwischen aufgrund der zahlreichen Spams schon mehrfach eliminiert habe, die aber aus irgendwelchen geheimnisvollen Internetsphären wieder zum Leben erwacht ist.
Ich schreibe der Mutter, dass es sich bei der Karte offenbar um einen Irrtum handelt, doch kaum ist meine Mail abgeschickt, trudelt auch schon die nächste Mutmachkarte ein. Und noch eine. Und noch eine. Langsam finde ich es witzig. Ich meine, seien wir doch mal ehrlich, ein bisschen Mut kann man immer gebrauchen, gerade in diesen Zeiten, und dass sie so geheimnisvoll und zahlreich daherkommt, hat eine gewisse Magie.
Ich nehme erneut Kontakt zu zwei Schülern auf (Kevin und Georgij), die mich über den Sinn und Zweck der Karten aufklären. Diese Mutmachkarte ist Teil ihrer Religions-Hausaufgabe. Man soll sie für sich selbst gestalten, aber natürlich auch für die Lehrerin, denn das Homeschooling muss ja auch kontrolliert werden. Dass ich ebenfalls in den Genuss dieser Karten komme, hat niemand vorausgesehen. Die Jungs finden es genauso komisch wie ich.
Die beiden sichern mir zu, ihrer Lehrerin mitzuteilen, dass sie eine falsche Mailadresse angegeben haben … und ja, ich könnte auch über ihre Mutmachkarte in meinem Blog berichten. Aber wenn ich eines Tages fett Kohle damit mache, würden sie gerne mit 5 % beteiligt werden. Das ist natürlich Ehrensache …
Und noch während ich diesen Post schreibe, treffen zwei weitere Mutmachkarten ein. Irgendwie cool, dieses Homeschooling…
Die Karte oben ist von Kevin, die untere von Georgij. Euch beiden lieben Dank, dass ich sie abdrucken durfte.


Samstag, 23. Mai 2020

Cover und ihre Zeiten


Auch ein Buch ist der Mode unterworfen. Mal mag man eher realistische Fotos auf dem Cover, mal muss das Thema abstrakt dargestellt sein, dann wieder ist eine Stilisierung angesagt. Je länger ein Buch auf dem Markt ist, umso häufiger erlebt man auch, dass sich das Cover ändert.
Meist mag ich die Veränderungen.
Hier ein paar Beispiele. 

Dies ist der Relaunch des Buches „Aber ich bin doch selbst noch ein Kind“.




Mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ veränderte sich gleich dreimal, 
und nun erlebt auch mein Buch „Merkt doch keiner, wenn ich schwänze“ eine neue Version. Wie findet ihr es? Ich mag diese stilisierte Kargheit.



Samstag, 16. Mai 2020

Eine Tüte Bücher



Im ersten Moment sind wir enttäuscht, als die kleine Bücherei nur durch ein Fenster geöffnet ist. Wir haben nicht die Möglichkeit, uns durch die Regale der Bücher zu lesen und Bücher auszusuchen. Aber wir können Wünsche äußern. Sie würden uns ein Lesepäckchen zusammenstellen, bieten sie uns an.
Jetzt sprudeln die Ideen. Ein Buch über Barbie, aber für die nullte Klasse – ein Fußballbuch, aber nicht „Luca schießt ein Tor“, das hat er schon gelesen, vielleicht auch was mit Monstern, spannend, aber so, dass er noch schlafen kann  -  einen guten Roman, aber nichts gruseliges, auch keine Fantasy, gerne Unterhaltung, aber gut geschrieben …
Die Bibliothekarin notiert mit ernsthaftem Gesicht. Sie wolle mal gucken…
Am nächsten Tag dürfen wir die Bücher abholen. Sie hat uns eine riesige Wundertüte zurecht gemacht. Schon am Auto studieren wir die Inhalte, lachen uns über die Cover kaputt.
Tut auch mal gut, sich nicht immer selbst entscheiden zu müssen.

Montag, 11. Mai 2020

Spannungsmomente



 
Es ist unausweichlich, dass man seinen Protagonisten in eine gefährliche Situation schicken muss, und was noch schrecklicher ist: Man muss die Falle selbst konstruieren und mit anschauen, wie er ahnungslos hineinstolpert, um sich dann weiter und weiter darin zu verstricken.
Ich stehe gerade vor dieser Situation und merke, wie schwer ich mich damit tue. Ich lenke mich immer wieder ab, daddele im Internet herum, hole mir noch einen Kaffee, um diesen Augenblick heraus zu zögern. Es ist schrecklich, dem Menschen weh tun zu müssen, den man erschaffen hat und den man seit vielen Manuskriptseiten durch sein Leben begleitet.
Wie halten Krimiautoren so etwas aus?
Aber es muss sein. Die Spannung des Buches steigt mit diesen Situationen. Das einzig Gute an der Sache ist, dass ich weiß, wie meine Hauptperson da wieder rauskommt und ich weiß auch, dass ich ihr dabei helfen werde.

Dienstag, 5. Mai 2020

Lähmende Langsamkeit



Verwirrt stelle ich fest, dass ich fast 14 Tage lang nichts mehr gebloggt habe. „Kind, was habe ich denn zu erzählen“, schreibt meine Tante Hanna oft in ihren Briefen, deren Tage sich langsam und gleichmäßig aneinander reihen, seit sie ihre Wohnung nicht mehr verlässt. Und das ist seit fast fünf Jahren so.
Ich verlasse das Haus, treffe Freunde, fahre Rad, wandere, schreibe, lese, schlafe – und doch verläuft das Leben in einer lähmenden Langsamkeit, die mich die Stunden zählen lässt.
Mein Patenkind (14) muss eine Stellungnahme zu Corona schreiben – etwas Witziges, Satirisches. Sie schreibt: „Hände waschen und Netflix gucken – ich hatte mir die große Apokalypse anders vorgestellt.“

Donnerstag, 23. April 2020

Eine Lektüre zum Doodlen



Tatata, da ist sie nun, meine neue einzigartige und weltbewegende Lektüre „Das heimliche YouTube-Leben des ChrysCrank“. Sie wird erst im November erscheinen, aber da sie seit einiger Zeit bei den Buchhandlungen angekündigt ist, kann ich auch über sie berichten.
Ich will ja nicht übertreiben, aber meine geniale neue Erfindung ist ein ganz besonderes Buch, das hoffentlich alle leseunlustigen Schüler aus den Puschen hauen wird. Die Schüler haben nämlich nicht nur die Möglichkeit, eine witzige und nicht zu anstrengende Geschichte zu lesen, sie werden gleichzeitig auch zum „Doodlen“ angeregt. Jede Doppelseite fordert die Schüler auf, das Gelesene durch angefangene Illustrationen zu vervollständigen oder eigene Gedanken zu skizzieren. Auf die Weise erstellen sich die Schüler ein eigenes individuelles Buch.


Eine schräge Lektüre braucht einen witzigen Comiczeichner, der es versteht, die Schüler zum kreativen Kritzeln aufzufordern. Norbert Höveler aus Düsseldorf, Karikaturist, Illustrator und Comiczeichner, hat diese Aufgabe übernommen, und seine Anregungen sind köstlich.

Mit diesem Buch wird eine ganze Reihe entstehen, an der die Schüler und Lehrer hoffentlich viel Spaß haben werden. Die Leseförderung ergibt sich auf die Weise fast spielerisch.
In der nächsten Zeit erzähle ich ein bisschen mehr von dem Buch -  dauert ja leider noch eine Weile, bis es erscheint, obwohl ich schon jetzt so viel Lust hätte, selbst ein bisschen drin herum zu kritzeln.
Liebe Grüße an die, die geholfen haben, die Idee zu verwirklichen, Christine Schneider und das Team vom Verlag an der Ruhr, Norbert Höveler, der jede Schreibidee locker und lustig umsetzte und Carsten Polzin, der mit seiner Agentur aufmerksam die Verträge überwachte.
Hach, ich freue mich!!!
Hier noch ein Link, wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt.


Montag, 20. April 2020

Zeiten des Aufbruchs



Wie sehr man doch in Sachen Lebenseinschränkung auf seine Landesfürsten angewiesen ist. Ich bin nun jedenfalls wieder in NRW, und hier hat man das Gefühl, mitten in den Osterferien gelandet zu sein. Die Menschen sind mit Rad oder zu Fuß unterwegs, die Baumärkte sind randvoll, und aus jedem Garten ertönt Gehämmer und Gesäge. Wenn man das sieht, könnte einem glatt die Verschwörungstheorie kommen, Corona sei eine Erfindung von Hornbach.
Um die wenigen Menschen, die Mundschutze tragen, wird ein ängstlicher Bogen gemacht, ansonsten trifft man sich zum Grillen und guten Gesprächen, nicht zu laut, man weiß ja nie, ob der eine oder andere Blockwart in der Nähe lauert, aber doch in vergnügter Runde.
Ich war natürlich Punkt neun Uhr in der kleinen Buchhandlung im Ort, um mir endlich Band 2 des Romans „Zeiten des Aufbruchs“ zu kaufen.

Freitag, 10. April 2020

Reduktion


Haben wir uns nicht häufig danach gesehnt, mal etwas reduzierter zu leben, in einem Tiny-Haus mitten im Wald vielleicht, mit Ruhe und Sternenhimmel, kein Stress, kein Shopping, mal keine Veranstaltungen. Na und nun? Jetzt haben wir den Salat.
Am Anfang dachte ich noch: Naja, hat auch mal sein Gutes. Endlich mal Zeit, ein Buch zu lesen und spazieren zu gehen. Aber seien wir doch mal ehrlich. Allmählich reicht es! Ich habe das Gefühl, zu veröden. All meine Fitness ist am Ende, die Muskeln auf Tennisballgröße zusammengefallen, ich brauchte mal wieder eine neue Jeans, und vor allem würde ich mal gerne wieder in einer Buchhandlung herumstöbern oder mit den Kiddys auf Spielplätzen rumhängen.
Langsamkeit und Achtsamkeit sind ziemlich große und bedeutungsvolle Worte, aber wenn man so isoliert abhängen muss, merkt man doch, dass wir Menschen Rudeltiere sind. Ich vermisse euch da draußen. Diese kleine überschaubare Welt reicht mir nicht. Es ist so absehbar, was passieren wird, jeder Tag verläuft ähnlich langweilig und langsam. Und die virtuelle Welt – ja, die ist riesengroß geworden. Tolle Live-Konzerte, schöne Webinare, netter Austausch über Mails. Aber das ist nicht so meins. Ich habe lieber analoge Kontakte.
Hoffentlich hat das alles bald ein Ende. Sonst muss ich mir einen Fluchthelfer suchen, der mich über die grüne Grenze nach Schweden bringt!

Sonntag, 5. April 2020

Kriminelle Lesespuren



Kennt ihr diese wunderschönen „Lesespuren-Geschichten“, bei denen Kinder sich auf die Suche nach einem Schatz machen oder ganz einfach einen aufregenden Tag erleben? Sie werden mit einem kleinen Text von Bild zu Bild über eine Karte gejagt, und wenn sie nicht gewissenhaft gelesen haben, geraten sie in die Irre.
Schülern machen diese Geschichten großen Spaß und sicherlich denken sie nicht die Bohne daran, wer solche Geschichten schreibt und wie es den Autoren dabei geht.
Ich zum Beispiel gehöre seit kurzer Zeit zu diesen Autoren. Ich habe für mein neues Manuskript wilde Spuren gelegt und Zeichnungen dazu angefertigt. Problematisch wurde es nur, als ich meine eigenen Aufgaben lösen musste. Da habe ich mich selbst mehr als einmal in die Irre katapultiert, musste die Zeichnung erneuern, musste Aufgaben modifizieren, die Zeichnungen noch mal neu machen und die Aufgaben erneut anpassen. Es war eine unendliche Geschichte und eine Herausforderung, bei der ich geflucht habe, wie ein Droschkenkutscher. (Obwohl ich nicht genau weiß, wie der flucht, aber schlimmer kann es nicht sein.)
Hoffentlich ist nun alles in trocknen Tüchern, und die Lektorin kommt nicht noch mal vorsichtig mit dem Kommentar um die Ecke: Diese Aufgabenstellung führte ins Nichts…..Könnten Sie sich die vielleicht noch einmal anschauen?
Arrrrgggg.

Dienstag, 31. März 2020

Digitale Abwechslung


In Zeiten des reduzierten Lebens muss man sich was einfallen lassen, um den gleichmäßigen Alltag zu unterbrechen und trotzdem nicht analog mit zu vielen Menschen in Kontakt zu treten. Ich besuchte ein Webinar und traf mich dort digital mit 9000 Menschen zum Zeichnen. Dabei habe ich als Nichtkünstler gelernt, wie man Gegenstände, Buchstaben und Menschen mit einfachen Grundformen erstellt.
Hat Spaß gemacht und war irgendwie … erfrischend einfach.
Danke an Simone Abelmann.

Sonntag, 22. März 2020

Das Leben danach



Ich bin oft in Gefängnissen zu Besuch, manchmal zu Schreibwerkstätten, manchmal zu Lesungen, und einmal auch über einen längeren Zeitraum, in dem ich mit Jugendlichen zusammen an einem Buch gearbeitet habe. Die Gefängnisse, in denen ich war, waren sehr unterschiedlich. Manchmal war ich im offenen Vollzug, wo die Gefangenen tagsüber arbeiten oder zur Schule konnten, häufiger aber war ich im geschlossenen Vollzug, wo nichts mehr nach draußen möglich war. Die Gefangenen waren dort auf ihre Zellengenossen oder auf die Gruppe angewiesen, auf die sie stundenweise trafen, wenn sie auf dem Flur Freizeit hatten oder nach draußen auf den Hof durften.  
Auch die Gefängnisse waren sehr unterschiedlich, vom echten mittelalterlichen Backsteinknast bis hin zum modernen videoüberwachten Betonklotz. Überall bemühte man sich um gemütliche Ecken mit Bildern, Blumen und Sofas, doch sie konnten nicht über die deprimierende und aggressive Stimmung hinwegtäuschen, die überall herrschte. Es war, als wenn man versuchte, einen Kellerraum gemütlich zu machen. 
Wenn ich nach so einem Tag wieder durch die Schleuse durfte, vorbei an den Polizisten und dem Wachpersonal bis zum Pförtner, meinen Pass und mein Handy wieder ausgehändigt bekam und auf die Straße trat, hatte ich immer das Gefühl, dass die Sonne heller, der Himmel blauer und die Blumen bunter leuchteten. Dann wurde mir immer klar, dass das höchste Gut des Menschen die Freiheit ist.

Sonntag, 15. März 2020

Vertrauen



 
Sie hat einige wilde Stunts auf der Schaukel ausprobiert. Plötzlich macht sie einen Salto kopfüber und knallt auf den harten Boden. Einen atemlosen Moment liegt sie da und schaut in den Himmel.
„Hast du dir weh getan?“, rufe ich erschrocken.
Sie springt auf und schüttelt sich. „Nein“, sagt sie. „Die Erde hat mich aufgefangen.“

Montag, 9. März 2020

Wie die Lektüre „Ben bei den Piraten“ entstand



 
Vor zwei Jahren ist meine dreistufige Lektüre „Ben bei den Piraten“ erschienen, und weil sich die Schüler immer so für die Entstehungsgeschichten meiner Bücher interessieren, will ich mal erzählen, wie ich dazu gekommen bin, sie zu schreiben.
Bücher brauchen oft ein Jahr, bis sie erscheinen, und so habe ich diese Lektüre 2017 geschrieben. In diesem Jahr war ich in der Stadt Gotha „Stadtschreiberin“. Ich habe ein halbes Jahr lang in der Stadt gewohnt und bin natürlich sehr oft und gerne durch die Stadt gebummelt.
Gotha hat ein schönes Schloss, in dem ich oft gewesen bin. Wenn man das Schloss besichtigen wollte, musste man sich dicken braunen Filzpantoffeln anziehen, damit man das gute Parkett nicht beschädigte.  Diese dicken Puschen gibt es ja in jedem Schloss, und sie retten sich durch alle Generationen.
Als ich auf den Pantoffeln durch die Räume schlitterte, vorbei an den Gemälden aller wichtigen Könige und Königinnen, die im Schloss Gotha gelebt haben, flog mich eine Idee an. Wie ist es wohl, wenn ein Kind durch die Räume rutscht, verliert die Kontrolle über seinen Körper und landet direkt in einem Bild? Und in welchem Bild könnte es landen, um etwas ganz spannendes zu erleben? Natürlich mitten unter den Piraten.
Der Junge in meiner Geschichte sollte zunächst Paul heißen, aber der Titel „Paul bei den Piraten“ gab es schon. So habe ich ihn Ben genannt, nach meinem jüngsten Sohn, der ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Ben in diesem Buch hat.
Es hat mir großen Spaß gemacht, die Lektüre zu schreiben, und ich hoffe, du merkst es, wenn du es liest.




Mittwoch, 4. März 2020

Corona und ich



Ich bin erst mal aus NRW nach Brandenburg geflüchtet. Hier wohnen ja nur wenige Menschen, vor allem keine Italiener und Chinesen. Ich wasche mir stündlich viermal die Hände, desinfiziere sie dann und binde mir meinen Mundschutz um. Sollte ich hier in meiner Isolation doch mal jemanden sehen, winkte ich ihm von weitem zu und deute damit an, dass wir uns auch nahe sein können, wenn er Abstand hält.
Am Montag war ich einkaufen. Das war eine kluge Entscheidung, denn die Hamsterkäufe fanden am Wochenende statt. Montag waren die Regale wieder voll, aber es gab keine Schlangen an den Kassen.
So richtig gut geht es mir nicht. Ich habe ein bisschen Kopfschmerzen, aber ich will jetzt nicht den einzigen Arzt, der hier weit und breit durchhält, auch noch belästigen. Das Wartezimmer ist sicherlich überlaufen, und nachher hole ich mir neben Corona auch noch eine Grippe oder eine Magen- und Darminfektion.
Ansonsten ist alles schick.
Ich bin allerdings traurig, dass die Leipziger Buchmesse ausfällt, und das ist diesmal nicht ironisch gemeint.

Donnerstag, 27. Februar 2020

Vergessen



Wenn jemand nach einem Besuch etwas bei mir vergisst, hat es den Vorteil, dass man sich noch lange an den Tag erinnert.


Sonntag, 23. Februar 2020

Sonntagsregen

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Heute liebe ich dieses wunderbare Bindfadenregenwetter, kein Stress mit irgendwelchen Ausflügen in die Botanik, einfach nur schreiben und lesen oder lesen und schreiben. Nur das Biotop hinter unserem Haus entwickelt sich zu einem großen See. Bis zum Herbst wuchsen hier wilde Sträucher und große Bäume, ein Wassergraben und ein kleiner Tümpel bildeten sich, wenn es längere Zeit regnete. Aber im Herbst machten die Stadtgärtner mit diesem Biotop kurzen Prozess, fällten alle Bäume und rissen die Sträucher heraus. Vogelnester und Igelverstecke werden ja sowieso überbewertet. Nun hat das Biotop die Romantik eines Braunkohlefeldes der Lausitz. Der Kommentar der Stadtgärtner: Wächst doch wieder.
Gefallene Bäume wachsen? Da habe ich wohl im Biounterricht geschlafen.
Immerhin wurde ich heute Morgen durch lautes Entengeschnatter geweckt. Irgendjemandem scheint es doch zu gefallen.   

Sonntag, 16. Februar 2020

Amazon-Rezensionen



Damals, als Marcel Reich-Ranicki eine Monopolstellung in Sachen Literaturkritik hatte, war die Welt noch in Ordnung. Er war geliebt und gefürchtet, in Sachen Frauen als Autoren fast immer vernichtend, es sei denn, sie schrieben komplizierte Lyrik. Okay, Journalisten mussten einen halben Meter zurück treten, wenn sie ihn um seine Kompetenz befragten, denn seine Aussprache war mehr als feucht, und doch wurde seine Literaturkritik respektiert und hatte einen gewissen Unterhaltungswert.
Heute ist jeder zum Literaturkritiker geworden, darf alles bewerten und sein Urteil veröffentlichen. Das ist durchaus demokratisch gedacht, es wirft jedoch auch einige Probleme auf.  Hin und wieder kommen solche Kritiken zustande wie „Der schrieftstella konnte garnich rechtschreipen“, dem man eine gewisse Unkenntnis der Sachlage unterstellen könnte. Oder es werden solche Dinge veröffentlicht wie: „Am Ende stellt sich heraus, dass der Gärtner der Mörder war und da er auch noch der uneheliche Bruder des verstorbenen Vaters war …“  und man wünscht sich, der Kritiker hätte einfach rechtzeitig die Klappe gehalten. Und wenn jemand schreibt „Tolles Buch“ – Fünf Sterne, weiß man, der Autor hat sich bei seinen 1469 Fünf-Sterne-Rezis höchstpersönlich eine große Tüte Sterne gekauft.
Neuerdings aber sind immer weniger Leser bereit, eine lange Bewertung abzugeben. Da amazon jedoch auf solche Urteile setzt und sie das Geschäft ankurbeln, ist der Verkaufsriese nun dazu übergegangen, dass man ein Buch einfach anonym und ohne Rezi bewerten kann. Man muss noch nicht mal „Alles Scheiße, deine Elli“, schreiben. Damit hat man die Türen für Fakes weit geöffnet. Ist ja immer so einfach, jemandem vor die Füße zu spucken, ohne sich dabei sichtbar zu machen.
By the way, wehren kann man sich natürlich auch nicht. Es gibt ja keine Rezi, die man beanstanden kann.


Dienstag, 11. Februar 2020

Lesetexte für Könner




Heute stelle ich euch ein neues Buch von mir vor, das die Könner unter den Lesern fördert. Dass niemand in der Schule zurückbleiben sollte, sind gute Gedanken. Und dass man Schülern mit einfachen Texten die Schwelle zu Büchern niedrig machen sollte, ist ebenfalls wichtig. Aber man kommt auch nicht umhin, zu sehen, dass Lesen eine wichtige Schlüsselqualifikation ist. Ein Schüler muss am Ende des 4. Schuljahres in der Lage sein, auch mal einen schwierigeren Sachtext zu lesen und den Inhalt zu verstehen, wenn er eine gute weiterführende Schule besuchen will. Und zwar nicht mit dem Finger unter der Linie, sondern still und nur mit den Augen.
Und was das für das Leben bedeutet, wenn man schwierige Inhalte schnell lesen und erfassen kann, wissen wir sicherlich alle.
Hier in diesem Buch gibt es eine große Auswahl an Texten – von leichteren persönlicheren Texten bis hin zu richtig schweren Drei-Sternchen-Sachtexten. Zu allen Texten gibt es kleine Aufgaben, die sich auf das Verständnis des Inhalts beziehen.
Wer das hinkriegt, ist auf alle Fälle gymnasialreif, wer es noch nicht schafft, hat die Chance, es zu werden. 

Freitag, 7. Februar 2020

Rollenspiele


Im Kindergarten hat sie gelernt, nicht mit Fremden zu reden und nicht mit ihnen mitzugehen.
„Na, reden musst du schon mit Fremden“, erkläre ich ihr. „Nur mitgehen darfst du natürlich nicht.“
Wir reden über Fremde im allgemeinen und besonderen, und plötzlich sind wir mitten in einem Rollenspiel. Was sagst du wenn… und dann sagt er, und dann sage ich.
„Was sagst du, wenn er sagt: Ich habe einen ganz süßen Hund. Willst du ihn dir nicht mal angucken?“, frage ich.
Darauf sie: „Ich habe auch einen Hund.“
Ich: „Wie heißt er denn?“
Sie: „Bello.“
Ich: „Aber ich habe eine sehr süße Katze.“
Sie: „Ich habe auch eine Katze.“
Ich: „Meine heißt Kitty, und deine?“
Sie: „Mietzie.“
Ich: „Aber ich habe einen süßen Kanarienvogel. Den hast du bestimmt nicht.“
Jetzt zögert sie. Kanarienvögel kennt sie nicht.
Sie: „Doch, ich habe auch einen Kanarienvogel.“
Ich: „Meiner ist gelb, und deiner?“
Sie (vorsichtig): „Meiner ist auch gelb.“
Ich: „Meiner kann sehr schön singen.“
Sie: „Meiner singt auch sehr schön.“
Ich: „Was singt er denn?“
Sie: „Hänschen klein!“

Sonntag, 2. Februar 2020

Ab jetzt mit Agentur



Lange Jahre war ich überzeugter Nicht-Agentur-Autor. Wenn man als Autor für die Schulbranche schreibt, ergeben sich die Kontakte und Schreibaufträge von ganz allein. So jedenfalls sah ich die Dinge viele Jahre lang und bin mit dieser Einstellung gut zurechtgekommen.
Schwierig wird es nur, wenn man seine Schreibgenre erweitern will, mal für Kinderbuchverlage schreiben möchte, mal ein Jugendbuch konzipiert und mal damit liebäugelt, für Erwachsene zu schreiben. Dann läuft man bei Verlagen schnell gegen volle Briefkästen. „Für welche Agentur arbeiten Sie?“, wird man gefragt (wenn man das Glück hat, gefragt zu werden… meist schafft man noch nicht mal das!) Tja, das ist dann die Gretchenfrage, und mit dem Satz: „Ich bin agenturlos“ kommt man nicht weit.
Genervt von diesen Rückmeldungen ruderte ich zurück und überlegte, mich an eine Agentur zu wenden … da gab es eine unerwartete Schicksalsfügung. Carsten Polzin, langjähriger Programmleiter des Piper- Verlages, den ich von einer tollen Zusammenarbeit kannte, machte sich mit einer Agentur selbstständig. Ihr könnt euch sicherlich denken, dass ich da nicht lange gefackelt habe.
Seit Februar geht die Agentur Textbaby an den Start und ich bin als zu vermittelnde Autorin mit dabei. Alles noch ganz frisch und aufregend … aber es fühlt sich gut an. Und zu meiner Überraschung ist eine Agentur auch bei Schulverlagen sehr hilfreich. Es ist nämlich ein gutes Gefühl, wenn man bei den Verträgen einen langjährigen Profi an seiner Seite hat, der mal darüber guckt…
Wer noch mehr nachlesen möchte: Hier.


Freitag, 31. Januar 2020

Lesung in Bünde



Mit meiner Überlegung, in Zukunft weniger Lesungen zu machen, werde ich mir selbst untreu. Es macht einfach zu viel Spaß, und es gibt immer sooooo freundliche Schüler, Lehrer und Schulen. In diesem Monat war ich jedenfalls nun schon zum zweiten Mal unterwegs, gestern an der Realschule in Bünde. Hier war ich schon häufiger eingeladen, und es ist immer so nett.
Diesmal warteten Neuntklässler auf mich. Vor neunten Klassen lese ich eher selten, und ich bin immer überrascht, wie groß die Schüler sind und wie erwachsen sie wirken.
Ich las aus dem Roman „Online war er noch so süß“ und aus dem Buch „Abgemixt“, das ich mit dem Jugendlichen Hasan Tas geschrieben habe, der einige Jahre in einer JVA eingesessen hat. Leider gibt es das Buch „Abgemixt“ nicht mehr zu kaufen, was so schade ist, denn es kommt bei Schülern immer so gut an. Auch jetzt drehten sich die meisten Fragen um Hasan und sein Schicksal.
Es hat Spaß gemacht, hier in Bünde zu sein, und ich habe es genossen, dass die Schüler so gut vorbereitet waren und so gut zugehört haben.

Dienstag, 28. Januar 2020

Lesung in Zossen



Zossen ist eine kleine Stadt im Landkreis Teltow-Fläming, nicht weit von Berlin entfernt. Hier hatten mich die Lehrerinnen und Schüler der Goetheschule zu einer Lesung eingeladen.

Da es zum Lehrplan der Klasse 6 gehört, sich mit dem Thema Gefahren im Netz auseinander zu setzen, hatten sie mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ gelesen und wollten wissen, wie es weiter geht. Also hatten sie mich gebeten, Ausschnitte aus dem 2. Band vorzulesen. Die Schüler hörten gespannt zu, meinten sogar, der 2. Band sei noch spannender als der erste. Auch wollten sie wissen, wie die Protagonisten aussahen, und ich zeigten ihnen die Figuren und die Häuser und Stadtpläne, die ich in meine „Protagonisten-to-go-Kladde“ eingeklebt hatte.


Auch eine weitere Zuhörerin hatte sich am Rande des Geschehens eingefunden, die eifrig mit protokollierte:  Emma Grzanna aus der Klasse 9 des Gymnasiums, die eine Facharbeit über das Thema schreiben wollte.
Es war ein schöner Vormittag, und ich danke euch ganz herzlich für eure nette Einladung.