Sonntag, 19. Mai 2019

1. Liga



Paderborn ist wieder mal in der 1. Liga – jedenfalls fußballtechnisch. Nicht das beste Spiel, schon gar nicht ein herausragender Gewinn, aber manchmal kommt man auch als Verlierer weiter.
Helden geben eben nie auf!

Mittwoch, 15. Mai 2019

Der Schatz in der Tüte



Unser jüngstes Familienmitglied (4) zeigt mir bei meinem Besuch voller Stolz sein Sparschwein. Es ist gelb und klimpert so schön. Das bringt ihn auf die Idee, es mit weiterem Geld zu füllen. Damit ich mein Portemonnaie nicht plündern muss, greift die Mutter in ein Küchenregal. Da steht eine braune Papiertüte, in der Münzen gesammelt werden, die niemand braucht. Wir leeren die Tüte, um das Schwein zu füllen. Centstücke sind dabei, aber auch schwedische Kronen und einige Örestücke mit diesen Loch in der Mitte. Und dann… blinkt mir eine Münze entgegen, die mir bekannt vorkommt. Sie sieht so unglaublich golden aus. Und dieser Kopf darauf, ist das nicht Kaiser Wilhelm? Tatsächlich! Eine Kaiser-Wilhelm II-Goldmünze ist aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen in der Tüte gelandet. Der Wert ist schnell per Smartphone ermittelt: 318,- €. 
(Das Foto ist übrigens die erste Rose aus unserem Garten)

Samstag, 11. Mai 2019

Zurück nach Hause



Die Neue Mittelschule Schardenberg war noch einmal eine ganz besonders gastfreundliche Schule mit supernetten und schlauen Schülern, sodass meine Lesereise einen richtig schönen Abschluss fand. Dann ging es zurück nach Hause.

Ich habe außer schönen Eindrücken sogar noch ein paar liebe und persönliche Dinge mitbekommen: Eine selbstgenähte Tasche von einer Lehrerin aus Wien, dazu diese Manner-Waffeln, eine Wiener Spezialität.


Und wie immer lasse ich auch auf der Reise etwas zurück. Bei diesem Stecker, mit dem ich immer mein Handy und das E-Book aufladen kann, löste sich die Steckverbindung und blieb in der Steckdose, ohne dass ich es bemerkte. Naja, ein bisschen Verlust hat man immer.


Auf der Rückfahrt passierte mir das, was mir immer passiert, wenn ich an der Raststätte mal eine Pause machen will. Ich kapiere diese Schilder nie und fahre immer an den PKW-Parkplätzen vorbei. Dann muss ich mein kleines Auto zwischen den LKWs parken.
Die Fahrt war weit, und wie ich schon geahnt hatte, kam ich zur Rush hour in Kassel an. Das bedeutete, dass es eine Stunde vor dem Ziel nur noch im Stop und Go weiterging.
Immerhin… geschafft!

Freitag, 10. Mai 2019

Nette Schüler ringsherum



Meine Lesereise durch Österreich neigt sich dem Ende. Heute habe ich einen letzten Lesetermin in Schardenberg, einem Ort, der schon ziemlich nah an der deutschen Grenze liegt. Dann geht es zurück.
Was mir in Österreich immer wieder auffällt, ist die große Freundlichkeit, mit der ich überall empfangen werde. Auch die Schüler sind supernett und aufmerksam und höflich – Pubertät ist kein Argument für schlechtes Benehmen.

An der Neuen Mittelschule in Kalsdorf gab es viele Schüler, die verschiedene Bücher von mir gelesen hatten – jeder ein anderes, und die mir Briefe dazu geschrieben hatten. Die gilt es noch zu beantworten, wenn ich zu Hause bin.



Auch an der PTS in Schwanenstadt traf ich auf Schülerinnen, die alle meine Bücher kannten. Das hat mich sehr gerührt.
Unterwegs sah ich dann auch das echte Klischee-Österreich mit schneebedeckten Bergen, auf denen die Sonnenstrahlen glitzerten.

Dienstag, 7. Mai 2019

Österreichisch für Anfänger



Österreichisch, so denkt man als Deutscher ja gerne, ist deutsch, nur dass die Sprache ein bisschen mehr gesungen wird. Aber wenn man von Geburt an Mozart im Blut hat, ist das auch verständlich.
Und doch gibt es diese feinen Unterschiede … und dann sogar diese ziemlich ganz anderen Unterschiede…
Spital – das kann man einordnen, das sagten wir früher auch zu Krankenhaus. Und ein Knoten auf der Autobahn ist ein Autobahnkreuz, aber angesichts der Brücken und Tunnel kann man das Wort „Knoten“ nachvollziehen. Schwieriger wird es bei der Formulierung: „Das geht sich aus.“ Da denke ich zunächst: Wer geht da mit wem aus? Und ich brauche eine Weile, bis ich verstanden habe, dass es das ist, was die Bayern. „Passt scho“ nennen.
Für manche Worte allerdings brauchte ich eine Definition. So fragte mich die Frau vom Schwimmbad: „Brauchen Sie a Käschtl?“ „Ein Kästchen? Was ist das?“, frage ich irritiert und erfahre, dass es ein Schrank ist, in dem ich meine Sachen aufbewahren kann.
Und heute in der Schule in Wien gab es eine Vokabel, die ich noch nie gehört hatte. „Welches Heferl möchten Sie?“ Ein… bitte was?
Ich durfte mir eine Tasse für meinen Kaffee aussuchen.
Apropos Kaffee: Kaffee ist hier in Österreich ein kleiner Schluck superstarker Mokka, zu dem ein Glas Wasser gereicht wird – nix mit  einem Becher Kaffeemaschinen-Mix, der weder warm noch kalt so wirklich nach Kaffee schmeckt, aber mit dem man mehrere Stunden über die Runden kommt.
Und gerade beim Frühstück im Hotel habe ich noch eine Vokabel gelernt: Ein Nudelwoigen. Das ist ein Nudelholz!

Montag, 6. Mai 2019

Der erste Tag – Korneuburg


 
Nun hat sich der Regen abgeregnet, und ich kann erkennen, in was für einer hübschen Stadt ich gelandet bin. Korneuburg hat eine schicke Innenstadt mit einem beeindruckenden Rathaus und schönen Gassen.


Besonders bemerkenswert sind aber die Schülerinnen und Schüler der Musikmittelschule Korneuburg. Schon beim Eintreffen nehmen mich ein paar nette Mädels unter ihre Fittiche und bringen mich genau dahin, wo ich erwartet werde.
Ich lese für die 3.Klässler aus dem Buch „See you, ich sehe dich“ und für die 4.Klässler aus „Online war er noch so süß.“ Immer ist es unglaublich aufmerksam und still.
Liebe Grüße an euch alle und danke für den schönen ersten Tag. Wenn das so weitergeht…

Sonntag, 5. Mai 2019

Lesereise durch Österreich



Österreich – war das nicht das Land der Berge, Seen und grünen Wiesen? Und sogar die Alpen soll es da geben, oder? Leider offenbart sich dieser Blick kein einziges Mal, während ich zwei Tage lang unterwegs bin. Im Erzgebirge, im Vogtland und in Bayern hatte ich Schneeregen, in Österreich schließlich Regen. Immer ist mal ein kleiner heller Schein am Horizont zu sehen, und damit verbunden die Hoffnung, dass es da hinten besser wird, aber das tut es nicht. Im Gegenteil – es regnet sich ein.
Die erste Station meiner Lesereise ist Korneuburg, eine kleine Stadt in Niederösterreich vor den Toren Wiens. Leider kann ich euch nichts über die Stadt erzählen, denn ich habe es nicht über mich gebracht, einen Spaziergang zu machen – und das will was heißen. Hier darum ein Blick in mein Hotelzimmer. Wenigstens das ist hübsch.

Freitag, 3. Mai 2019

Cover verändert



Zufällig entdecke ich bei amazon, dass mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ ein Relaunch des Covers erfahren hat. Schade, dass ich darüber nicht informiert wurde, und noch blöder, dass niemand auf die Idee gekommen ist, mir das neue Buch zuzuschicken, denn ich starte morgen zu einer längeren Lesereise nach Österreich, und da wäre es doch schön und werbewirksam gewesen, wenn ich das neue Buch dabei gehabt hätte. Aber … nicht zu ändern, und bestimmt gibt es wieder viele Gründe, warum Verlage dazu keine Zeit haben…
Das Buch „Im Chat war er noch so süß“ ist 2006 erschienen und hat nun zum 3. Mal eine Aktualisierung des Covers erfahren. Ich finde dieses neue Cover besonders gut gelungen. 
Hier noch mal das alte ... und von dem ersten finde ich gar kein Foto mehr. 


Montag, 29. April 2019

Die Jugend heutzutage



Bei einem Spaziergang treffe ich einen älteren Mann, der mit seinem Hund unterwegs ist. Er hat ein großes Mitteilungsbedürfnis, erzählt aus seinem Leben, von der Jagd, vom Krieg, vom Tod, dem er so nahe war. „Die Jugend“, sagt er, „die weiß das alles gar nicht mehr.“
Ich bin mir etwas unsicher, ob er mich damit meint.
Dann berichtet er von der Wildschweinjagd und von den Wölfen, die hier manchmal durch den Wald streifen, und dass auch das die Jugend heutzutage falsch einschätzt, weil sie nichts mehr von der Natur versteht.
„Hier“, sagt er zu mir und zeigt auf ein Kraut am Wegrand. „Wissen Sie, was das ist?“
Okay, ich gebe zu, von Botanik verstehe ich so wenig wie vom Kochen.
„Sumpfdotterblume“, sagte ich auf Verdacht. Ich weiß zwar nicht, wie die genau aussieht, aber ich mag den Namen.
Er schnaubt verächtlich. Es ist, so erfahre ich nun, Schöllkraut. Und natürlich muss ich mir nun auch wieder anhören, dass die Jugend noch nicht mal das weiß. Aber nun weiß ich definitiv, dass er mich zu dieser Altersgruppe zählt. Das verbuche ich unter „schmeichelhaft“.
„Und was ist das hier?“, fragt er weiter und deutet auf eine andere Pflanze. Er scheint in seinem ersten Leben Biologielehrer gewesen zu sein.
Jetzt ziehe ich mein Smartphone und öffne die App „Was ist das für eine Blume“, klicke auf weiß, fünfblättrig und Waldgebiet, schaue mir ein paar Fotos an und bestimme „Weißdorn“.
Jetzt ist er sauer. „Ich weiß das aber, ohne nachzugucken“, sagt er verärgert.
„Dafür weiß ich, wie man eine App installiert“, antworte ich. 

Freitag, 26. April 2019

Julia und die Freundschaftssteine



Gestern bekam ich wieder einen dicken Brief mit Schülerpost vom Verlag. Diesmal waren viele Briefe von Grundschülern dabei. In einem der Briefe berichteten Schüler der Grundschule Söcking bei Starnberg, dass sich ihr Literaturkurs mit dem Thema Mobbing beschäftigt hatte. Aus dem Grund hatten sie mein Buch „Warum seid ihr so gemein zu dem?“ gelesen. Außerdem hatten sie einen Film zu dem Thema gedreht, und den Trailer auf Youtube gestellt. Er sieht richtig professionell und beeindruckend aus, und ich möchte ihn unbedingt als guten Tipp zu dem Thema an euch weitergeben.


Montag, 22. April 2019

Wenn hat Annette Weber gestorben?



In meinem Blog kann man in einer Statistik erkennen, unter welchen Stichworten die Leser auf meinen Blog zugreifen. Diesmal war ich einigermaßen überrascht. Ein Satz, unter dem mich jemand gesucht hatte, lautete nämlich „Wenn hat Annette Weber gestorben?“
Ich hatte sofort große Sympathien für den, der die Frage gestellt hatte.
„Hat gestorben“ ist ein Fehler, den ich absolut nachvollziehen kann. Sein in Zusammenhang mit einem Perfekt wird nur gebildet, wenn es sich bei dem Verb um ein Verb der Bewegung handelt. „Ich bin gelaufen“, „Ich bin zurückgekommen.“ Sterben dagegen ist ja nicht unbedingt ein Bewegungsprozess. Meist liegt man im Bett, manchmal auch auf dem Sofa, und selbst wenn man vorher noch gefahren oder gerannt ist, ist man doch beim Sterben eher ruhig und lässt die Dinge auf sich zukommen. Die Zeitform „hat gestorben“ ist also im Prinzip richtiger als „ist gestorben“.
Außerdem freute es mich irgendwie, dass der Rechercheur davon ausging, dass ich tot bin. Denn seien wir doch mal ehrlich: Richtig berühmt wird man - wenn überhaupt - erst nach seinem Tod. 

Donnerstag, 18. April 2019

Ich als Osterhase



Ich habe mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut und mich für euch in dieses braun-glänzende Osterhasenkostüm geworfen. Es ist aus reinem Polyacryl und klebt gruselig auf der Haut, besonders bei diesem warmen Wetter. Aber für ein Foto habe ich es tapfer ausgehalten – bin aber froh, dass ich nicht als Osterhase herumlaufen muss.
Ich wünsche euch ein schönes Osterfest. Genießt die freien Tage, das wunderschöne Wetter, vielleicht ein schönes Familientreffen … und strengt euch nicht zu sehr beim Eiersuchen an. Im Sommer freut man sich viel mehr, wenn man noch ein ein paar Eier im Garten findet.

Sonntag, 14. April 2019

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?



Nach wie vor erreichen mich viele Schülerbriefe, und seit ich auch für die Grundschule schreibe, haben sich die Briefe auch zugunsten von schönen Bildern und Tonpapierbasteleien verändert. Hier mal einen Blick auf hübsche Bilder zu dem Buch "Das Gespenst am Kleiderhaken" der Grundschule Neunkirchen im Saarland.
Die Fragen allerdings ähneln sich, egal ob Kinder oder Jugendliche die Briefe schreiben. Eine Frage, die sehr oft gestellt wird, lautet: Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen?
Nicht immer kann ich genau sagen, wie ich auf das eine oder andere Thema gekommen bin. Mal habe ich es mir aufwändiger erarbeitet, mal bin ich darüber gestolpert. In dem Fall des Gespenstes am Kleiderhaken kann ich allerdings sagen: Das habe ich erlebt. Jetzt fahrt ihr euch wahrscheinlich abwinkend über die Augen und denkt: Oh Mann, nun ist es soweit. Im Alter wird man schon ein wenig wunderlich, und die realen und fantastischen Erlebnisse gleiten unscharf ineinander über.
Darum ist es mir wichtig, dass ich das genauer erkläre:
In meinem Berufsleben als Lehrerin war ich an einer Schule tätig, die in einem älteren Gebäude untergebracht war. Sie hatte durch viele An- und Umbauten einige dunkle Ecken und vor allem einen düsteren Dachboden. Hier waren alte Schulmöbel untergestellt, alte Dachpfannen lagerten hier, und hin und wieder stieß man sogar auf alte Schulhefte. Auf diesem Dachboden gab es auch einen alten Kleiderschrank, ganz klassisch mit einer knarzenden Tür, in dem Verkleidungsstücke untergebracht waren, die man zu Schultheaterzwecken benötigte. Zugegeben, ein Gespensterkostüm war nicht dabei, aber es hätte gut dazwischen hängen können.
Wenn ich mit meinen Schülern in der 3. Klasse Gruselgeschichten schrieb, hockten wir oft auf diesem Boden und fingen die Stimmung ein. Das muss wohl auch auf mich übergeschwappt sein.

Donnerstag, 11. April 2019

Multi-Kulti am See


Ich wohne in Bad Lippspringe in der Nähe eines Sees. Hier gibt es einige Schwäne und vor allem viele Enten, hin und wieder steht auch mal ein Fischreiher am Ufer. Die Anwohner nehmen in der Regel Anteil am Leben der Tiere – es sind gute Nachbarn, die man kennt und deren Leben man im Blick hat. Wenn die Schwäne brüten, wird es interessiert zur Kenntnis genommen, und an dem Tag, an dem die Schwanenmutter ihren ersten Ausflug mit ihrer Kindeschar macht, wird ihr freundlich zugegrüßt und gratuliert.
Nun aber ereignete sich am See eine ganz besondere Liebesbeziehung. Ein Kanadagans-Männchen verliebte sich in eine Schwänin und umgekehrt. Die beiden drehen seitdem gemeinsam ihre Kreise über den See und sind auch an Land ständig gemeinsam anzufinden. Dass sich Schwäne in Tretboote verlieben können, ist ja bereits durch alle Medien gegangen. Diese Gans-Schwan-Beziehung ist zwar nicht ganz so spektakulär, aber nicht weniger liebenswert, zeigt es doch, wie aufgeschlossen und tolerant sogar die Tiere in Lippspringe sind.  
Die Fotos hat meine Nachbarin und Freundin Ute Bergmann gemacht. Danke dafür!  

Sonntag, 7. April 2019

Veränderungen einer Stadt



Wenn man, wie meine Schwester und ich, in regelmäßigen Abständen in einer mittelgroßen Stadt zusammentreffen, um einen gemütlichen Schwesterntag zu verbringen, kann man die Veränderungen einer Stadt besonders deutlich wahrnehmen. Im Falle dieser Stadt sind sie schmerzlich. In der Innenstand reiht sich Leerstand an Leerstand, auch das Café, in dem wir uns früher getroffen haben, existiert nicht mehr. Immer müssen wir umdisponieren, der Shoppingbummel hat sich inzwischen auf zwei schöne Geschäfte reduziert. Wir haben bereits versucht, unsere Treffen an andere größere Orte zu verlagern, aber das ist nicht das Gleiche. Was uns hält, sind die Erinnerungen und die Weser, wie sie gleichmäßig dahin fließt, an dieser Stelle nicht besonders schön, aber immerhin…

Dienstag, 2. April 2019

Schreiben für Ausländer



Schon seit einigen Jahren gehört das Schreiben für Ausländer, die deutsch lernen möchten, zu meinem Arbeits- und Schreibrepertoire. Diese Lektüren für den Hueber-Verlag habe ich in Zusammenarbeit mit der Lektorin entwickelt. Sie beinhalten eine kleine Geschichte, die sich am A1- bzw. A2-Wortschatz des Goetheinstituts orientiert, die wörtliche Rede ist durch Sprechblasen dargestellt. Außerdem gibt es zahlreiche schöne Illustrationen, die die Vokabeln vorstellen.
Nun sind wieder zwei Lektüren erschienen. Die Geschichte „Wie Hund und Katze“ spielt in Waren an der Müritz, die Fahrradgeschichte „Durch den Wind“ ist in Bensersiel an der Nordsee angesiedelt. Die Geschichten sind für Jugendliche gedacht.
Seit ich diese Geschichten schreibe, ist die Zugriffszahl aus dem Ausland auf meine Homepage bunter geworden. In Süd Korea, Mexiko, Thailand, Brasilien, um nur einige Länder zu nennen, scheinen diese Bücher gelesen zu werden. Ehrlich gesagt, wenn mich jemand zu einer Lesung einladen würde… ich wäre bereit!

Mittwoch, 27. März 2019

Gedanken zum Urheberrecht


Eine klitzekleine Reform ist auf den Weg gebracht, ein vorsichtiger erster Versuch, die Giganten des Internets wie Google, Youtube, Facebook, Instagram und wie sie alle heißen in die Schranken zu weisen. Diese Plattformen, die ungefragt Daten von Nutzern sammeln und zusammenführen und mit ihnen reich und reicher werden, kümmern sich nicht um geistiges Eigentum, schon gar nicht um eine angemessene Honorierung eines Künstlers, wenn sein Werk zitiert oder präsentiert wird.
Nun endlich versucht ein Gesetz, ihnen diesen Weg zu erschweren. Doch sofort wird das Geschrei laut. Das Ende der Demokratie wird vorausgesagt, der Niedergang der Meinungsfreiheit beklagt, ja, sogar der Tod des Internets vorhergesagt.
Als Künstler frage ich mich plötzlich: Habe ich da etwas falsch verstanden? Demokratie und Meinungsfreiheit, das waren doch meine Worte.
Verwundert höre ich genauer hin. Angeblich geht die Angst um, dass diese böse Abmahnindustrie der Anwälte sich eine goldene Nase verdiene. Diese Angst kann ich verstehen. Aber warum demonstriert man dann nicht gegen die Anwälte und ihre Praktiken?
Eine weitere angebliche Angst ist, dass die Medien-Giganten einen Uploadfilter einsetzen, und wenn Roboter den Download analysieren, könnten sie eventuell zu Fehleinschätzungen kommen. Auch das kann ich verstehen, aber warum demonstriert man dann nicht gegen die Giganten und ihre Praktiken?
Das dreisteste Argument allerdings lautet, dass wir Künstler nicht so rumjammern sollen. Das Geld, das uns zusteht, würde sowieso letztendlich nicht bei uns ankommen. Dazu kann ich nur sagen: Das sind wir gewöhnt. Die Raubindustrie ist riesig. Darum sollte man doch trotzdem nicht seine Musik, die Geschichten, die Bilder, Filme und Fotos an die Welt verschenken.
Meiner Meinung nach jammern die besonders laut, die sich gerne und bedenkenlos bedienen. Die, die Youtube-Channels mit Musik unterlegen wollen, die, die ihre Medien mit Filmen und Bildern anderer schmücken wollen, die, die gerne die Worte anderer benutzen, wenn die eigenen Worte zu dürftig sind. Da ist es doch gut, wenn man mal lernt, es selbst machen zu müssen. Nur wenn man in den Schuhen des anderen geht, entwickelt man Achtung und Respekt vor seiner Arbeit!

Sonntag, 24. März 2019

Buchmesse Leipzig



Zum zweiten Mal in meinem Leben bin ich auf der Leipziger Buchmesse. Schon die Fahrt dahin, vom Spreewald aus zwei Stunden Landstraße durch romantische Teile von Sachsen, war entspannend und stand ganz im Gegensatz zu meinen sonstigen Rennpisten über die Autobahn.
Mit dem Auto anzukommen hatte den Vorteil, mal hinter die Kulissen zu gucken, wie sich die Cosplayer an den Autos umzogen und schminkten und dann mit Highheels, Boots oder Riesenpuschen zur Buchmesse latschten beziehungsweise trippelten.
Im Gegensatz zur Buchmesse Frankfurt geht es in Leipzig gemütlich zu, und man sieht mal richtig echte Leser. In Frankfurt hat man immer das Gefühl, unter Bankern und Businessmenschen zu sein.
Für mich ist die Buchmesse immer eine Chance, die Lektoren und Programmleiter kennen zu lernen. Es ist spannend zu sehen, wie derjenige aussieht, mit dem man schon so viele Mails ausgetauscht hat.
Hinterher im Auto kommt aber immer der Buchmesse-Blues. Soooooo viele Bücher, soooo viele schöne neue Ideen.
Wer bin ich denn eigentlich?
Und wenn ja, warum?  
Und überhaupt.


Donnerstag, 21. März 2019

Fällt dir was auf



 
Zum Frühlingsanfang pflanzen meine Enkeltochter Clara und ich bunte Blümchen vor unser Häuschen auf dem Campingplatz. Clara freut sich.
„Was sagt Opi, wenn er das sieht?“, will sie wissen.
Ich winke ab. „Das wird er gar nicht merken“, erkläre ich ihr.
„Und wenn wir ihm sagen: Opi, fällt dir etwas auf?“, fragt sie nach.
„Dann fragt er: Warst du beim Friseur?“, erkläre ich.
Clara quietscht vor Lachen. „Und wenn wir sagen, nein, guck doch mal. Was sagt er dann?“, erkundigt sie sich.
„Dann sagt er: Hast du neue Schuhe?“, versichere ich.
Clara lacht sich scheckig. So ein komischer Opi.
„Aber dann sagen wir: Es fängt mit Blu an“, überlegt sie. „Und es ist rot und lila und gelb.“
„Dann sagt er bestimmt: Blu … eine Bluse. Du hast dir eine Bluse gekauft.“
Nun kann Clara kaum erwarten, dass Opi nach Hause kommt.
„Fällt dir etwas auf?“, fragen wir ihn dann gemeinsam.
Ein kurzer Seitenblick auf mich, dann ein irritiertes Grinsen.
„Warst du beim Friseur?“, fragt er.

Samstag, 16. März 2019

Familiengeschichten


Heute habe ich gesehen, dass das neue Vorlesegeschichtenbuch von mir bereits bei amazon gelistet ist. Es ist wieder mal ein Buch für ältere Menschen, die durch leicht verständliche Geschichten zum Zuhören und Erzählen motiviert werden sollen, um eventuellen ersten Demenzerscheinungen vorzubeugen. Amüsante Familiengeschichten – das ist natürlich ein Thema, zu dem ich eine Menge beitragen kann.
Das Cover des Buches finde ich geradezu einmalig: Drei Generationen, männlich, beim Zusammenteffen im Badezimmer.
Ich habe auch ein privates Bild dazu beizutragen: Vier Generationen, männlich, bei der Taufe des Jüngsten vor ca. sechs Jahren. Von links nach rechts: Mein Mann, mein Sohn, mein Enkel und mein Vater.



Mittwoch, 13. März 2019

Mein Duschnachbar



Darf ich euch meinen neuen Mitbewohner vorstellen? Das ist Paul. Seit zwei Wochen lebt er in meiner Dusche. Das ist allerdings nur möglich, wenn er weiterhin so artig oberhalb des Duschkopfes hängt und sich nicht von der Stelle rührt. Wie er da wohl überleben kann, habe ich mich etwas besorgt gefragt und schon überlebt, ob ich ihm ein paar Fliegen ins Netz legen soll. Aber er kommt zurecht und braucht meine Hilfe nicht. Heute morgen allerdings hatte er offenbar den Drang nach Zärtlichkeit. Mit langen Spinnenschritten kam er auf mich zugekrochen. Ich musste ihn mit ein paar Wassertropfen bedrohen, und er flüchtete schnell in seine Ecke zurück. Wenn er da nicht bleibt, kann ich ihm ein Weiterleben leider nicht garantieren. Ich stehe nicht auf zärtliche Spinnenbeine auf meinem Körper…

Sonntag, 10. März 2019

Lesung in Barntrup



Nun war ich mal wieder zu einer Lesung unterwegs. Der „Komm e.V. Barntrup“ hatte zu einem Mädchentag in die Stadtbücherei eingeladen. Ich sollte aus dem Buch „See you, ich sehe dich“ lesen, anschließend gab es ein Gespräch über Netzsicherheit und die Gefahren in sozialen Netzwerken. Außerdem hatte die Bücherei verschiedene Spiele rund um die Bücherei organisiert.
Fast 30 Mädchen verschiedenen Alters warteten in der hübschen Bücherei auf mich. Sie wurden gemütlich bewirtet und ließen sich in der Leseecke nieder, um mir zuzuhören und Fragen zu stellen. Es war eine aufmerksame Atmosphäre.

Der Komm e.V. hatte mich schon häufiger zu Lesungen eingeladen. Es ist ein Verein, der die Jugendarbeit im kleinen Ort Barntrup fördert und viele Angebote im Ort, aber auch in Schulen und Kindergärten macht. Ich bin immer beeindruckt, was für schöne Programme es in kleinen Orten für Kinder und Jugendliche gibt, und die zahlreichen Gäste zeigten, mit wie viel Engagement das betrieben wird.
Einen herzlichen Dank auch an die Initiatorin Veronika Kranz und ihre Kolleginnen.

Donnerstag, 7. März 2019

Freizeitbeschäftigung



Manchmal gerät man überraschend an eine neue Freizeitbeschäftigung. Diese E-Gitarre fand jedenfalls plötzlich ihren Weg zu mir, oder ich zu ihr, je nachdem, wie rum man die Welt betrachtet. Es war Liebe auf den ersten Blick. Eine E-Gitarre sieht so cool aus, und sie kann neben lauten, dröhnenden und schrillen Powerakkorden auch ganz leise und sanft klingen.
Ich habe sie eine Weile umkreist, diese viele Technik stresst mich immer, aber nun habe ich sie gestimmt gekriegt und komme klar. Ich kann normale Gitarre spielen, (nicht so berauschend, aber für die Grundschule hat es gereicht), ich kann sogar Noten lesen, nun übernimmt es ein Online-Kurs, mich in das Spielen einzuweisen. Da ich keine Ambitionen habe, Rockstar zu werden, bin ich zufrieden, einfach so zu Hause vor mich hinzuklimpern.

Sonntag, 3. März 2019

Begegnung mit der Schulzeit



Ich lebe sehr intensiv in der Gegenwart. Da mein Leben oft so voll ist, nehme ich mir nur selten Zeit, innezuhalten und zurückzuschauen. Wenn mir alte Fotos begegnen, kann ich immer kaum glauben, dass ich das bin, alte Tagebücher und alte Briefe lese ich so gut wie nie.
Nun aber war ich von einer ehemaligen Klassenkameradin aus meiner Schulzeit nach Hille bei Minden eingeladen worden. Mit großem Interesse fuhr ich los, freute mich auf die Begegnung mit ihr und mit der Stadt, die mir lange Zeit eine Heimat gewesen ist.
Drei Klassenkameradinnen warteten auf mich. Die Begegnung war unglaublich spannend und machte viele Erinnerungen an die Schulzeit lebendig.
Man denkt ja gerne: Die Jugend heutzutage – wie anstrengend sie sind, mit diesem Rumzappen auf den Smartphones, dieses ständige Sich-in-Szene-setzen auf Insta und Snapchat… Doch eigentlich waren auch wir eine ziemlich anstrengende Klasse. Diese 70ger mit Miniröcken und kurzen Pullovern machte sicherlich vielen Lehrern zu schaffen. Wir erinnerten uns an eine Klassenfahrt, in der vier Schülerinnen nachts aus dem Fenster der Jugendherberge geklettert waren und sich mit irgendwelchen Jungs trafen, die sie am Strand kennengelernt hatten - ein Schulskandal, der ein hässliches Verfahren für unsere nette Klassenlehrerin nach sich zog. Schreckliche Lehrer, arrogante Typen und wir mitten in der Pubertät – da hatte der Schulstoff wenig Chancen, uns zu erreichen.
Für mich war diese Begegnung schon deswegen so besonders, weil meine Familie aus Minden wegzog, bevor ich Abitur machte, und der Kontakt zu den Mitschülern und auch zu der Stadt abbrach. Dadurch hatte ich nur selten die Möglichkeit, mich über diese Zeit auszutauschen und die Erinnerung zum Leben zu erwecken.
An diesem Tag bekam ich auch zum ersten Mal in meinem Leben eine wundervolle Klangmassage – die mich später ganz entspannt und glücklich nach Hause fahren ließ.
Euch Dreien, liebe Ulla, Monika und Christina, noch mal einen ganz herzlichen Dank für den schönen Tag.



Mittwoch, 27. Februar 2019

Personal-kreatives Schreiben



Was es doch immer wieder für tolle Unterrichtsprojekte zu Büchern gibt! Ich wünschte mir, ich hätte das als Schülerin auch erleben dürfen.
Vor einiger Zeit meldete sich Jacqueline Kuhn, eine Lehramtsstudentin der Uni Köln bei mir, die in ihrem Praxissemester Deutsch ein Forschungsprojekt durchführen musste. Sie entschieden sich, mit ihrer Klasse 7 das Buch „Abgemixt“ zu lesen und daran ihr Studienprojekt zu entwickeln.
Vielleicht erinnert ihr euch, in diesem Buch erzählt der Jugendliche Hasan Tas seine spannende Biografie, und berichtet besonders von der Zeit, als er mit einer Jugendbande durch sein Viertel zog und Juwelierläden überfiel, dann geschnappt wurde und zweieinhalb Jahre einsitzen musste.
Die Studentin wählte dieses Buch aus, weil sie Hasan persönlich kannte, und er sich auch bereit erklärte, zu einem Besuch im Unterricht vorbei zu schauen.
Jacqueline plante dazu nun ihr Unterrichtsprojekt. Die Schüler sollten untersuchen, in wieweit persönlich erlebte Texte dazu führen, dass man sich mit Themen und Botschaften von Jugendromanen reflektierend auseinandersetzt. 

Ein Parcours im Stationenlernen führte dazu, dass die Schüler eigene Texte schrieben und sich Schreibaufgaben wie: „Hasan, erzähl von deinen Wünschen und Plänen für die Zukunft“ stellen mussten.
Tolle Texte entstanden, die zeigten, wie intensiv sich die Schüler mit den Inhalten des Romans auseinander gesetzt hatten. Richtig kreative Mappen waren das Resultat – das Plakat gibt nur einen klitzekleinen Ausschnitt wieder.
Ein riesiges Highlight war dann natürlich der Besuch von Hasan, und da ihr ihn alle nicht kennt, muss ich euch sagen, dass er ein richtig witziger und coole Typ ist, der selbstverständlich total gut bei den Schülern ankam. Aber nicht nur bei den Schülern, auch die Dozenten der Uni waren begeistert.
So viel Ideenreichtum und Engagement wurde dann auch mit einer tollen Note belohnt.

Ich freue mich, dass ich von diesem Projekt erfahren durfte und danke dir, liebe Jacqueline, noch mal ganz herzlich für deine spannende Rückmeldung.
Ganz besonders freut mich natürlich auch, dass ich auf diesem Weg noch mal von Hasan erfahren habe, dass es ihm gut geht und dass er weiterhin auf einem guten Weg ist. Hach, darauf bin ich soooo stolz!.

Dienstag, 26. Februar 2019

Besondere Briefe



Obwohl ich doch nun schon so lange soooo viele Briefe bekommen, gibt es immer wieder Briefe, die einzigartig sind. Zum Beispiel dieser Brief. Ich bekam ihn von der Klasse FOBS des Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte aus Nürnberg. Netter Weise hatten sie ihren Brief nicht nur in Blindenschrift abgeschickt, sondern auch für mich übersetzt. Sie hatten mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ gelesen und dazu interessante Rückmeldungen geschrieben.
Übrigens sind auch zwei meiner Bücher in Blindenschrift verfasst worden, worauf ich sehr stolz bin. Oft nehme ich die Bücher mit auf Lesungen und lasse sie die Schüler fühlen. Das ist immer ein besonderer Moment, wenn die Kids mit geschlossenen Augen über die Punkte streicheln.
Auch bin ich einmal zu einer Lesung an einer Blindenschule gewesen, ein besonderer Tag, den ich nicht so schnell vergessen werde, besonders als mich ein blindes Mädchen im Affenzahn durch das Gebäude führte und mir alle Lehrer vorstellte, die sich in den Räumen befanden, während ich mich immer fragte: Woher weiß sie das bloß?
Bei diesem lieben Brief wurden viele Erinnerungen wieder lebendig.

Sonntag, 24. Februar 2019

Gartenarbeit



Gartenarbeit im Februar, ehrlich Leute, ich glaube das habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt. Also, wenn das die Klimakatastrophe ist … so schlecht ist sie nicht. Jedenfalls für mich ganz persönlich und auf Lippspringe bezogen. Global möchte ich mich dazu lieber nicht so egoistisch äußern.
Auf alle Fälle ermöglichte mir dieser frühe Frühling eine Arbeit, die ich absolut nicht gerne mache. Ich musste nämlich unsere Pergola neu streichen. Das ist eine wahnsinnige Arbeit, denn wir haben viele Pergola im Garten, an denen Kletterrosen und andere Stachelviecher wachsen. Da wir uns aber noch im Wintermodus befinden, waren all diese Stachelblumen noch nicht gewachsen, und so hielt sich die Arbeit in ihrer ganzen stacheligen Vielfalt in Grenzen. Nebenbei bin ich wahrscheinlich auch noch braun geworden.


Donnerstag, 21. Februar 2019

Antimissbrauchskonferenz


Bin ich irgendwie von einem anderen Planeten, oder was? Zugegeben, ich bin weder katholisch, noch ein Mann, und meine Beziehung zu Gott bewegt sich immer auf dünnem Eis. Aber was sich da im Moment im Vatikan abspielt, ist einfach nur typisch. Okay, es ist anerkennenswert, dass ein Papst endlich bereit ist, sich den Skandalen der Kirche zu stellen, und dass er es öffentlich tut, verdient Achtung. Respektvoll aber wäre es, wenn er sich der Wahrheit stellt, nämlich dass der Beruf des Priesters und seine moralischen Ansprüche die sexuellen Übergriffe auf Kinder, auf Frauen und sicherlich auch auf Männer durch das Zölibat provoziert. Erst wenn die katholische Kirche Männer und Frauen zum Priesteramt zulässt und wenn sie ihnen nicht verbietet, ihre Sexualität zu leben, wird sich diese Situation ändern. Was soll der Sinn eines Zölibats sein, außer dass er Scheinheiligkeit und Doppelmoral hervorbringt? Ein Blick auf die alten Männer mit den roten und violetten Hütchen auf dem Kopf zeigt aber, dass sich diese Konferenz nicht durch Innovation hervortun wird. Schade um die, die großartige Priester wären, aber sich gleichzeitig eine Partnerschaft und eine Familie wünschen.

Sonntag, 17. Februar 2019

Immer noch Buchstabendiebe am Werk



Regelmäßige Blogleser erinnern sich sicherlich: Ich war 2017 Stadtschreiberin in Gotha. Bei einem Stadtbummel fiel mir damals auf, dass in der Stadt verschiedene Buchstaben an verschiedenen Schriften der Häuser fehlten, und die Wörter dadurch auf lustige Weise verändert wurden. Dieser Buchstabenklau inspirierte mich schließlich zu einer Kolumne.
In diesem Jahr ist Birgit Ebbert Stadtschreiberin von Gotha, eine Autorin, mit der ich virtuell über Facebook und über ein Forum verbunden bin. Außerdem sind wir Kinderbuch- und Blogger-Kolleginnen. Dass sie nun in Gotha ist, freut mich sehr.
Jetzt ließ sie mich wissen, dass der Buchstabenklauer in Gotha sein Werk unbehelligt weiterführt und schickte mir ein Beweisfoto. Ich bin entsetzt. Hoffen wir mal, dass alles einem großen Plan folgt.



Donnerstag, 14. Februar 2019

Der Alltag eines Autors



Autoren, so denken viele, * warten auf den Moment, in dem sie die Muse küsst. Dann geraten sie in einen Flow und schreiben und schreiben, schlafen nicht mehr, ernähren sich von Kaffee und sitzen vor ihrer Tastatur, um wild um sich zu tippen, zu löschen, neu zu schreiben und schließlich in eine Schreibkrise zu verfallen. Und dann … ab * weiter.  
Ich weiß nicht so genau, wie andere Autoren ihren Alltag bewältigen, ich weiß allerdings, dass man als Künstler nur von seiner Kunst leben kann, wenn man es schafft, sich zu organisieren und diszipliniert zu arbeiten.  
Der Tag ist immer noch so verführerisch frei, wenn man aufsteht und den ersten Kaffee in der Hand hält, und natürlich fallen auch mir tausend andere Sachen ein, die ich mit der freien Zeit anstellen könnte. Aber die Deadline ist gesetzt, und nur wenn man die Sachen abgibt, fließt (irgendwann) auch das Geld.
Mein Alltag beginnt mit fünf Seiten an dem Lieblingsroman, an dem ich gerade arbeite. Dazu ein Kaffee und Ruhe. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die bei Musik arbeiten können.  
Seit vielen Jahren arbeite ich nun so. Immer habe ich morgens einen Lieblingsroman, der mich einige Zeit begleitet und der sich täglich weiter und weiter spinnt.
Nach dem Fünf-Seiten-Spaßprogramm beginnt die Zeit der Auftragsarbeit. Um einen kleinen Break zu haben, gehe ich dann oft erst mal zum Sport, um danach ausgepowert, aber vergnügt an dem Pflichtprogramm weiter zu arbeiten. Diese Pflichtarbeit ist sehr unterschiedlich und verändert sich mit den Aufträgen. Manchmal muss ich Kurzgeschichten erstellen oder einen Sachtext schreiben oder Arbeitsmaterial entwerfen oder oder oder. Bevor ich damit anfange, schaue ich mir das Briefing noch mal genau an, um mich in die Arbeit einzufinden.
Also alles in allem – nichts mit dem Musenkuss im Sonnenschein am See, aber zu schreiben ist und bleibt trotzdem die schönste Arbeit der Welt (jedenfalls ganz subjektiv betrachtet).
Nur reich wird man natürlich als Autor eher selten. Darum sage ich Schülern immer: Wenn du reich werden willst, solltest du Kieferorthopäde oder Immobilienmakler werden. Aber wenn du einen wunderschönen Beruf suchst, ist Autor zu sein schon mal ein guter Tipp.