Donnerstag, 21. März 2019

Fällt dir was auf



 
Zum Frühlingsanfang pflanzen meine Enkeltochter Clara und ich bunte Blümchen vor unser Häuschen auf dem Campingplatz. Clara freut sich.
„Was sagt Opi, wenn er das sieht?“, will sie wissen.
Ich winke ab. „Das wird er gar nicht merken“, erkläre ich ihr.
„Und wenn wir ihm sagen: Opi, fällt dir etwas auf?“, fragt sie nach.
„Dann fragt er: Warst du beim Friseur?“, erkläre ich.
Clara quietscht vor Lachen. „Und wenn wir sagen, nein, guck doch mal. Was sagt er dann?“, erkundigt sie sich.
„Dann sagt er: Hast du neue Schuhe?“, versichere ich.
Clara lacht sich scheckig. So ein komischer Opi.
„Aber dann sagen wir: Es fängt mit Blu an“, überlegt sie. „Und es ist rot und lila und gelb.“
„Dann sagt er bestimmt: Blu … eine Bluse. Du hast dir eine Bluse gekauft.“
Nun kann Clara kaum erwarten, dass Opi nach Hause kommt.
„Fällt dir etwas auf?“, fragen wir ihn dann gemeinsam.
Ein kurzer Seitenblick auf mich, dann ein irritiertes Grinsen.
„Warst du beim Friseur?“, fragt er.

Samstag, 16. März 2019

Familiengeschichten


Heute habe ich gesehen, dass das neue Vorlesegeschichtenbuch von mir bereits bei amazon gelistet ist. Es ist wieder mal ein Buch für ältere Menschen, die durch leicht verständliche Geschichten zum Zuhören und Erzählen motiviert werden sollen, um eventuellen ersten Demenzerscheinungen vorzubeugen. Amüsante Familiengeschichten – das ist natürlich ein Thema, zu dem ich eine Menge beitragen kann.
Das Cover des Buches finde ich geradezu einmalig: Drei Generationen, männlich, beim Zusammenteffen im Badezimmer.
Ich habe auch ein privates Bild dazu beizutragen: Vier Generationen, männlich, bei der Taufe des Jüngsten vor ca. sechs Jahren. Von links nach rechts: Mein Mann, mein Sohn, mein Enkel und mein Vater.



Mittwoch, 13. März 2019

Mein Duschnachbar



Darf ich euch meinen neuen Mitbewohner vorstellen? Das ist Paul. Seit zwei Wochen lebt er in meiner Dusche. Das ist allerdings nur möglich, wenn er weiterhin so artig oberhalb des Duschkopfes hängt und sich nicht von der Stelle rührt. Wie er da wohl überleben kann, habe ich mich etwas besorgt gefragt und schon überlebt, ob ich ihm ein paar Fliegen ins Netz legen soll. Aber er kommt zurecht und braucht meine Hilfe nicht. Heute morgen allerdings hatte er offenbar den Drang nach Zärtlichkeit. Mit langen Spinnenschritten kam er auf mich zugekrochen. Ich musste ihn mit ein paar Wassertropfen bedrohen, und er flüchtete schnell in seine Ecke zurück. Wenn er da nicht bleibt, kann ich ihm ein Weiterleben leider nicht garantieren. Ich stehe nicht auf zärtliche Spinnenbeine auf meinem Körper…

Sonntag, 10. März 2019

Lesung in Barntrup



Nun war ich mal wieder zu einer Lesung unterwegs. Der „Komm e.V. Barntrup“ hatte zu einem Mädchentag in die Stadtbücherei eingeladen. Ich sollte aus dem Buch „See you, ich sehe dich“ lesen, anschließend gab es ein Gespräch über Netzsicherheit und die Gefahren in sozialen Netzwerken. Außerdem hatte die Bücherei verschiedene Spiele rund um die Bücherei organisiert.
Fast 30 Mädchen verschiedenen Alters warteten in der hübschen Bücherei auf mich. Sie wurden gemütlich bewirtet und ließen sich in der Leseecke nieder, um mir zuzuhören und Fragen zu stellen. Es war eine aufmerksame Atmosphäre.

Der Komm e.V. hatte mich schon häufiger zu Lesungen eingeladen. Es ist ein Verein, der die Jugendarbeit im kleinen Ort Barntrup fördert und viele Angebote im Ort, aber auch in Schulen und Kindergärten macht. Ich bin immer beeindruckt, was für schöne Programme es in kleinen Orten für Kinder und Jugendliche gibt, und die zahlreichen Gäste zeigten, mit wie viel Engagement das betrieben wird.
Einen herzlichen Dank auch an die Initiatorin Veronika Kranz und ihre Kolleginnen.

Donnerstag, 7. März 2019

Freizeitbeschäftigung



Manchmal gerät man überraschend an eine neue Freizeitbeschäftigung. Diese E-Gitarre fand jedenfalls plötzlich ihren Weg zu mir, oder ich zu ihr, je nachdem, wie rum man die Welt betrachtet. Es war Liebe auf den ersten Blick. Eine E-Gitarre sieht so cool aus, und sie kann neben lauten, dröhnenden und schrillen Powerakkorden auch ganz leise und sanft klingen.
Ich habe sie eine Weile umkreist, diese viele Technik stresst mich immer, aber nun habe ich sie gestimmt gekriegt und komme klar. Ich kann normale Gitarre spielen, (nicht so berauschend, aber für die Grundschule hat es gereicht), ich kann sogar Noten lesen, nun übernimmt es ein Online-Kurs, mich in das Spielen einzuweisen. Da ich keine Ambitionen habe, Rockstar zu werden, bin ich zufrieden, einfach so zu Hause vor mich hinzuklimpern.

Sonntag, 3. März 2019

Begegnung mit der Schulzeit



Ich lebe sehr intensiv in der Gegenwart. Da mein Leben oft so voll ist, nehme ich mir nur selten Zeit, innezuhalten und zurückzuschauen. Wenn mir alte Fotos begegnen, kann ich immer kaum glauben, dass ich das bin, alte Tagebücher und alte Briefe lese ich so gut wie nie.
Nun aber war ich von einer ehemaligen Klassenkameradin aus meiner Schulzeit nach Hille bei Minden eingeladen worden. Mit großem Interesse fuhr ich los, freute mich auf die Begegnung mit ihr und mit der Stadt, die mir lange Zeit eine Heimat gewesen ist.
Drei Klassenkameradinnen warteten auf mich. Die Begegnung war unglaublich spannend und machte viele Erinnerungen an die Schulzeit lebendig.
Man denkt ja gerne: Die Jugend heutzutage – wie anstrengend sie sind, mit diesem Rumzappen auf den Smartphones, dieses ständige Sich-in-Szene-setzen auf Insta und Snapchat… Doch eigentlich waren auch wir eine ziemlich anstrengende Klasse. Diese 70ger mit Miniröcken und kurzen Pullovern machte sicherlich vielen Lehrern zu schaffen. Wir erinnerten uns an eine Klassenfahrt, in der vier Schülerinnen nachts aus dem Fenster der Jugendherberge geklettert waren und sich mit irgendwelchen Jungs trafen, die sie am Strand kennengelernt hatten - ein Schulskandal, der ein hässliches Verfahren für unsere nette Klassenlehrerin nach sich zog. Schreckliche Lehrer, arrogante Typen und wir mitten in der Pubertät – da hatte der Schulstoff wenig Chancen, uns zu erreichen.
Für mich war diese Begegnung schon deswegen so besonders, weil meine Familie aus Minden wegzog, bevor ich Abitur machte, und der Kontakt zu den Mitschülern und auch zu der Stadt abbrach. Dadurch hatte ich nur selten die Möglichkeit, mich über diese Zeit auszutauschen und die Erinnerung zum Leben zu erwecken.
An diesem Tag bekam ich auch zum ersten Mal in meinem Leben eine wundervolle Klangmassage – die mich später ganz entspannt und glücklich nach Hause fahren ließ.
Euch Dreien, liebe Ulla, Monika und Christina, noch mal einen ganz herzlichen Dank für den schönen Tag.



Mittwoch, 27. Februar 2019

Personal-kreatives Schreiben



Was es doch immer wieder für tolle Unterrichtsprojekte zu Büchern gibt! Ich wünschte mir, ich hätte das als Schülerin auch erleben dürfen.
Vor einiger Zeit meldete sich Jacqueline Kuhn, eine Lehramtsstudentin der Uni Köln bei mir, die in ihrem Praxissemester Deutsch ein Forschungsprojekt durchführen musste. Sie entschieden sich, mit ihrer Klasse 7 das Buch „Abgemixt“ zu lesen und daran ihr Studienprojekt zu entwickeln.
Vielleicht erinnert ihr euch, in diesem Buch erzählt der Jugendliche Hasan Tas seine spannende Biografie, und berichtet besonders von der Zeit, als er mit einer Jugendbande durch sein Viertel zog und Juwelierläden überfiel, dann geschnappt wurde und zweieinhalb Jahre einsitzen musste.
Die Studentin wählte dieses Buch aus, weil sie Hasan persönlich kannte, und er sich auch bereit erklärte, zu einem Besuch im Unterricht vorbei zu schauen.
Jacqueline plante dazu nun ihr Unterrichtsprojekt. Die Schüler sollten untersuchen, in wieweit persönlich erlebte Texte dazu führen, dass man sich mit Themen und Botschaften von Jugendromanen reflektierend auseinandersetzt. 

Ein Parcours im Stationenlernen führte dazu, dass die Schüler eigene Texte schrieben und sich Schreibaufgaben wie: „Hasan, erzähl von deinen Wünschen und Plänen für die Zukunft“ stellen mussten.
Tolle Texte entstanden, die zeigten, wie intensiv sich die Schüler mit den Inhalten des Romans auseinander gesetzt hatten. Richtig kreative Mappen waren das Resultat – das Plakat gibt nur einen klitzekleinen Ausschnitt wieder.
Ein riesiges Highlight war dann natürlich der Besuch von Hasan, und da ihr ihn alle nicht kennt, muss ich euch sagen, dass er ein richtig witziger und coole Typ ist, der selbstverständlich total gut bei den Schülern ankam. Aber nicht nur bei den Schülern, auch die Dozenten der Uni waren begeistert.
So viel Ideenreichtum und Engagement wurde dann auch mit einer tollen Note belohnt.

Ich freue mich, dass ich von diesem Projekt erfahren durfte und danke dir, liebe Jacqueline, noch mal ganz herzlich für deine spannende Rückmeldung.
Ganz besonders freut mich natürlich auch, dass ich auf diesem Weg noch mal von Hasan erfahren habe, dass es ihm gut geht und dass er weiterhin auf einem guten Weg ist. Hach, darauf bin ich soooo stolz!.

Dienstag, 26. Februar 2019

Besondere Briefe



Obwohl ich doch nun schon so lange soooo viele Briefe bekommen, gibt es immer wieder Briefe, die einzigartig sind. Zum Beispiel dieser Brief. Ich bekam ihn von der Klasse FOBS des Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte aus Nürnberg. Netter Weise hatten sie ihren Brief nicht nur in Blindenschrift abgeschickt, sondern auch für mich übersetzt. Sie hatten mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ gelesen und dazu interessante Rückmeldungen geschrieben.
Übrigens sind auch zwei meiner Bücher in Blindenschrift verfasst worden, worauf ich sehr stolz bin. Oft nehme ich die Bücher mit auf Lesungen und lasse sie die Schüler fühlen. Das ist immer ein besonderer Moment, wenn die Kids mit geschlossenen Augen über die Punkte streicheln.
Auch bin ich einmal zu einer Lesung an einer Blindenschule gewesen, ein besonderer Tag, den ich nicht so schnell vergessen werde, besonders als mich ein blindes Mädchen im Affenzahn durch das Gebäude führte und mir alle Lehrer vorstellte, die sich in den Räumen befanden, während ich mich immer fragte: Woher weiß sie das bloß?
Bei diesem lieben Brief wurden viele Erinnerungen wieder lebendig.

Sonntag, 24. Februar 2019

Gartenarbeit



Gartenarbeit im Februar, ehrlich Leute, ich glaube das habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt. Also, wenn das die Klimakatastrophe ist … so schlecht ist sie nicht. Jedenfalls für mich ganz persönlich und auf Lippspringe bezogen. Global möchte ich mich dazu lieber nicht so egoistisch äußern.
Auf alle Fälle ermöglichte mir dieser frühe Frühling eine Arbeit, die ich absolut nicht gerne mache. Ich musste nämlich unsere Pergola neu streichen. Das ist eine wahnsinnige Arbeit, denn wir haben viele Pergola im Garten, an denen Kletterrosen und andere Stachelviecher wachsen. Da wir uns aber noch im Wintermodus befinden, waren all diese Stachelblumen noch nicht gewachsen, und so hielt sich die Arbeit in ihrer ganzen stacheligen Vielfalt in Grenzen. Nebenbei bin ich wahrscheinlich auch noch braun geworden.


Donnerstag, 21. Februar 2019

Antimissbrauchskonferenz


Bin ich irgendwie von einem anderen Planeten, oder was? Zugegeben, ich bin weder katholisch, noch ein Mann, und meine Beziehung zu Gott bewegt sich immer auf dünnem Eis. Aber was sich da im Moment im Vatikan abspielt, ist einfach nur typisch. Okay, es ist anerkennenswert, dass ein Papst endlich bereit ist, sich den Skandalen der Kirche zu stellen, und dass er es öffentlich tut, verdient Achtung. Respektvoll aber wäre es, wenn er sich der Wahrheit stellt, nämlich dass der Beruf des Priesters und seine moralischen Ansprüche die sexuellen Übergriffe auf Kinder, auf Frauen und sicherlich auch auf Männer durch das Zölibat provoziert. Erst wenn die katholische Kirche Männer und Frauen zum Priesteramt zulässt und wenn sie ihnen nicht verbietet, ihre Sexualität zu leben, wird sich diese Situation ändern. Was soll der Sinn eines Zölibats sein, außer dass er Scheinheiligkeit und Doppelmoral hervorbringt? Ein Blick auf die alten Männer mit den roten und violetten Hütchen auf dem Kopf zeigt aber, dass sich diese Konferenz nicht durch Innovation hervortun wird. Schade um die, die großartige Priester wären, aber sich gleichzeitig eine Partnerschaft und eine Familie wünschen.

Sonntag, 17. Februar 2019

Immer noch Buchstabendiebe am Werk



Regelmäßige Blogleser erinnern sich sicherlich: Ich war 2017 Stadtschreiberin in Gotha. Bei einem Stadtbummel fiel mir damals auf, dass in der Stadt verschiedene Buchstaben an verschiedenen Schriften der Häuser fehlten, und die Wörter dadurch auf lustige Weise verändert wurden. Dieser Buchstabenklau inspirierte mich schließlich zu einer Kolumne.
In diesem Jahr ist Birgit Ebbert Stadtschreiberin von Gotha, eine Autorin, mit der ich virtuell über Facebook und über ein Forum verbunden bin. Außerdem sind wir Kinderbuch- und Blogger-Kolleginnen. Dass sie nun in Gotha ist, freut mich sehr.
Jetzt ließ sie mich wissen, dass der Buchstabenklauer in Gotha sein Werk unbehelligt weiterführt und schickte mir ein Beweisfoto. Ich bin entsetzt. Hoffen wir mal, dass alles einem großen Plan folgt.



Donnerstag, 14. Februar 2019

Der Alltag eines Autors



Autoren, so denken viele, * warten auf den Moment, in dem sie die Muse küsst. Dann geraten sie in einen Flow und schreiben und schreiben, schlafen nicht mehr, ernähren sich von Kaffee und sitzen vor ihrer Tastatur, um wild um sich zu tippen, zu löschen, neu zu schreiben und schließlich in eine Schreibkrise zu verfallen. Und dann … ab * weiter.  
Ich weiß nicht so genau, wie andere Autoren ihren Alltag bewältigen, ich weiß allerdings, dass man als Künstler nur von seiner Kunst leben kann, wenn man es schafft, sich zu organisieren und diszipliniert zu arbeiten.  
Der Tag ist immer noch so verführerisch frei, wenn man aufsteht und den ersten Kaffee in der Hand hält, und natürlich fallen auch mir tausend andere Sachen ein, die ich mit der freien Zeit anstellen könnte. Aber die Deadline ist gesetzt, und nur wenn man die Sachen abgibt, fließt (irgendwann) auch das Geld.
Mein Alltag beginnt mit fünf Seiten an dem Lieblingsroman, an dem ich gerade arbeite. Dazu ein Kaffee und Ruhe. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die bei Musik arbeiten können.  
Seit vielen Jahren arbeite ich nun so. Immer habe ich morgens einen Lieblingsroman, der mich einige Zeit begleitet und der sich täglich weiter und weiter spinnt.
Nach dem Fünf-Seiten-Spaßprogramm beginnt die Zeit der Auftragsarbeit. Um einen kleinen Break zu haben, gehe ich dann oft erst mal zum Sport, um danach ausgepowert, aber vergnügt an dem Pflichtprogramm weiter zu arbeiten. Diese Pflichtarbeit ist sehr unterschiedlich und verändert sich mit den Aufträgen. Manchmal muss ich Kurzgeschichten erstellen oder einen Sachtext schreiben oder Arbeitsmaterial entwerfen oder oder oder. Bevor ich damit anfange, schaue ich mir das Briefing noch mal genau an, um mich in die Arbeit einzufinden.
Also alles in allem – nichts mit dem Musenkuss im Sonnenschein am See, aber zu schreiben ist und bleibt trotzdem die schönste Arbeit der Welt (jedenfalls ganz subjektiv betrachtet).
Nur reich wird man natürlich als Autor eher selten. Darum sage ich Schülern immer: Wenn du reich werden willst, solltest du Kieferorthopäde oder Immobilienmakler werden. Aber wenn du einen wunderschönen Beruf suchst, ist Autor zu sein schon mal ein guter Tipp.

Sonntag, 10. Februar 2019

Shoppingtour mit Schwester



 
Das Treffen mit meiner Lieblingsschwester Karin hat schon eine lange Tradition. Als unsere Kinder noch klein waren, organisierten wir uns einen gemeinsamen freien Tag, um ihn weit weg von Babybrei und Windeln zu verbringen und nur für uns zu sein. Wir treffen uns meist auf der Mitte unserer Wohnorte, was bei der Entfernung von Bad Lippspringe und Göttingen immer Holzminden ist. Diesmal aber änderten wir unseren Treffpunkt und verabredeten uns in Hannover. Hier arbeitet meine Schwester als Richterin im Sozialgericht.
Es ist immer spannend, ihren Arbeitsplatz zu sehen – all die Sicherheitsvorkehrungen, die man heutzutage eingebaut hat, bevor man ein Gericht betritt, finde ich ziemlich beeindruckend. Die Bürotrakte und die Sitzungssäle sind streng abgesichert – die Zeit der Bürgernähe ist vorbei. Es hat zu viele gefährliche Übergriffe gegeben.
Wir machen uns auf den Weg in die Innenstadt, bummeln durch die Cafés und Geschäfte und genießen die Vertrautheit.
Beim gemeinsamen Foto im Caféhaus schleicht sich ein Kellner mit auf das Foto – witzig -  aber nun steckt er in meinem Blog und ich konnte ihn gar nicht fragen, ob ihm das recht ist.



Donnerstag, 7. Februar 2019

Letzte Lesung in Westerholt



Ich trete kürzer – vor allem bei Lesungen, und das bedeutet, dass ich mich auch von Lieblingsschulen verabschieden muss. Eine meiner Lieblingsschulen ist die David-Fabricius-Schule in Westerholt. Aber gerade sie ist mit einer langen Anfahrt verbunden – Westerholt liegt nämlich in Ostfriesland.


Ich mache einen Abstecher an die Nordsee – warme Socken an, Mütze auf. Wie immer weht ein eisiger Wind, und wie immer ist Ebbe. Es ist still hier – im Februar hat man den Strand für sich allein. Ich gehe durch den Wind und genieße die würzige Luft.

Die Lesung ist wie immer total schön, die Schüler aufmerksam und gut vorbereitet. Da ich zehn Jahre lang einmal im Jahr hier war, kennen mich fast alle Schüler. Im Foyer sitzen Jugendliche in einer Reihe und machten eine „Annette-Welle“ für mich. Das ist ein gutes Gefühl – vor allem, wenn man bedenkt, wie ruhig und unspektakulär es immer in Ostfriesland zugeht.


Zwei Schülerinnen, Anna und Amelie aus der 8. Klasse laden mich noch zu einem Interview ein, das sie für die Tageszeitung schreiben wollen.
Nach der Lesung haben auch die Lehrer noch eine Überraschung für mich vorbereitet: Ein kleines Geschenk mit lieben ostfriesischen Andenken. Hach – so sind sie, diese Lieblingsschulen!!!!


Sonntag, 3. Februar 2019

Fotos in Dauerschleife



Kennt ihr das auch, dass man so schöne Urlaubsfotos macht, und dann versinken sie in der Unendlichkeit der Festplatte? Ich habe diesmal etwas anderes ausprobiert. Ich habe sie als wechselnde Bildschirmschoner auf meinen Monitoren installiert. Seitdem ist mir meine wunderschöne Namibia-Reise täglich präsent. Und nicht nur das – ich habe auch Zeit und Ruhe, mir alle Fotos detailliert anzuschauen. Immer wieder bin ich von der Schönheit der Tiere geradezu überwältigt.


Schaut mal, diese Elefanten, die so aufmerksam für ihre Kinder sorgen. 


Und diese Giraffe, wie sie so sorglos auf die Straße geht.


Was für eine unglaubliche Fellzeichnung die Antilope hat. Als wenn sie sich die Augen mit Kajal gemalt hat.

Ist das nicht eine unglaubliche Momentaufnahme von Flamingos im Aufbruch?

Und diese beeindruckende Stampfer des Nashorns. Noch nie ist mir ein derartiges Tier so nah gekommen!

Donnerstag, 31. Januar 2019

Vielleicht werd ich mal You-Tube-Star



Wenn ich ehrlich bin, schaue ich lieber einen gediegenen Tatort, als diese You-Tube-Filmchen. Aber nun war ich durch eine Recherche gezwungen, mich mit bekannten Youtube-Stars auseinander zu setzen und klickte mich durch die Filme verschiedener Berühmtheiten. Darüber vergaß ich dann prompt die Zeit, und als meine Vogeluhr auf der Tonfrequenz der Eule einen langgezogenen heulenden Ruf erklingen ließ, schreckte ich auf. Zeit, das Abendessen zu kochen. Ich bin leider kein besonders guter Koch, und Mahlzeiten zubereiten zu müssen, macht mir immer ein bisschen Stress, aber ich schlug mich tapfer durch die Küche. Bis die Sache mit der Dose Tomaten passierte. Da riss mir nämlich diese Öse ab, mit der man angeblich den Deckel so einfach aufziehen kann. Ich suchte nach einem Dosenöffner, aber den scheinen wir schon vor einigen Jahren entsorgt zu haben (genau genommen, seit jede Konservendose so eine Öse zum Ziehen hat – höhöhö!). Ich versuchte, die Dose mit einem Messer zu öffnen, dann mit einer Schere  - und schließlich stach ich wütend mit der Schere in den Deckel. Tja, das war`s dann wohl mit dem Abend! Ein Spritzer pürierter Tomaten landete direkt auf meiner Kontaktlinse und ließ mich fast erblinden. Als ich das Auge ausgespült und die Kontaktlinse entfernt hatte, konnte ich nur noch einäugig das ganze Ausmaß des Schadens erkennen. Mein Pullover war voller Tomatensaft, meine Hose ebenfalls, und die Küche sah aus, als hätte dort jemand ein Blutbad angerichtet.
Mein erster Gedanke war: Wie gut, dass das niemand gesehen hat. Mein nächster Gedanke aber war: Schade, dass das niemand gesehen hat. Eigentlich hätte ich sogar in solchen Momenten meine Kamera laufen lassen müssen. Vielleicht wäre ich dann auch ein berühmter You-Tube-Star geworden. Mit einer ultimativen Kochshow!

Dienstag, 29. Januar 2019

Die Schreibwelt



Um es gleich vorweg zu sagen: Kinder- und Jugendbuchautor zu sein, ist der wundervollste Beruf der Welt. Und er ist nicht nur der schönste Beruf, er ist auch der wichtigste. Kinder und Jugendlichen davon zu überzeugen, wie spannend das Lesen sein kann, wie Bücher einen an Orte tragen, an denen man nie war und nie sein wird, wie man die Möglichkeit hat, in eine andere Person zu schlüpfen, wie man in andere Zeiten und in andere Welten abtauchen kann … naja, jeder, der gerne liest, weiß wovon ich rede, und jeder der es nicht tut, hat einfach weniger Lebenskraft.
Aber leider hat der schönste Beruf der Welt auch eine traurige andere Seite: Die Einsamkeit. Man sitzt allein vor der Tastatur, wenn plötzlich die Absage eines Verlages für ein Herzensprojekt eintrudelt. Man ist allein, wenn das Paket mit den Belegexemplaren eintrudelt und findet niemanden zum Mitfreuen. Man hängt mit Entscheidungen allein da, man hat Schreibkrisen, man weiß nicht, ob der Vertrag was taugt, man hat Stress auf Lesungen…
Natürlich gibt es für solche Fälle auch die Familie oder Freunde, aber niemand kennt sich in diesen Dingen so gut aus wie Kollegen!
Ich habe gegen diesen Frust ein tolles Forum: „Die Schreibwelt“! Es ist ein Forum für Kinder- und Jugendbuchautoren. Dieses Forum ist eine geschlossene Gruppe, die für professionelle Autoren gedacht ist. Sie wird von einer kleinen Gruppe moderiert, und über dieses Gremium ist es auch möglich, sich um eine Aufnahme zu bewerben.
Da es sich um ein geschlossenes Forum handelt, ist der Raum, sich hier auszutauschen, geschützt, und das macht die Posts und die Antworten lebendig und empathisch. Mal tauscht man sich auf dem Jammersofa aus, mal hat man Erfolgsmeldungen zu verkünden, mal braucht man einen Rat – alles hat seinen Platz.
Ich bin schon viele Jahre in diesem Forum, und ich genieße es, hier immer mal wieder vorbeizuschauen, mich auszutauschen oder einfach nur mitzulesen. Und wenn ich in eine Buchhandlung gehe, sehe ich so viele tolle Bücher von den Schreibweltlern dort liegen, dass ich immer ganz stolz bin, sie alle zwar nicht persönlich, aber doch virtuell-persönlich zu kennen.  


Donnerstag, 24. Januar 2019

Männer wie diese



Habt ihr sie auch schon gesehen, diese Handball-WM? Ehrlich gesagt finde ich Handball viel spannender als Fußball. Es geht so schnell, und der Sieg ist immer so knapp. Und dann diese Männer! Muskelbepackt fischen sie den Ball aus dem Nichts, springen wahnsinnig hoch und pfeffern den Ball ins gegnerische Netz. Da ist man froh, dass man nicht die Idee hatte, Handball-Torwart zu werden. Diese Burschen sind hart im Nehmen. Da liegt auch schon mal ein Arm im Würgegriff um die Kehle des anderen, auch hat der eine oder andere den Ellenbogen des Gegners im Gesicht. Das ist kein Sport für Weicheier.
Irritierend ist nur, wenn sie plötzlich dastehen und mit den Armen winken, um dem Schiedsrichter etwas zu zeigen. Da! Einige ihrer kostbaren Schweißperlen sind auf den Hallenboden getropft. Er ist so nass, dass man ausrutschen könnte. Aber so ein echter Mann – denkt man doch – zieht jetzt doch wohl sein Trikot aus. Einmal rüber geputzt, und gut ist es! Irrtum! Leider! Ein Frau wird herbeizitiert, die mit gesenktem Kopf den Boden aufwischt. Also doch Kleinkinder!

Samstag, 19. Januar 2019

Wie sinnvoll ist es, einen Blog zu schreiben



 
Einen Blog zu schreiben, macht Mühe. Manchmal sitze ich fast eine Stunde an einem Post. Das merke ich gar nicht, weil ich so gerne schreibe, aber wenn ich die 1481 Posts, die ich bis jetzt geschrieben habe, zusammenzähle, kommt eine Arbeitszeit von mehr als zwei Monaten heraus, vorausgesetzt jedenfalls, ich hätte Tag und Nacht geschrieben.
Mein privater Blog ist nicht der einzige Blog, den ich betreibe. Ich blogge auch noch für unseren Campingplatz, und auch hier komme ich bereits auf 662 Posts.
Wie sinnvoll es ist, einen Blog zu schreiben, wird oft unterschätzt. Wenn man den Blog nicht mit Werbung füllt, bringt er zunächst finanziell keinen Vorteil. Trotzdem ergibt sich durch ihn neben dem persönlichen Spaß auch noch ein beruflicher Gewinn.
In meinem privaten Blog zum Beispiel erzähle ich meinen Lesern über mich, meine Gedanken, meine Erfahrungen mit dem Schreiben, meine Bücher oder meine Lesungen, was natürlich Werbung für mich ist. Viele Lehrer melden zurück, wie gut sie es finden, dass es so viel über mich im Internet zu lesen gibt, und dass sie häufig Beiträge von mir mit in den Unterricht nehmen.
Außerdem bringt einen ein Blog – besonders natürlich, wenn er von Google unterstützt wird - im Ranking weiter nach oben, denn all die Überschriften und die Worte aus dem Inhalt des Posts werden in der Suchmaschine gespeichert. Das ist für mich als Autorin nicht ganz so wichtig, aber für unser Unternehmen natürlich umso mehr. Denn ganz ohne diese hakelige SEO-Methode verwenden zu müssen, wird der Blog in der Suchmaschine angezeigt, wenn man die unterschiedlichsten Suchbegriffe eingibt. Mein Blog erscheint zum Beispiel wenn man „Bilder Schweden“ oder „Erich-Kästner-Schule Steinfurt“ eingibt, der Blog des Campingplatzes erscheint schon bei „Sonnenstunden Brandenburg“, „Gurkenradweg“ oder sogar „Elektroschocker kaufen Slubice“. Virales Marketing nennen das die Betriebswirte ja gerne.
Ich persönlich hatte das gar nicht im Blick, als ich mit dem Bloggen anfing, aber dass es sich so entwickelt hat, freut mich sehr.
Bis jetzt gibt es nicht viele Menschen, die die Chancen eines Blogs für sich oder ihr Unternehmen entdeckt haben – aber sie sollten es unbedingt tun.

Mittwoch, 16. Januar 2019

Heute mal Wetter



„Es regnet wenn es regnen will, und regnet seinen Lauf, und wenn`s genug geregnet hat, so hört es wiiiiiiiieeeder auf!“
Meine Enkelin Clara singt aus vollem Hals und schaut immer wieder sehnsüchtig aus dem Fenster. Aber so schön sie auch singen mag, es regnet weiter seinen Lauf. Ich habe das Gefühl, dass es schon 14 Tage durchregnet.
Im Prinzip kann ich auch dem Regen positive Seiten abgewinnen – immerhin kann man bei dem Wetter neidlos schreiben und so gemütlich lesen, aber ich gehe nun eben auch mal gerne durch den Wald spazieren. Und ich mag Schirme nicht. Aber nass zu werden mag ich auch nicht.
Eigentlich gibt es immer Stunden am Tag, an denen es nicht regnet, auch wenn man das Gefühl hat, es war ein Regentag. Doch in diesem Jahr gab es tatsächlich Tage, in denen es von morgens bis abends und sogar die Nacht hindurch regnete. Ich merke, mich nervt es furchtbar. Ich beneide zwar die Bayern nicht um die Schneemassen, aber dieses Wasser ist auch auf Dauer kein Zustand. Und was noch schlimmer ist … man kann es nicht ändern. Depressive Regengrüße!

Donnerstag, 10. Januar 2019

Wer, wenn nicht ich?



Eigentlich wollte ich – so mein Vorsatz für das Jahr 2019 -  mit den Lesungen kürzer treten, egal welche, egal wo … Und so hatte ich das neue Jahr standhaft angetreten. Die folgenden Leseangebote schlug ich tapfer aus. Die Organisation hatte mich schon häufig eingeladen, dementsprechend unglücklich war sie bei meiner Absage. Nun kam eine ratlose Nachfrage. „Darf ich Sie noch einmal stören? Können Sie mir nicht vielleicht wenigstens zu einer Alternative verhelfen? Auf meine Nachfrage bekomme ich immer nur Autoren vorgeschlagen, die Tierbücher oder Krimis verfassen. Aber Ihre Themen waren immer so interessant, da ist es so schwierig einen Ersatz zu finden.“
Oh Mann, das haut rein, oder? Jeder Mensch ist letztendlich an seiner Eitelkeit zu packen, sagte schon mein Großvater. Wen soll es denn als Ersatz für mich geben? Das kann doch eigentlich nur ich selbst sein, oder?
Also habe ich mal wieder meine Vorsätze über den Haufen geworfen… Ist ja eigentlich auch kein Problem.

Montag, 7. Januar 2019

Endlich wieder Alltag

Ob es wohl auch anderen so geht wie mir? Als Autor hat man ja feiertags wie sonntags wie alltags die gleiche Arbeit. Man sitzt am Computer und arbeitet an seinen Sachen. Ausnahmen sind natürlich die Lesungen, aber wenn die nicht sind, sehen Alltag und Sonntag ziemlich gleich aus. Der Unterschied zeigt sich eigentlich nur in der Kommunikation mit der Außenwelt. Alltags häufen sich die Mails oder Telefonate, auch die Post ist hin und wieder noch interessant. Am Wochenende ist es eher still. Da dominiert dann das private Familienleben.
In dieser Zeit zwischen den Jahren allerdings gaben sich die Feiertage und Wochenenden die Klinke in die Hand, die Mailbox war leer, das Telefon schwieg – Post gab es nur um Weihnachten herum. Das fand ich erst ganz nett, zuletzt aber richtig öde. Darum – puh – wir haben es geschafft. Die Heiligen drei Könige sind endlich eingetroffen, und jetzt kann das Alltagsleben wieder losgehen. Ich freue mich drauf!.

Donnerstag, 3. Januar 2019

Rückfahrt



„Hi Siri!“, sagt mein Mann zu seinem Phone. „Nach Hause.“
„Ich kenne dein Zuhause nicht“, antwortet eine sympathische Frauenstimme. „Ich weiß gar nichts über dich“, fügt sie hinzu.
Mein Mann sieht einen Moment lang überrascht aus. Dann lächelt er glücklich. „Sie interessiert sich für mich“, sagt er.