Samstag, 4. Juli 2020

Sommerferien



Bis Ende August verabschiede ich mich erst mal von euch in die Sommerpause. Ich würde mich riesig freuen, euch danach wieder als Leser begrüßen zu können.

Habt eine gute Zeit.


Freitag, 26. Juni 2020

Gespräche zwischendurch



 
„Störe ich?“, fragt sie.
Ich freue mich sehr, dass sie anruft.
„Wie geht es dir?“, frage ich.
Sie erzählt ein bisschen. Ihre Stimme klingt als wenn sie einen Berg hinauf joggt.
„Bist du unterwegs?“, frage ich.
„Ja, mit Hund“, sagt sie. „Und ich bin sauer. So sauer. Ich stapfe so wütend vor mich hin, dass ich kaum Luft kriege.“
Ich warte.
„Ich weiß gar nicht, wie es weitergeht“, sagt sie. „Jeden Tag was anderes. Rund um uns macht schon wieder alles dicht. Wer weiß, was in vierzehn Tagen ist.“
„Sie schreien Black Lives matter und machen Hexenjagd auf die aus Gütersloh und Warendorf“, sage ich.  
„Ich gehe immer noch auf die Demos“, sagt sie. „Zweimal die Woche. Und im August sind wir in Berlin ganz groß. Da gehe ich auch hin.“
„Ich verstehe dich“, sage ich.
„Ich mache jedenfalls keinen Test“, sagt sie. „Und impfen lassen wir uns erst recht nicht.“
„Ich mich auch nicht“, sage ich.
„Du hast es gut“, sagt sie. „Du lebst da auf deiner Insel und erschaffst dir deine Protas selbst.“
„Ganz so ist es nicht“, sage ich. „Ich lese morgens auch die Überschrift der Bildzeitung, während ich die Brötchen verkaufe.“
Sie lacht.
„85 % aller Infizierten haben Corona nicht bemerkt. Wurde die Virus-Gefahr überschätzt?, lautet sie heute“, zitiere ich.
Ihr Lachen klingt entspannter. „Allmählich wird mir die Zeitung sympathischer als die ARD oder der Spiegel“, sagt sie.
„Ich habe mir auch schon überlegt, ob ich sie abonnieren soll“, sage ich.
Jetzt lachen wir beide.
„Was ich sagen will“, sagt sie. „Wir würden alle gerne ein bisschen zu euch rauskommen. Aber ich weiß nicht, ob es klappt.“
„Wir haben Platz für euch“, sage ich. „Kommt, wann immer ihr wollt.“
„Das klingt gut“, sagt sie.
Das Wasser ist wild, die Wellen schaukeln sich hoch.  Es ist die Zeit, in der jeder ein bisschen Insel braucht.
  


Samstag, 20. Juni 2020

Der Klassiker



Kinderanimation auf dem Campingplatz. Ein Mädchen und ein Junge sitzen zusammen in der Puppenecke. Sie ist schwanger und  hat darum eine Puppe unter ihrem T-Shirt.
Plötzlich sie stöhnend: „Oh nein. Die Wehen setzen ein. Das Baby kommt.“
Er starrt sie erschrocken an, springt dann auf. „Ich glaube, ich gehe dann mal angeln.“
Und weg ist er.

Montag, 15. Juni 2020

So bin ich, so bist du



… lautet der Titel einer kindgerechten Broschüre, die ich für die Pro Familia zum Thema Aufklärung und Sexualität für Grundschüler erstellt habe.
Als mich Claudia Camp von der Pro Familia fragte, ob ich Interesse hätte, eine Broschüre für sie zu entwickeln, warnte sie mich gleichzeitig, sie wären eine ziemlich komplizierte Gruppe und es könnte nicht so einfach für mich werden. Ich nahm den Auftrag trotzdem an. In Sachen komplizierten Gruppen bin ich stresserprobt, schließlich habe ich eine große Familie…
Dann aber erwies sich die Zusammenarbeit als absolut konstruktiv. Es kann sein, dass im Hintergrund irgendwelche komplizierten Diskussionen abliefen, ich aber kriegte die Resultate mit, und mit denen konnte ich wunderbar arbeiten.
In der Broschüre geht es um Karla, Timur, Luis und Melina, die aus unterschiedlichen sozialen und familiären Beziehungen kommen und alle vier gute Freunde sind.
Verschiedene Bereiche wie Aussehen, Gefühle, Scham, oder verliebt sein  werden in diesem Heft thematisiert, der Leser außerdem zum kreativen Schreiben und Zeichnen angeregt.
Die Broschüre richtet sich an Kinder der 3. und 4. Klassen und ist bei der Pro Familia kostenlos zu erwerben.


Dienstag, 9. Juni 2020

Geburtstag



Und wieder ist ein Jahr um, mein Geburtstag steht an. Diesmal musste ich tatsächlich nachrechnen, wie alt ich eigentlich werde, und dann war ich ein ganzganzbisschen geschockt, weil ich mich irgendwie jünger in Erinnerung hatte. Aber okay, ich sollte angesichts der Alternativen nicht jammern.
Leider war ich an diesem Tag ziemlich in Arbeit eingespannt, aber am Donnerstag werden wir feiern.
Hier übrigens einen Blick auf eines meiner Geburtstagsgeschenke – Dedoles. Ich liebe diese verrückten Strümpfe, die nicht zusammenpassen und doch irgendwie zusammengehören.

Donnerstag, 4. Juni 2020

Kommentare erwünscht



Immer wieder wundere ich mich, warum zu meinen Posts keine Kommentare kommen, während es in anderen Blogs von Kommentaren nur so wimmelt. Aber ich erklärte es mir damit, dass es nicht so interessant ist, was ich zu berichten hatte.
Blogspot bietet, wie alle soziale Medien, verschiedene Sicherheitseinstellungen an. Ich hatte angeklickt, dass ich den Kommentaren zustimmen möchte, bevor sie veröffentlicht werden. Die Einstellung hatte ich nicht gewählt, weil ich Kritik filtern möchte, sondern weil manche Menschen es nutzen, ihre Werbung dort zu platzieren, so nach dem Motto: „Ruf mich an … 002467834“, oder „guck auf meine Seite www.IchbinderSchönste.de“.
Nun sehe ich ganz zufällig nach einem Klick in das tiefste Innere meines Blogs, dass sich hier seit 2015 Kommentare tummeln, die nicht von mir freigeschaltet wurden. Warum sie sich hier befinden ist mir ein Rätsel. Jemand schreibt dort sogar: Um bei dir kommentieren zu dürfen, bedarf es einer hohen Hürde.
Oh Mann, das wollte ich nicht. Bitte kommentiert weiterhin und entschuldigt meine digitale Unfähigkeit. Ihr als Leser seid mir wichtig, und ich freue mich, von euch zu hören.
Jetzt habe ich alle Kommentare freigeschaltet, und in Zukunft habe ich die Funktion, dass ich sie vorher lesen möchte, außer Kraft gesetzt. Ich hoffe, jetzt läuft es!

Dienstag, 26. Mai 2020

Mutmachkarte


Indirekt bin ich in dieser Corona-Zeit in das Homeschooling-Programm involviert, denn einige Schüler lesen eine Lektüre von mir und haben in ihrem Arbeitsplan vorgeschrieben, mir eine Mail oder einen Brief zu schreiben.
Etwas verwundert bin ich dann aber über eine Mail, die am Wochenende bei mir eintrifft:
„Sehr geehrte Frau Weber, hiermit sende ich Ihnen die Mutmachkarte meines Sohnes…“
Was denn für eine Mutmachkarte?, frage ich mich irritiert. Dann aber sehe ich, dass die Mail mit Anhang an eine Uralt-Mailadresse von mir gegangen ist, die ich inzwischen aufgrund der zahlreichen Spams schon mehrfach eliminiert habe, die aber aus irgendwelchen geheimnisvollen Internetsphären wieder zum Leben erwacht ist.
Ich schreibe der Mutter, dass es sich bei der Karte offenbar um einen Irrtum handelt, doch kaum ist meine Mail abgeschickt, trudelt auch schon die nächste Mutmachkarte ein. Und noch eine. Und noch eine. Langsam finde ich es witzig. Ich meine, seien wir doch mal ehrlich, ein bisschen Mut kann man immer gebrauchen, gerade in diesen Zeiten, und dass sie so geheimnisvoll und zahlreich daherkommt, hat eine gewisse Magie.
Ich nehme erneut Kontakt zu zwei Schülern auf (Kevin und Georgij), die mich über den Sinn und Zweck der Karten aufklären. Diese Mutmachkarte ist Teil ihrer Religions-Hausaufgabe. Man soll sie für sich selbst gestalten, aber natürlich auch für die Lehrerin, denn das Homeschooling muss ja auch kontrolliert werden. Dass ich ebenfalls in den Genuss dieser Karten komme, hat niemand vorausgesehen. Die Jungs finden es genauso komisch wie ich.
Die beiden sichern mir zu, ihrer Lehrerin mitzuteilen, dass sie eine falsche Mailadresse angegeben haben … und ja, ich könnte auch über ihre Mutmachkarte in meinem Blog berichten. Aber wenn ich eines Tages fett Kohle damit mache, würden sie gerne mit 5 % beteiligt werden. Das ist natürlich Ehrensache …
Und noch während ich diesen Post schreibe, treffen zwei weitere Mutmachkarten ein. Irgendwie cool, dieses Homeschooling…
Die Karte oben ist von Kevin, die untere von Georgij. Euch beiden lieben Dank, dass ich sie abdrucken durfte.


Samstag, 23. Mai 2020

Cover und ihre Zeiten


Auch ein Buch ist der Mode unterworfen. Mal mag man eher realistische Fotos auf dem Cover, mal muss das Thema abstrakt dargestellt sein, dann wieder ist eine Stilisierung angesagt. Je länger ein Buch auf dem Markt ist, umso häufiger erlebt man auch, dass sich das Cover ändert.
Meist mag ich die Veränderungen.
Hier ein paar Beispiele. 

Dies ist der Relaunch des Buches „Aber ich bin doch selbst noch ein Kind“.




Mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ veränderte sich gleich dreimal, 
und nun erlebt auch mein Buch „Merkt doch keiner, wenn ich schwänze“ eine neue Version. Wie findet ihr es? Ich mag diese stilisierte Kargheit.