Donnerstag, 14. Februar 2019

Der Alltag eines Autors



Autoren, so denken viele, * warten auf den Moment, in dem sie die Muse küsst. Dann geraten sie in einen Flow und schreiben und schreiben, schlafen nicht mehr, ernähren sich von Kaffee und sitzen vor ihrer Tastatur, um wild um sich zu tippen, zu löschen, neu zu schreiben und schließlich in eine Schreibkrise zu verfallen. Und dann … ab * weiter.  
Ich weiß nicht so genau, wie andere Autoren ihren Alltag bewältigen, ich weiß allerdings, dass man als Künstler nur von seiner Kunst leben kann, wenn man es schafft, sich zu organisieren und diszipliniert zu arbeiten.  
Der Tag ist immer noch so verführerisch frei, wenn man aufsteht und den ersten Kaffee in der Hand hält, und natürlich fallen auch mir tausend andere Sachen ein, die ich mit der freien Zeit anstellen könnte. Aber die Deadline ist gesetzt, und nur wenn man die Sachen abgibt, fließt (irgendwann) auch das Geld.
Mein Alltag beginnt mit fünf Seiten an dem Lieblingsroman, an dem ich gerade arbeite. Dazu ein Kaffee und Ruhe. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die bei Musik arbeiten können.  
Seit vielen Jahren arbeite ich nun so. Immer habe ich morgens einen Lieblingsroman, der mich einige Zeit begleitet und der sich täglich weiter und weiter spinnt.
Nach dem Fünf-Seiten-Spaßprogramm beginnt die Zeit der Auftragsarbeit. Um einen kleinen Break zu haben, gehe ich dann oft erst mal zum Sport, um danach ausgepowert, aber vergnügt an dem Pflichtprogramm weiter zu arbeiten. Diese Pflichtarbeit ist sehr unterschiedlich und verändert sich mit den Aufträgen. Manchmal muss ich Kurzgeschichten erstellen oder einen Sachtext schreiben oder Arbeitsmaterial entwerfen oder oder oder. Bevor ich damit anfange, schaue ich mir das Briefing noch mal genau an, um mich in die Arbeit einzufinden.
Also alles in allem – nichts mit dem Musenkuss im Sonnenschein am See, aber zu schreiben ist und bleibt trotzdem die schönste Arbeit der Welt (jedenfalls ganz subjektiv betrachtet).
Nur reich wird man natürlich als Autor eher selten. Darum sage ich Schülern immer: Wenn du reich werden willst, solltest du Kieferorthopäde oder Immobilienmakler werden. Aber wenn du einen wunderschönen Beruf suchst, ist Autor zu sein schon mal ein guter Tipp.

Sonntag, 10. Februar 2019

Shoppingtour mit Schwester



 
Das Treffen mit meiner Lieblingsschwester Karin hat schon eine lange Tradition. Als unsere Kinder noch klein waren, organisierten wir uns einen gemeinsamen freien Tag, um ihn weit weg von Babybrei und Windeln zu verbringen und nur für uns zu sein. Wir treffen uns meist auf der Mitte unserer Wohnorte, was bei der Entfernung von Bad Lippspringe und Göttingen immer Holzminden ist. Diesmal aber änderten wir unseren Treffpunkt und verabredeten uns in Hannover. Hier arbeitet meine Schwester als Richterin im Sozialgericht.
Es ist immer spannend, ihren Arbeitsplatz zu sehen – all die Sicherheitsvorkehrungen, die man heutzutage eingebaut hat, bevor man ein Gericht betritt, finde ich ziemlich beeindruckend. Die Bürotrakte und die Sitzungssäle sind streng abgesichert – die Zeit der Bürgernähe ist vorbei. Es hat zu viele gefährliche Übergriffe gegeben.
Wir machen uns auf den Weg in die Innenstadt, bummeln durch die Cafés und Geschäfte und genießen die Vertrautheit.
Beim gemeinsamen Foto im Caféhaus schleicht sich ein Kellner mit auf das Foto – witzig -  aber nun steckt er in meinem Blog und ich konnte ihn gar nicht fragen, ob ihm das recht ist.



Donnerstag, 7. Februar 2019

Letzte Lesung in Westerholt



Ich trete kürzer – vor allem bei Lesungen, und das bedeutet, dass ich mich auch von Lieblingsschulen verabschieden muss. Eine meiner Lieblingsschulen ist die David-Fabricius-Schule in Westerholt. Aber gerade sie ist mit einer langen Anfahrt verbunden – Westerholt liegt nämlich in Ostfriesland.


Ich mache einen Abstecher an die Nordsee – warme Socken an, Mütze auf. Wie immer weht ein eisiger Wind, und wie immer ist Ebbe. Es ist still hier – im Februar hat man den Strand für sich allein. Ich gehe durch den Wind und genieße die würzige Luft.

Die Lesung ist wie immer total schön, die Schüler aufmerksam und gut vorbereitet. Da ich zehn Jahre lang einmal im Jahr hier war, kennen mich fast alle Schüler. Im Foyer sitzen Jugendliche in einer Reihe und machten eine „Annette-Welle“ für mich. Das ist ein gutes Gefühl – vor allem, wenn man bedenkt, wie ruhig und unspektakulär es immer in Ostfriesland zugeht.


Zwei Schülerinnen, Anna und Amelie aus der 8. Klasse laden mich noch zu einem Interview ein, das sie für die Tageszeitung schreiben wollen.
Nach der Lesung haben auch die Lehrer noch eine Überraschung für mich vorbereitet: Ein kleines Geschenk mit lieben ostfriesischen Andenken. Hach – so sind sie, diese Lieblingsschulen!!!!


Sonntag, 3. Februar 2019

Fotos in Dauerschleife



Kennt ihr das auch, dass man so schöne Urlaubsfotos macht, und dann versinken sie in der Unendlichkeit der Festplatte? Ich habe diesmal etwas anderes ausprobiert. Ich habe sie als wechselnde Bildschirmschoner auf meinen Monitoren installiert. Seitdem ist mir meine wunderschöne Namibia-Reise täglich präsent. Und nicht nur das – ich habe auch Zeit und Ruhe, mir alle Fotos detailliert anzuschauen. Immer wieder bin ich von der Schönheit der Tiere geradezu überwältigt.


Schaut mal, diese Elefanten, die so aufmerksam für ihre Kinder sorgen. 


Und diese Giraffe, wie sie so sorglos auf die Straße geht.


Was für eine unglaubliche Fellzeichnung die Antilope hat. Als wenn sie sich die Augen mit Kajal gemalt hat.

Ist das nicht eine unglaubliche Momentaufnahme von Flamingos im Aufbruch?

Und diese beeindruckende Stampfer des Nashorns. Noch nie ist mir ein derartiges Tier so nah gekommen!

Donnerstag, 31. Januar 2019

Vielleicht werd ich mal You-Tube-Star



Wenn ich ehrlich bin, schaue ich lieber einen gediegenen Tatort, als diese You-Tube-Filmchen. Aber nun war ich durch eine Recherche gezwungen, mich mit bekannten Youtube-Stars auseinander zu setzen und klickte mich durch die Filme verschiedener Berühmtheiten. Darüber vergaß ich dann prompt die Zeit, und als meine Vogeluhr auf der Tonfrequenz der Eule einen langgezogenen heulenden Ruf erklingen ließ, schreckte ich auf. Zeit, das Abendessen zu kochen. Ich bin leider kein besonders guter Koch, und Mahlzeiten zubereiten zu müssen, macht mir immer ein bisschen Stress, aber ich schlug mich tapfer durch die Küche. Bis die Sache mit der Dose Tomaten passierte. Da riss mir nämlich diese Öse ab, mit der man angeblich den Deckel so einfach aufziehen kann. Ich suchte nach einem Dosenöffner, aber den scheinen wir schon vor einigen Jahren entsorgt zu haben (genau genommen, seit jede Konservendose so eine Öse zum Ziehen hat – höhöhö!). Ich versuchte, die Dose mit einem Messer zu öffnen, dann mit einer Schere  - und schließlich stach ich wütend mit der Schere in den Deckel. Tja, das war`s dann wohl mit dem Abend! Ein Spritzer pürierter Tomaten landete direkt auf meiner Kontaktlinse und ließ mich fast erblinden. Als ich das Auge ausgespült und die Kontaktlinse entfernt hatte, konnte ich nur noch einäugig das ganze Ausmaß des Schadens erkennen. Mein Pullover war voller Tomatensaft, meine Hose ebenfalls, und die Küche sah aus, als hätte dort jemand ein Blutbad angerichtet.
Mein erster Gedanke war: Wie gut, dass das niemand gesehen hat. Mein nächster Gedanke aber war: Schade, dass das niemand gesehen hat. Eigentlich hätte ich sogar in solchen Momenten meine Kamera laufen lassen müssen. Vielleicht wäre ich dann auch ein berühmter You-Tube-Star geworden. Mit einer ultimativen Kochshow!

Dienstag, 29. Januar 2019

Die Schreibwelt



Um es gleich vorweg zu sagen: Kinder- und Jugendbuchautor zu sein, ist der wundervollste Beruf der Welt. Und er ist nicht nur der schönste Beruf, er ist auch der wichtigste. Kinder und Jugendlichen davon zu überzeugen, wie spannend das Lesen sein kann, wie Bücher einen an Orte tragen, an denen man nie war und nie sein wird, wie man die Möglichkeit hat, in eine andere Person zu schlüpfen, wie man in andere Zeiten und in andere Welten abtauchen kann … naja, jeder, der gerne liest, weiß wovon ich rede, und jeder der es nicht tut, hat einfach weniger Lebenskraft.
Aber leider hat der schönste Beruf der Welt auch eine traurige andere Seite: Die Einsamkeit. Man sitzt allein vor der Tastatur, wenn plötzlich die Absage eines Verlages für ein Herzensprojekt eintrudelt. Man ist allein, wenn das Paket mit den Belegexemplaren eintrudelt und findet niemanden zum Mitfreuen. Man hängt mit Entscheidungen allein da, man hat Schreibkrisen, man weiß nicht, ob der Vertrag was taugt, man hat Stress auf Lesungen…
Natürlich gibt es für solche Fälle auch die Familie oder Freunde, aber niemand kennt sich in diesen Dingen so gut aus wie Kollegen!
Ich habe gegen diesen Frust ein tolles Forum: „Die Schreibwelt“! Es ist ein Forum für Kinder- und Jugendbuchautoren. Dieses Forum ist eine geschlossene Gruppe, die für professionelle Autoren gedacht ist. Sie wird von einer kleinen Gruppe moderiert, und über dieses Gremium ist es auch möglich, sich um eine Aufnahme zu bewerben.
Da es sich um ein geschlossenes Forum handelt, ist der Raum, sich hier auszutauschen, geschützt, und das macht die Posts und die Antworten lebendig und empathisch. Mal tauscht man sich auf dem Jammersofa aus, mal hat man Erfolgsmeldungen zu verkünden, mal braucht man einen Rat – alles hat seinen Platz.
Ich bin schon viele Jahre in diesem Forum, und ich genieße es, hier immer mal wieder vorbeizuschauen, mich auszutauschen oder einfach nur mitzulesen. Und wenn ich in eine Buchhandlung gehe, sehe ich so viele tolle Bücher von den Schreibweltlern dort liegen, dass ich immer ganz stolz bin, sie alle zwar nicht persönlich, aber doch virtuell-persönlich zu kennen.  


Donnerstag, 24. Januar 2019

Männer wie diese



Habt ihr sie auch schon gesehen, diese Handball-WM? Ehrlich gesagt finde ich Handball viel spannender als Fußball. Es geht so schnell, und der Sieg ist immer so knapp. Und dann diese Männer! Muskelbepackt fischen sie den Ball aus dem Nichts, springen wahnsinnig hoch und pfeffern den Ball ins gegnerische Netz. Da ist man froh, dass man nicht die Idee hatte, Handball-Torwart zu werden. Diese Burschen sind hart im Nehmen. Da liegt auch schon mal ein Arm im Würgegriff um die Kehle des anderen, auch hat der eine oder andere den Ellenbogen des Gegners im Gesicht. Das ist kein Sport für Weicheier.
Irritierend ist nur, wenn sie plötzlich dastehen und mit den Armen winken, um dem Schiedsrichter etwas zu zeigen. Da! Einige ihrer kostbaren Schweißperlen sind auf den Hallenboden getropft. Er ist so nass, dass man ausrutschen könnte. Aber so ein echter Mann – denkt man doch – zieht jetzt doch wohl sein Trikot aus. Einmal rüber geputzt, und gut ist es! Irrtum! Leider! Ein Frau wird herbeizitiert, die mit gesenktem Kopf den Boden aufwischt. Also doch Kleinkinder!

Samstag, 19. Januar 2019

Wie sinnvoll ist es, einen Blog zu schreiben



 
Einen Blog zu schreiben, macht Mühe. Manchmal sitze ich fast eine Stunde an einem Post. Das merke ich gar nicht, weil ich so gerne schreibe, aber wenn ich die 1481 Posts, die ich bis jetzt geschrieben habe, zusammenzähle, kommt eine Arbeitszeit von mehr als zwei Monaten heraus, vorausgesetzt jedenfalls, ich hätte Tag und Nacht geschrieben.
Mein privater Blog ist nicht der einzige Blog, den ich betreibe. Ich blogge auch noch für unseren Campingplatz, und auch hier komme ich bereits auf 662 Posts.
Wie sinnvoll es ist, einen Blog zu schreiben, wird oft unterschätzt. Wenn man den Blog nicht mit Werbung füllt, bringt er zunächst finanziell keinen Vorteil. Trotzdem ergibt sich durch ihn neben dem persönlichen Spaß auch noch ein beruflicher Gewinn.
In meinem privaten Blog zum Beispiel erzähle ich meinen Lesern über mich, meine Gedanken, meine Erfahrungen mit dem Schreiben, meine Bücher oder meine Lesungen, was natürlich Werbung für mich ist. Viele Lehrer melden zurück, wie gut sie es finden, dass es so viel über mich im Internet zu lesen gibt, und dass sie häufig Beiträge von mir mit in den Unterricht nehmen.
Außerdem bringt einen ein Blog – besonders natürlich, wenn er von Google unterstützt wird - im Ranking weiter nach oben, denn all die Überschriften und die Worte aus dem Inhalt des Posts werden in der Suchmaschine gespeichert. Das ist für mich als Autorin nicht ganz so wichtig, aber für unser Unternehmen natürlich umso mehr. Denn ganz ohne diese hakelige SEO-Methode verwenden zu müssen, wird der Blog in der Suchmaschine angezeigt, wenn man die unterschiedlichsten Suchbegriffe eingibt. Mein Blog erscheint zum Beispiel wenn man „Bilder Schweden“ oder „Erich-Kästner-Schule Steinfurt“ eingibt, der Blog des Campingplatzes erscheint schon bei „Sonnenstunden Brandenburg“, „Gurkenradweg“ oder sogar „Elektroschocker kaufen Slubice“. Virales Marketing nennen das die Betriebswirte ja gerne.
Ich persönlich hatte das gar nicht im Blick, als ich mit dem Bloggen anfing, aber dass es sich so entwickelt hat, freut mich sehr.
Bis jetzt gibt es nicht viele Menschen, die die Chancen eines Blogs für sich oder ihr Unternehmen entdeckt haben – aber sie sollten es unbedingt tun.