Dienstag, 28. Januar 2020

Lesung in Zossen



Zossen ist eine kleine Stadt im Landkreis Teltow-Fläming, nicht weit von Berlin entfernt. Hier hatten mich die Lehrerinnen und Schüler der Goetheschule zu einer Lesung eingeladen.

Da es zum Lehrplan der Klasse 6 gehört, sich mit dem Thema Gefahren im Netz auseinander zu setzen, hatten sie mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ gelesen und wollten wissen, wie es weiter geht. Also hatten sie mich gebeten, Ausschnitte aus dem 2. Band vorzulesen. Die Schüler hörten gespannt zu, meinten sogar, der 2. Band sei noch spannender als der erste. Auch wollten sie wissen, wie die Protagonisten aussahen, und ich zeigten ihnen die Figuren und die Häuser und Stadtpläne, die ich in meine „Protagonisten-to-go-Kladde“ eingeklebt hatte.


Auch eine weitere Zuhörerin hatte sich am Rande des Geschehens eingefunden, die eifrig mit protokollierte:  Emma Grzanna aus der Klasse 9 des Gymnasiums, die eine Facharbeit über das Thema schreiben wollte.
Es war ein schöner Vormittag, und ich danke euch ganz herzlich für eure nette Einladung.

Mittwoch, 22. Januar 2020

Kleiner Nachmittagsausflug



Aufbruch ins All, so heißt eine spannende Ausstellung, die schon seit einiger Zeit im Heinz-Nixdorf-Museum in Paderborn zu sehen ist. Mondgestein zum Anfassen, Raumfahreranzüge zum Reinschlüpfen, Marsfahrzeuge für die Expedition. Die Ausstellung ist informativ und interaktiv.



Schon allein die schwarz gehaltenen Räume strahlen eine große Faszination aus. Man kann in der Landefähre von Apollo 11 stehen – ich wusste gar nicht, dass die Astronauten die Landung im Stehen geflogen sind – man kann seinen Fuß in den Sand der Mondoberfläche drücken, und man kann sich über die Zukunft im All informieren. Also, wenn ich mal ein Häuschen sucht … auf dem Mars gibt es einige interessante Quartiere.


Ich bin begeistert, wie Museen heutzutage aussehen. So kann man tatsächlich die Raumfahrt ganz persönlich erleben.
Und solltet ihr keine Zeit haben, nach Paderborn zu kommen, gibt es sogar einen virtuellen Rundgang.  



Montag, 20. Januar 2020

Gespensterpost



Manchmal tut es mir wirklich leid, nicht mehr im Schuldienst zu sein (ganz ganz manchmal!), denn diese süße Idee hätte ich sofort abgekupfert.  Beim Öffnen des Briefes fielen mir nämlich zwölf Gespenster entgegen. Schüler der Klasse 3 a aus Bremen schrieben mir, wie ihnen mein Buch „Das Gespenst am Kleiderhaken“ gefallen hatte.  Ich habe mich riesig gefreut … und war natürlich froh, dass ich 1. nicht so schnell zu erschrecken bin, und 2. die Gespenster so niedlich aussahen. Heute ging der Antwortbrief zur Post – ich hoffe, ihr freut euch.

Freitag, 17. Januar 2020

Sommersonne und mehr



So schön wie schönes Wetter auch ist, es hat doch den riesigen Nachteil, dass man immer wieder sehnsüchtige Blicke aus dem Fenster wirft. Im Feng Shui wird ja geraten, den Schreibtisch zur Wand zu drehen, damit die Seele nicht immer nach draußen will, aber das bringe ich nicht über`s Herz. Dann beschaffe ich lieber meinen Protagonisten einen schönen Sommer-Sonnentag.

Sonntag, 12. Januar 2020

Das Eigenleben der Protas



Bei meinem Schreiben läuft nichts ohne Plot, doch beim Plotten gehe ich unterschiedlich gelassen vor – mal plotte ich kleinlich und arbeite die Sequenzen streng nach Plan ab, mal notiere ich mir auch nur ein paar Stichworte und überlasse es den Protas, sich in der Szene relativ frei zu entfalten. Aber das kann auch ganz schön in die Hose gehen. Diesmal haben sie nämlich prompt ein Eigenleben entwickelt, haben die zugestandene Freiheit genutzt und sich lässig vom Plot emanzipiert. Es hat mich einige schlaflose Nächte gekostet, bis ich sie wieder eingefangen hatte.  


Dienstag, 7. Januar 2020

Mein Job als Zimmermädchen



Als Autor sollte man möglichst viele Erfahrungen mitnehmen, die das Leben zu bieten hat. Ich verdinge mich im Moment als Zimmermädchen. Auf unserem Campingplatz sind im Winter durch die Saisonarbeit nur wenige Arbeitskräfte da, und so bot ich mich an, bei der Reinigung der Mobilheime mitzuhelfen. Betten beziehen, saugen, wischen, das alles habe ich in meinem Leben schon mehr als Millionen Mal gemacht, also dürfte in der Beziehung auch nichts schief gehen – dachte ich. Doch da hatte ich mich ziemlich geirrt. Betten für Gäste zu beziehen, erfordert eine ganz andere Professionalität, als wenn man es für sich zu Hause macht. Gäste geben sich nicht mit einem aufgeschüttelten Kissen und einer zusammengeschlagenen Decke zufrieden. Alles muss perfekt glatt gezogen sein, und was noch komplizierter ist: Die Kopfkissen müssen schön adrett mit diesem bewährten fröhlichen Knick in der Mitte auf dem Bett bereit liegen … d.h. liegen ist schon das falsche Wort. Sie sitzen geradezu da und lachen einen an.
Allerdings hatte ich keine Ahnung, wie ich das hinkriegen sollte. Meine schwäbische Schwiegertochter bemühte sich redlich mit mir: „Da fasst du diese Bobbelsche an, fährst mit deinen Händen hier hinein… jetzt schüttle …“ Dann folgte ein mitleidiger Blick. „Sieht noch ziemlich kruschelig aus.“ Und das tat es auch. Kruschelig bis zum Abwinken, würde ich sagen. Aber ich versuche es heute noch einmal, und vielleicht sind die Gäste ja nicht ganz so streng, wenn sie wissen, dass ich es war…  

Freitag, 3. Januar 2020

Ein guter Anfang



Kaum hat das neue Jahr angefangen, füllen sich bereits die ersten Termine auf dem noch so jungfräulichen Terminkalender. In diesem Jahr werde ich nicht mehr so viel zu Lesungen unterwegs sein, aber meine Lesungen nach Österreich sind schon bis ins Jahr 2021 geplant.  Vom 20. - 24. 4. 2020 kurve ich wieder quer durch das Land, außerdem haben wir den Zeitpunkt vom 19.-23.4. 2021 für eine Lesereise fixiert. Wer mich in dieser Zeit buchen möchte, wendet sich bitte an die Kulturagentur Eibl&Eibl.
Außerdem werden natürlich auch im kommenden Jahr einige Bücher von mir erscheinen. Eins davon bereits Ende Februar, nämlich „Die Hufeisenranch – Band 3“. Meine liebe Kollegin Anne Scheller hatte die beiden ersten Bände übernommen, der dritte Band dieser Serie ist nun von mir. Es ist ein Buch über das Mädchen Polly, ihr Pferd Smoky und ganz viel Natural Horsemanship. Wen es interessiert, der kann sich hier noch mehr Informationen holen.
Ansonsten bin ich zwar arbeitsreich, aber doch ganz lustig ins Neue Jahr gekommen. Auf dem Campingplatz meines Sohnes im Spreewald war ich zum Arbeiten verplant, musste Enkelkinder hüten, Getränke ausschenken, Saunaaufgüsse vorbereiten, Sektgläser verteilen – und mich ein paar Tage später sogar als Zimmermädchen beim Mobilheimeputzen bewähren. Aber gefeiert habe ich auch – und Spaß gemacht hat es ebenfalls!

Montag, 30. Dezember 2019

Jahreswechsel



Es gibt Diskussionen, die sich Jahr für Jahr wiederholen. Viel Wind wird bewegt, und er erzeugt nicht mal so viel Energie um eine Kinderwindmühle zu bewegen. Die Diskussion um die Geschwindigkeitsbegrenzung zum Beispiel. Ich würde mich freuen, wenn sie käme, doch ich weiß genau, wenn man darüber diskutiert, wird nur heiße Luft hin und her gepustet. Wir Deutschen lassen uns die Freiheit nicht nehmen, uns in den Tod zu rasen …
Zum Jahreswechsel steht mal wieder die Diskussion um die Silvesterraketen an, the same procedure as every year. Schon als ich im Kindergarten war, sagte man, dass die Kinder in Biafra verhungern aber wir das Zeug in die Luft ballern. Später waren es dann die Krankenhäuser, die man eigentlich für das Geld bauen könnte, dann die Tiere, die vor Panik nicht wüssten, wohin. Nun ist es der Feinstaub, der die Luft verpestet und uns alle früher sterben lässt. Um die Wahrheit zu sagen: Ich habe noch nie in meinem Leben einen Böller in die Luft geschossen. Allerdings nicht aus hehren Motiven, sondern einzig und allein, weil ich immer ein bisschen Schiss vor den Dingern habe. Im Prinzip aber fände ich ein stummes und schweigendes Silvester ziemlich trostlos. Darum freue ich mich so ganz ganz heimlich, wenn andere ein buntes Feuerwerk am Himmel zum Leuchten bringen. Aber natürlich nur ganz ganz heimlich. Denn dass die Tiere in Panik geraten, habe ich als Hunde- und Pferdebesitzer immer selbst zu spüren bekommen. Und dass viel Geld verbrannt wird, ist mir natürlich auch klar, auch wenn die, die es verprassen, es sowieso nicht für wohltätige Zwecke spenden würden.
So nehme ich hin, was passiert, bringe mich vor den Raketen in Sicherheit, aber freue mich, wenn sie leuchten (und auch ein bisschen, wenn sie knallen).
Auch meine eigenen Vorsätze wiederholen sich Jahr für Jahr: Weniger Schokolade, Kaffee und Rotwein … aber es wäre ja auch ein ödes Jahr, wenn ich diese Vorsätze in die Tat umsetze.