Montag, 8. Oktober 2018

Abflug



Mitten im wunderschönen Altweiberherbst verlasse ich euch für zwei Wochen, um mal ganz weit weg zu fliegen. Afrika gehörte immer zu den Kontinenten, die ganz oben auf unserer Liste standen, die wir aber bis jetzt noch nicht kennen gelernt hatten. Nun starten wir zu einer Reise nach Namibia.
Da wir nicht mutig genug sind, allein auf Wüstentour zu gehen, haben wir uns einer Reisegruppe angeschlossen, auch das zum ersten Mal in unserem Leben. Ich bin gespannt, wie es wird, krame aufgeregt zwischen Moskitospray und Handyadaptern herum, muss mir gleich noch eine Sonnenbrille kaufen und bin dann … mal weg.

Freitag, 5. Oktober 2018

Nackige Barbies



Barbiepuppen sind eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Für mich gehören sie ebenso zu meiner Kindheit, wie für meine Enkelin Clara. Die Barbie ist immer noch superdünn, hat einen riesigen Busen und ist ansonsten geschlechtslos. Es gibt sie in zahlreichen Variationen, und doch besteht die Hauptexistenz der Barbie darin, frisiert und schick angezogen zu werden. Oder eben auch ausgezogen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass die Kinder heutzutage die Barbies nur noch ausziehen. Claras Barbie ist jedenfalls eigentlich immer nackig, auch wenn sie Auto fährt oder mit ihrem Baby einkaufen geht – das im Übrigen auch meistens nackt ist. Auch andere Kinder bevorzugen es, die Barbie auszuziehen, statt sie als Model zu benutzen. Vielleicht liegt es daran, dass Puppen schneller ausgezogen als angezogen sind. Vielleicht haben die Kinder aber auch heutzutage das Gefühl, dass diese glänzenden Barbie-Kleidchen oder Kostümchen in der Regel kratzen, kleben oder die Bewegungsfreiheit einschränken.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Einfach schön



Wenn ich im Spreewald bin, unternehme ich oft ganz viel mit meinen Enkelkindern. Indoorparks, Museen, Spielplätze, Feste … ich sage euch: wir kennen sie alle. Doch immer wieder muss ich feststellen, dass das Einfachste oft das Schönste ist, nämlich einen Spaziergang durch den Wald. Während ich mich in diesen Parks immer zu Tode langweile und mir das Kindergeschrei inclusive Elterngeschrei ziemlich auf die Nerven geht, sind wir im Wald alle vergnügt und entspannt. Und was es hier nicht alles zu entdecken gibt…




Samstag, 29. September 2018

Letzte Lesungen



So langsam lasse ich die Zeit der Lesungen für mich ausklingen. Natürlich wird es immer noch Schulen geben, denen ich mich besonders verbunden fühle oder Orte, an denen ich besonders gerne bin, aber prinzipiell habe ich mir vorgenommen, die Lesungen mehr und mehr einzuschränken.
Eine der letzten Lesungen führte mich an die Grundschule in Leopoldshöhe Nord im Kreis Lippe – da hatte ich es nicht so weit zu fahren, und ich genieße es, mal wieder an der Grundschule zu sein. Aber die Einladung für das kommende Jahr schlage ich schon mal aus.
Die aktive Zeit der Lesungen ist eine tolle und bereichernde Zeit gewesen, aber sie ist eben auch sehr unruhig und oft mit weiten Fahrten, manchmal auch mit mehreren Übernachtungen verbunden. Jetzt trete ich in der Hinsicht kürzer.
Geblieben ist mein Schreiben. Da das der schönste und wichtigste Teil meines beruflichen Lebens ist, wird das auch immer bleiben, ist sogar mehr und abwechslungsreicher geworden. Für diesen Bereich möchte ich in Zukunft noch mehr Zeit investieren.

Mittwoch, 26. September 2018

Schreiben für Ausländer



Seit einiger Zeit bekomme ich immer mal wieder Anfragen des Hueber-Verlages, Lektüren für jugendliche Ausländer, die deutsch lernen möchten, zu schreiben. Diese Arbeit ist eine echte Herausforderung. Eigentlich bin ich es ja gewöhnt, einfach zu schreiben. Aber diese Lektüren für Ausländer sind auf ein bestimmtes Sprachniveau festgelegt, das das Goetheinstitut mit A 1, A 2 oder B1 und B 2 definiert. A 1 beinhaltet beispielsweise einen Wortschatz von 650 Wörtern, auf den ich zurückgreifen muss. Ok, ich darf in Ausnahmefällen auch mal ein Wort verwenden, das nicht in der Liste steht, aber ich muss es dann mit diesem 650-Wörter-Wortschatz erklären. Das Schreiben mutiert damit zu einer Scrabble-Leistung. Mit einer Wortschatzliste an meiner Seite ringe ich um jeden Satz.
„Lotte sitzt in der hinteren Reihe und lässt Lasse nicht aus den Augen“, will ich zum Beispiel schreiben. Aber „hinteren“ ist nicht in der Liste. Ich verwende schließlich „letzten“. „Reihe“ ist natürlich auch nicht drin – das werde ich erklären müssen. Auch „aus den Augen lassen“ befindet sich nicht im A1-Wortschatz. Nach langem Suchen entscheide ich mich für „beobachten.“ So wird aus meinem Satz „Lotte sitzt in der letzten Reihe und beobachtet Lasse.“ Seien wir ehrlich – kreatives Schreiben sieht anders aus. Aber ich gehöre ja auch zu den Menschen, die gerne Sprachen lernen, und ich weiß, wie viel Spaß es macht, mal eine kleine Lektüre und nicht immer ein stures Arbeitsbuch zu lesen. Und ich weiß darum auch, wie schnell man auch gefrustet ist, wenn man zu viele Vokabeln nachschlagen muss.
Es gibt übrigens auch etwas Spannendes an meiner Arbeit. Seit ich diese Lektüren schreibe, ist der Zugriff auf meine Homepage international geworden – von Argentinien über Japan bis Uruguay ist alles vertreten!


Montag, 24. September 2018

Ich kann`s noch



Heute gibt es mal ein Selfie – ein Halbselfie, genau genommen. Ich ungeschminkt, mit feuchten Haaren und nassem Halsausschnitt. Seid froh, dass ihr mich nicht riechen könnt. Ich muffele nämlich ziemlich nach Schweiß. Ich komme gerade aus der Mukkibude, wo ich sonntags immer besonders gerne den Spinning 3-Kurs besuche. Spinning ist schon verdammt anstrengend, aber Spinning 3 ist etwas für total Durchgeknallte. Dazu gehöre ich nicht unbedingt, schließlich bin ich ein sehr strukturierter und vernünftiger Mensch, aber der Kurs versetzt mich immer für kurze Zeit in einen Rauschzustand, und danach weiß ich: Mannohmann, ich kann`s noch! In dem Alter und nach der langen Pause, und wo ich doch eigentlich nie in meinem Leben besonders sportlich war. Und wisst ihr, woran das liegt? In dem Kurs gibt es so viel zu tun – Geschwindigkeit erhöhen, setzen, aufstehen, erhöhen, faster, runterfahren, racing, erhöhen, raus aus dem Sattel, faster, faster … setzen, recover (2 Sekunden) und wieder raus aus dem Sattel, faster, setzen, racing… Ich habe gar keine Zeit zu überlegen, ob mir das alles zu anstrengend ist.

Freitag, 21. September 2018

Die Neue Rechte



 
Der Maaßen hat ziemlich fragwürdige Äußerungen zu den Vorfällen in Chemnitz gemacht, und dafür muss er gehen. Seehofer verhindert das und befördert ihn sogar, klar dass er nun auch seinen Stuhl nehmen muss. Die Nahles versucht, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und Merkel die Verantwortung in die Schuhe zu schieben. Klarer Fall: Dafür muss sie ebenfalls gehen. Und die Merkel – die haben wir uns sowieso schon lange satt gesehen. Sie ist prinzipiell an allem schuld, denn sie trägt ja die Regierungsverantwortung. Weg! Weg! Weg! ist die Devise. Diese alten Gesichter haben wir schon viel zu lange gesehen. Es muss Platz geschaffen werden für neue, damit wir auch da die Möglichkeit haben, an ihrem Sockel zu sägen.
Schon lange sind wir mit den etablierten Parteien durch. Sie verschwimmen mit ihren Parteiprogrammen in Grauzonen und verlieren immer mehr an Kontur. Nur die Rechten stehen da, aufrecht und klar, mit geballten ausgestreckten Armen. Aber die wollen wir ja auch nicht. Da sind wir uns alle einig. Und wir kommen uns so mutig und wichtig vor, wenn wir „Stop dem Rassismus“ rufen.
Dabei übersehen wir vielleicht, dass die Rechten längst nicht mehr aus dem schreienden „Ausländer raus“- Mob bestehen. Auch unter ihnen gibt es kluge Köpfe, die leise im Hintergrund die Strippen ziehen. Erinnern wir uns: In Sachen Manipulation waren die Rechten immer verdammt gut.
Und während wir uns noch gegen alles stellen, und die Rücktritte von allen fordern, merken wir gar nicht, wie uns die Neue Rechte händereibend und leise in die Arme der AfD treibt.



Dienstag, 18. September 2018

Weiterentwicklung



Manchmal, wenn eine Sache ganz gut läuft, informiert man sich gar nicht über die Weiterentwicklungen. So habe ich mich als Kontaktlinsenträger immer damit abgefunden, die Tageslinsen abends aus den Augen zu nehmen und danach mit Brille herumzulaufen. Durch Zufall – ein Zufallsgespräch im Fahrstuhl – erfuhr ich, dass es Linsen gibt, die man monate- oder auch jahrelang nicht herausnehmen muss und nachts einfach weiterträgt. Unglaublich, wie ich fand. Und jetzt sagt bitte nicht, dass ihr das schon ganz lange wisst…
Ich habe ein bisschen nachgeforscht und sie nun für mich bestellt. Erst war es ein bisschen ungewohnt, doch jetzt tragen sie sich, als wenn sie zu mir gehören. Und wenn ich jetzt nachts aufwache und kurzsichtig wie ich bin aus dem Fenster schaue, kann ich die Sterne sehen!