Sonntag, 23. Februar 2020

Sonntagsregen

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Heute liebe ich dieses wunderbare Bindfadenregenwetter, kein Stress mit irgendwelchen Ausflügen in die Botanik, einfach nur schreiben und lesen oder lesen und schreiben. Nur das Biotop hinter unserem Haus entwickelt sich zu einem großen See. Bis zum Herbst wuchsen hier wilde Sträucher und große Bäume, ein Wassergraben und ein kleiner Tümpel bildeten sich, wenn es längere Zeit regnete. Aber im Herbst machten die Stadtgärtner mit diesem Biotop kurzen Prozess, fällten alle Bäume und rissen die Sträucher heraus. Vogelnester und Igelverstecke werden ja sowieso überbewertet. Nun hat das Biotop die Romantik eines Braunkohlefeldes der Lausitz. Der Kommentar der Stadtgärtner: Wächst doch wieder.
Gefallene Bäume wachsen? Da habe ich wohl im Biounterricht geschlafen.
Immerhin wurde ich heute Morgen durch lautes Entengeschnatter geweckt. Irgendjemandem scheint es doch zu gefallen.   

Sonntag, 16. Februar 2020

Amazon-Rezensionen



Damals, als Marcel Reich-Ranicki eine Monopolstellung in Sachen Literaturkritik hatte, war die Welt noch in Ordnung. Er war geliebt und gefürchtet, in Sachen Frauen als Autoren fast immer vernichtend, es sei denn, sie schrieben komplizierte Lyrik. Okay, Journalisten mussten einen halben Meter zurück treten, wenn sie ihn um seine Kompetenz befragten, denn seine Aussprache war mehr als feucht, und doch wurde seine Literaturkritik respektiert und hatte einen gewissen Unterhaltungswert.
Heute ist jeder zum Literaturkritiker geworden, darf alles bewerten und sein Urteil veröffentlichen. Das ist durchaus demokratisch gedacht, es wirft jedoch auch einige Probleme auf.  Hin und wieder kommen solche Kritiken zustande wie „Der schrieftstella konnte garnich rechtschreipen“, dem man eine gewisse Unkenntnis der Sachlage unterstellen könnte. Oder es werden solche Dinge veröffentlicht wie: „Am Ende stellt sich heraus, dass der Gärtner der Mörder war und da er auch noch der uneheliche Bruder des verstorbenen Vaters war …“  und man wünscht sich, der Kritiker hätte einfach rechtzeitig die Klappe gehalten. Und wenn jemand schreibt „Tolles Buch“ – Fünf Sterne, weiß man, der Autor hat sich bei seinen 1469 Fünf-Sterne-Rezis höchstpersönlich eine große Tüte Sterne gekauft.
Neuerdings aber sind immer weniger Leser bereit, eine lange Bewertung abzugeben. Da amazon jedoch auf solche Urteile setzt und sie das Geschäft ankurbeln, ist der Verkaufsriese nun dazu übergegangen, dass man ein Buch einfach anonym und ohne Rezi bewerten kann. Man muss noch nicht mal „Alles Scheiße, deine Elli“, schreiben. Damit hat man die Türen für Fakes weit geöffnet. Ist ja immer so einfach, jemandem vor die Füße zu spucken, ohne sich dabei sichtbar zu machen.
By the way, wehren kann man sich natürlich auch nicht. Es gibt ja keine Rezi, die man beanstanden kann.


Dienstag, 11. Februar 2020

Lesetexte für Könner




Heute stelle ich euch ein neues Buch von mir vor, das die Könner unter den Lesern fördert. Dass niemand in der Schule zurückbleiben sollte, sind gute Gedanken. Und dass man Schülern mit einfachen Texten die Schwelle zu Büchern niedrig machen sollte, ist ebenfalls wichtig. Aber man kommt auch nicht umhin, zu sehen, dass Lesen eine wichtige Schlüsselqualifikation ist. Ein Schüler muss am Ende des 4. Schuljahres in der Lage sein, auch mal einen schwierigeren Sachtext zu lesen und den Inhalt zu verstehen, wenn er eine gute weiterführende Schule besuchen will. Und zwar nicht mit dem Finger unter der Linie, sondern still und nur mit den Augen.
Und was das für das Leben bedeutet, wenn man schwierige Inhalte schnell lesen und erfassen kann, wissen wir sicherlich alle.
Hier in diesem Buch gibt es eine große Auswahl an Texten – von leichteren persönlicheren Texten bis hin zu richtig schweren Drei-Sternchen-Sachtexten. Zu allen Texten gibt es kleine Aufgaben, die sich auf das Verständnis des Inhalts beziehen.
Wer das hinkriegt, ist auf alle Fälle gymnasialreif, wer es noch nicht schafft, hat die Chance, es zu werden. 

Freitag, 7. Februar 2020

Rollenspiele


Im Kindergarten hat sie gelernt, nicht mit Fremden zu reden und nicht mit ihnen mitzugehen.
„Na, reden musst du schon mit Fremden“, erkläre ich ihr. „Nur mitgehen darfst du natürlich nicht.“
Wir reden über Fremde im allgemeinen und besonderen, und plötzlich sind wir mitten in einem Rollenspiel. Was sagst du wenn… und dann sagt er, und dann sage ich.
„Was sagst du, wenn er sagt: Ich habe einen ganz süßen Hund. Willst du ihn dir nicht mal angucken?“, frage ich.
Darauf sie: „Ich habe auch einen Hund.“
Ich: „Wie heißt er denn?“
Sie: „Bello.“
Ich: „Aber ich habe eine sehr süße Katze.“
Sie: „Ich habe auch eine Katze.“
Ich: „Meine heißt Kitty, und deine?“
Sie: „Mietzie.“
Ich: „Aber ich habe einen süßen Kanarienvogel. Den hast du bestimmt nicht.“
Jetzt zögert sie. Kanarienvögel kennt sie nicht.
Sie: „Doch, ich habe auch einen Kanarienvogel.“
Ich: „Meiner ist gelb, und deiner?“
Sie (vorsichtig): „Meiner ist auch gelb.“
Ich: „Meiner kann sehr schön singen.“
Sie: „Meiner singt auch sehr schön.“
Ich: „Was singt er denn?“
Sie: „Hänschen klein!“

Sonntag, 2. Februar 2020

Ab jetzt mit Agentur



Lange Jahre war ich überzeugter Nicht-Agentur-Autor. Wenn man als Autor für die Schulbranche schreibt, ergeben sich die Kontakte und Schreibaufträge von ganz allein. So jedenfalls sah ich die Dinge viele Jahre lang und bin mit dieser Einstellung gut zurechtgekommen.
Schwierig wird es nur, wenn man seine Schreibgenre erweitern will, mal für Kinderbuchverlage schreiben möchte, mal ein Jugendbuch konzipiert und mal damit liebäugelt, für Erwachsene zu schreiben. Dann läuft man bei Verlagen schnell gegen volle Briefkästen. „Für welche Agentur arbeiten Sie?“, wird man gefragt (wenn man das Glück hat, gefragt zu werden… meist schafft man noch nicht mal das!) Tja, das ist dann die Gretchenfrage, und mit dem Satz: „Ich bin agenturlos“ kommt man nicht weit.
Genervt von diesen Rückmeldungen ruderte ich zurück und überlegte, mich an eine Agentur zu wenden … da gab es eine unerwartete Schicksalsfügung. Carsten Polzin, langjähriger Programmleiter des Piper- Verlages, den ich von einer tollen Zusammenarbeit kannte, machte sich mit einer Agentur selbstständig. Ihr könnt euch sicherlich denken, dass ich da nicht lange gefackelt habe.
Seit Februar geht die Agentur Textbaby an den Start und ich bin als zu vermittelnde Autorin mit dabei. Alles noch ganz frisch und aufregend … aber es fühlt sich gut an. Und zu meiner Überraschung ist eine Agentur auch bei Schulverlagen sehr hilfreich. Es ist nämlich ein gutes Gefühl, wenn man bei den Verträgen einen langjährigen Profi an seiner Seite hat, der mal darüber guckt…
Wer noch mehr nachlesen möchte: Hier.


Freitag, 31. Januar 2020

Lesung in Bünde



Mit meiner Überlegung, in Zukunft weniger Lesungen zu machen, werde ich mir selbst untreu. Es macht einfach zu viel Spaß, und es gibt immer sooooo freundliche Schüler, Lehrer und Schulen. In diesem Monat war ich jedenfalls nun schon zum zweiten Mal unterwegs, gestern an der Realschule in Bünde. Hier war ich schon häufiger eingeladen, und es ist immer so nett.
Diesmal warteten Neuntklässler auf mich. Vor neunten Klassen lese ich eher selten, und ich bin immer überrascht, wie groß die Schüler sind und wie erwachsen sie wirken.
Ich las aus dem Roman „Online war er noch so süß“ und aus dem Buch „Abgemixt“, das ich mit dem Jugendlichen Hasan Tas geschrieben habe, der einige Jahre in einer JVA eingesessen hat. Leider gibt es das Buch „Abgemixt“ nicht mehr zu kaufen, was so schade ist, denn es kommt bei Schülern immer so gut an. Auch jetzt drehten sich die meisten Fragen um Hasan und sein Schicksal.
Es hat Spaß gemacht, hier in Bünde zu sein, und ich habe es genossen, dass die Schüler so gut vorbereitet waren und so gut zugehört haben.

Dienstag, 28. Januar 2020

Lesung in Zossen



Zossen ist eine kleine Stadt im Landkreis Teltow-Fläming, nicht weit von Berlin entfernt. Hier hatten mich die Lehrerinnen und Schüler der Goetheschule zu einer Lesung eingeladen.

Da es zum Lehrplan der Klasse 6 gehört, sich mit dem Thema Gefahren im Netz auseinander zu setzen, hatten sie mein Buch „Im Chat war er noch so süß“ gelesen und wollten wissen, wie es weiter geht. Also hatten sie mich gebeten, Ausschnitte aus dem 2. Band vorzulesen. Die Schüler hörten gespannt zu, meinten sogar, der 2. Band sei noch spannender als der erste. Auch wollten sie wissen, wie die Protagonisten aussahen, und ich zeigten ihnen die Figuren und die Häuser und Stadtpläne, die ich in meine „Protagonisten-to-go-Kladde“ eingeklebt hatte.


Auch eine weitere Zuhörerin hatte sich am Rande des Geschehens eingefunden, die eifrig mit protokollierte:  Emma Grzanna aus der Klasse 9 des Gymnasiums, die eine Facharbeit über das Thema schreiben wollte.
Es war ein schöner Vormittag, und ich danke euch ganz herzlich für eure nette Einladung.

Mittwoch, 22. Januar 2020

Kleiner Nachmittagsausflug



Aufbruch ins All, so heißt eine spannende Ausstellung, die schon seit einiger Zeit im Heinz-Nixdorf-Museum in Paderborn zu sehen ist. Mondgestein zum Anfassen, Raumfahreranzüge zum Reinschlüpfen, Marsfahrzeuge für die Expedition. Die Ausstellung ist informativ und interaktiv.



Schon allein die schwarz gehaltenen Räume strahlen eine große Faszination aus. Man kann in der Landefähre von Apollo 11 stehen – ich wusste gar nicht, dass die Astronauten die Landung im Stehen geflogen sind – man kann seinen Fuß in den Sand der Mondoberfläche drücken, und man kann sich über die Zukunft im All informieren. Also, wenn ich mal ein Häuschen sucht … auf dem Mars gibt es einige interessante Quartiere.


Ich bin begeistert, wie Museen heutzutage aussehen. So kann man tatsächlich die Raumfahrt ganz persönlich erleben.
Und solltet ihr keine Zeit haben, nach Paderborn zu kommen, gibt es sogar einen virtuellen Rundgang.