Montag, 22. April 2019

Wenn hat Annette Weber gestorben?



In meinem Blog kann man in einer Statistik erkennen, unter welchen Stichworten die Leser auf meinen Blog zugreifen. Diesmal war ich einigermaßen überrascht. Ein Satz, unter dem mich jemand gesucht hatte, lautete nämlich „Wenn hat Annette Weber gestorben?“
Ich hatte sofort große Sympathien für den, der die Frage gestellt hatte.
„Hat gestorben“ ist ein Fehler, den ich absolut nachvollziehen kann. Sein in Zusammenhang mit einem Perfekt wird nur gebildet, wenn es sich bei dem Verb um ein Verb der Bewegung handelt. „Ich bin gelaufen“, „Ich bin zurückgekommen.“ Sterben dagegen ist ja nicht unbedingt ein Bewegungsprozess. Meist liegt man im Bett, manchmal auch auf dem Sofa, und selbst wenn man vorher noch gefahren oder gerannt ist, ist man doch beim Sterben eher ruhig und lässt die Dinge auf sich zukommen. Die Zeitform „hat gestorben“ ist also im Prinzip richtiger als „ist gestorben“.
Außerdem freute es mich irgendwie, dass der Rechercheur davon ausging, dass ich tot bin. Denn seien wir doch mal ehrlich: Richtig berühmt wird man - wenn überhaupt - erst nach seinem Tod. 

Donnerstag, 18. April 2019

Ich als Osterhase



Ich habe mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut und mich für euch in dieses braun-glänzende Osterhasenkostüm geworfen. Es ist aus reinem Polyacryl und klebt gruselig auf der Haut, besonders bei diesem warmen Wetter. Aber für ein Foto habe ich es tapfer ausgehalten – bin aber froh, dass ich nicht als Osterhase herumlaufen muss.
Ich wünsche euch ein schönes Osterfest. Genießt die freien Tage, das wunderschöne Wetter, vielleicht ein schönes Familientreffen … und strengt euch nicht zu sehr beim Eiersuchen an. Im Sommer freut man sich viel mehr, wenn man noch ein ein paar Eier im Garten findet.

Sonntag, 14. April 2019

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?



Nach wie vor erreichen mich viele Schülerbriefe, und seit ich auch für die Grundschule schreibe, haben sich die Briefe auch zugunsten von schönen Bildern und Tonpapierbasteleien verändert. Hier mal einen Blick auf hübsche Bilder zu dem Buch "Das Gespenst am Kleiderhaken" der Grundschule Neunkirchen im Saarland.
Die Fragen allerdings ähneln sich, egal ob Kinder oder Jugendliche die Briefe schreiben. Eine Frage, die sehr oft gestellt wird, lautet: Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen?
Nicht immer kann ich genau sagen, wie ich auf das eine oder andere Thema gekommen bin. Mal habe ich es mir aufwändiger erarbeitet, mal bin ich darüber gestolpert. In dem Fall des Gespenstes am Kleiderhaken kann ich allerdings sagen: Das habe ich erlebt. Jetzt fahrt ihr euch wahrscheinlich abwinkend über die Augen und denkt: Oh Mann, nun ist es soweit. Im Alter wird man schon ein wenig wunderlich, und die realen und fantastischen Erlebnisse gleiten unscharf ineinander über.
Darum ist es mir wichtig, dass ich das genauer erkläre:
In meinem Berufsleben als Lehrerin war ich an einer Schule tätig, die in einem älteren Gebäude untergebracht war. Sie hatte durch viele An- und Umbauten einige dunkle Ecken und vor allem einen düsteren Dachboden. Hier waren alte Schulmöbel untergestellt, alte Dachpfannen lagerten hier, und hin und wieder stieß man sogar auf alte Schulhefte. Auf diesem Dachboden gab es auch einen alten Kleiderschrank, ganz klassisch mit einer knarzenden Tür, in dem Verkleidungsstücke untergebracht waren, die man zu Schultheaterzwecken benötigte. Zugegeben, ein Gespensterkostüm war nicht dabei, aber es hätte gut dazwischen hängen können.
Wenn ich mit meinen Schülern in der 3. Klasse Gruselgeschichten schrieb, hockten wir oft auf diesem Boden und fingen die Stimmung ein. Das muss wohl auch auf mich übergeschwappt sein.

Donnerstag, 11. April 2019

Multi-Kulti am See



Ich wohne in Bad Lippspringe in der Nähe eines Sees. Hier gibt es einige Schwäne und vor allem viele Enten zu sehen, hin und wieder steht auch mal ein Fischreiher am Ufer. Die Anwohner nehmen in der Regel Anteil am Leben der Tiere – es sind gute Nachbarn, die man kennt und deren Leben man im Blick hat. Wenn die Schwäne brüten, wird es interessiert zur Kenntnis genommen, und an dem Tag, an dem die Schwanenmutter ihren ersten Ausflug mit ihrer Kindeschar macht, wird ihr freundlich zugegrüßt und gratuliert.
Nun aber ereignete sich am See eine ganz besondere Liebesbeziehung. Ein Kanadagans-Männchen verliebte sich in eine Schwänin und umgekehrt. Die beiden drehen seitdem gemeinsam ihre Kreise über den See und sind auch an Land ständig gemeinsam anzufinden. Dass sich Schwäne in Tretboote verlieben können, ist ja bereits durch alle Medien gegangen. Diese Gans-Schwan-Beziehung ist zwar nicht ganz so spektakulär, aber nicht weniger liebenswert, zeigt es doch, wie aufgeschlossen und tolerant sogar die Tiere in Lippspringe sind.  
Die Fotos hat meine Nachbarin und Freundin Ute Bergmann gemacht. Danke dafür!  

Sonntag, 7. April 2019

Veränderungen einer Stadt



Wenn man, wie meine Schwester und ich, in regelmäßigen Abständen in einer mittelgroßen Stadt zusammentreffen, um einen gemütlichen Schwesterntag zu verbringen, kann man die Veränderungen einer Stadt besonders deutlich wahrnehmen. Im Falle dieser Stadt sind sie schmerzlich. In der Innenstand reiht sich Leerstand an Leerstand, auch das Café, in dem wir uns früher getroffen haben, existiert nicht mehr. Immer müssen wir umdisponieren, der Shoppingbummel hat sich inzwischen auf zwei schöne Geschäfte reduziert. Wir haben bereits versucht, unsere Treffen an andere größere Orte zu verlagern, aber das ist nicht das Gleiche. Was uns hält, sind die Erinnerungen und die Weser, wie sie gleichmäßig dahin fließt, an dieser Stelle nicht besonders schön, aber immerhin…

Dienstag, 2. April 2019

Schreiben für Ausländer



Schon seit einigen Jahren gehört das Schreiben für Ausländer, die deutsch lernen möchten, zu meinem Arbeits- und Schreibrepertoire. Diese Lektüren für den Hueber-Verlag habe ich in Zusammenarbeit mit der Lektorin entwickelt. Sie beinhalten eine kleine Geschichte, die sich am A1- bzw. A2-Wortschatz des Goetheinstituts orientiert, die wörtliche Rede ist durch Sprechblasen dargestellt. Außerdem gibt es zahlreiche schöne Illustrationen, die die Vokabeln vorstellen.
Nun sind wieder zwei Lektüren erschienen. Die Geschichte „Wie Hund und Katze“ spielt in Waren an der Müritz, die Fahrradgeschichte „Durch den Wind“ ist in Bensersiel an der Nordsee angesiedelt. Die Geschichten sind für Jugendliche gedacht.
Seit ich diese Geschichten schreibe, ist die Zugriffszahl aus dem Ausland auf meine Homepage bunter geworden. In Süd Korea, Mexiko, Thailand, Brasilien, um nur einige Länder zu nennen, scheinen diese Bücher gelesen zu werden. Ehrlich gesagt, wenn mich jemand zu einer Lesung einladen würde… ich wäre bereit!

Mittwoch, 27. März 2019

Gedanken zum Urheberrecht


Eine klitzekleine Reform ist auf den Weg gebracht, ein vorsichtiger erster Versuch, die Giganten des Internets wie Google, Youtube, Facebook, Instagram und wie sie alle heißen in die Schranken zu weisen. Diese Plattformen, die ungefragt Daten von Nutzern sammeln und zusammenführen und mit ihnen reich und reicher werden, kümmern sich nicht um geistiges Eigentum, schon gar nicht um eine angemessene Honorierung eines Künstlers, wenn sein Werk zitiert oder präsentiert wird.
Nun endlich versucht ein Gesetz, ihnen diesen Weg zu erschweren. Doch sofort wird das Geschrei laut. Das Ende der Demokratie wird vorausgesagt, der Niedergang der Meinungsfreiheit beklagt, ja, sogar der Tod des Internets vorhergesagt.
Als Künstler frage ich mich plötzlich: Habe ich da etwas falsch verstanden? Demokratie und Meinungsfreiheit, das waren doch meine Worte.
Verwundert höre ich genauer hin. Angeblich geht die Angst um, dass diese böse Abmahnindustrie der Anwälte sich eine goldene Nase verdiene. Diese Angst kann ich verstehen. Aber warum demonstriert man dann nicht gegen die Anwälte und ihre Praktiken?
Eine weitere angebliche Angst ist, dass die Medien-Giganten einen Uploadfilter einsetzen, und wenn Roboter den Download analysieren, könnten sie eventuell zu Fehleinschätzungen kommen. Auch das kann ich verstehen, aber warum demonstriert man dann nicht gegen die Giganten und ihre Praktiken?
Das dreisteste Argument allerdings lautet, dass wir Künstler nicht so rumjammern sollen. Das Geld, das uns zusteht, würde sowieso letztendlich nicht bei uns ankommen. Dazu kann ich nur sagen: Das sind wir gewöhnt. Die Raubindustrie ist riesig. Darum sollte man doch trotzdem nicht seine Musik, die Geschichten, die Bilder, Filme und Fotos an die Welt verschenken.
Meiner Meinung nach jammern die besonders laut, die sich gerne und bedenkenlos bedienen. Die, die Youtube-Channels mit Musik unterlegen wollen, die, die ihre Medien mit Filmen und Bildern anderer schmücken wollen, die, die gerne die Worte anderer benutzen, wenn die eigenen Worte zu dürftig sind. Da ist es doch gut, wenn man mal lernt, es selbst machen zu müssen. Nur wenn man in den Schuhen des anderen geht, entwickelt man Achtung und Respekt vor seiner Arbeit!

Sonntag, 24. März 2019

Buchmesse Leipzig



Zum zweiten Mal in meinem Leben bin ich auf der Leipziger Buchmesse. Schon die Fahrt dahin, vom Spreewald aus zwei Stunden Landstraße durch romantische Teile von Sachsen, war entspannend und stand ganz im Gegensatz zu meinen sonstigen Rennpisten über die Autobahn.
Mit dem Auto anzukommen hatte den Vorteil, mal hinter die Kulissen zu gucken, wie sich die Cosplayer an den Autos umzogen und schminkten und dann mit Highheels, Boots oder Riesenpuschen zur Buchmesse latschten beziehungsweise trippelten.
Im Gegensatz zur Buchmesse Frankfurt geht es in Leipzig gemütlich zu, und man sieht mal richtig echte Leser. In Frankfurt hat man immer das Gefühl, unter Bankern und Businessmenschen zu sein.
Für mich ist die Buchmesse immer eine Chance, die Lektoren und Programmleiter kennen zu lernen. Es ist spannend zu sehen, wie derjenige aussieht, mit dem man schon so viele Mails ausgetauscht hat.
Hinterher im Auto kommt aber immer der Buchmesse-Blues. Soooooo viele Bücher, soooo viele schöne neue Ideen.
Wer bin ich denn eigentlich?
Und wenn ja, warum?  
Und überhaupt.