Donnerstag, 21. Oktober 2021

Volle Aufmerksamkeit

 


Wisst ihr eigentlich, was ich machen müsst, wenn ihr die volle Aufmerksamkeit aller anwesenden Männer auf euch ziehen wollt und sie dazu noch sprachlos macht? Ihr müsst morgens um sieben einen Baumaschinenhandel betreten.

Jedenfalls ging es mir heute morgen so. Man hatte mich losgeschickt, damit ich irgendso ein schweres Teil hole, mit dem man Betonplatten zerstückeln kann. Mich! Aus Zeitgründen und damit ich niemandem im Weg stehe.

Ich also rein in den Laden, um mich herum nur Gelbwesten, allerdings nicht die Demonstranten aus Frankreich, sondern echte Bauarbeiter aus Fleisch und Blut. Niemand sagte guten Morgen, niemand fragte, was ich wollte, sie bildeten nur ein stummes Spalier, durch das ist bis nach ganz vorne schreiten konnte und hörten zu, wie ich meinen Wunsch vortrug.

Und dann warteten alle darauf, dass ich versuchte, dieses Teil zu meinem Auto zu schleppen, um mir dann hilfreich zur Seite zu stehen.

Was für ein Tagesauftakt.

Samstag, 16. Oktober 2021

Mal wieder raus

 


Nicht immer braucht man als Autor die große Ruhe. Manchmal muss es auch mal wieder Berlin sein.






Freitag, 8. Oktober 2021

Alternative Buchmesse



Die Buchmesse in Frankfurt scheint auch in diesem Jahr nicht in ihrer üblichen Form stattfinden zu können. Sie präsentiert sich in kleinem Kreis vor Ort, aber auch für einen größeren Besucherkreis mit umfangreichen digitalen Angeboten.

Obwohl ich nicht der große Fan von digitalen Veranstaltungen bin, sagte ich dem Fischerverlag zu einem digitalen Messeempfang zu. Es klang alles ganz interessant, und ich bin auch noch nie auf einer digitalen Party gewesen. Heute dann gab es ein Überraschungspäckchen vom Verlag: Sekt, Chips und Pralinchen für den gemütlichen Plausch von Wohnzimmercouch zu Wohnzimmercouch. Das ist doch schon mal ein kreativer Anfang, oder?

Dienstag, 5. Oktober 2021

Stiller Dank

 


Habt ihr auch so einen Menschen, dem ihr die Freude am Lesen verdankt? Bei uns in der Familie wurde viel gelesen, aber ganz besonders verbinde ich meine  Freunde an Büchern mit meiner Tante Hanna. Ihr habe ich meine schönsten Kinder- und Jugendbücher zu verdanken, und weil Bücher damals noch teuer und kostbar waren, habe ich sie so oft gelesen, bis ich sie fast auswendig konnte. Auch später hatte sie immer einen Stapel Bücher für mich bereit liegen. Sie selbst las so viel, dass man ihr ihrerseits mit Büchern kein Geschenk machen konnte – sie kannte sie alle schon.

Sie war die einzige, die alle meine Bücher gelesen hatte – mit Ausnahme von meiner Doktorarbeit vielleicht -  und sie wusste sie immer liebevoll zu würdigen. Auch war sie mir eine wichtige Geschichtenerzählerin, als ich Bücher für Senioren geschrieben habe. Sie war manchmal in der Lage, ein Kleid so genau zu beschreiben, dass man es malen hätte malen können.

Gestern ist sie gestorben, ruhig und friedlich, wie sie gelebt hatte. Ich vermisse sie.