Samstag, 25. August 2012

Generationen



Wie interessant es doch ist, wenn ganze Generationen als Klischee dargestellt werden.
Wir stellten unsere Eltern als Generation dar, die in ihren Rollen verhaftet blieb und die sich emanzipiert fühlte, wenn er den Abwasch und sie den Führerschein machte. Auch sahen wir unsere Eltern gerne als heimlich Sympathisanten der Nazis, die die These „Hitler war ein böser Mann, doch baute er die Autobahn“ vertraten.
Nun ist meine Generation an der Reihe, als Klischee dargestellt zu werden. Es ist ein komisches Gefühl, sich selbst und die eigenen so unglaublich wichtigen und unsterblichen und einzig richtigen Ideen plötzlich als Teil eines Comedy-Slapsticks zu sehen.
Meine Generation wird als verplante diskussionswütige Altersgruppe dargestellt, die zwischen Yogakursen und Selbsterfahrungstrips hin und her pendelt, die langhaarig und zugekifft als Taxifahrer ihren Lebensunterhalt zu sichern versucht und die auch die vierundzwanzigste Beziehung nicht gebacken kriegt.
Süß, oder?
Das Komische an der Sache ist, ich könnte tatsächlich mindestens fünfzehn Bekannte aufzählen, bei denen das Leben genauso verläuft.
Nur ich habe damit absolut gar nichts zu tun. 

(Foto: Schloss Neuhaus)

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