Dienstag, 5. Mai 2020

Lähmende Langsamkeit



Verwirrt stelle ich fest, dass ich fast 14 Tage lang nichts mehr gebloggt habe. „Kind, was habe ich denn zu erzählen“, schreibt meine Tante Hanna oft in ihren Briefen, deren Tage sich langsam und gleichmäßig aneinander reihen, seit sie ihre Wohnung nicht mehr verlässt. Und das ist seit fast fünf Jahren so.
Ich verlasse das Haus, treffe Freunde, fahre Rad, wandere, schreibe, lese, schlafe – und doch verläuft das Leben in einer lähmenden Langsamkeit, die mich die Stunden zählen lässt.
Mein Patenkind (14) muss eine Stellungnahme zu Corona schreiben – etwas Witziges, Satirisches. Sie schreibt: „Hände waschen und Netflix gucken – ich hatte mir die große Apokalypse anders vorgestellt.“

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