Mittwoch, 13. Juni 2012

Fußball und die Spuckerei



Immer zu Zeiten von Fußball-WMs oder EMs setzt sie ein, die große Spuckerei in den Schulen. Die Schüler laufen über den Schulhof und spucken nach links und rechts, sie streiten sich und hinterlassen nach dem Streit ihre Speichelprobe auf dem Linoleum, sie spucken einfach nur so aus Spaß das Treppenhaus hinunter auf die Köpfe der anderen. Und warum? Weil die Fußballspieler die größten Idole sind. Und die spucken, was das Zeug hält. Immer wenn sich eine Kamera auf sie richtet, rotzen sie im hohen Bogen ins Gras. Jedes Mal frage ich mich, warum das so ist? Begünstigt das Laufen mit dem Ball den Speichelfluss? Produziert das Schießen auf ein Tor vermehrt Sekrete der Speicheldrüse? Oder ist es der  Wunsch, eines jeden Fußballers, eine Spur zu hinterlassen - und sei es nur auf dem Rasen und nur für kurze Zeit.
Schüler finden es cool und darum spucken sie auch, pädagogischen Interventionen zum Trotz. So sind alle Schulreinigungskräfte froh, wenn das Endspiel gelaufen ist.
Noch schlimmer aber ist es,  wenn Spieler nicht den geringsten Respekt für ihre Gegner an den Tag legen. Wenn sie sich zum Beispiel mit dem Trikot einer gegnerischen Mannschaft den Hintern abwischen und sich auch noch witzig finden. Was soll man den Schülern denn über Sozialverhalten, Respekt und Anerkennung der Leistung der anderen erzählen, wenn ihre Idole nichts davon vorleben.    
Soviel zum Fußball!  

(Foto: Schwerin)

Dienstag, 12. Juni 2012

Das Gewinnerteam


Hier ist das Gewinnerteam der R 8 a der Sechta-Ries-Schule aus Unterschneidheim. Es besteht aus Christina Witzinger, Ricco Thorwart, Maik Thorwart, Evelin Mendel, Nicole Thorwart, Carolin Schneider und Lea-Maria Schlauersbach. Außerdem gehören die Klassenlehrerin Frau Mansar-Grimm und die Deutschlehrerin Frau Kruspel dazu.
Witzig ist, dass ich Lea und Evelyn schon vorher über Facebook kannte, aber gar nicht wusste, dass sie bei dem Wettbewerb mitgemacht hatten.
Hier die Geschichte, die Lea zu der Wettbewerbsentscheidung zu erzählen hatte:
„Das war echt lustig, als wir es erfahren haben, weil unsere Klassenlehrerin uns nach der Englischstunde ins Klassenzimmer geholt hat, als wir in den Sportunterricht gehen wollten. Wir hatten alle total Angst, weil wir nicht wussten was los ist, und wir dachten wir haben irgendwas angestellt. Und dann hat sie gesagt, sie hat einen Anruf bekommen von dem Verlag an der Ruhr, und die fanden unsere Fotostory ganz gut. Da dachten wir, vielleicht sind wir auf dem dritten Platz oder so und dann hat sie gesagt: Ihr habt gewonnen, und jetzt kommt Annette Weber" und wir waren so aus dem Häuschen und haben uns so gefreut und haben geschrien! Das war echt so toll und wir freuen uns immer noch sooooo sehr!“
Hach! Ich mich auch! 


KLAR-kreativ-Wettbewerb beendet



Nun ist es endlich amtlich. Die Klasse R 8 a der Sechta-Ries-Schule in Unterschneidheim hat den KLAR-Wettbewerb des Verlags an der Ruhr gewonnen. Sie haben zu dem Buch „Im Chat war er noch so süß“ eine Fotostory erstellt, die sie als Film angelegt haben. Die Jury des Verlages fand diese Darstellung besonders originell, kreativ und anspruchsvoll.
Nun habt ihr also den ersten Preis gewonnen: 300,- € für die Klassenkasse, ein Klassensatz KLAR-Romane und eine Lesung bei mir. Ich freue mich riesig, euch bald kennen zu lernen.
Alle anderen, die mitgemacht haben, sollten die Hoffnung noch nicht aufgeben. Die weiteren Preise werden noch ermittelt.

Montag, 11. Juni 2012

Vogelgezwitscher



Wer hat eigentlich behauptet, dass Vögel piep piep machen? Rund um unser Haus ist ein derartiges Zilpzilp und Chuschitü und Tschiutschiu und Krrhakrrha zu hören, dass ich mich kaum konzentrieren kann. Leider sind meine Naturkundekenntnisse immer unter Kindergartenniveau gewesen, und so kann ich gerade mal eine Amsel von einem Specht unterscheiden. Das wird sich aber demnächst schlagartig ändern. Ich habe nämlich zum Geburtstag eine Vogeluhr bekommen (war mein Wunsch!). Zu jeder vollen Stunde zwitschert ein anderer Vogel, sodass ich hoffentlich bald wenigstens zwölf Vögel aus dem Frühlingsgezilpe heraus hören kann. Zugegeben, im Moment sinke ich immer noch vor Schrecken unter den Schreibtisch, wenn die Eule um 12.00 Uhr ein unheimliches Brummen von sich gibt. Aber ich arbeite dran.
By the way, habt ihr mal versucht, ein Geräusch zu verschriftlichen.Das ist verdammt schwer.

(Foto: Basstölpel auf Helgoland)

Sonntag, 10. Juni 2012

Warten, warten, warten



Zu den wichtigsten Tugenden eines Autors gehört die Geduld. Wenn ein Lektor sagt, er meldet sich nächste Woche, bedeutet das in der Regel, er versucht, innerhalb des nächsten halben Jahres anzurufen. Diese Aussage ist aber schon ein Grund zu feiern, zeigt sie doch immerhin, dass das Manuskript wahr genommen wurde.
Viel schwieriger ist es, wenn man ein Exposé und eine Leseprobe auf die Reise gebracht hat und nichts passiert. Das kann alles bedeuten: Er hat es gelesen, es hat ihm gefallen und er hat es schon mal auf einen Extrastapel gelegt, um bald anzurufen oder er hat es gelesen und es hat ihm nicht gefallen, er mag nur nicht absagen oder er hat es noch nicht gelesen und es liegt irgendwo in diesem großen Stapel der Post, die noch zu lesen ist oder er hat noch nicht mal den Brief bekommen, weil er schon seit vier Wochen wegen eines posttraumatischen Belastungssyndroms krankgeschrieben ist oder oder oder. Keine Antwort kann eben alles und nichts bedeuten.
Wichtig ist, dass man sich nicht davon abhängig macht, sagt mein Gestalttherapeut immer. Da hat er natürlich Recht. Darum stürze ich mich nach dem Abschicken sofort auf das nächste Projekt. Aber irgendwann ist auch das Projekt auf den Weg gebracht, und dann reicht es allmählich mit dem Warten … Ob ich mal nachfragen soll? Aber eine Absage sollte es möglichst auch nicht werden… also lieber warten… vielleicht liegt es ja auf dem Extrastapel und er meldet sich schon morgen… 

(Foto: Jeju, Korea)

Samstag, 9. Juni 2012

56



Heute bin ich ein Jahr älter geworden. Da ich mir früher nie merken konnte, wie viel 7 x 8 ist, habe ich 56 zu meiner Lieblingszahl erkoren. 56 Jahre alt zu werden, ist allerdings eine andere Sache. Die 50 zu überschreiten, ist nichts für Angsthasen, wenn es dann langsam Richtung 60 geht, kommt schon leichte Panik auf.  
Angesichts einiger lieber Menschen, die dieses Alter gerne erreicht hätten, aber keine Chance hatten, will ich lieber dankbar sein, statt hier über Falten, graue Haare und Weitsichtigkeit zu jammern.
Der Tag ist windig, wechselt das Wetter von Minute zu Minute. Ich bin guter Dinge. Heute Abend kommen liebe Freunde. Darum muss ich jetzt schnell wieder in die Küche.
Leider teile ich mir, wie so oft, meinen Geburtstag mit einem Fußballspiel. (An meinem 50. war WM-Eröffnung!) Aber vielleicht schenken mir Schweini und Co ja ein Tor! Solltet ihr heute Abend ein Gläschen trinken, denkt an mich! 

Freitag, 8. Juni 2012

Metaphorische Betrachtung




Metaphorisch betrachtet bin ich eine Niete. Ich liebe Metaphern, Allegorien, Vergleiche und Redenarten. Aber sie sind meine größte literarische Schwäche. Nämlich vor allem deswegen, weil ich sie überhaupt nicht zustande bringe. Beeindruckt notiere ich mir oft gute Metaphern anderer Autoren in mein Schreibbuch. Manchmal trainiere ich auch mit mir selbst: Seine Stimme klang so heiser wie …   Die Musik war so laut wie … Er rannte durch die Straßen, als wenn …
Verdammt schwer. Echt.
„Es fiel Regen in jener Nacht, ein feiner, wispernder Regen“, beginnt Cornelia Funke ihren Roman Tintenherz. Wispernder Regen - das ist soooo genial. Darauf wäre ich nie im Leben gekommen.
„Unsere Mädels sind heiß wie Frittenfett“, sagt Silvia Neid, die Fußballtrainerin der Frauennationalmannschaft. Heiß wie Frittenfett, das ist einfach nur schräg.
Bestimmt liebe ich deswegen auch die türkische Sprache  so sehr. Sie ist eine Goldkiste voller sprachlicher Bilder. „Ich wünsche dir farbige Träume“ oder „Ihre Augen waren schwarz wie Oliven“ oder „Was schaust du so wie ein Ochse, der einem Zug nachstarrt“.
Letzte Woche habe ich einen ganz merkwürdigen Vergleich gelernt: „Sie hat Augen wie ein Esel“.  Holt nicht gleich zu einem Nasenschwinger aus, wenn jemandem so etwas zu euch sagt. Es ist nämlich ein Kompliment!

Donnerstag, 7. Juni 2012

Schülerpost und ihre Grenzen


Ich freue mich sehr über Schülerpost, lese alle Briefe und antworte immer jedem Schüler einzeln. Das hat sich bei vielen Lehrern herum gesprochen. Für einige gehört es bereits zum Unterrichtsprojekt, dass sie nach dem Lesen der Lektüre ihre Schüler anregen, mir Rückmeldungen zum Buch zu geben.
Nur manchmal komme ich mit der Post wirklich an meine Grenzen. Dann nämlich, wenn Lehrer jeden Schüler einen einzelnen Brief in einem eigenen Umschlag mit einem eigenen Absender an mich schicken lassen, der überhaupt keinen Hinweis auf die Schule enthält. Dann bin ich nämlich gezwungen, 20 Briefe mit individueller Anschrift anzufertigen, auszudrucken, in einzelne Umschläge zu falten und - und das ist echt teuer - mit einer eigenen Briefmarke zu versehen.
Bitte, liebe Lehrer, denkt auch mal an meinen Geldbeutel und meine Zeit! Ich schreibe den Schülern gerne, aber es muss nicht bis an die individuelle Grenze gehen… 

(Foto: Briefkasten in Brandenburg an der Havel)