Sonntag, 12. Oktober 2014

Und wieder eine Hochzeit


Manche Menschen heiraten nie, andere gleich mehrere Male.
An diesem Wochenende heiratete unser jüngster Sohn Benny seine Sabrina zum 2. Mal. Diesmal ließen sie sich kirchlich trauen. Wir feierten bei wunderschönem Spätsommerwetter ein feierliches und fröhliches Fest mit ihnen. Ich bin zu müde, das alles in Worte zu fassen. Wenn ihr mögt, schaut euch gerne die Fotos an.

 
 Er mit Frack, sie in Gold, und der schicke Wagen ist leider nur geliehen…
 

Das Lied vom Regenbogen 


Aufstellung für`s Familienfoto

 
Schöne Aktionen
 

Lecker Essen
 

Die Hochzeitstorte wird angeschnitten

Und ganz viel Glück

Freitag, 10. Oktober 2014

Meinungen zum Jugendliteraturpreis


Heute bekam ich einen Artikel zum Jugendliteraturpreis zugeschickt (danke, Inga!), der euch vielleicht interessieren könnte.

Ich fand die Überschrift spannender als den Artikel an sich, der sich eher ein bisschen ins Weitläufige verirrte und eigentlich nicht den Kern des Problems traf. 
Oder wie seht ihr das? 

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Letzte Woche

Was ich in der letzten Woche getan habe?
Muscheln gesammelt
Die Kirmes besucht
Ein Eis gegessen
Den Raben gelauscht
Verstecken gespielt
Fliegenpilze gefunden
Den Vollmond gesehen

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Das waren die 60 ger


Schon seit einiger Zeit liegen die Belegexemplare des Buches für Demenzkranke auf meinem Schreibtisch, damit ich sie für meinen Blog fotografiere. Erst jetzt bin ich dazu gekommen, dabei gibt es das Buch nun schon seit einiger Zeit im Handel.
Ich habe das Foto so gemacht, dass ihr den Aufbau des Buches erkennen könnt. Das Kapitel beginnt immer mit einem Foto – hier der Postraubzug in Cheddington bei London im August 1963. Anschließend erfolgt auf einer Seite die Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse.
Auf den folgenden Seiten gibt es nun eine ganz persönliche Geschichte. Beim Postraubzug habe ich eine Geschichte erfunden, die den Überfall aus Sicht des Lokführers Jack Mills darstellt.
Auf dem Foto oben habe ich euch die Geschichte aufgeschlagen, in der ein Journalist auf einem Straßenschild klebt, um die Rede John F. Kennedys vor dem Schöneberger Rathaus zu fotografieren.
Nach dieser persönlichen Geschichte folgen Fragen, die man an Demenzkranke richten kann, wie etwa:
Welche Erinnerungen haben Sie an den Besuch von John F. Kennedy?
Oder auch nur:
Waren Sie auch schon einmal in Berlin?

Für alle Geschichten habe ich lange recherchiert und in alten You-Tube-Videos herum geklickt. Das war sehr spannend, denn es ist ja auch meine Zeitgeschichte. Und wieder standen mir in allen Alltagsfragen meine Tante Hanna und mein Vater zur Verfügung, obwohl Tante Hanna zunächst behauptete, die 60ger wären eine langweilige Zeit gewesen. Nach dem Lesen des Buches stellte sie fest, dass doch eine Menge in diesem Jahrzehnt los war.

Dienstag, 30. September 2014

Die Maus Marlene


Als ich nachmittags am Stall ankomme, sind die anderen schon hoch zu Ross, um einen Ausritt zu machen.
„Annette, guck mal, da unter dem Stroh sitzt eine kleine Maus. Die kann nicht mehr laufen“, ruft A vom Pferderücken aus. „Kannst du sie mal tot machen?“
„Tot machen? Warum das denn?“, frage ich entsetzt.
„Aber die kann nicht mehr laufen. Die quält sich doch“, sagt A.
Ich schaue mir die Maus an. Sie sitzt unter der Karre, einen Strohhalm zwischen den Zähnen und schaut mich neugierig aus ihren schwarzen Knopfaugen an.
„Ich glaube, die will gar nicht weglaufen“, sage ich. „Die wohnt hier und wundert sich, was wir hier machen.“  Immer noch schauen die Maus und ich uns freundlich an. „Die ist zahm. Ich nenne sie mal Marlene“, sage ich.
Ein Stöhnen geht durch die Reihen der Reiter. Marlene! Ja, wenn sie jetzt erst mal einen Namen hat, will sie niemand mehr töten.

Und so habe ich ihr - irgendwie - das Leben gerettet. 

Sonntag, 28. September 2014

Gymnasium Gleichense in Ohrdruf


Unbedingt muss ich noch von meiner schönen Lesung im thüringischen Ohrdruf erzählen. Hier am Gymnasium Gleichense habe ich schon einige interessante Lesungen gehabt. Die Schüler der Klasse 7 interessierten sich diesmal besonders für das Buch „Verletzt“,  und ich las daraus und erzählte ihnen von meinem Kontakt mit Stella Negri.

Dann fällt einigen Schülerinnen noch etwas auf. Ich habe ihrer Meinung nach so Ähnlichkeiten mit der Schauspielerin des Films „Türkisch für Anfänger“.  Es ist diese bekiffte psychologisierende Mutter der Hauptdarstellerin Lena, die ihre Tochter immer „Gurke“ nennt.  Ich versuche zu erzählen, dass ich das nicht bin, aber das macht mich nur noch verdächtiger. Die Schüler wollen wissen, wie dieser Cem in Wirklichkeit ist, und ob er tatsächlich immer so coole Sprüche klopft. Ach Manno, Gurke, woher soll ich das denn wissen? Ich bin es doch nicht! 

Mittwoch, 24. September 2014

Lesungen in Thüringen

  
Im Dezember 2011 war ich zum ersten Mal zu einer Lesung an die Regelschule ins thüringische Crawinkel eingeladen. Seitdem wiederholen sich diese Lesungen Jahr für Jahr, und längst verbindet mich eine freundschaftliche Verbindung mit der stellvertretenden Schulleiterin Beate Lasse.


Drei Tage lang war ich nun wieder zu Lesungen an der Regelschule Crawinkel, der Grundschule Wölfis und dem Gymnasium Ohrdruf eingeladen. 








Nachmittags zeigte mir Beate die schöne Umgebung des Thüringer Waldes. 
Wir umwanderten die „Lütsche“ – eine Talsperre in der Nähe von Oberhof.



Es ist immer etwas Besonderes, wenn man eine Gegend mit jemandem erkundet, der diese Landschaft schon seit seiner Kindheit kennt und liebt. Mit den Augen des anderen lernt man diese Landschaft ebenfalls zu lieben. Wir genossen die kühle Herbstsonne zwischen den dunklen Wäldern. 


Dienstag, 23. September 2014

Das Jahrhunderttor


Paderborn? War das nicht dieses kleine katholische Nest in Ostwestfalen?
Spätestens nach Eintritt in die 1. Liga googelt man Paderborn. Zuerst war unser Ort nur der Schenkelklopfer für die Fußballwelt. Journalisten fanden sich ein und fotografierten das für 1. Liga-Verhältnisse kleine Fußballstadion, natürlich mit Kühen im Vordergrund, um die Dörflichkeit  und damit den Provinzflair der Gegend zu unterstreichen.
Aber nun ist das Jahrhunderttor des Fußballs geschossen worden, und ausgerechnet von einem Paderborner. Habt ihr es gesehen? Wie der Paderborner Fußballer es in letzter Minute aus dem eigenen Strafraum Richtung Gegner-Tor kickte. Aus 82 Meter Entfernung muss das Tor ein kleiner weißer Punkt gewesen sein, den er anvisierte. Und wommmm! Drin! 2:0 gegen Hannover.
Aus aller Welt erreichen mich jetzt Glückwünsche, als hätte ich es selbst geschossen. Sogar unser brasilianischer Freund Mauricio schickte ein Selfie im SC-Trikot, so weit sind wir nun schon. Die Welt liebt solche Geschichten, wie man als Außenseiter zum Star wird. Es ist diese Tellerwäscher-Millionär-Symbolik.
Ich habe das Tor prompt verpasst, weil ich auf einer Lesung in Hannover war, ausgerechnet Hannover, der Fußballkonkurrent des Spiels. Aber als ich wieder zu Hause war, habe ich es mir gefühlte 20 x angeschaut.

Übrigens muss ich auch noch erwähnen, dass meine Lesung in Hannover-Badenstedt in der Stadtbibliothek auch wunderschön war. Die Schüler respektierten das 2:0 mit dem Kommentar:
„Das bleibt ja nicht so.“
Na klar bleibt es nicht so. Heute Abend spielt Paderborn gegen Bayern-München, David also gegen Goliath.  Paderborn hat ja nur 150 000 Einwohner, Bayern-München dagegen allein 200 000 Vereinsmitglieder.
Aber freuen wir uns über den Augenblick, und der lautet: Platz 1!!! Bei allem Provinzflair, das hat was! 


Sonntag, 21. September 2014

Grenzen überschreiten


Wie versprochen erzähle ich euch ein bisschen von der Kinder- und Jugendbuchtagung des Friedrich-Bödecker-Kreises, die an diesem Wochenende in Hannover stattfand.
Ich war zum ersten Mal dabei, obwohl ich dem Verein schon längere Zeit angehöre. Aber es bedarf wohl eines internen Fürsprechers, um zu dieser Tagung geladen zu werden. Wer immer mein Fürsprecher war, ich danke ihm sehr, denn diese Tagung war tatsächlich ungeheuer  interessant für mich.
Zuerst einmal fühlte ich mich ziemlich einsam an dem Begrüßungs-Kaffeetisch im Haus der Regionen in Hannover. Alle – so mein Eindruck – kannten sich, waren per Du, umarmten einander. Da kam ich mir ein bisschen vor wie ein vergessener Regenschirm in einer Hotelhalle. Aber dann sah ich ein paar Autoren, denen ich mal auf Lesungen begegnet war, dann noch einige, und plötzlich fühlte ich mich schon nicht mehr so allein.
Auf der Tagung gab es so richtig richtig gute Vorträge. An dieser Stelle muss ich doch mal was in eigener Sache loswerden: Wenn Autoren Vorträge halten, ist das schlichtweg ein Genuss. Die Vorträge sind witzig, sie haben eine Struktur und einen Rahmen und sie setzen darauf, Mehrwissen auf unterhaltsame Weise vorzutragen. So mancher Redner aus Politik und Wirtschaft könnte sich daran mal ein Beispiel nehmen (will sagen, seine Rede von einem Autor schreiben oder wenigstens überarbeiten lassen).
Mich persönlich hat besonders der Vortrag von Klaus-Peter Wolf beschäftigt, der sehr gut recherchiert über den veränderten Buchmarkt berichtete, auf den man reagieren müsse. Zu diesem (und auch anderen) Vorträgen gab es später auch eine Arbeitsgruppe, die ähnlich interessant war und darum auch kaum enden wollte.
Zwei Autorenpreise gab es zu verleihen. Einer ging an Anja Tuckermann, der andere an Stefan Gemmel. Außerdem wurden drei Schüler prämiert, die den Lyrix-Wettbewerb gewonnen hatten.
Die Tagung lebte vor allem von interessanten Begegnungen, zu denen man in den Pausen und am gemeinsamen Büffet Gelegenheit hatte.
Das alles klingt so banal, ich weiß. Ich berichte euch so viel Äußerliches. Dabei war es gar nicht das, worauf es ankam. Es gab plötzlich in mir irgendwelche Impulse irgendwann, die mich sehr beschäftigten und in mir irgendwelche Ideen und Prozesse in Gang setzten, die ich gar nicht so konkret zu fassen bekomme, dass ich sie euch schildern kann. Es war dieses Miteinander, dieses gemeinsam auf der Suche sein, dieses ganz persönliche Gespräch. Natürlich gab es auch die eine oder andere Eitelkeit („Mein Buch befindet sich gerade auf der Spiegel-Bestsellerliste…“), aber okay, wir sind Künstler und Klappern gehört zum Geschäft.
In meinem Alltag habe ich so wenig Kontakt zu Autoren, dass es mich jetzt geradezu begeistert hat, zu sehen, wie viele wir sind.
Also, kurzum: Schön war`s, müde bin ich, und tief in mir ist ganz viel Aufbruch zu Neuem. 

Freitag, 19. September 2014

Erwischt


Mein Telefon klingelt. Alex zeigt mein Display.
Ich: Na?
Alex: Hi Muddi. Wie geht’s.
(Eine Weile Privatgeplauder)
Alex: Übrigens habe ich heute wieder Post vom Landkreis Niedersachsen gekriegt. Mein Auto war mal wieder zu schnell…
Ich: Oh Alex, warum rast du denn immer so. Mach doch wenigstens dein Navi an, damit du … (Schimpftiraden über 10 Minuten … ich überlass das mal eurer Fantasie.)
Alex: Bist du fertig? Du hast nämlich nicht richtig zugehört. Nicht ich bin zu schnell gefahren, sondern mein Auto.
Ich: Kapier ich nicht.
Alex: Das Foto zeigt jemand anderen. Eine Frau. Und sie sieht dir ziemlich ähnlich.
Ich: (sprachlos, denn ich fahre immer mit seinem Auto, wenn ich die Kinder dabei habe)
Alex: Ui, ui, Muddi, ich würde mal sagen, du bist ganz schön gerast. In Dranstedt haben sie dich erwischt. Das wird kosten.
Ich:
Alex: Mal gucken, wie schnell du warst. (blättern) Ui ui, das gibt bestimmt ein paar Punkte in Flensburg.
Ich:
Alex: Vielleicht musst du auch einen Monat laufen.
Ich:
Alex: Jaja, mein Auto ist schnell. Das hast du jetzt auch gemerkt, was?
Ich: Das stimmt doch nicht, oder?
Alex: Naja, so ganz stimmt es nicht. Aber zu schnell gefahren bist du wirklich. Es kostet aber nur 10,- €. Knapp über der Toleranzgrenze. Ich strecke dir das mal vor.
Ich: Wie konnte das passieren?
Alex: Du hattest wohl das Navi nicht an. Und auf dem Foto siehst du aus, als wenn du singst. Das sollte man nie machen. Man muss sich immer auf den Verkehr konzentrieren.
Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Wir hatten eine Kinderlieder-CD im Auto und haben auf der Fahrt fröhlich geschmettert. In Dranstedt hatten wir wahrscheinlich gerade das Lied: Ja diese Biene, die ich meine, die heißt Maja. Maaaaaajaaaaa!
„Gefahrenstelle“, hat das Navi wahrscheinlich geflüstert, aber das haben wir locker übertönt.