Mittwoch, 9. November 2016
Sonntag, 6. November 2016
Geheime Mission
Pssst. Ich bin hier in
geheimer Mission unterwegs. Ich bin nämlich nach Gotha gefahren, um meinem Mann
mal die Stadt zu zeigen, in der ich im kommenden Jahr als Stadtschreiberin
tätig sein werde. Außerdem will ich natürlich selbst noch mal ein bisschen Thüringer
Luft schnuppern.
Wir quartieren uns in einem Hotel in der Innenstadt ein, bummeln von dort durch
die Altstadt. Das Wetter ist furchtbar, es regnet wie aus Eimern, und trotzdem
tut es der Schönheit der Stadt keinen Abbruch.
Im Brühl 4 sehe ich dann auch das Haus, in dem ich ab Januar meine Wohnung beziehen werde. Es ist umringt von Gaststuben und kleinen Kneipen. Verhungern und verdursten werde ich also schon mal nicht. Und bestimmt ist es auch inspirierend, so direkt auf dem Marktplatz zu wohnen.
Dienstag, 1. November 2016
Mein neues Auto
Manchmal sind Blogger
klar im Vorteil. Ich jedenfalls hatte ein riesiges Glück. Ein freundlicher und
hilfsbereiter Dauercamper vom Eurocamp – Herr Jacob, KFZ-Meister mit Spezialkenntnissen
in Sachen Mercedes, gerade in der aktiven Phase des Ruhestandes – las, dass ich
so gerne eine alte Mercedes-A-Klasse wiederhaben möchte, die Autos aber schwer zu
kriegen sind, weil sie seit einigen Jahren nicht mehr gebaut werden. Vor allem
nicht mit einer geringen Kilometerzahl.
Herr Jacob versprach, sich um mein Problem zu kümmern und machte sich auf Autobesichtigungstour. Dann kam der Geheimtipp: Mercedes, dunkelrot, gerade erst 62 000 Kilometer runter, von einer edlen Freifrau von Irgendwas in erster Hand gefahren und topgepflegt. Der Wagen wurde bereits begutachtet, probegefahren und für gut befunden.
Ich schlage direkt am Telefon zu – voller Vertrauen, dass ein KFZ-Meister mehr von Autos versteht als ich.
Heute habe ich den Wagen abgeholt. Er passte direkt zur Farbe meines Pullovers, und er fuhr sich irgendwie so … adelig!
Ich bin echt superhappy: Ein zuverlässiges schickes Auto zu haben, ist schon mal ein riesiger Stressfaktor weniger, jedenfalls, wenn man so viel unterwegs ist wie ich.
Liebe Grüße an Herrn Jacob und herzlichen Dank!
Herr Jacob versprach, sich um mein Problem zu kümmern und machte sich auf Autobesichtigungstour. Dann kam der Geheimtipp: Mercedes, dunkelrot, gerade erst 62 000 Kilometer runter, von einer edlen Freifrau von Irgendwas in erster Hand gefahren und topgepflegt. Der Wagen wurde bereits begutachtet, probegefahren und für gut befunden.
Ich schlage direkt am Telefon zu – voller Vertrauen, dass ein KFZ-Meister mehr von Autos versteht als ich.
Heute habe ich den Wagen abgeholt. Er passte direkt zur Farbe meines Pullovers, und er fuhr sich irgendwie so … adelig!
Ich bin echt superhappy: Ein zuverlässiges schickes Auto zu haben, ist schon mal ein riesiger Stressfaktor weniger, jedenfalls, wenn man so viel unterwegs ist wie ich.
Liebe Grüße an Herrn Jacob und herzlichen Dank!
Freitag, 28. Oktober 2016
Verzagtheit
Ich gehöre nicht zu den
Menschen, die sich vor irgendetwas drücken, sei es Verantwortung,
Auseinandersetzung oder schwierige Terminen. „Je eher daran, desto eher davon“,
lautet das Motto, das mir von meinem Vater ins Leben gegeben wurde.
Doch bei dieser neuen Mammografieuntersuchung zur Kontrolle meiner Brust überkommt mich plötzlich eine große Verzagtheit. Allein die Tatsache, dass meine Brust wieder auf Briefmarkenformat geplättet wird, macht mir Panik – ganz zu schweigen von der Angst, wieder einen blöden Befund zu haben.
„Tut mir leid, ich kann am Dienstag den Termin nicht wahrnehmen“, teile ich der Sprechstundenhilfe mit. „Es ist mir was dazwischengekommen.“
Und ich schiele schon in meinem Outlook-Kalender auf den Monat November.
„Kein Problem. Dann kommen Sie doch am Donnerstag“, sagt die Sprechstundenhilfe freundlich.
Ja, haben die denn gar nichts zu tun in der Radiologie?
Aber es wäre jetzt blöd, noch eine Ausrede für Donnerstag zu finden.
Ich gehe also hin – und es ist alles okay *schweißvonderstirnwisch.
Doch bei dieser neuen Mammografieuntersuchung zur Kontrolle meiner Brust überkommt mich plötzlich eine große Verzagtheit. Allein die Tatsache, dass meine Brust wieder auf Briefmarkenformat geplättet wird, macht mir Panik – ganz zu schweigen von der Angst, wieder einen blöden Befund zu haben.
„Tut mir leid, ich kann am Dienstag den Termin nicht wahrnehmen“, teile ich der Sprechstundenhilfe mit. „Es ist mir was dazwischengekommen.“
Und ich schiele schon in meinem Outlook-Kalender auf den Monat November.
„Kein Problem. Dann kommen Sie doch am Donnerstag“, sagt die Sprechstundenhilfe freundlich.
Ja, haben die denn gar nichts zu tun in der Radiologie?
Aber es wäre jetzt blöd, noch eine Ausrede für Donnerstag zu finden.
Ich gehe also hin – und es ist alles okay *schweißvonderstirnwisch.
Dienstag, 25. Oktober 2016
Ich werde Stadtschreiberin in Gotha
Die Würfel sind
gefallen. Ich (!!!!) habe das Kurd-Laßwitz-Stipendium erhalten und werde
2017 Stadtschreiberin der Stadt Gotha. Schon vor drei Wochen habe ich von
dieser Entscheidung erfahren und einen wilden Seitgalopp durchs Wohnzimmer
getanzt. Allerdings musste ich noch Stillschweigen bewahren, Verträge
unterschreiben und genauere Bedingungen erfahren. Aber heute um 15.00 Uhr geht
die Pressemitteilung raus, und damit darf auch ich meine riesige Freude in die
Welt hinausposaunen.
In Thüringen war ich schon häufiger zu Lesungen eingeladen. Jedes Mal habe ich auch in Gotha Station gemacht und die schöne Stadt genossen. Dort nun ein Jahr lang wohnen und schreiben zu dürfen, wird sicherlich total spannend, zumal ich auch noch mitten in der Stadt wohnen werde. Ich freue mich auf interessante Begegnungen (siehe Foto) und neue Projekte.
Das Stipendium wird seit 2008 ausgeschrieben. Ich bin nun die 10. Autorin, die die Stadtschreiberstelle besetzen wird.
2017 könnt ihr euch also auf einen regelmäßigen Blogpost aus Gotha gefasst machen!!!
In Thüringen war ich schon häufiger zu Lesungen eingeladen. Jedes Mal habe ich auch in Gotha Station gemacht und die schöne Stadt genossen. Dort nun ein Jahr lang wohnen und schreiben zu dürfen, wird sicherlich total spannend, zumal ich auch noch mitten in der Stadt wohnen werde. Ich freue mich auf interessante Begegnungen (siehe Foto) und neue Projekte.
Das Stipendium wird seit 2008 ausgeschrieben. Ich bin nun die 10. Autorin, die die Stadtschreiberstelle besetzen wird.
2017 könnt ihr euch also auf einen regelmäßigen Blogpost aus Gotha gefasst machen!!!
Montag, 24. Oktober 2016
Schwesterntreffen
Es ist ein bisschen wie
früher, als wir noch um den großen Esszimmertisch saßen und die Hausaufgaben
machten. Dabei ist weder das Haus, noch der Esszimmertisch ein Teil aus der
Kindheit. Aber es ist diese Art, wie meine Schwester leise in Selbstgesprächen
versunken ist, die andere Schwester schwungvoll ihre Zeilen schreibt, und ich,
wie ich Mühe habe, mich zwischen den beiden zu konzentrieren.
Zusammen beantworten wir die Trauerpost. Viele Briefe sind gekommen. Dann stehen noch so viele Formalitäten an.
Immer wieder schauen Besucher vorbei, haben unsere Autos vor dem Haus gesehen. Wir begrüßen sie freundlich, aber kurz. Heute haben wir geschlossene Gesellschaft. Die Zeit ist kostbar. So oft können wir nicht zusammenkommen.
Jeder hat etwas Leckeres zu essen mitgebracht. Wir trinken Kaffee, erzählen, zögern den Moment hinaus, der heute ansteht. Irgendwann müssen wir eine Bestandsaufnahme machen, müssen Schränke öffnen, Dinge anschauen, beraten und verteilen. Vor diesem Augenblick fürchten wir uns ein wenig. Die Ganzheit wird plötzlich aufgebrochen. Der Moment geht verloren, an dem dieses Haus das Haus unseres Vaters war. Das tut weh.
Wir gehen gemeinsam durchs Haus, betrachten die Möbel, die vielen Bilder, das Geschirr, die Bücher, die zahlreichen kleinen Erinnerungen.
Und dann beginnt jemand: „Sagt mal, könnte ich vielleicht diesen Wohnzimmerschrank bekommen? Er erinnert mich an Minden.“ „Ich würde gerne das Klavier haben.“ „Hat jemand an der Truhe auf dem Flur Interesse? Sonst würde ich sie gerne nehmen.“
Es ist so schön, dass alles so einfach geht. Jeder hat eine andere Erinnerung, jeder einen anderen Geschmack. Gleichzeitig hat niemand sein Herz an ein ganz besonders Möbelstück gehängt. Und jeder freut sich für den anderen.
Wir gehen, reden, lassen alles unberührt. Und doch können wir uns plötzlich vorstellen, dass es anders werden kann. Besonders dann, wenn die Dinge in gute Hände kommen.
Zusammen beantworten wir die Trauerpost. Viele Briefe sind gekommen. Dann stehen noch so viele Formalitäten an.
Immer wieder schauen Besucher vorbei, haben unsere Autos vor dem Haus gesehen. Wir begrüßen sie freundlich, aber kurz. Heute haben wir geschlossene Gesellschaft. Die Zeit ist kostbar. So oft können wir nicht zusammenkommen.
Jeder hat etwas Leckeres zu essen mitgebracht. Wir trinken Kaffee, erzählen, zögern den Moment hinaus, der heute ansteht. Irgendwann müssen wir eine Bestandsaufnahme machen, müssen Schränke öffnen, Dinge anschauen, beraten und verteilen. Vor diesem Augenblick fürchten wir uns ein wenig. Die Ganzheit wird plötzlich aufgebrochen. Der Moment geht verloren, an dem dieses Haus das Haus unseres Vaters war. Das tut weh.
Wir gehen gemeinsam durchs Haus, betrachten die Möbel, die vielen Bilder, das Geschirr, die Bücher, die zahlreichen kleinen Erinnerungen.
Und dann beginnt jemand: „Sagt mal, könnte ich vielleicht diesen Wohnzimmerschrank bekommen? Er erinnert mich an Minden.“ „Ich würde gerne das Klavier haben.“ „Hat jemand an der Truhe auf dem Flur Interesse? Sonst würde ich sie gerne nehmen.“
Es ist so schön, dass alles so einfach geht. Jeder hat eine andere Erinnerung, jeder einen anderen Geschmack. Gleichzeitig hat niemand sein Herz an ein ganz besonders Möbelstück gehängt. Und jeder freut sich für den anderen.
Wir gehen, reden, lassen alles unberührt. Und doch können wir uns plötzlich vorstellen, dass es anders werden kann. Besonders dann, wenn die Dinge in gute Hände kommen.
Samstag, 22. Oktober 2016
Traurige Momente
Trauer kommt in Wellen.
Sie erwischt einen ganz plötzlich eiskalt und unvorbereitet. Zum Beispiel heute
Morgen beim Frühstück. Als ich die Marmelade esse und denke:
Himbeermarmelade, selbstgemacht? Von wem denn? Und dann lese ich die
Handschrift seiner Haushaltshilfe: „Himbeeren 2014“. Er hat die Marmelade
sicherlich nicht mehr gemacht, aber daneben gestanden und sich gefreut, dass
seine leckeren Himbeeren aus dem Garten eine gute Verwendung fanden. Der
Gedanke macht mich traurig und rührt mich zugleich. Wie lieb, dass er nun noch
für mein Frühstück sorgt.
Abends sehe ich einen Film im Fernsehen. Jemand liegt im Koma. Das geht unter die Haut.
Abends sehe ich einen Film im Fernsehen. Jemand liegt im Koma. Das geht unter die Haut.
Freitag, 21. Oktober 2016
Autorenlesungen in Österreich
Die Autorenlesungen in
Österreich haben mir großen Spaß gemacht, und gerne wäre ich auch weiterhin in
diesem schönen Land unterwegs. Blöd ist leider nur, dass der Weg immer so weit
für mich ist. So habe ich jetzt beschlossen, mich in Österreich überwiegend
durch die Leseagentur Eibl & Eibl vertreten zu lassen. Herr Eibl ist spitze
darin, Lesungen zu bündeln und zu organisieren, und mir tut es gut, nicht immer
alles selbst zu machen.
Als ich in Grieskirchen war, haben wir uns auf einen Kaffee getroffen und die nächste Lesereise besprochen. Es ist geplant, dass ich vom 24.-28. 4. 2017 wieder in Österreich zu Gast sein. Bei Interesse können Sie sich also gerne an den Service für Jugendkultur Eibl & Eibl wenden.
Als ich in Grieskirchen war, haben wir uns auf einen Kaffee getroffen und die nächste Lesereise besprochen. Es ist geplant, dass ich vom 24.-28. 4. 2017 wieder in Österreich zu Gast sein. Bei Interesse können Sie sich also gerne an den Service für Jugendkultur Eibl & Eibl wenden.
Donnerstag, 20. Oktober 2016
Lesung in Riedau
Die letzte Station
meiner österreichischen Lesereise führte mich ins oberösterreichische Riedau.
Hier war ich an der NMS, der Neuen Mittelschule, wie sie in Österreich
neuerdings heißen, eingeladen. Obwohl eine größere Schülergruppe auf mich
wartete, waren die Schüler sooooo leise und aufmerksam, dass ich es richtig
genossen habe, zu Gast zu sein. Ich hoffe, dass ich auch euch Lust auf`s Lesen
gemacht habe.
Gegen Mittag ging es
dann nach Hause zurück. Die Sonne begleitete mich noch quer durch Bayern und
tauchte den Bayrischen Wald, die Donau und den Inn in warmes Herbstlicht. Nur
in den Kassler Bergen hatte mich dann der Regen wieder und brachte mich
unbarmherzig ins kühle Westfalen zurück – seufz!
Dienstag, 18. Oktober 2016
Lesung in Neumarkt/Kallham
Mit diesem netten Plakat wurde
ich heute in der Schule in Neumarkt/Kallham in Oberösterreich begrüßt. Da geht
einem doch gleich das Herz auf, wenn man noch ein bisschen orientierungslos in
den Schulflur stolpert.
Viele Schüler kannten meine Bücher, dementsprechend zugewandt und aufmerksam waren sie. Es hat mir total Spaß gemacht, hier zu sein.
Für euch Blogleser gibt es jetzt natürlich ein Suchbild. Wer findet mich unter den Schülern? Naja, so schwer ist es nun nicht, aber Achterklassen sehen schon verdammt erwachsen aus.
Viele Schüler kannten meine Bücher, dementsprechend zugewandt und aufmerksam waren sie. Es hat mir total Spaß gemacht, hier zu sein.
Für euch Blogleser gibt es jetzt natürlich ein Suchbild. Wer findet mich unter den Schülern? Naja, so schwer ist es nun nicht, aber Achterklassen sehen schon verdammt erwachsen aus.
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