Sonntag, 13. November 2011

Auf Lesereise


In dieser Woche hat mich die niedersächsische Büchereizentrale zu einer Lesereise durch Niedersachsen eingeladen und mir außerdem eine perfekte Planung zugeschickt: Hotel gebucht, Reiserouten ausgedruckt, Schul- und Büchereiadressen aufgelistet und alles ordentlich in eine Mappe gelegt. Das hat mich richtig umgehauen, bin ich es doch gewöhnt, diese Sachen immer allein zu machen. Einen herzlichen Dank also nach Lüneburg!!!
Gegen 17.00 Uhr komme ich in Peine an, einer mittelgroßen Stadt zwischen Hannover und Braunschweig. Es ist schon dunkel, doch ich beschließe, mir noch das Zentrum anzuschauen. Wann immer sich unterwegs die Gelegenheit ergibt, verbinde ich meine Lesungen mit einer Stadtbesichtigung. Viele schöne Perlen habe ich auf die Weise schon entdeckt. Peine gehört auf alle Fälle dazu. Auf dem Weg durch die Stadt entdecke ich wunderschöne Fachwerk- und Putzbauten, außerdem einen eindrucksvollen Marktplatz mit dem alten Rathaus.

Samstag, 12. November 2011

Das andere Lesen


„Ich habe jetzt ein paar Testberichte über E-Book-Reader gelesen“, sagt mein technikversessener Mann. „Im nächsten Monat soll ein ganz toller erscheinen. Den müssen wir uns mal angucken.“
 „Du hast doch einen Tablett-PC. Warum brauchst du noch einen E-Book-Reader?“
„Naja, für uns beide.“
„Uns beide?“
„Naja, auch für dich.“
„Aber ich lese doch immer ein Buch.“
„Ich finde, du solltest dich auch mal an das andere Lesen gewöhnen.“
„???“
„Vielleicht macht es dir ja Spaß.“

Dabei habe ich doch überhaupt nichts an Büchern auszusetzen…

(Foto: Bücherei Buxtehude)

Freitag, 11. November 2011

Zahnprobleme


“Never change a running system” ist eigentlich meine Lebensdevise. Darum weiß ich gar nicht, was in mich gefahren ist, als ich beschloss, mir meine Amalgamfüllungen entfernen und durch Kunststofffüllungen ersetzen zu lassen. 
Beim Aufbohren des Zahnes entdeckte der Zahnarzt einen entzündeten Nerv, der nie Ärger gemacht hatte. Aber jetzt natürlich.
Heute war die 2. Wurzelbehandlung, und es ist kein Ende in Sicht.
„Mit dem Zahn können Sie noch ganz schön Ärger bekommen“, sagte der Zahnarzt.
Oh nein! Ausgerechnet in der Lebkuchenzeit …


(Foto: Provence, Frankreich)

Donnerstag, 10. November 2011

Lesung in Oelde

Heute hatte mich die Stadtbibliothek Oelde zu einer Lesung in die Theodor-Heuss-Schule eingeladen. Zunächst warteten die Jahrgangsstufen der Klassen 7 und 8 in der großen Aula auf mich. Ich las aus dem Chatbuch, und dann hatten die Schüler noch viele Fragen.
Bei der anschließenden Lesung der Klassen 9 und 10 wählte ich die Reality-Bücher "Abgemixt" und "Verletzt", und auch die kamen gut bei den Schülern an. 
"Schreibt jemand von euch?", fragte ich die Schüler schließlich. Die Schüler schwiegen, schließlich zeigte einer auf seinen Nachbarn. Diese Schüler-Scherzchen kenne ich, und ich wollte schon abwinken. Aber dann stellte sich heraus, dass es gar kein Scherz war. Der Schüler Sikos Maliadis textet tatsächlich, und zwar Songs. Zu seinem Song "Hör mir zu" hatte er unter dem Namen Siko Black ein Video bei Youtube eingestellt.
Hier haben wir ihn auf dem Foto in die Mitte gestellt. Links im Bild seht ihr Frau Wunderlich von der Stadtbibliothek, rechts Frau Seipelt, Lehrerin der Theodor-Heuss-Schule und Organisatorin der Lesung. Und die drei Mädels aus der 9. und 10. Klasse waren so nett, sich auch noch dazu zu stellen.
Hier ist der Song von Siko Black:


Mittwoch, 9. November 2011

Dumpinglöhne


 Heute stieß ich auf eine unglaubliche Stellenanzeige im Netz.
Lest und staunt:
„Wir suchen einen zuverlässigen Texter, der eine größere Menge an Texten zu Sehenswürdigkeiten schreibt.
Sie bestätigen uns, dass Sie der einzige Urheber der Texte sind und übertragen uns die uneingeschränkten, alleinigen Nutzungsrechte auf Ihrer Rechnung. Sie dürfen die Texte in keiner Form erneut verwenden. Wir erwarten Zuverlässigkeit und gute Ausdrucksweise.
Wir bieten:
- So viele Aufträge wie Sie möchten
- langfristige / unbegrenzte Zusammenarbeit
- 2, 00 Euro pro Text min. 250 Wörter
“

Hamma, oder? Zwei Euro für eine Stunde Arbeit mindestens, das ist doch ein Wort, oder? Dafür braucht man dann auch keine Klos oder Klinken zu putzen oder?
Darum hier meine Bewerbung:

Ich tu gerne füa si schreipen. Bei uns inne stat is so eine kirche. Üba di kann ich schreipen. Ich machs soga füa 1,99 €.
File grüse,  anete

(Foto: Ökopark, Belo Horizonte, Brasilien)

Dienstag, 8. November 2011

Interview Radio Lotte

Die Redakteurin Lena Borchardt hat das Interview zusammen gestellt, das ihre Kollegin Maria Neubauer mit mir geführt habt. Wenn ihr mögt, hört gerne rein.
Ein kleiner Fehler ist dabei am Ende aufgetreten. Die Klar-Reihe wird nicht eingestellt.

Noch ein paar Infos zu Radio Lotte: Radio LOTTE Weimar ist das überregional ausgerichtete Stadtradio in Weimar. Es ist unabhängig und nicht kommerziell. Seit 1999 ermöglichen rund 120 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein anspruchsvolles Programm. 
Das Team von Radio LOTTE ist Träger des Weimarpreises 2003. 

Ich danke euch für das Interview! 


Lesung in Haiger

Die Schule am Budenberg in Haiger liegt noch unter einer dichten Nebeldecke, als ich zu einer Lesung dort eintreffe. Hier bin ich schon oft zu Besuch gewesen, und mit der Lehrerin Mona Hübner verbindet mich mittlerweile eine liebe Freundschaft.
 








Die ersten Zuhörer treffen in der Turnhalle ein. Da ist noch Zeit für persönliche Gespräche.
Mein Büchertisch ist schnell belagert, und als ich ein Foto machen will, bestehen die Schüler darauf, ein Buch von mir in die Hand zu nehmen. 
Das würde ein tolles Werbeplakat werden...
Mona Hübner eröffnet die Lesung. Alle Schüler der Jahrgangsstufen 7-9 sind mit ihren Lehrern gekommen.
Ich lese, wie verabredet, aus dem Fortsetzungsteil des Chatbuches. Zuletzt schenke ich den Schülern das Buch, damit sie es vollständig lesen können.

Dann bleibt noch Zeit für einen Gang durch die Schule und die Besichtigung der Bücherhöhle. Hier treffe ich gleich auf interessierte Schüler, die mir Rückmeldungen über die Lesung geben. 
Ach, es ist doch immer so nett bei euch. Wenn ich noch mal in den Schuldienst käme, wäre ich am liebsten an eurer Schule!

Montag, 7. November 2011

Guerilla Knitting


Bad Lippspringe, der Ort, in dem ich seit vielen Jahren lebe, ist ein kleines beschauliches Städtchen am Rande des Teutoburger Waldes. Besondere geschichtliche Ereignisse haben sich hier nicht abgespielt - außer ein paar Papstbesuchen vielleicht. Die Menschen gehen friedlich ihrem  Alltag nach, das Stadtfest und das Schützenfest sind die einzigen Attraktionen im Jahr.

Nun aber haben sich ausgerechnet in dieser Stadt ein paar Aktionskünstler zusammen gefunden, um einen Guerillakampf ins Leben zu rufen. Sie bewaffnen sich mit einer Häkelnadel und strömen in die Stadt, um Bäume und Lampenpfähle zu umhäkeln.

Zuerst sah man ihrem Treiben belustigt, dann stirnrunzelnd zu, als sie plötzlich aber auch noch begannen, den ehrwürdigen Lippspringer Schäferbrunnen zu umhäkeln, regte sich Widerstand.

„Ist das Kunst, oder kann das weg?“, fragten die Bürger aufgebracht.

Ein Experte wurde zu Rate gezogen.

„Kunst“, bescheinigte er. „Guerilla Knitting.“

Die Häkelgruppe feierte ihren Sieg.

Schön bunt sieht es aus.

Und jetzt bin ich gar nicht mehr so sicher, ob die nächste Revolution vielleicht sogar von Bad Lippspringe ausgehen könnte… 
(Foto: Bad Lippspringe)

Sonntag, 6. November 2011

Aussteigen oder standhalten?

Die Entscheidung, aus der Schule auszusteigen, um nur noch zu schreiben, fiel lange bevor sie für mich Realität wurde. Zunächst war sie nur ein ferner Traum, eine Idee, eine Fantasie.
Ich erinnere mich noch gut an den Tag der Entscheidung.
Ich saß mit einer Gruppe von Lehrern in einem Gestaltpädagogik-Seminar.  Ein Teilnehmer, müde und unglücklich über seinen Schulalltag, hatte den Impuls in die Gruppe gebracht: „Am liebsten würde ich aussteigen.“
Da wurden wir alle lebendig. Aussteigen aus dem System, frei sein, neue Wege gehen, das wollten wir alle gerne. Doch die finanziellen Gründe, so glaubten wir, hielten uns an unserem Platz gefangen. 
Unser Trainer lud uns schließlich zu einer Übung ein.

„Stell dir vor, du hättest die freie Wahl. Stell dir vor, es gäbe eine Lehrerschwemme und die Schulverwaltung bietet dir an,  bei vollem Lohnausgleich aus deinem Beruf auszusteigen.  Wie würdest du entscheiden?“
Erst lachten wir vergnügt bei der Vorstellung, die große Freiheit vor Augen zu haben. Doch dann wurde auch der Blick auf die schöne Seite des Berufes frei. Auf die Lebendigkeit, mit  den Schülern zu arbeiten, auf den netten Kontakt zu Kollegen. Viele wurden nun nachdenklich. Zögerten plötzlich.
Wir bekamen die Aufgabe, einen Brief an die Gruppe zu schreiben.
Aussteigen, ja oder nein. Wie entscheidest du dich?
Erzähle der Gruppe aus deinem Leben, drei Jahre später.

Die Mittagspause verlief schweigend. Jeder saß in irgendeinem Winkel des Tagungshauses und schrieb.
Dann gab es die große Präsentation. Einer nach dem anderen trat vor die Gruppe und las seinen Brief vor. Das war ein spannender Moment. Einige Teilnehmer hatten sich für das Aussteigen entschieden. Andere waren in der Schule geblieben. Jeder Brief war eine große Überraschung. Nichts war vorhersehbar.
Ich hatte mich bei dieser Fantasieübung für das Aussteigen entschieden - und für meinen Traum vom Schreiben.

Erst viele Jahre später, als der Berg an unpädagogischen Anweisungen von den Schulbehörden größer, die Kontrollen schärfer und der Ton härter wurde, beschloss ich tatsächlich, meine Schultasche zu packen.
Eine wundervolle Entscheidung!

(Foto: Lappland, Schweden)

Samstag, 5. November 2011

Präventionstage in Kassel

Heute gingen die Präventionstage zum Thema Gewalt und Alkohol in Kassel weiter, und wieder war ich zu zwei Lesungen eingeladen.
Ein wunderschöner Sonnenaufgang begleitete mich auf der Fahrt. 
Die erste Lesung fand in der Stadtbibliothek in der Innenstadt statt. Zwei neunte Klassen waren eingeladen - außerdem waren ein paar Leute vom Hessischen Fernsehen gekommen. In den Lokalnachrichten sollte ein Bericht über die Präventionswoche erscheinen.
"Das macht doch nichts, oder? Ist doch nur ganz kurz", sagte der Kameramann.
Ups - so ganz medienerprobt bin ich nun auch wieder nicht, dass ich das einfach so wegstecke. 
Aber die Schüler blieben cool, auch als der Kameramann irgendwann direkt neben mir stand und abwechseln die Schüler und mich filmte, und zuletzt auch noch die Kamera über meine Schulter ins Buch richtete.
Ich las noch einmal aus dem Chatbuch und aus dem Buch "Abgemixt". Anschließend hatten die Schüler viele Fragen. 
Danach war ich in der Jugendbücherei eingeladen, die nur ein paar Straßen weiter lag. Hier war eine siebte Klasse zu Besuch. Sie hatten vorher eine Führung durch die Bücherein mitgemacht und sich verschiedene Bücher ausgeliehen.
Für sie las ich aus dem Buch "Sauf ruhig weiter, wenn du meinst", und wir redeten über das Thema Alkohol. Die Jugendlichen waren sehr aufmerksam. Das Thema interessierte sie sehr. 

Insgesamt war ich mit diesen Lesungen rundum zufrieden - aufmerksame Schüler, interessierte Lehrer und immer eine freundliche Begleitung und Vorbereitung in den Büchereien.
Im nächsten Jahr bin ich zur Lesefieberwoche wieder in Kassel. Darauf freue ich mich schon sehr.