Wenn man, wie meine
Schwester und ich, in regelmäßigen Abständen in einer mittelgroßen Stadt
zusammentreffen, um einen gemütlichen Schwesterntag zu verbringen, kann man die
Veränderungen einer Stadt besonders deutlich wahrnehmen. Im Falle dieser Stadt
sind sie schmerzlich. In der Innenstand reiht sich Leerstand an Leerstand, auch
das Café, in dem wir uns früher getroffen haben, existiert nicht mehr. Immer
müssen wir umdisponieren, der Shoppingbummel hat sich inzwischen auf zwei
schöne Geschäfte reduziert. Wir haben bereits versucht, unsere Treffen an
andere größere Orte zu verlagern, aber das ist nicht das Gleiche. Was uns hält,
sind die Erinnerungen und die Weser, wie sie gleichmäßig dahin fließt, an
dieser Stelle nicht besonders schön, aber immerhin…
Sonntag, 7. April 2019
Dienstag, 2. April 2019
Schreiben für Ausländer
Schon seit einigen Jahren gehört
das Schreiben für Ausländer, die deutsch lernen möchten, zu meinem Arbeits- und
Schreibrepertoire. Diese Lektüren für den Hueber-Verlag habe ich in
Zusammenarbeit mit der Lektorin entwickelt. Sie beinhalten eine kleine
Geschichte, die sich am A1- bzw. A2-Wortschatz des Goetheinstituts orientiert, die
wörtliche Rede ist durch Sprechblasen dargestellt. Außerdem gibt es zahlreiche
schöne Illustrationen, die die Vokabeln vorstellen.
Nun sind wieder zwei Lektüren erschienen. Die Geschichte „Wie Hund und Katze“ spielt in Waren an der Müritz, die Fahrradgeschichte „Durch den Wind“ ist in Bensersiel an der Nordsee angesiedelt. Die Geschichten sind für Jugendliche gedacht.
Seit ich diese Geschichten schreibe, ist die Zugriffszahl aus dem Ausland auf meine Homepage bunter geworden. In Süd Korea, Mexiko, Thailand, Brasilien, um nur einige Länder zu nennen, scheinen diese Bücher gelesen zu werden. Ehrlich gesagt, wenn mich jemand zu einer Lesung einladen würde… ich wäre bereit!
Nun sind wieder zwei Lektüren erschienen. Die Geschichte „Wie Hund und Katze“ spielt in Waren an der Müritz, die Fahrradgeschichte „Durch den Wind“ ist in Bensersiel an der Nordsee angesiedelt. Die Geschichten sind für Jugendliche gedacht.
Seit ich diese Geschichten schreibe, ist die Zugriffszahl aus dem Ausland auf meine Homepage bunter geworden. In Süd Korea, Mexiko, Thailand, Brasilien, um nur einige Länder zu nennen, scheinen diese Bücher gelesen zu werden. Ehrlich gesagt, wenn mich jemand zu einer Lesung einladen würde… ich wäre bereit!
Mittwoch, 27. März 2019
Gedanken zum Urheberrecht
Eine klitzekleine
Reform ist auf den Weg gebracht, ein vorsichtiger erster Versuch, die Giganten
des Internets wie Google, Youtube, Facebook, Instagram und wie sie alle heißen
in die Schranken zu weisen. Diese Plattformen, die ungefragt Daten von Nutzern
sammeln und zusammenführen und mit ihnen reich und reicher werden, kümmern sich
nicht um geistiges Eigentum, schon gar nicht um eine angemessene Honorierung
eines Künstlers, wenn sein Werk zitiert oder präsentiert wird.
Nun endlich versucht
ein Gesetz, ihnen diesen Weg zu erschweren. Doch sofort wird das Geschrei laut.
Das Ende der Demokratie wird vorausgesagt, der Niedergang der Meinungsfreiheit
beklagt, ja, sogar der Tod des Internets vorhergesagt.
Als Künstler frage ich
mich plötzlich: Habe ich da etwas falsch verstanden? Demokratie und
Meinungsfreiheit, das waren doch meine Worte.
Verwundert höre ich genauer
hin. Angeblich geht die Angst um, dass diese böse Abmahnindustrie der Anwälte sich
eine goldene Nase verdiene. Diese Angst kann ich verstehen. Aber warum demonstriert man
dann nicht gegen die Anwälte und ihre Praktiken?
Eine weitere angebliche
Angst ist, dass die Medien-Giganten einen Uploadfilter einsetzen, und wenn Roboter
den Download analysieren, könnten sie eventuell zu Fehleinschätzungen kommen. Auch
das kann ich verstehen, aber warum demonstriert man dann nicht gegen die
Giganten und ihre Praktiken?
Das dreisteste Argument
allerdings lautet, dass wir Künstler nicht so rumjammern sollen. Das Geld, das
uns zusteht, würde sowieso letztendlich nicht bei uns ankommen. Dazu kann ich
nur sagen: Das sind wir gewöhnt. Die Raubindustrie ist riesig. Darum sollte man
doch trotzdem nicht seine Musik, die Geschichten, die Bilder, Filme und Fotos an
die Welt verschenken.
Meiner Meinung nach
jammern die besonders laut, die sich gerne und bedenkenlos bedienen. Die, die
Youtube-Channels mit Musik unterlegen wollen, die, die ihre Medien mit Filmen und
Bildern anderer schmücken wollen, die, die gerne die Worte anderer benutzen,
wenn die eigenen Worte zu dürftig sind. Da ist es doch gut, wenn man mal lernt,
es selbst machen zu müssen. Nur wenn man in den Schuhen des anderen geht,
entwickelt man Achtung und Respekt vor seiner Arbeit!
Sonntag, 24. März 2019
Buchmesse Leipzig
Zum zweiten Mal in
meinem Leben bin ich auf der Leipziger Buchmesse. Schon die Fahrt dahin, vom
Spreewald aus zwei Stunden Landstraße durch romantische Teile von Sachsen, war
entspannend und stand ganz im Gegensatz zu meinen sonstigen Rennpisten über die
Autobahn.
Mit dem Auto anzukommen
hatte den Vorteil, mal hinter die Kulissen zu gucken, wie sich die Cosplayer an
den Autos umzogen und schminkten und dann mit Highheels, Boots oder
Riesenpuschen zur Buchmesse latschten beziehungsweise trippelten.
Im Gegensatz zur
Buchmesse Frankfurt geht es in Leipzig gemütlich zu, und man sieht mal richtig
echte Leser. In Frankfurt hat man immer das Gefühl, unter Bankern und
Businessmenschen zu sein.
Für mich ist die
Buchmesse immer eine Chance, die Lektoren und Programmleiter kennen zu lernen.
Es ist spannend zu sehen, wie derjenige aussieht, mit dem man schon so
viele Mails ausgetauscht hat.
Hinterher im Auto kommt
aber immer der Buchmesse-Blues. Soooooo viele Bücher, soooo viele schöne neue
Ideen.
Wer bin ich denn
eigentlich?
Und wenn ja, warum?
Und überhaupt.
Donnerstag, 21. März 2019
Fällt dir was auf
Zum Frühlingsanfang
pflanzen meine Enkeltochter Clara und ich bunte Blümchen vor unser Häuschen auf
dem Campingplatz. Clara freut sich.
„Was sagt Opi, wenn er
das sieht?“, will sie wissen.
Ich winke ab. „Das wird
er gar nicht merken“, erkläre ich ihr.
„Und wenn wir ihm sagen:
Opi, fällt dir etwas auf?“, fragt sie nach.
„Dann fragt er: Warst
du beim Friseur?“, erkläre ich.
Clara quietscht vor Lachen.
„Und wenn wir sagen, nein, guck doch mal. Was sagt er dann?“, erkundigt sie
sich.
„Dann sagt er: Hast du
neue Schuhe?“, versichere ich.
Clara lacht sich
scheckig. So ein komischer Opi.
„Aber dann sagen wir:
Es fängt mit Blu an“, überlegt sie. „Und es ist rot und lila und gelb.“
„Dann sagt er bestimmt:
Blu … eine Bluse. Du hast dir eine Bluse gekauft.“
Nun kann Clara kaum
erwarten, dass Opi nach Hause kommt.
„Fällt dir etwas auf?“,
fragen wir ihn dann gemeinsam.
Ein kurzer Seitenblick
auf mich, dann ein irritiertes Grinsen.
„Warst du beim Friseur?“,
fragt er.
Samstag, 16. März 2019
Familiengeschichten
Heute habe ich gesehen,
dass das neue Vorlesegeschichtenbuch von mir bereits bei amazon gelistet ist. Es
ist wieder mal ein Buch für ältere Menschen, die durch leicht verständliche Geschichten
zum Zuhören und Erzählen motiviert werden sollen, um eventuellen ersten Demenzerscheinungen
vorzubeugen. Amüsante Familiengeschichten – das ist natürlich ein Thema, zu dem
ich eine Menge beitragen kann.
Das Cover des Buches
finde ich geradezu einmalig: Drei Generationen, männlich, beim Zusammenteffen
im Badezimmer.
Ich habe auch ein
privates Bild dazu beizutragen: Vier Generationen, männlich, bei der Taufe des
Jüngsten vor ca. sechs Jahren. Von links nach rechts: Mein Mann, mein Sohn, mein Enkel und mein
Vater.
Mittwoch, 13. März 2019
Mein Duschnachbar
Darf ich euch meinen
neuen Mitbewohner vorstellen? Das ist Paul. Seit zwei Wochen lebt er in meiner
Dusche. Das ist allerdings nur möglich, wenn er weiterhin so artig oberhalb des
Duschkopfes hängt und sich nicht von der Stelle rührt. Wie er da wohl überleben
kann, habe ich mich etwas besorgt gefragt und schon überlebt, ob ich ihm ein
paar Fliegen ins Netz legen soll. Aber er kommt zurecht und braucht meine Hilfe
nicht. Heute morgen allerdings hatte er offenbar den Drang nach Zärtlichkeit.
Mit langen Spinnenschritten kam er auf mich zugekrochen. Ich musste ihn mit ein
paar Wassertropfen bedrohen, und er flüchtete schnell in seine Ecke zurück.
Wenn er da nicht bleibt, kann ich ihm ein Weiterleben leider nicht garantieren.
Ich stehe nicht auf zärtliche Spinnenbeine auf meinem Körper…
Sonntag, 10. März 2019
Lesung in Barntrup
Nun war ich mal wieder zu
einer Lesung unterwegs. Der „Komm e.V. Barntrup“ hatte zu einem Mädchentag in
die Stadtbücherei eingeladen. Ich sollte aus dem Buch „See you, ich sehe dich“
lesen, anschließend gab es ein Gespräch über Netzsicherheit und die Gefahren in
sozialen Netzwerken. Außerdem hatte die Bücherei verschiedene Spiele rund um
die Bücherei organisiert.
Fast 30 Mädchen verschiedenen
Alters warteten in der hübschen Bücherei auf mich. Sie wurden gemütlich
bewirtet und ließen sich in der Leseecke nieder, um mir zuzuhören und Fragen zu
stellen. Es war eine aufmerksame Atmosphäre.
Der Komm e.V. hatte mich schon
häufiger zu Lesungen eingeladen. Es ist ein Verein, der die Jugendarbeit im
kleinen Ort Barntrup fördert und viele Angebote im Ort, aber auch in Schulen
und Kindergärten macht. Ich bin immer beeindruckt, was für schöne Programme es
in kleinen Orten für Kinder und Jugendliche gibt, und die zahlreichen Gäste
zeigten, mit wie viel Engagement das betrieben wird.
Einen herzlichen Dank auch an
die Initiatorin Veronika Kranz und ihre Kolleginnen.
Donnerstag, 7. März 2019
Freizeitbeschäftigung
Manchmal gerät man überraschend an eine neue Freizeitbeschäftigung. Diese E-Gitarre fand
jedenfalls plötzlich ihren Weg zu mir, oder ich zu ihr, je nachdem, wie rum man
die Welt betrachtet. Es war Liebe auf den ersten Blick. Eine E-Gitarre sieht so
cool aus, und sie kann neben lauten, dröhnenden und schrillen Powerakkorden
auch ganz leise und sanft klingen.
Ich habe sie eine Weile
umkreist, diese viele Technik stresst mich immer, aber nun habe ich sie
gestimmt gekriegt und komme klar. Ich kann normale Gitarre spielen, (nicht so
berauschend, aber für die Grundschule hat es gereicht), ich kann sogar Noten
lesen, nun übernimmt es ein Online-Kurs, mich in das Spielen einzuweisen. Da
ich keine Ambitionen habe, Rockstar zu werden, bin ich zufrieden, einfach so zu
Hause vor mich hinzuklimpern.
Sonntag, 3. März 2019
Begegnung mit der Schulzeit
Ich lebe sehr intensiv
in der Gegenwart. Da mein Leben oft so voll ist, nehme ich mir nur selten Zeit,
innezuhalten und zurückzuschauen. Wenn mir alte Fotos begegnen, kann ich immer
kaum glauben, dass ich das bin, alte Tagebücher und alte Briefe lese ich so gut
wie nie.
Nun aber war ich von
einer ehemaligen Klassenkameradin aus meiner Schulzeit nach Hille bei Minden eingeladen
worden. Mit großem Interesse fuhr ich los, freute mich auf die Begegnung mit
ihr und mit der Stadt, die mir lange Zeit eine Heimat gewesen ist.
Drei
Klassenkameradinnen warteten auf mich. Die Begegnung war unglaublich spannend
und machte viele Erinnerungen an die Schulzeit lebendig.
Man denkt ja gerne: Die
Jugend heutzutage – wie anstrengend sie sind, mit diesem Rumzappen auf den Smartphones,
dieses ständige Sich-in-Szene-setzen auf Insta und Snapchat… Doch eigentlich
waren auch wir eine ziemlich anstrengende Klasse. Diese 70ger mit Miniröcken
und kurzen Pullovern machte sicherlich vielen Lehrern zu schaffen. Wir
erinnerten uns an eine Klassenfahrt, in der vier Schülerinnen nachts aus dem
Fenster der Jugendherberge geklettert waren und sich mit irgendwelchen Jungs
trafen, die sie am Strand kennengelernt hatten - ein Schulskandal, der ein
hässliches Verfahren für unsere nette Klassenlehrerin nach sich zog. Schreckliche
Lehrer, arrogante Typen und wir mitten in der Pubertät – da hatte der
Schulstoff wenig Chancen, uns zu erreichen.
Für mich war diese
Begegnung schon deswegen so besonders, weil meine Familie aus Minden wegzog,
bevor ich Abitur machte, und der Kontakt zu den Mitschülern und auch zu der
Stadt abbrach. Dadurch hatte ich nur selten die Möglichkeit, mich über diese
Zeit auszutauschen und die Erinnerung zum Leben zu erwecken.
An diesem Tag bekam ich
auch zum ersten Mal in meinem Leben eine wundervolle Klangmassage – die mich
später ganz entspannt und glücklich nach Hause fahren ließ.
Euch Dreien, liebe
Ulla, Monika und Christina, noch mal einen ganz herzlichen Dank für den schönen
Tag.
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