Dienstag, 22. Mai 2012

Das soziale Netz


Wenn mein Alltag vom Stress bestimmt wird, spüre ich, wie meine Welt klein wird. Der Blick ist fixiert auf die Entfernung vom Schreibtischstuhl zum Bildschirm. Ich bin eine Insel.
An diesem Nachmittag löse ich mein Versprechen ein, besuche meine langjährige Freundin zum Geburtstag und fahre dazu weit. Sie steht schon auf der Auffahrt, winkt und lacht. Ich treffe auf ihre Familie, auf alte Freunde, auf gute Bekannte und nette Unbekannte, auf Kinder, Jugendliche und einen riesengroßen Hund. Es gibt Erdbeerkuchen und selbstgemachte Limonade. Ich sitze im Garten und genieße die guten Gespräche. Es wird allmählich dunkel, und ich sollte eigentlich mal wieder starten, doch dann quatsche ich mich noch einmal fest, und dann noch einmal.
Als ich endlich losfahre, ist der Ruhrschnellweg fast frei. Ich fühle mich lebendig und fröhlich.
Ich bin immer so schnell bereit, meine sozialen Kontakte für den Beruf zu opfern. Dabei sind gerade diese langjährigen Freundschaften das Netz, das trägt.

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